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Über dieses Buch

Architektur, sichtbar und anschaulich, gestaltet baulich-technisch und räumlich unsere Lebensumwelt und stellt in dieser genuinen Eigenschaft eine besondere Herausforderung an die Wissenschaft(en) dar.Bei den versammelten Beiträgen dieses Bandes handelt es sich um die schriftlichen Fassungen von Vorträgen im Rahmen eines von der DFG finanzierten ‚Rundgesprächs‘ zum Thema ‚Interdisziplinäre Architektur-Wissenschaft‘ im Juni 2018 an der Technischen Universität Dresden – ergänzt von weiteren Autorinnen und Autoren.Der Band ist in vier thematische Schwerpunkte gegliedert. Der erste Teil präsentiert philosophische Grundlagen einer interdisziplinären Architektur-Wissenschaft. Der zweite Teil stellt aus unterschiedlichen disziplinären oder wissenschaftstheoretischen Ansätzen heraus wissenschaftstheoretische und methodologische Grundlagen und Zugriffe bereit. Der dritte Teil beleuchtet das Spannungsverhältnis von Architektur als Disziplin und Praxis zu Architekturtheorie und Architektur-Wissenschaft. Im vierten Teil werden exemplarisch Theoriebildung und Theorien zu Landschaft, Landschaftsforschung und Landschaftsarchitektur diskutiert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführende Anmerkungen

Zusammenfassung
Architektur ist eine professionalisierte Praxis, die es mit dem Entwerfen sowie mit dem sichtbar-anschaulichen, baulich-technischen und räumlichen Bauen und Gestalten für ein Wohnen von Menschen in einer Lebensumwelt zu tun hat. Zu ihrem Umfeld gehören unzweifelhaft die Landschaft und damit Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung, aber auch der Städtebau und die Stadtplanung.
Karsten Berr, Achim Hahn

Philosophische Grundlagen

Frontmatter

Philosophie der Lebenswelt als Wissenschaftstheorie und Wissenschaftskritik – im Blick auf die Architektur

Zusammenfassung
Die Philosophie der Lebenswelt muss sich als Wissenschaftstheorie systematisch so entwickeln, dass sie wissenschaftskritisch klärt, inwieweit die jeweilige Fachwissenschaft der Lebenswelt und der konkreten Lebenspraxis auf sinnvolle Weise dient und hilft bzw. inwieweit sie sich von dieser menschlichen Lebenspraxis entfernt und entfremdet und sie so auf negative Weise beeinflusst, verändert und stört.
Thomas Rentsch

Anfang und Aufbau einer Architekturtheorie auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage. Gegenstand, Begriffe, Wissenschaftstheorie

Zusammenfassung
Der Aufsatz fragt nach begründbaren Anfängen einer Wissenschaft vom Wohnen und von der Architektur. Gemäß der hermeneutisch-phänomenologischen Tradition sind die „naiven“ Anschauungen von Architektur als alltagsweltlicher Gegenstand hinzunehmen. Auf welche Weise aber sind Wohnen, Entwerfen und Bauen mit der Lebenspraxis verbunden? In einer breit angelegten Untersuchung wird den Begriffen Leben, Erfahrung, Lebenserfahrung nachgegangen und deren Bedeutung für den Aufbau einer Erfahrungswissenschaft festgestellt: Lebenspraxis und Wissenschaft stehen sich nicht getrennt gegenüber, vielmehr liegt in der Lebenspraxis selbst die Tendenz zur Wissenschaft. Erfahrung als der Wissenschaft „vorlaufende“ Erkenntnisform geht aus dem Erleben der Welt unmittelbar hervor und trägt in sich zugleich freie Reflexion als Lebenstendenz. Da Reflexionen sprachlich verfasst sind, muss methodisch dafür gesorgt werden, dass Erfahrungen mitgeteilt und verstanden werden können. Erfahrungen und Wissenschaft müssen in ein Ergänzungsverhältnis gebracht werden.
Achim Hahn

Architektur und Formen ihres Wissens

Zusammenfassung
Ausgangspunkt der Untersuchung zur Architektur und den Formen ihres Wissens ist die Annahme, dass nicht nur wissenschaftliches Wissen, sondern in einer ebenso großen Relevanz das Leben Orientierung und Maßstab im Umgang mit Architektur ist. Leider steht der Alltag bisher erst am Anfang der Forschung in der Architektur (vgl. Neubert 2017, S. 11). Bisher geschah dies vor allem unter dem Stichpunkt der „anwendungsbezogenen Forschung“ (Luhmann 1990, S. 642). Darum geht es hier nicht. Hier wird vielmehr mittels diverser philosophischer Theorien nach der Kompatibilität von akademischen und alltäglichen Wissensformen der Architektur gefragt. Unter Wissen wird hierbei nicht nur das diskursive Vorstellungswissen objektiver Erkenntnis, sondern auch das intuitive Wissen subjektiver Gewissheit, dass die Mannigfaltigkeit des Lebens auf einen Schlag manifestiert, verstanden. Da Architektur ein ‚Werkzeug‘ des Lebens ist, das ständig neue Strukturen der Realität erzeugt, wird danach gefragt, wie im Hinblick auf diverse Verfehlungen der Architektur das Gefühl als präbewusstes kognitives Vermögen im Kontext der Architektur als „Brücke“ (SW XI, S. 12) und Kriterium zwischen Wissenschaft und Leben fungieren kann.
Petra Lohmann

Wissenschaftstheoretische und methodologische Grundlagen und Zugriffe

Frontmatter

Architektur als „schweres Kommunikationsmedium“ der Gesellschaft. Architektursoziologische Überlegungen

Zusammenfassung
Es geht um eine Theorieoperation, um Architektursoziologie ins Zentrum der soziologischen Beobachtung von (vormodernen wie modernen) Gesellschaften zu rücken. Dazu sind zwei Schritte notwendig: (1) Architektur als kulturelles Medium der Welt- und Selbsterschließung unterscheidet sich von anderen „symbolischen Formen“: Sie funktioniert nicht wie die „Sprache“, wie ein „Text“, wie das „Bild“, wie ein „Artefakt“. Der Grundmodus der Architektur als kulturelles Medium ist vielmehr die künstliche Baukörpergrenze, die Unterscheidung von Innen und Außen. In dieser Grenzziehung durch Baukörper sichern menschliche Lebewesen die Gefährdetheit ihrer körperlichen Existenz (Temperatur- und Witterungsschutz) und regulieren zugleich ihr expressives Erscheinen in der Welt bzw. das Erscheinen der Welt im künstlich gesetzten Bezirk. Unter der Voraussetzung ihrer symbolischen Eigenlogik lässt sich Architektur nun (2) als ein soziales Medium, ein „Kommunikationsmedium“ jeder Vergesellschaftung rekonstruieren. Gefüttert durch den latenten Animismus menschlicher Wahrnehmung stehen nämlich Baukörper über ihre Ausdrucksgrenzen zueinander in einer Art Quasi-Kommunikation zueinander. Architektur fungiert damit als das raumbildende, „schwere Kommunikationsmedium“ jeder Vergesellschaftung. Siedlungssoziologisch geht insofern der interaktive Bauraum dem eigentlichen Sozialraum der Stadt voraus. Zugespitzt: Selbst in einer unbewohnten Siedlung verharren die Baukörper immer noch als architektonische Kommunikationsofferten zueinander, die in ihrem jeweiligen Baustil Atmosphären oder Posen des Lebens gestatten oder blockieren. Durch dieses Gedankenexperiment wird klar, dass die tatsächlich in einer Siedlung interagierenden Menschen durch die gebaute Lebenswelt, durch die Als-Ob-Kommunikation der Baukörper immer schon miteinander und gegeneinander kommunizieren. Alle Vergesellschaftungen sind deshalb auch als soziale Konflikte, als Kämpfe um die Gestaltung der Baukörpergrenze zu erschließen.
Joachim Fischer

Architektur für Jedermann. Alltagssoziologie als wissenstheoretischer und methodologischer Zugang zur Architektur

Zusammenfassung
Der Beitrag verfolgt einen wissenssoziologischen Denkansatz des Alltags mit Architektur. Es werden die wissenstheoretischen und methodologischen Grundlagen dieses Zugangs entfaltet und verschiedene Grade und Qualitäten eines Wissens von Architektur – empirisch gestützt durch eigene ethnografische Erhebungen – herausarbeitet. Darauf aufbauend wird das Gerüst einer Architekturtheorie der Alltagswelt entworfen. Zuletzt spitzen sich die alltagssoziologischen Überlegungen für eine programmatische Theorie und Praxis der Architektur zu: Wie müsste sich unser Denken der Architektur ändern, wenn die entfalteten alltags- und wissenssoziologischen Prämissen konsequent berücksichtigt werden? Und wie könnten diese Impulse in die architektonische Praxis und Ausbildung integriert werden?
Christine Neubert

Herausforderung Lebenswelt. Zur Diskussion über die Grundlage einer architekturwissenschaftlichen Forschung

Zusammenfassung
Der Beitrag deutet eine Forschungsperspektive zur Wirkung von Räumen auf den Menschen an, in der die Lebenswelt als Quelle und Rechtfertigungsinstanz der Erkenntnis aufgefasst wird. Der Weg zu dieser Perspektive führt von einem Konzept der Lebenswelt zu einem Konzept der Erfahrung, vor dessen Hintergrund ein Raum exemplarisch untersucht wird. Ziel einer solchen Forschung ist es, Wirkweisen und Wirkmittel von Räumen anschaulich und dadurch diskutierfähig zu machen. In gewisser Hinsicht kann man davon sprechen, dass durch eine solche Forschung ein Vermögen, eine Leistung oder vielleicht eine Art Intelligenz von Räumen anschaulich wird, die sich weder nur auf die Ausstattung der Architektur, noch allein auf den Willen des Menschen zurückführen lässt.
Sebastian Feldhusen

Wissenschaftstheoretische Überlegungen zur Landschaftsarchitektur – eine Skizze

Zusammenfassung
Der Beitrag widmet sich wissenschaftstheoretischen Überlegungen zur Landschaftsarchitektur im Spannungsfeld zwischen Erwartungen der Alltagswelt und wissenschaftlichen Ansprüchen einerseits sowie zwischen disziplinären Aufgaben und inter- wie transdisziplinären Herausforderungen andererseits. Es wird skizziert, auf welche Schwierigkeiten Verwissenschaftlichungs-Strategien stoßen, wie der wissenschaftstheoretische Status der Landschaftsarchitektur einzuschätzen und zu begründen ist, aus welchen Gründen und auf welche Weise die Landschaftsarchitektur in drei Subdisziplinen ausdifferenziert wurde und warum und wie Landschaftsarchitektur als Disziplin auf Interdisziplinarität und Transdisziplinarität verweist. Um Sinn, Erfordernis, Zweckmäßigkeit und Chancen inter- und transdisziplinärer Grenzüberschreitungen der Disziplin Landschaftsarchitektur zu erläutern, wird ein Blick auf die lebensweltlichen Fundamente der Landschaftsarchitektur geworfen. Abschließend wird die Landschaftsarchitektur in ihrer Infra- und Supra-Struktur näher untersucht sowie mögliche und notwendige Grenzüberschreitungen inter- und transdisziplinärer Art vorgestellt und auf ihre Potenziale und Chancen hin befragt.
Karsten Berr

Von der (Stadt-)Landschaft zur Architektur – Perspektiven einer konstruktivistischen Landschaftstheorie

Zusammenfassung
Landschaftsforschung nähert sich üblicherweise aus einer Makro- oder Mesoperspektive Raum beziehungsweise konkretisiert Landschaft an. Unterschiedliche Elemente werden dabei – in konstruktivistischer Perspektive – in einer Zusammenschau relevant, darunter auch Architekturbestandteile wie Kirchen, Rathäuser, Wohnhäuser oder Einkaufszentren. Von der Mikroebene ausgehend – den Wahrnehmungen und Erlebnissen Einzelner – lässt sich wiederum aktiver auch auf die gebaute Umwelt eingehen, um von dort Landschaften zusammenschauend zu abstrahieren. Der Artikel beleuchtet vor diesem Hintergrund, wie sich konstruktivistische Landschaftsforschung (Stadt)Landschaften annähern kann und welche Perspektiven sich hieraus für eine interdisziplinäre Architekturwissenschaft ergeben könnten.
Florian Weber, Olaf Kühne

Architektur und Architektur-Wissenschaft

Frontmatter

Zur Architektur der Architekturwissenschaft

Zusammenfassung
Ich möchte die Frage aufwerfen, ob der vielfach geäußerte Wunsch nach Interdisziplinarität, also nach einer die Grenzen der wissenschaftlichen Disziplinen überschreitenden Forschung, wirklich weiterführt, denn letztlich wird damit die Figurierung einer Einzeldisziplin und die Konfigurierung der Disziplinen zu einem festen Wissenschaftskomplex affirmiert. Muss nicht das aus Disziplin-Modulen aufgebaute Wissenschaftsgebilde und seine Logik infrage gestellt werden? Vor allem, wenn es um Architektur geht?
Eduard Führ

Architektur und die Kreativität der Theorie

Zusammenfassung
Architekturtheorie ist keine Sache ausschließlich der Wissenschaft. Sie besitzt einen Doppelcharakter als kreative Praxis wie auch analytische Wissenschaft. Dahinter steht die Erkenntnis, dass die Architektur als vom Menschen gemachtes Artefakt, das kein Vorbild in der Natur hat, im Entwurfs-, Bau- und Erfahrungsprozess Schemata, Modellen und Prinzipien des Denkens folgt und daher immer schon theoretisch informiert ist, so unbewusst dies auch sein mag. Die These ist, dass es für die Architektur eine vorwissenschaftliche Theorie gibt, aber keine vortheoretische Praxis. Es wird gezeigt, dass 1) eine vortheoretische Architektur ein Widerspruch in sich ist, dass 2) die Architektur nicht nur auf der Grundlage von Theorien gebildet wird, sondern dass in den besten Beispielen die Entwurfsprozesse immer auch Theoriebildungsprozesse sind, und dass darüber hinaus 3) Theorie in der Architektur immer andere Theorien infrage stellt, transformiert oder ersetzt und daher nur als kritische Theorie denkbar ist.
Jörg H. Gleiter

Ästhetische Praxis und Poiesis. Architektenwettbewerbe als Paradigma der Architekturrezeption

Zusammenfassung
Der Artikel stellt eine hermeneutisch-empirische Untersuchung vor, die sich mit Preisgerichten von Architektenwettbewerben befasst. Aufgrund der verschiedenen Akteure im Preisge-richt mit ihren jeweils verschiedenen Lebensumwelten, Fertigkeiten und Kenntnissen lässt sich die Handlungssituation eines Preisgerichtes als Paradigma verstehen, wie Architektur in der Öffentlichkeit verstanden wird. Dem teilnehmenden Beobachter in den Jurysitzungen wird das Phänomen ansichtig, wie sich spontan aus dem Gesehenen Sinn- und Wertezuschreibungen entwickeln, die unvorhergesehen und nahezu unkontrolliert ablaufen.
Die Teilnehmer der Bewertungsgremien suchen „Beschreibungen“, um die „Aussage“ der architektonischen Entwürfe zu verstehen und darüber zu sprechen. Die sich in den Formulierungen der Juroren entwickelnde Aussagewahrheit gehört einer anderen logischen Kategorie an, als ein propositional angelegter „objektiver Vergleich“, wie ihn die Wettbewerbsrichtlinie vorsieht. Vielmehr handelt es sich eine schöpferische Tätigkeit der Preisrichter, die sich als Poiesis, im Sinne einer kreativen Praxis, beschreiben lässt. Die Rezeption von Architektur als „ästhetische Praxis“ fordert somit einen ästhetischen Wahrheitsbegriff ein und wird in seiner Relevanz für eine Architekturwissenschaft herausgestellt.
Marcus van Reimersdahl

Architektur muss brennen, aber darf Architekturwissenschaft brennen? Zur Frage der Legitimität normativer Aussagen in der Architekturwissenschaft

Zusammenfassung
„Architektur muss brennen!“ Dieser Satz von Coop Himmelb(l)au schreibt ein Sollen vor und er ist ein zwar extremes, aber typisches Beispiel für das, was gemeinhin unter „Architekturtheorie“ verstanden wird. Architekturtheorie ist ein normativ gehaltvolles Unterfangen; sie zielt auf ein Ideal, sagt wie Architektur sein soll. Sie unterscheidet sich damit fundamental von jeder Wissenschaft, da die sich – zumindest nach einer populären und auch in der „Architekturszene“ (immer noch) herrschenden Meinung – genau dadurch auszeichnet, dass sie wertfrei ist. In der Wissenschaft sollen gerade keine Werturteile gefällt werden. Eine so konzipierte Architekturwissenschaft würde Werturteilsfreiheit fordern – sie muss neutral beobachten, deskriptiv beschreiben und sich jeder eigenen Wertung enthalten. Metaphorisch gesprochen: Architekturtheorie darf gerne „brennen“ und normative Aussagen enthalten, eine Architekturwissenschaft dagegen muss neutral und deskriptiv sein – sie darf nicht brennen.
Aber ist diese Annahme gerechtfertigt? Können normative Aussagen in einer (noch zu definierenden und zu begründenden) Architekturwissenschaft als einer Wissenschaft von der Architektur nicht doch gerechtfertigt sein? Genau das soll hier behauptet werden: Auch eine Architekturwissenschaft darf brennen!
Martin Düchs

Theoriebildung und Theorien zu Landschaft, Landschaftsforschung und Landschaftsarchitektur

Frontmatter

Das Schweizer Haus: landschaftsbezogen entwickelt, als Symbol verbreitet

Zusammenfassung
In Landschaft ist immer Natur zu erkennen, die meisten Landschaft sind vom Menschen gestaltet, und immer wird eine Idee mit Landschaft verbunden. Das Schweizer Chalet konnte als Bauform nur in einer Gegend entstehen, in deren Natur es Nadelholz gibt, das für den Blockbau verwendet wird. Die Schweiz wird seit langer Zeit mit Ideen zur Freiheit und erhabener Landschaft in Verbindung gebracht, ferner mit der wissenschaftlichen Erforschung der Höhenstufen bzw. des „Alpinen“. Das Chalet wurde zu einem Symbol der Schweiz. Während bei einem in der Schweiz gebauten Schweizer Haus der Zusammenhang zwischen Natur, deren Nutzung und damit verbundenen Ideen immer besteht, rückt die Idee bei jedem Schweizer Haus in den Mittelpunkt des Interesses, das außerhalb des Alpenlandes gebaut wird. Im Text werden einige dieser Häuser mit ihrer besonderen symbolischen Bedeutung vorgestellt.
Hansjörg Küster

Erlebte, Konzipierte und Verhandelte Bilder – Wegbereiter einer transformativen Landschaftsforschung?

Zusammenfassung
In komplexen, landschaftlichen Transformationsprozessen, in denen Akteure mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen ko-kreativ Wege in eine nachhaltige Zukunft suchen, stellt sich die Frage: Wie lässt sich Komplexität so ausdrücken und darstellen, dass sie von möglichst vielen verstanden und als Herausforderung angenommen wird? Diese Frage steht vor allem in transdisziplinären Forschungssettings wie etwas Reallaboren im Mittelpunkt. Unterschiedliche bildliche Darstellungen können dabei, so die These dieses Beitrags, implizites Wissen versammeln und niedrigschwellige Zugänge zu komplexen Diskussionen schaffen. Anders als etwa lange textliche Darstellungen und Tabellen fungieren Bilder als Anker der Erinnerung, mit denen sich Akteure auch in länger andauernden Prozessen immer wieder verorten können. Um „die Landschaftsforschung anschlussfähig an den Erwartungs-, Erfahrungs-, Wissens- und Überzeugungshorizont betroffener Menschen zu machen“ (Berr 2018b, S. 4) können Erlebte, Konzipierte und Verhandelte Bilder zentrales Verständigungs-Medium sein.
Henrik Schultz

Theoriebildung in Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung

Zusammenfassung
Landschaftsarchitektonische Theorie ist ein Mythos. Seine Verbreitung dient der internen disziplinären Stabilisierung und der externen Vermarktung. Doch wird sein Kern, das Leben in konkreten Räumen als Einhausung in der Welt, auch von seinen Gegnern in der Freiraumplanung geteilt. Der vorliegende Beitrag führt die Entwicklung dieses Mythos’ und die Kritik an ihm aus, um dann die Bedingungen für eine gemeinsame Theorie von Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung zu nennen.
Stefan Körner
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