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Über dieses Buch

Katrin Jungnickel befasst sich aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht mit Meinungsführern als Personen, die andere in besonderem Maße informieren und beeinflussen. Die Autorin zeigt, dass das Phänomen Meinungsführerschaft in verschiedenen Bereichen von Interesse ist: Unternehmen möchten wissen, wie und von wem Meinungen über ihr Produkt verbreitet werden. Im Gesundheitswesen erhofft man sich Einblick in die Diffusion von gesundheitsbewussten Verhaltensweisen. In der Politik fragt man danach, wie Meinungsführer Wahlentscheidungen beeinflussen. Gleichzeitig feilt die Informatik an Algorithmen, um einflussreiche Nutzer auf Online-Plattformen zu erkennen. Mit Hilfe einer systematischen Literaturanalyse von 443 wissenschaftlichen Beiträgen der letzten 20 Jahre sammelt und ordnet das Buch alle diese Forschungsrichtungen. Es liefert einen umfassenden Überblick über Erkenntnisse der Meinungsführerforschung, ihre interdisziplinäre Vernetzung und methodische Weiterentwicklung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einführung

Zusammenfassung
Seit der Entdeckung des Two-Step Flow of Communication durch Lazarsfeld, Berelson und Gaudet (1944) beschäftigt das Meinungsführerkonzept die Forschung in den verschiedensten Bereichen – von der politischen Kommunikation (Noelle-Neumann, Haumann, & Petersen, 2000; Shah & Scheufele, 2006) über das Marketing (u.a. Dressler & Telle, 2009; Gnambs & Batinic, 2012) bis hin zur Gesundheitskommunikation (u.a. Valente & Pumpuang, 2007; Lee, 2010). Im Zweistufenfluss übernehmen Meinungsführer die Rolle derjenigen, die Informationen und Meinungen zu bestimmten Themen in den Massenmedien rezipieren und sie dann an die weniger informierten Teile der Bevölkerung weitergeben (Lazarsfeld, Berelson, & Gaudet, 1944). Für professionelle Kommunikatoren wie Politikerinnen und Politiker, Gesundheitsorganisationen oder auch Unternehmen besteht daher ein großes Interesse daran, diese Meinungsführer zu identifizieren, um sie von ihren Ideen zu überzeugen und als Vermittler ihrer Botschaften nutzen zu können.
Katrin Jungnickel

Chapter 2. Theoretische und empirische Grundlagen der Meinungsführerforschung

Zusammenfassung
Die Idee, dass es Personen in der Gesellschaft gibt, die andere in besonderem Maße informieren, überzeugen oder mobilisieren können, stützt sich traditionell auf drei verschiedene sozialwissenschaftliche Grundlagen: den Zwei- und Mehrstufenfluss der Kommunikation (aufbauend auf Lazarsfeld, Berelson und Gaudet, 1944), die Diffusionstheorie nach Rogers (1962, 2003) sowie die ursprünglich aus der Mathematik stammenden Graphentheorien im Rahmen der sozialen Netzwerkanalyse. Letztere wird im Zusammenhang mit Meinungsführerforschung häufig nicht explizit als theoretische Grundlage erwähnt. Sie betont aber einen wesentlichen Aspekt des Meinungsführerkonzepts, nämlich, dass Meinungsführer nur als aktive Mitglieder in einem Beziehungsnetzwerk und durch ihre Kontakte mit anderen diese Rolle ausfüllen können.
Katrin Jungnickel

Chapter 3. Forschungsziel und methodisches Vorgehen

Zusammenfassung
Das folgende Kapitel konkretisiert das eingangs formulierte Forschungsziel, eine systematische Literaturanalyse zur Meinungsführerforschung zwischen 1995 und 2014 durchzuführen. Zunächst werden die Forschungsfragen vorgestellt, bevor die Auswahl der zu analysierenden Beiträge und der Analyseprozess näher beschrieben werden. Abschließend werden Fragen der Reliabilität und Validität diskutiert.
Katrin Jungnickel

Chapter 4. Überblick über die Meinungsführerforschung seit 1995

Zusammenfassung
Das folgende erste Ergebniskapitel liefert einen kurzen Überblick über die Meinungsführerforschung der letzten 20 Jahre. Dabei soll zunächst vor allem quantitativ-deskriptiv Forschungsfrage 1 beantwortet und auf die Entwicklung der Forschung im Zeitverlauf, die Wissenschaftsgebiete, die verwendeten Begriffe sowie die Theoriebezüge der untersuchten Beiträge eingegangen werden. Im Vordergrund steht der Vergleich zwischen Beiträgen mit und ohne Online-Bezug, um einen Eindruck darüber zu vermitteln, inwieweit das Konzept der Meinungsführerschaft bereits auf die Online-Kommunikation angewendet wurde.
Katrin Jungnickel

Chapter 5. Methoden zur Messung von Meinungsführerschaft

Zusammenfassung
Um Forschungsfrage 3 nach den Methoden zur Erforschung von Meinungsführerschaft zu beantworten, erfolgt in diesem Kapitel zunächst die Beschreibung der Rahmenbedingungen der untersuchten Beiträge, bevor die verschiedenen Möglichkeiten der Operationalisierung genauer analysiert und miteinander verglichen werden. Ziel ist es, das zur Verfügung stehende Methodenrepertoire zu systematisieren, sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu ermitteln.
Katrin Jungnickel

Chapter 6. Themengebiete und Ergebnisse der Meinungsführerforschung

Zusammenfassung
Im Anschluss an die Vorstellung der verschiedenen Methoden zur Messung von Meinungsführerschaft gibt das nun folgende Kapitel zur Beantwortung von Forschungsfrage 4 einen Überblick über die Themengebiete, in denen Meinungsführerschaft untersucht wurde. Im Mittelpunkt steht dabei eine Analyse der konkreten Fragestellungen, denen sich die Meinungsführerforschung in den einzelnen Themengebieten innerhalb der letzten 20 Jahre gewidmet hat und zu welchen Ergebnissen sie dabei gekommen ist.
Katrin Jungnickel

Chapter 7. Zusammenfassung und Diskussion

Zusammenfassung
Prozesse der Informationsverbreitung und Meinungsbildung in der Gesellschaft und die Rolle, die Meinungsführer dabei spielen, haben die kommunikationswissenschaftliche Forschung seit den 1940er Jahren beschäftigt. Die Idee vom mehrstufigen interpersonalen Kommunikationsfluss und von einflussreichen Individuen, die andere in besonderem Maße informieren und überzeugen können, haben in der Folge viele verschiedene Wissenschaftsdisziplinen inspiriert. Die vorliegende systematische Literaturanalyse bietet einen umfassenden und interdisziplinären Überblick über die Forschung zum Thema Meinungsführerschaft in den letzten 20 Jahren.
Katrin Jungnickel

Backmatter

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