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Über dieses Buch

In diesem Werk wird die Wertschöpfung der Zukunft auf Grundlage neuster Forschungsergebnisse im Rahmen eines interdisziplinären Ansatzes von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Technik-, Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften diskutiert. Technologische Treiber und rechtliche Aspekte werden dabei ebenso beleuchtet wie die ökonomischen und soziokulturellen Chancen und Herausforderungen, die sich infolge zunehmend kollaborativer und dezentraler Wertschöpfungsprozesse ergeben.​

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Die Zukunft der Wertschöpfung – dezentral, vernetzt und kollaborativ

Will man über die Zukunft der Wertschöpfung diskutieren, kommt man nicht umhin, sich zunächst mit der Frage auseinanderzusetzen, was Wertschöpfung heute eigentlich bedeutet. Von welchem Wert reden wir? Und wer schöpft oder vielleicht treffender schafft Wert? Weltweit können wir beobachten, wie Menschen sich vernetzen und (weitestgehend) frei von Hierarchie und Markt und in der Regel unentgeltlich mit oder ohne Unternehmensbeteiligung gemeinsam Wert schöpfen. Neue Wertschöpfungsmuster sind dadurch entstanden, die entgegen traditioneller Konzepte auf Offenheit basieren und kollaborativer sowie dezentraler Natur sind (zusammengefasst im Konzept der Bottom-up-Ökonomie). Ein interdisziplinärer Ansatz ist erforderlich, der die verschiedenen Sichtweisen aus Technik, Gesellschaft und Recht über wirtschaftliche Perspektiven hinaus vereint.

Tobias Redlich, Manuel Moritz

Wertschöpfung weiterdenken: Artefakte, Prozesse und Strukturen

Frontmatter

Die Neuerfindung der Ökonomie

Die Digitalisierung transformiert die Ökonomie auf vier Ebenen: Sie verringert die Anzahl der benötigten Arbeiternehmenden, sie senkt die Preise vieler Güter, sie ermöglicht die Produktion von zunehmend mehr Dingen ohne Unternehmen und sie erleichtert es, Dinge nutzen zu können, ohne sie besitzen zu müssen. Diese Veränderungen begünstigen die Entstehung einer postkapitalistischen Ökonomie in den nächsten Jahrzehnten. Ihre Umrisse zeichnen sich bereits in der Gegenwart ab.

Oliver Stengel

Beiträge plattformvermittelter Kollaboration zum Innovationssystem

Neue Formen der Kollaboration verändern die Innovationslandschaft und erfordern eine Erweiterung des Konzepts des Technologischen Innovationssystems, um dessen Anspruch zu genügen, sämtliche für die Entwicklung und Verbreitung technologischer Innovationen wesentliche Akteure, Institutionen und Prozesse abzubilden. Mit der Zunahme plattformvermittelter Kollaboration tritt die Zivilgesellschaft als weiteres wesentliches Element neben die klassischen Subsysteme Wissenschaft, Wirtschaft und Staat und ergänzt deren Funktionen im Innovationssystem. Die gemeinsame Wissensproduktion in dezentralen Netzwerken erfordert nicht nur neue Fähigkeiten der Akteure und andere Geschäftsmodelle, sondern auch innovationspolitische Steuerung und regulative Rahmenbedingungen. Offene Plattformen strukturieren die Arbeitsorganisation. Als technische und soziale Infrastrukturen für dezentrale Produktion werden offene Werkstätten im Zuge dessen zu Dreh- und Angelpunkten für die Vernetzung, den Austausch und die Koordinierung offener Entwicklungsprozesse für neue Produkte und Technologien.

Jan Peuckert

Zur Kultur von Netzwerken – Wie die neue Form der Wertschöpfung in Netzwerken gelingen kann

Netzwerke eröffnen neue Formen der Wertschöpfung und gelten als vielversprechende Antwort auf die Herausforderungen sich wandelnder Produktions- und Innovationsprozesse. Die neue Form der Zusammenarbeit in Netzwerken zeichnet sich einerseits durch Vertrauen und andererseits durch Widersprüche aus. Wir werden zeigen, dass die klassischen Managementkonzepte, welche sich auf die Strukturen und die Organisation von Kooperationen beschränken, bei Netzwerken an ihre Grenzen stoßen. Deshalb verschieben wir die Perspektive auf die kulturellen Voraussetzungen der neuen Form der Wertschöpfung in Netzwerken und ergänzen das klassische Management durch ein Modell der Gestaltung von Netzwerken. Dazu definieren wir die Kultur von Netzwerken in Abgrenzung zur Formalstruktur von Organisationen. Aus dieser Perspektive leiten wir eine neue Methodik zur Netzwerkgestaltung ab, die sich durch ein empirisches, interpretatives, aktives und partizipatives Vorgehen auszeichnet. Die Kernelemente dieser neuen Methode demonstrieren wir beispielhaft anhand eines Innovationsnetzwerkes, das wir über mehrere Jahre begleitet haben.

Jules Thoma

Zukünfte für Offene Werkstätten: Antizipation neuer Wertschöpfungsmuster in einem Visioning-Prozess

Offene Werkstätten sind ein junges wachsendes Phänomen. Die offene und kollaborative Wertschöpfung in Offenen Werkstätten unterscheidet sich deutlich von der Wertschöpfung im etablierten Wirtschaftsregime. Vor diesem Hintergrund wurden Zukunftsperspektiven aus der Sicht von Offenen Werkstätten entwickelt, die dann separat von einem breiteren Akteurskreis bewertet wurden. Dieser Ansatz unterscheidet sich grundlegend von den üblicherweise generierten Sichtweisen der etablierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft auf die zukünftige Wertschöpfung. Dieser Beitrag beschreibt die Entwicklung von Zukunftsbildern für Offene Werkstätten in Deutschland im Jahr 2030 aus ihrer eigenen Sicht. Grundlage ist eine vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung entwickelte Methode zur Erarbeitung einer Vision („Visioning“), hier mit den Anbieter*innen und Nutzer*innen Offener Werkstätten.

Lorenz Erdmann, Ewa Dönitz

Bedeutung der zukünftigen Produktion kundenindividueller Produkte in Losgröße 1

Im Zuge der vierten industriellen Revolution wird immer stärker das Thema einer zukünftigen Produktion kundenindividueller Produkte in Losgröße 1 diskutiert. Ob dies tatsächlich eine pauschale Produktionsstrategie für die produzierende Industrie darstellt, gilt es zu analysieren. Hierzu muss zum einen die Vielfalt der produzierenden Industrie und die aktuelle Rolle von Produktindividualisierung betrachtet werden. Zum anderen gilt es, die bestehenden Konzepte der Produktindividualisierung zu identifizieren und zu analysieren. Außerdem wird eine exemplarische Veränderung bezüglich der Umsetzung von Produktindividualisierung als Grundlage für die weitere Diskussion betrachtet. Denn erst auf Basis einer ganzheitlichen Betrachtung kann eine These formuliert werden, inwiefern eine derartige Konsolidierung überhaupt denkbar ist.

Eva Bogner, Ulrich Löwen, Jörg Franke

Digitale Technologien als Treiber und Befähiger

Frontmatter

Lokale Einbettung und globale Kollaborationsprozesse offener Produktionswerkstätten: Ein Einblick in die deutsche und arabische Maker-Community

Offene Werkstätten (FabLabs) ermöglichen als Teil einer soziotechnischen Bewegung, die mehr Beteiligung der Bürger an Technologie- und Produktentwicklung anstrebt, einen einfachen Zugang zu technologischem Wissen und Produktionsmitteln und bergen somit das Potential, Innovationen, Gründungsinitiativen und regionale Entwicklung zu stimulieren. Die vorliegende Studie untersucht, unter welchen Bedingungen sich diese Potentiale entfalten können und nimmt in diesem Zusammenhang die Kombination aus lokaler sozioinstitutioneller und sozioökonomischer Einbettung der physischen Orte sowie der Einbettung in eine Infrastruktur, welche die Grundlage für virtuelle Kollaboration und Wissenstransfer auf globaler Ebene schafft, in den Blick. Erste Ergebnisse verweisen auf eine deutliche Diskrepanz zwischen der Vision der Bewegung und der empirischen Realität der Labs.

Sonja Buxbaum-Conradi, Jan-Hauke Branding, Sissy-Ve Basmer-Birkenfeld, Babsile Daniel Osunyomi, Tobias Redlich, Markus Langenfeld, Jens P. Wulfsberg

Blockchain-Technologie und Open-Source- Sensornetzwerke

In diesem Beitrag untersuchen wir die Mechanismen und Prozesse, die Open-Source-Sensornetzwerken zugrunde liegen. Wir zeigen Ineffizienzen aktueller Netzwerke auf und stellen anschaulich dar, wie Distributed-Ledger-Verfahren diese verringern können. Unser Forschungsansatz basiert auf Untersuchungen zu komplexen Systemen, der Transaktionskostentheorie sowie des Statuts der Offenheit in kommerzieller Wertschöpfung und Community-basierter Innovation. Wir analysieren Schlüsselmechanismen von Open-Source-Sensornetzwerken vor dem Hintergrund traditioneller Sensornetzwerke – explizit anhand des Fallbeispiels Safecast. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Problematiken offener Sensornetzwerke hinsichtlich Sicherheit, Instandhaltung, Incentivierung, eines nachhaltigen Betriebs sowie strategischer Expansionen. Basierend auf Distributed-Ledger-Systemen wie Bitcoin erarbeiten wir Ansätze, die diesen Defiziten gezielt entgegenwirken. Zudem ermöglichen sie die Entwicklung von Technologien und komplexen Systemen auf offene, dezentralisierte und möglicherweise auch selbsterhaltende Art und Weise zu entwickeln.

Robin P. G. Tech, Konstanze E. K. Neumann, Wendelin Michel

Revolutioniert Blockchain-Technologie das Management von Eigentumsrechten und Transaktionskosten?

Dieser Beitrag erläutert, wie Eigentum mit Hilfe von Blockchain-Technologie krypto-graphisch gesichert und im Rahmen von P2P-Transaktionen übertragen werden kann, ohne dass sich die Partner dabei vertrauen müssen. Darauf aufbauend stehen die ökono-mischen Implikationen im Mittelpunkt, die eine solche extrem erleichterte und sichere Übertragbarkeit und Durchsetzbarkeit von Verfügungsrechten hätte. Als Beispiele veranschaulichen Smart Contracts, Smart Property und Dezentralized Autonomous Organizations mögliche disruptive Auswirkungen, die eine radikale Disintermediation tradi-tioneller vertrauensbildender Institutionen durch Blockchain-Technologie zur Folge hätten. So könnten beispielweise in weiten Bereichen hierarchische durch dezentrale marktbasierte Organisationsformen abgelöst werden. Freilich sind dieser Entwicklung auch klare Grenzen gesetzt, weil sich viele Verträge und Koordinationsformen den Anwendungsbedingungen für Blockchains entziehen und weiterhin auf menschliche Interpretation und Intervention angewiesen sind.

Stefan Hopf, Arnold Picot

Vielfalt und Stand der Open-Source-Hardware

Die letzten zehn Jahre bildeten den Schauplatz für das Aufkommen einer Vielzahl von Projekten zur Entwicklung von Open-Source-Hardware (OSH), welche das dezentrale Entwicklungskonzept der Open-Source-Software (OSS) auf die Welt der physischen Produkte übertragen. Diese Projekte sind gekennzeichnet durch die Offenlegung von technischen Daten zur Stimulation von Feedback, Replikation und kollaborativer Entwicklung. Dieser Beitrag untersucht die Nutzung des öffentlichen Raums von OSH-Projekten, welcher durch das World Wide Web und Online-Plattformen zum gemeinsamen Datenaustausch bereitgestellt wird, um ihre Produkte als „open source“ zu veröffentlichen. Hierfür wird eine Stichprobe mit produktbezogenen Daten von 76 OSH-Produkten empirisch erhoben und bewertet. Einerseits werden dadurch Schlussfolgerungen zum derzeitig erreichten Entwicklungsstand des OSH-Feldes gezogen. Andererseits werden Verhaltensweisen von OSH-Projekten aufgezeigt und die Vielfalt an existierenden Ansätzen anhand von unterschiedlichen dokumentationsspezifischen Ausprägungen eingeordnet.

Jérémy Bonvoisin, Robert Mies, Rainer Stark, Roland Jochem

3D-Druck als Herausforderung für das deutsche und europäische Patentrecht – Rechtlicher Rahmen und Chancen für Rechteinhaber

Die Kosten für einfache 3D-Drucker sinken immer weiter. Dies wird es einer wachsenden Gruppe von Verbrauchern ermöglichen, auf Grundlage von CAD-Dateien Produkte herzustellen, darunter auch solche, die patentrechtlich geschützte Erfindungen betreffen. Nach einer kurzen Einführung in die technischen Grundlagen zum 3D-Druck konzentriert sich der Aufsatz auf die geltende Rechtslage unter dem deutschen und europäischen Recht und wirft sodann einen Blick auf das zukünftige Europäische Patent mit einheitlicher Wirkung (sog. Einheitspatent). Im letzten Teil werden im Überblick mögliche Lösungen, auch auf praktischer Ebene, für die rechtlichen Lücken diskutiert.

Constantin Blanke-Roeser

Mind The Value Gap:Wertschöpfung in der Prosuming Culture und wirtschaftliche Partizipation Kreativschaffender

User-Generated-Content ist ein zentrales Paradigma der Prosuming Culture und stellt tradierte urheberrechtliche Konzepte in Frage. Das öffentliche Teilen von Nutzerinhalten über Content-Plattformen erfordert es, die divergierenden Stakeholder-Interessen im urheberrechtlichen Rahmen auszugleichen und Rechteinhaber an der Wertschöpfung, die auf ihren Leistungen beruhen, angemessen zu beteiligen. Aufgrund der Vielschichtigkeit des Phänomens User-Generated-Content kann es dabei keinen „one-size-fits-all“-Ansatz geben. Der Beitrag nähert sich dem Thema differenziert an und stellt klar, dass gesetzliche Privilegierungen für Nutzer und Erleichterungen für Content-Plattformen nur soweit in Betracht kommen, als Nutzerinhalte vorbestehende Leistungen transformativ einbeziehen.

Clemens Appl, Philipp Homar

Leben und Lernen in der Arbeitswelt von morgen

Frontmatter

Koordination, Motivation und Loyalität

Die moderne Gesellschaft ist eine Wissensgesellschaft und die Produktion von Gütern und Dienstleistungen erfolgt in der Wissensökonomie. Dieser Sachverhalt hat mit der digitalen Revolution stark an Bedeutung gewonnen. In einer solchen Gesellschaft ist das Humankapital der ausschlaggebende Wertschöpfungsfaktor. Humankapital bedeutet in diesem Fall einerseits die Motivation der Angestellten, andererseits ihr Verhalten und ihre Kompetenz den Kunden gegenüber und ihre Bereitschaft bei der innerbetrieblichen Zusammenarbeit. Der Motivation der Mitarbeiter kommt eine entscheidende koordinierende Funktion zu. Dieser Befund wird anhand einer Studie über Open-Source-Entwickler erläutert. Die Resultate dieser Studie erlauben interessante Rückschlüsse über Motivation und Engagement nicht nur im Software-Bereich, sondern für die Wissensgesellschaft überhaupt. Vor diesem Hintergrund werden Szenarien, welche befürchten, der Gesellschaft gehe die Arbeit aus, kritisch beurteilt.

Benno Luthiger

Entgrenzung und Entbetrieblichung von Arbeitsverhältnissen als Herausforderung für die betriebliche Mitbestimmung

Die Arbeitsrechtswissenschaft sieht sich durch die digitale Vernetzung von Wertschöpfungsketten vor besondere Herausforderungen gestellt. Immer mehr Unternehmen machen Gebrauch von den vielfältigen Möglichkeiten digitaler und vernetzter Technologien. Dabei nähern sie sich immer mehr dem Ziel einer vollständigen digitalen Vernetzung der Wertschöpfungsprozesse. Damit einher gehen vielfältige Veränderungen der Arbeitsprozesse wie auch der Betriebs- und Unternehmensstrukturen. Vielfach kommt es zu einer Fragmentierung der zugrundeliegenden Rechtsbeziehungen und zur Entgrenzung und Entbetrieblichung von Arbeitsverhältnissen. Dadurch können sowohl Anknüpfungspunkt als auch Anwendungsvoraussetzungen der betrieblichen Mitbestimmung wegfallen, und das Partizipations- und Schutzinstrumentarium der Betriebsverfassung droht zunehmend, seine Passgenauigkeit zu verlieren. Der Beitrag geht der Frage nach, ob die betriebliche Mitbestimmung in Deutschland für die damit verbundenen Herausforderungen gerüstet ist.

Niels Bialeck, Hans Hanau

Urbane Produktion: Ökotone als Analogie für eine nachhaltige Wertschöpfung in Städten

Die Produktion erfährt in Zeiten von Digitalisierung und Personalisierung einen grundlegenden Paradigmenwechsel. Dabei wird das urbane Umfeld in Zukunft der wichtigste Standort für Wertschöpfung sein, da es aufgrund seiner hohen Dichte an Wissen und Kreativität, Arbeitskräften, Infrastruktur sowie Verbrauchern und Prosumern viele Potentiale bietet. Fabriken in städtischen Gebieten werden häufig mit negativen Auswirkungen assoziiert. Heutzutage können jedoch veränderte Produktionsformen und technische Entwicklungen Emissionen verringern. Darüber hinaus kann die urbane Produktion positive Impulse für ihre Umgebung generieren und eine Grundlage für neue Geschäftsmodelle bilden. Für die Beschreibung der urbanen Fabrik und deren Verknüpfungen mit der Stadt wird das Konzept der Ökotone adaptiert. Ökotone sind Übergangsbereiche zwischen verschiedenen Ökosystemen. Ein eingehendes Verständnis der Fabrik-Stadt-Schnittstellen soll eine ökologische, wirtschaftliche und sozial vorteilhaftere Wertschöpfung ermöglichen.

Max Juraschek, Benjamin Vossen, Holger Hoffschröer, Christa Reicher, Christoph Herrmann

Entwicklung und Einsatz von Open Source Software im Bildungsbereich am Beispiel von ILIAS

Open Source Projekte und Software im Speziellen eröffnen neue Potenziale für den Bildungsbereich. Dieser Beitrag diskutiert am Beispiel einer Universität Fragestellungen und Herausforderungen, die sich für eine Bildungseinrichtung bei einemfrühen Einstieg in ein Open Source-Projekt ergeben, und beleuchtet, wie die Wechselwirkungen zwischen Open Source Software-Entwicklung und Anwendern im Bildungsbereich einen kooperativen Prozess in Gang setzen, der die Wertschöpfungsketten von Software-Entwicklung und Bildungsprozess verzahnt und damit inspirieren kann.

Karola Koch

Die Digitalisierung der Arbeit: Arbeitsintegriertes Lernen als Strategie vorausschauender Personalpolitik

Der folgende Beitrag analysiert Veränderungen der Wertschöpfung auf organisationaler Ebene. Aktuelle Herausforderungen für Unternehmen und Beschäftigte sind die Antizipation des digitalen Wandels und die Bewältigung permanenter Restrukturierungen in den Organisationen. Dabei ist es eine zentrale Aufgabe, Offenheit für diese Veränderungen zu erreichen, um bei den Beschäftigten eine aktive Gestaltung des Wandels zu ermöglichen. Dazu bedarf es einer vorausschauenden und transparenten Personalpolitik, die die Umbrüche begleitet, die Ressourcen der Beschäftigten systematisch fördert und so ihre Arbeitsfähigkeit in der sich wandelnden Arbeitswelt sichert. Arbeitsintegriertes Lernen ist die fundamentale Strategie einer solchen Personalpolitik.

Götz Richter, Mirko Ribbat, Birgit Thomson

Interdisziplinäres Projektmanagement – Strategische Handlungsempfehlungen für Kooperationsverbünde in akademischen Kontexten

Universitäre Projekte im Rahmen der Kulturwissenschaften werden häufig nicht unter der Berücksichtigung eines systematisch-ökonomischen Projektmanagements durchgeführt. Zudem hat sich die Forschung zum Projektmanagement in den letzten Jahrzehnten eher auf industrielle Projektanforderungen konzentriert. Bei sehr kleinen und homogenen Forschungsteams ist ein weniger strukturiertes Vorgehen evtl. problem- und folgenlos, jedoch steigt die Relevanz eines strategisch-planerischen Projekmanagements je größer und heterogener Forschungsgruppen und -konsortien angelegt sind. Im folgenden Beitrag werden anhand von exemplarischen Ergebnissen einer Fallstudie der qualitativen Projektevaluation die besonderen Herausforderungen im Rahmen interdisziplinärer Forschung im Bereich der Digital Humanities vorgestellt und diskutiert.

Bianca Meise, Franziska Schloots, Jörg Müller-Lietzkow, Dorothee M. Meister

Zur Organisation von Arbeit 4.0: Crowdsourcing als Sozialtechnologie

Der digitale Wandel verändert bestehende Arbeitsverhältnisse. Insbesondere Ansätze der Flexibilisierung und Dezentralisierung beherrschen aktuell den Diskurs um “Arbeiten 4.0”. Eine zentrale Rolle wird dabei einer neuen digitalen Arbeitsteilung in Form des Crowdsourcing zugeschrieben. In diesem Beitrag erfolgt eine theoretische Einordnung dieses Phänomens: Crowdsourcing wird als neue Sozialtechnologie zur Organisation von Arbeit rekonstruiert.

Sascha Dickel, Carolin Thiem

Crowdsourcing – Eine arbeitsrechtliche Verortung

Der Beitrag untersucht, wie das Phänomen Crowdsourcing nach derzeitiger Rechtslage erfasst werden kann. Dabei zeigt sich, dass die Instrumente und Mechanismen des Arbeitsrechts nur bedingt auf die neuen Erscheinungsformen von Arbeit übertragen werden können. Die rechtliche Qualifizierung muss meist anhand des Einzelfalls erfolgen und birgt für alle Beteiligten ein großes Potential an Rechtsunsicherheit. Oft ist unklar, was für eine Vertragskonstellation vorliegt, insbesondere ob die Crowdworker als arbeitnehmerähnliche Personen zu werten sind oder nicht. Die Schutzvorschriften für arbeitnehmerähnliche Personen oder Heimarbeiter würden das Crowdsourcing in seiner jetzigen Form unmöglich machen. Der Forderung von einigen Stimmen aus der Rechtwissenschaft, das HAG zu novellieren, schließen sich die Autoren nicht an. Sie sind der Ansicht, dass ein gesetzgeberisches Handeln zu diesem Zeitpunkt übereilt wäre, da es an belastbaren Studien fehlt, die einen Legislativakt rechtfertigen können. Die aktuelle rechtswissenschaftliche Diskussion erfolgt zunehmend einseitig und die vorgeschlagenen Lösungswege sind nicht zwingend mit den Bedürfnissen der Crowdworker vereinbar.

Hans Leo Bechtolf, Thomas Matthias Zöllner

Kollaborative Wertschöpfung als Chance für soziale, ökonomische und ökologische Nachhal-tigkeit

Frontmatter

Das Projekt „FindingPlaces“. Ein Bericht aus der Praxis zwischen Digitalisierung und Partizipation

Unterstützt durch ein digitales interaktives Stadtmodell hat das Beteiligungsprojekt „FindingPlaces“ einen Dialog zwischen Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft initiiert, der die Suche nach Flächen für die Unterbringung von Geflüchteten begleiten sollte. Der Beitrag beschreibt das Design und die Durchführung des Beteiligungsprojekts und analysiert exemplarisch, wie durch den Einsatz digitaler Technologien und ein auf Kollaboration fokussiertes Design neue Formen der partizipativen Stadtplanung entwickelt werden können.

Nina Hälker, Katrin Hovy, Gesa Ziemer

Open-Source-Projekte zwischen Passion und Kalkül

Dieser Aufsatz gibt einen systematisierenden Überblick über Open-Source-Communities und ihre sozioökonomischen Kontexte. Zunächst erfolgt eine Rekonstruktion der Ausdifferenzierung quelloffener Softwareprojekte. Daran anknüpfend werden vier idealtypische Varianten derzeitiger Open-Source-Projekte voneinander abgegrenzt. Anschließend wird aus technik- soziologischer Sicht diskutiert, weshalb quelloffene Softwareprojekte ihre Formatierung als Gegenentwurf zur kommerziellen Produktion inzwischen verloren haben, aber im Unterschied zu früheren Spielarten der kollektiven Invention überlebensfähig geblieben sind.

Jan-Felix Schrape

Der “Co-Creation Square” – Ein konzeptioneller Rahmen zur Umsetzung von Co-Creation in der Praxis

Obwohl das Co-Creation-Konzept bereits 2004 entwickelt wurde, sind heutzutage wenige anwendbare Tools bekannt. Co-Creation hat als theoretisches Konzept nun einen Reifegrad erreicht, bei dem neben der Weiterentwicklung der Theorie auch greifbare Anstrengungen zur Implementierung und Adaption in der Praxis entwickelt werden müssen. Obwohl einige Ansätze in der Literatur in diese Richtung gehen, bleiben diese aber ziemlich abstrakt und konzentrieren sich nur auf den Prozess der Wertentwicklung durch Co-Creation. Sie ignorieren zusätzlich notwendige Schritte zur Vorbereitung, Planung und Evaluierung von Co-Creation-Aktivitäten in Unternehmen. Aus diesen Gründen wurden im vorliegenden Kapitel in der Literatur bekannte Konzepte für die Co-Creation sowie Fälle erfolgreicher Implementierung in Unternehmen analysiert und Interviews mit Unternehmen, die erfolgreich Co-Creation-Aktivitäten implementiert haben, geführt. Auf dieser Basis wurde ein konzeptioneller Rahmen („Co-Creation-Square“) entwickelt. Dieser umfasst vier Bereiche mit praktischen Hilfestellungen für die Einführung von Co-Creation in Unternehmen.

Stefan Vorbach, Christiana Müller, Lukas Nadvornik

Kollaboration und Wettbewerb bei Ideenwettbewerben – eine Userperspektive

Durch die webbasierte Einbindung von und Zusammenarbeit mit unternehmensexternen Individuen während der Ideengenerierung und Produktentwicklung ergeben sich für Unternehmen neue Möglichkeiten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Insbesondere Ideenwettbewerbe sind unternehmensseitig ein vielversprechendes Instrument, um in kürzester Zeit und zu vergleichsweise geringen Kosten eine große Menge an kreativen und unkonventionellen Ideen zu einer bestimmten Problemstellung zu erhalten. Zugleich können Konsumenten, Hobby-Enthusiasten, Studenten etc. nunmehr Teil der (industriellen) Wertschöpfung von Unternehmen werden. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse einer Umfrage unter den Teilnehmern der von Local Motors ausgerichteten Airbus Cargo Drone Challenge vorgestellt. Wir finden auch in diesem eher kompetitiv ausgerichteten Wettbewerb starke Anzeichen für kollaboratives Verhalten der Nutzer, was die These bestätigt, dass es auch auf individueller Ebene eine Form von “Koopetition” geben kann.

Manuel Moritz, Tobias Redlich, Jens Wulfsberg

Die Sharing Economy als Bestandteil der Wertschöpfung des Wirtschaftsstandortes Deutschland

Wertschöpfung in Deutschland verändert sich aktuell aufgrund der technologie-gestützten Sharing Economy. Dieser Artikel liefert Erkenntnisse auf Basis einer explorativen Studie von 76 Onlineplattformen, welche der Sharing Economy in Deutschland zugedacht werden. Die Studie erbrachte eine Definition, übergreifende Merkmale sowie typische Umsetzungsszenarien: Peer-to-Peer Konsum (ohne traditionelle Wirtschaftsakteure); Business-to-Consumer (neue Absatzkanäle); Hybridformen, bei denen sich Peer-to-Peer und Business-to-Consumer mischen und unentgeltliches Austauschen und Erschließen neuer Interaktionsmöglichkeiten. Eine Rückbindung der Ergebnisse an die Ressourcenabhängigkeitstheorie ermöglicht eine Einbettung der Sharing Economy in ein Wirtschaftssystem. Anknüpfend lassen sich zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten und Substitutionseffekte ableiten. Dabei wird deutlich, dass drei Ebenen einer Volkswirtschaft der Integration in Betrachtungen zu Wertschöpfungsänderungen bedürfen: gesamtdeutsche Wertschöpfung aufgrund Branchenumgestaltung und Neusortierung der Märkte; Wertschöpfung in Unternehmen aufgrund neuer Absatzkanäle und Wertschöpfung abseits Gewinnmaximierung und Expansion; sowie individuelle Wertschöpfung aufgrund von Akteuren zwischen Privat- und Geschäftstätigkeit als neue Größe.

Anja Herrmann-Fankhänel

Nachhaltiges Produktmanagement durch die Kombination physischer und digitaler Produktlebenszyklen als Treiber für eine Kreislaufwirtschaft

Der sorgfältige Umgang mit Ressourcen und die Verminderung bzw. Vermeidung ökologischer Belastungen sowie negativer sozialer Auswirkungen ist von besonderer Bedeutung für die Gestaltung eines zukunftsfähigen und wettbewerbsfähigen Wirtschaftssystems. Dieses wird heute insbesondere mit dem Begriff „Circular Economy“ assoziiert. Entscheidend für die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft ist die Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen, die über den Lebenszyklus hinweg auf eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft hin ausgerichtet sind und ökologischen und sozialen Prinzipien entsprechen. Dabei bietet die fortschreitende Digitalisierung große Chancen, da entlang der Wertschöpfungsketten und in Produkten selbst („Internet der Dinge“) eine Vielzahl von Daten vorhanden sind bzw. ständig generiert werden, welche für ein nachhaltiges Produktmanagement in einer Kreislaufwirtschaft verwendet werden können.

Rupert J. Baumgartner

Kooperation - Die Kunst gemeinsamen Vergnügens

Kooperation ist ein zentrales soziales Verhaltensphänomen menschlichen Lebens und Forschungsobjekt vieler Disziplinen. Das Verständnis zugrundeliegender semantischer Aspekte der Kooperationsinteraktion bildet eine Basis für die Wissenschaft der Kooperation. Auf Grundlage eines Reviews sowie einer semantischen Analyse wurde deshalb eine Klassifizierung von Wörtern in Bezug zu „Interaktion“, ähnlich der Taxonomie der Sprechakte von Searle, vorgenommen. Die beobachteten Eigenschaften wurden Clustern zugeordnet, um die grundlegende semantische Struktur des Wortes „Kooperation“ zu finden. Anschließend folgte durch den Vergleich einiger menschlicher Interaktionen mit dem Wort „Kooperation“ und dessen unterschiedlicher Nutzung in der Literatur erneut eine Einordnung in die Cluster, um daraus die Voraussetzungen kooperativer Interaktionen abzuleiten. Das Ergebnis der Untersuchung ist, dass Kooperation als eine Handlung von Menschen verstanden werden kann, die zusammenarbeiten, um einen beiderseitigen Mehrwert zu schaffen, ohne dass dadurch wissentlich Dritte Nachteile erfahren.

Alessandro Merletti De Palo, Sissy-Ve Basmer-Birkenfeld
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