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2022 | OriginalPaper | Buchkapitel

Internationale Beschaffung

verfasst von: Hans Arnolds, Franz Heege, Carsten Röh, Werner Tussing

Erschienen in: Materialwirtschaft und Einkauf

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Internationale Märkte und Produktionsstätten bieten Unternehmen Erfolgs- und Potenzialfelder, über die sie die Unternehmensziele wie Rendite, Gewinn und Wachstum erreichen und nachhaltige Wettbewerbsvorteile generieren können. Länderübergreifende unternehmerische Arrangements sind kein neues Phänomen, sondern seit jeher Gegenstand einer auf Expansion und Optimierung ausgerichteten Unternehmenspolitik. Auch die internationale Beschaffung (englisch: International Sourcing), also der Bezug von Waren, Gütern und Dienstleistungen aus ausländischen Märkten ist ebenfalls nichts fundamental Neues. Bereits im Mittelalter war der Bezug von Gewürzen aus dem Orient ein Mittel zum Abbau von Mangel und gleichermaßen auch Quelle von Reichtum und Wohlstand. Die Nutzung komparativer Kostenvorteile durch internationalen Handel ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts in der damals noch jungen Nationalökonomie mit David Ricardo schon Gegenstand entsprechender Modelle. Aus betrieblicher Sicht erfolgt die Beschaffung aus dem Ausland – gegenüber der Beschaffung aus dem Inland – unter höheren Komplexitätsgraden und nicht immer barrierefrei. Aus räumlicher Distanz sowie aus klimatischer, kultureller, wirtschaftlicher, rechtlicher und politischer Vielfalt der jeweiligen Beschaffungsmärkte resultieren vielschichtigere Beschaffungsentscheidungsprozesse und eine kompliziertere Umsetzung. Sprachliche Unterschiede, Zölle, Wechselkursschwankungen und Risiken in der Logistik bestimmen die Rahmenbedingungen für die Umsetzung des internationalen Handels. Durch die Globalisierung der Wirtschaft und ordnungspolitische Maßnahmen in Richtung Freihandel steigt allerdings der Anreiz, internationale Beschaffungsaktivitäten auszuweiten. Besonderes Augenmerk verdient in diesem Zusammenhang die kontroverse Diskussion über bilaterale Freihandelsabkommen wie beispielsweise TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) zwischen der EU und den USA sowie CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) zwischen der EU und Kanada. Zum Teil drastische Unterschiede in Lohn- und Fertigungskosten im In- und Ausland liefern die betriebswirtschaftlich nicht wegdiskutierbare Basis dafür, im Ausland zielgerichtet zu beschaffen und diese Aktivitäten sogar auszuweiten. Nicht zuletzt steigender Kostendruck auf der Absatzseite zwingt die Hersteller industrieller Erzeugnisse, ihre Vorprodukte aus kostengünstigen Märkten im Ausland zu beziehen, insbesondere wenn sie arbeits- und fertigungsintensiv sind.

Metadaten
Titel
Internationale Beschaffung
verfasst von
Hans Arnolds
Franz Heege
Carsten Röh
Werner Tussing
Copyright-Jahr
2022
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-30474-4_14

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