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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Zusammenfassung
Bei Betrachtung der aktuellen Situation im Bereich der Rechnungslegung ist festzustellen, dass die Vorschriften einen Umfang und Detaillierungsgrad erreicht haben, der kaum noch zu übertreffen ist. Vor dem Hintergrund des Kapitalmarktdrucks und der damit verbundenen Verbesserung der Informationsfunktion der Rechnungslegung wurden insbesondere die Angaben im Bereich des business reporting in den letzten Jahren erheblich ausgeweitet und konkretisiert; der Bereich des financial accounting wurde im Vergleich vernachlässigt.1 Trotz dieser Maßnahmen ist es in jüngster Zeit zu gravierenden Bilanzskandalen gekommen, die das Vertrauen der Rechnungslegungsadressaten in die Unternehmenskommunikation erheblich getrübt haben.2 Besonders einschneidend ist in diesem Zusammenhang, dass der fehlerhafte Bilanzausweis nicht nur durch das Fehlverhalten des Managements und somit gesetzeswidrig zustande gekommen, sondern teilweise auf eine mangelnde Konkretisierung und Eindeutigkeit der Rechnungslegungsvorschriften zurückzuführen ist.3
Gabriele Klein

1. Kapitel. Der Konzern als Form des Unternehmenszusammenschlusses

Zusammenfassung
Um die Funktionen des Konzernabschlusses zu konkretisieren und entsprechende Rechnungslegungsvorschriften zu entwickeln, ist es unabdingbar zu definieren, was Unternehmenszusammenschlüsse, insbesondere Konzerne, sind und welche Aufgabe ihnen im gesamtwirtschaftlichen Kontext zukommt. Ausgangspunkt für die genannten Überlegungen ist die Tatsache, dass eine der Hauptaufgaben einer Volkswirtschaft in der Allokation ihrer knappen Ressourcen besteht. Grundsätzlich gilt für eine Marktwirtschaft, dass der Preismechanismus in Abhängigkeit von Nachfrage und Angebot die auftretenden Koordinationsprobleme löst und somit die Verteilung der Ressourcen sicherstellt. Wenn dies problemlos funktionieren würde, wäre die Existenz von Unternehmen nicht zu rechtfertigen. Allerdings hat bereits Coase festgestellt, dass der Preismechanismus nicht ohne Zutun der Marktteilnehmer funktioniert.1 Vielmehr ist die Sicherstellung einer einheitlichen Informationsbasis der Marktteilnehmer mit umfangreichen Kosten verbunden, die den Preismechanismus und somit die von ihm ausgeübte Koordinationsfunktion erheblich beeinträchtigen. Man spricht von so genannten Transaktionskosten, d. h. Informationskosten, die bei der Koordination wirtschaftlicher Leistungsbeziehungen über den Markt anfallen.2 Picot unterteilt diese in Abhängigkeit des Fortschritts des Koordinationsprozesses in Anbahnungs-, Vereinbarungs-, Kontroll- und Anpassungskosten.3 Sie lassen sich durch eine Koordination von Unternehmen reduzieren, da innerhalb der Unternehmung die Informationssuche und Kontrolle aufgrund der begrenzten Anzahl der Transaktionen leichter zu gewährleisten ist. Allerdings kann auf die Marktkoordination nicht verzichtet werden, da an die Stelle der Transaktionskosten so genannte Organisationskosten treten, die die Kosten der Unternehmenskoordination umfassen.4
Gabriele Klein

2. Kapitel. Grundlagen der externen Konzernrechnungslegung in den einzelnen Rechnungslegungssystemen

Zusammenfassung
Um die Bedeutung der handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften zu erfassen, ist es unabdingbar, diese im Zusammenwirken mit den Regelungen des Gesellschafts- und Kapitalmarktrechts zu betrachten. Das in Deutschland kodifizierte Bilanzrecht basiert auf diesen beiden Rechtsinstitutionen und dient der Verwirklichung der von ihnen verfolgten Ziele, so dass die Durchdringung der bestehenden Verbindungslinien fir das Bilanzrechtsverständnis des jeweiligen Rechtssystems erforderlich ist.1 Die Ausgestaltung dieses Systems basiert auf den mitgliedstaatlichen Rechtsvorschriften in der Europäischen Union (EU). Sie führen aufgrund der weitgehenden Vereinheitlichung der Regelungen zu einem europäischen Binnenmarkt, der „durch die Beseitigung der Hindernisse für den freien Waren-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr zwischen den Mitgliedstaaten gekennzeichnet ist“2. Die Schaffung eines solchen einheitlichen Markts fördert die Freiheit der einzelnen Marktteilnehmer und damit die Marktintegration; dies verursacht jedoch wachsende Schutzbedürfnisse Dritter, denen ebenfalls Rechnung getragen werden soll. Im Rahmen des europäischen Bilanzrechts wurde in der Vergangenheit diese doppelte Zielsetzung in zahlreichen Gesetzesvorhaben berücksichtigt.3 Neben der Jahresabschluss-Richtlinie von 1978, in deren Präambel explizit auf die gleichwertigen rechtlichen Mindestbedingungen hinsichtlich des Umfangs und der Qualität der zu veröffentlichenden finanziellen Angaben hingewiesen wird4, wird auch in den Erwägungsgründen der Konzernbilanz-Richtlinie von 1983 die Notwendigkeit einer Vergleichbarkeit der Daten betont.5 Gleichzeitig ist das Bilanzrecht von jeher dem Schutz von Gesellschaftern und Dritten verpflichtet. Der Drittschutz umfasst neben Fremdkapitalgläubigern auch Deliktsgläubiger, Arbeitnehmer, Lieferanten etc.6
Gabriele Klein

3. Kapitel. Anforderungen an eine globale Konzernrechnungslegung

Zusammenfassung
Um die Bedeutung von Rechnungslegung bewerten zu können, kommt es auf die Erfüllung der von ihr verfolgten Zielsetzungen an. Aus ökonomischer Sicht stellen „Allokationseffizienz“ und „Gerechtigkeit“ die entscheidenden Indikatoren dar. Da diese Ziele schwer operationalisierbar sind, werden Subzwecke extrahiert, deren Erfüllung mit der gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt positiv korreliert. In diesem Zusammenhang kommt dem Funktionenschutz des Kapitalmarkts und damit verbunden dem Individualschutz, d. h. dem Schutz sowohl der Eigen- als auch der Fremdkapitalgeber, eine zentrale Rolle zu.1 Nur wenn letztgenannter gewährleistet ist, kann der Kapitalmarkt die an ihn gestellten Aufgaben erftillen. Da dem Individualschutz eine grundlegende Funktion zukommt, hat sich die Rechnungslegung besonders auf dessen Einhaltung ausgerichtet. Obwohl diese Überlegungen allen vorgestellten Rechnungslegungssystemen immanent sind, ergeben sich in Bezug auf die Frage nach der bestmöglichen Umsetzung erhebliche Unterschiede.
Gabriele Klein

4. Kapitel. Projektion des Sollkonzepts auf ausgewählte Bilanzierungs-probleme — Darstellung der bestehenden Vorschriften nach HGB, US-GAAP und IAS/IFRS als Diskussionsgrundlage

Zusammenfassung
Für Fragen der Rechnungslegung werden Unternehmenszusammenschlüsse anhand des öko-nomischen Gehalts oder anhand der rechtlichen Gestaltung abgegrenzt. Hinsichtlich des wirtschaftlichen Sachverhalts werden Investitionen bzw. Interessenzusammenführungen1 unterschieden, während im Rahmen einer rechtlichen Betrachtung ein Share Deal, ein Asset Deal oder eine Verschmelzung vorliegen kann. Zu der Systematik von Unternehmenszusammenschlüssen siehe nachfolgende Abbildung.
Gabriele Klein

5. Kapitel. Vergleich und Würdigung der Vorschriften in Bezug auf die mögliche Einordnung in das skizzierte Konzept

Zusammenfassung
In Bezug auf die Abgrenzung des Konsolidierungskreises ist zunächst festzustellen, dass grundsätzlich in allen betrachteten Rechnungslegungskreisen auf das control-Konzept abgestellt wird. Lediglich das HGB greift mit der einheitlichen Leitung auf ein alternatives Konzept zurück. Es gilt somit zu untersuchen, worin sich die Tatbestände unterscheiden und inwieweit sie auf das in Kapitel 3 skizzierte Konzept übertragbar sind.
Gabriele Klein

6. Kapitel. Ausblick und Bewertung der Umsetzungsmöglichkeiten der vorgestellten Konzeption

Zusammenfassung
Hinsichtlich der Forderung nach einem einheitlichen globalen Rechnungslegungsstandard kann keiner der betrachteten Regelungskataloge überzeugen. Die Verfolgung der genannten Zielsetzung macht somit die Entwicklung eigenständiger Vorschriften erforderlich. Dem IASB sind bezüglich des Gelingens einer solch weitreichenden Änderung die besten Chancen einzuräumen. Zum einen kann es durch die internationale Prägung auf ein diversifiziertes und umfassendes Meinungsspektrum zurückgreifen, zum anderen wird durch die EU-Verordnung und die damit verbundene Einführung der IAS/IFRS für alle kapitalmarktorientierten Konzerne in Europa ab 2005 bereits eine weite Verbreitung der Vorschriften sichergestellt.
Gabriele Klein

Thesenförmige Zusammenfassung

Zusammenfassung
In den letzten Jahren sind sowohl national wie international umfassende Regelungen zur Verbesserung des business reporting der Unternehmen verabschiedet worden. Die erzielte Regelungsdichte kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Bereich des financial accounting und dessen Optimierung vernachlässigt worden ist. Die nun aufgetretenen Bilanzskandale und das damit verbundene Aufdecken von Mängeln im Bereich der Ermittlung einer „harten“ Gewinngröße hat zu einer regen Aktivität der nationalen und internationalen Standardsetzer geführt. Diese betrifft nicht nur die inhaltliche Gestaltung der Rechnungslegungsvorschriften, sondern stellt u. a. die Kontrolle des Managements, die Organisation der Wirtschaftsprüfer und Fragen des Enforcement im Sinne einer guten Corporate Governance auf den Prüfstand. Parallel zu dieser Besinnung auf den „Kern“ der externen Rechnungslegung ist eine weitreichende Harmonisierung der Rechnungslegungsvorschriften festzustellen, die auf die Bildung eines einheitlichen globalen Rechnungslegungsstandards abzielt. Der Entschluss der Europäischen Kommission, ab 2005 für alle kapitalmarktorientierten Konzerne in Europa die Aufstellung des Konzerne in Europa die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IAS/IFRS verbindlich vorzuschreiben, stellt einen Meilenstein in dieser Entwicklung dar.
Gabriele Klein

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