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04.10.2017 | Internationale Steuern | Im Fokus | Onlineartikel

Was die Steuerreform in den USA für Unternehmen bedeutet

Autor:
Sylvia Meier

Lange war über die Steuerpläne des US-Präsidenten Donald Trump spekuliert worden. Nun wurde bekannt gegeben, wie die Reform aussehen soll. Wie deutsche Unternehmen betroffen sein könnten.

Die Unternehmenssteuern in den USA sollen gesenkt werden. Statt bisher 35 Prozent sollen künftig nur 20 Prozent anfallen. Eine Nachricht, die grundsätzlich für die Wirtschaft im ersten Moment positiv klingt. Trump spricht von einer "historischen Steuerentlastung" für das amerikanische Volk. Auch der Spitzensteuersatz von derzeit 39,6 Prozent soll auf 35 Prozent gesenkt werden. Und statt den momentan sieben, soll es künftig nur noch drei Einkommensteuersätze geben. Zudem soll die Erbschaftsteuer abgeschafft werden. Alles soll einfacher werden, sodass "die Steuererklärung auf eine Postkarte passt". Eine Formulierung, die doch stark an die vor Jahren in Deutschland beworbene Idee von Friedrich Merz erinnert, wonach eine Erklärung auf einen Bierdeckel passen sollte. Gekommen ist es dann aber doch ganz anders. Denn ehrlicherweise muss man sagen: Das Steuersystem in Deutschland besticht heute vor allem durch Komplexität.

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Laut den Republikanern soll mit der geplanten Reform die amerikanische Wirtschaft angekurbelt werden. Die Steuerreformpläne von Trump wirken im ersten Moment vor allem positiv für Unternehmen und Reiche. Der Mittelstand soll hiermit laut den Republikanern ebenfalls entlastet werden. Völlig offen ist jedoch momentan noch, wie diese Ideen überhaupt finanziert werden sollen. In den Medien wurden Berechnungen von Experten zitiert, die Kosten in Form von Steuermindereinnahmen in Höhe von 2,2 Billionen Dollar befürchten. Das sind jedoch Schätzwerte, die auf der Basis von wenigen Fakten berechnet wurden. Viele Fragen bleiben unbeantwortet und eröffnen deshalb Kritikern den Raum für Spekulationen, was bei den rudimentären Informationen zu den veröffentlichten Reformplänen auch nicht verwundert. Die Eckdaten der Reform an sich sind keine Überraschung. Schließlich war eine Unternehmenssteuerreform auch Teil der Wahlversprechen, mit denen Trump für sich geworben hatte.

Besteuerung von Unternehmen zu hoch? 

In der Vergangenheit hatten viele Unternehmen in den USA immer wieder eine hohe Unternehmensbesteuerung beklagt und unter anderem damit wohl versucht, Gewinnverlagerungsstrategien zu rechtfertigen. Wie hoch die Besteuerung in den verschiedenen Ländern tatsächlich ist, zeigt die Beratungsgesellschaft PwC anhand eines kostenfreien Online-Tools "Worldwide Tax Summaries - Corporate Taxes 2017/2018". Anhand einer Tabelle wird die steuerliche Belastung in den USA durch die "Corporate - Taxes on corporate Income"  dargestellt. 

Im Vergleich: Für Deutschland werden insbesondere die Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer vorgestellt. Der Körperschaftsteuersatz liegt aktuell bei 15 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 Prozent, die Gewerbesteuerbelastung hängt vom Hebesatz der jeweiligen Gemeinde ab.

Steuerplanung braucht Sicherheit 

Deutsche Unternehmen, die international tätig sind, werden die Entwicklungen mit Spannung erwarten. Noch bleibt jedoch abzuwarten, ob und wie die Pläne umgesetzt werden. Denn die Regierungszeit von US-Präsidenten Donald Trump hat bisher schon mehrmals gezeigt, dass man auf Überraschungen gefasst sein muss. Auch Springer-Autor Daniel Schlothmann erklärt in seinem Buchkapitel  "Die Auswirkungen von Trumps Vorhaben" (Seite 149): "Wie kompliziert sich die Umsetzung seiner Wahlversprechen und Ankündigungen darstellt, hat sich bereits in den ersten Wochen seiner Präsidentschaft mehrfach gezeigt. So wurden seine Einreiseverbote von Gerichten gestoppt und die ersten Entwürfe der Reform des Gesundheitswesens und die Abschaffung von Obamacare wurden im Kongress nicht einmal zur Abstimmung gestellt, da die Anzahl der Abweichler in den republikanischen Reihen zu groß gewesen wäre." 

Die veröffentlichten Pläne zur Steuerreform dürften deshalb auch deutsche Unternehmen, die Tochtergesellschaften in den USA betreiben oder planen, momentan noch nicht zum Handeln animieren. Eine internationale Steuerplanung benötigt mehr sichere Fakten. Und noch muss der US-Präsident erst einmal den Kongress von seinem – wie er es nennt – "Mittelstandswunder" überzeugen. Ob die Demokraten eine schwer finanzierbare Steuerreform von hauptsächlich Reichen und Unternehmen durchwinken wird, darf jedoch bezweifelt werden.

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