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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Ökologische, Ökonomische und Soziale Dimension der Umweltorientierten Unternehmensführung

1.1. Umweltsystemwissenschaftliche Grundlagen des Umweltmanagements

Zusammenfassung
Der Mensch ist in seiner Existenz auf die natürliche Umwelt angewiesen; er ist ein Teil von ihr. Durch seine Lebenstätigkeit greift er in das komplizierte Wirkungsgefüge des Systems der Erde mit seinen unterschiedlichen Sphären ein und verändert es. Die dadurch provozierten Reaktionen der Umwelt wirken auf natürliche sowie wirtschaftliche und soziale Strukturen zurück. Sie sind auf Grund der Nichtlinearität der Systeme und mangelnder Prozesskenntnisse nur schwer vorherzusagen. Im Folgenden werden wesentliche strukturelle und funktioneile Zusammenhänge innerhalb und zwischen den einzelnen Umweltmedien (Boden, Luft, Wasser, Organismen) sowie den menschlichen Tätigkeiten dargestellt und bedeutende Umweltprobleme (wie Treibhauseffekt und Gewässerverschmutzung) mit ihren Ursachen und Folgen dargestellt und diskutiert.
Christina Seidler, Gert Peschke

1.2. Komplexität und Systemorientierung des ökologischen und ökonomischen Handelns — ein Planspiel

Zusammenfassung
Erfolgreiche Umweltstrategien setzen in Unternehmen ein verändertes Denken voraus, d. h. das lineare Denken (Ursache-Wirkung-Denkweise) wird durch vernetztes, ganzheitliches Denken (Denken in Kreisläufen) ersetzt. Nur eine umfassende Sicht des Problems ermöglicht die unerwarteten Folgen des Handelns in komplexen Systemen zu erkennen. Die Komplexität wird durch die Dynamik eines interaktiven Beziehungsgefüges, durch das Veränderliche und Veränderbare bestimmt. Damit verbunden ist die Erkenntnis, dass sich Beziehungen in einem Wirkungsgefüge je nach Situation in unterschiedlicher Art, unterschiedlich intensiv und in unterschiedlichen Zeitdimensionen auswirken können. Mit diesem Simulationsspiel wird gezeigt, dass vielfältige Einflussfaktoren in ihren gegenseitigen Abhängigkeiten erfasst werden müssen, um wirkungsvolle Entscheidungen im Spannungsfeld von wirtschaftlichem Erfolg, Umweltverträglichkeit und sozialer Verantwortung treffen zu können.
Maria Urbaniec, Matthias Kramer

1.3. Unternehmensziel und ökologische Herausforderung

Zusammenfassung
Nach der Darstellung umweltsystemwissenschaftlicher Grundlagen wird im Folgenden auf die wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Grundlagen eingegangen. Die Bedeutung von ökologischen Problemstellungen für die unternehmenspolitischen Entscheidungen verlangt verstärkt eine interdisziplinäre Sicht, in der die Wechselwirkungen nicht nur zwischen ökologischen, sondern auch zwischen ökonomischen Systemen analysiert werden müssen.
Maria Urbaniec, Matthias Kramer

1.4. Rolle strategischer Anspruchsgruppen für eine umweltorientierte Unternehmensführung

Zusammenfassung
Ob und in welchem Umfang Umweltschutz bei den betrieblichen Entscheidungen und Handlungen berücksichtigt wird, hängt auch von unterschiedlichen Forderungen ab, die von unternehmens-, markt- und gesellschaftsbezogenen Anspruchsgruppen gestellt werden. der tatsächliche Einfluss einzelner Anspruchsgruppen und damit der auf eine Unternehmung ausgeübte Druck variiert von Fall zu Fall und ist demzufolge von der ökologischen Betroffenheit der Unternehmung abhängig. Die ökologische Betroffenheit ist mit vielfältigen Umweltschutzanforderungen an Unternehmen verbunden, die nicht nur durch Verhaltensänderungen von Konsumenten und Handel (Pull-Faktoren), sondern vielmehr auch durch umweltpolitische Maßnahmen (Push-Faktoren) bewirkt werden sollen.
Maria Urbaniec, Matthias Kramer

Integration der Ökologischen Ansprüche in Betriebliche Entscheidungsprozesse — Beispielhafte Darstellungen

2.1. Entwicklung und Rolle des Umweltbewusstseins und -verhaltens in Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik

Zusammenfassung
Ziel der Entwicklung und Verbesserung des Umweltbewusstseins ist ein ökologisch-orientiertes Verhalten der verschiedenen Anspruchsgruppen, insbesondere der Verbraucher, die in Form umweltbewusster Konsumentensouveränität einen entscheidenden Einfluss auf die Unternehmen ausüben können. Allerdings zeigt sich, dass dem deklarierten hohen Umweltbewusstsein nicht immer entsprechende Taten folgen, was aus (tiefen-)psychologischer, soziologischer und ökonomischer Sicht erklärt werden kann. Gleichzeitig muss Umweltbewusstsein im Kontext der kulturellen und der gesamt-gesellschaftlichen Entwicklung gesehen werden und ist insofern länderdifferenziert ausgeprägt. Dies spiegelt sich in entsprechenden Analysen zu Umweltbewusstsein und Umweltverhalten in Deutschland, der Tschechischen Republik und Polen wider. Allen gemeinsam ist jedoch, dass es noch erhebliche ungenutzte Potenziale gibt, die über verbesserte Umweltinformation und Umweltbildung zur Entwicklung und Vermittlung nachhaltiger Produktions- und Konsumtionsmuster erschlossen werden können.
Kathrin Rheinländer

2.2. Umweltbildung und Umweltinformation als Hauptbestandteile des Umweltbewusstseins

Abstract
Umweltbewusstsein und Umweltverhalten als wesentliche Voraussetzungen für den Weg einer nachhaltigen Entwicklung erfordern Umweltbildung und Umweltinformation. Die Umweltbildung im engeren und im weiteren Sinne wird v. a. auch von den NRO unterstützt. Sie dient der Entwicklung und Vermittlung von nachhaltigen Produktions- und Konsummustern. Die Umweltinformation erfährt mit der sog. Aarhus-Konvention über den Zugang zu Informationen, die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren und den Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten sowie mit dem in diesem Kontext bereits von der Europäischen Kommission angenommenen Richtlinienvorschlag über die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Erstellung bestimmter Pläne und Programme mit Umweltrelevanz, einen wesentlichen Bedeutungszuwachs.
Liane Möller

2.3. Zum Einfluss von NRO auf unternehmerische Entscheidungen

Abstract
Der integrative Zielansatz des Leitbildes der Nachhaltigkeit erfordert und ermöglicht eine umfassende Umweltinformation und die Einbeziehung einer breiten Öffentlichkeit in umweltpolitische Entscheidungsprozesse, insbesondere durch die Arbeit von NRO auf lokaler, regionaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Als intermediäre Institutionen vermitteln sie zwischen Gesellschaft und Staat und haben sich historisch von einer Protestbewegung hin zu öffentlichkeitsbezogenen Kooperationsformen entwickelt und dabei zunehmend an Professionalität gewonnen. In diesem Sinne versuchen sie auch, Einfluss auf Unternehmen und Wirtschaftsverbände zu nehmen. Umweltbewusste Unternehmen und Wirtschaftsverbände schließen sich aber auch selbst zu solchen intermediären Institutionen zusammen. In Form von Stiftungen, Netzwerken und Verbänden engagieren sie sich für die Weiterentwicklung, Vermittlung und Anwendung insbesondere von Umweltmanagementsystemen.
Bernd-Dietmar Kammerschen, Roman Vyhnánek

2.4. Staatliche Organisationsstrukturen des Umweltschutzes im internationalen Vergleich

Abstract
Umweltpolitik ist unter Wahrung nationaler Schwerpunktsetzung im internationalen und europäischen Kontext immer stärker geprägt durch Aspekte von Kohärenz, Koordinierung und Harmonisierung. Dem entspricht weltweit auch ihre institutionelle Struktur. Grundlagen dieser Struktur sind die Prinzipien des Förderalismus und der Subsidiarität. Im Hinblick auf gesellschafts- und umweltpolitische Herausforderungen der Zukunft, insbesondere in Form der Globalisierung, der EU-Erweiterung und des Klimaprozesses, sind v. a. die Festlegung verbindlicher Umweltziele, die Entwicklung und Anwendung innovativer Politikansätze und Instrumente sowie abgestimmte juristische, prozedurale und institutionelle Rahmenbedingungen für eine umweltpolitische Kooperation von herausragender Bedeutung. Diesen Herausforderungen muss sich die Umweltpolitik international, aber auch national (d. h. in diesem Zusammenhang in Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik) stellen, um ihre institutionellen Strukturen auf das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung auszurichten.
Bernd-Dietmar Kammerschen, Jerzy Śleszyński, Jiřina Jilková

2.5. Relevanz der Umweltpolitik für die Wirtschaft im internationalen Vergleich

Abstract
Die Umweltpolitik entscheidet über die Prioritäten von Umweltnutzung und Umweltschutz und damit sowohl über die Prinzipien von Verursachung, Vorsorge und Kooperation als auch über die Zuweisung von Kosten und Verantwortung. Dazu nutzt sie neben ihren sog. sonstigen Instrumenten (wie v. a. das Ordnungsrecht) betriebswirtschaftliche und marktwirtschaftliche bzw. allokative Instrumente. Letztere haben den Vorteil einer Beeinflussung der relativen Preise der Volkswirtschaft. Umweltökonomischer Grundsatz ihrer Anwendung ist die Internalisierung externer Kosten bei Nutzung des Opportunitätskostenprinzips bzw. der Preis-Grenzkosten-Regel. D. h. zum einen, dass die Verursacher von Umweltschäden mit ihren Vermeidungs- bzw. Alternativkosten konfrontiert werden, wozu z. B. Ökosteuern und Umweltabgaben, Zertifikate und Umwelthaftungsregeln dienen. Zum anderen können so die kostengünstigsten Vermeidungsvarianten erkannt, gewählt sowie innovative Entwicklungen umweltorientiert beeinflusst werden.
Liane Möller, Jerzy Śleszyński, Jiřina Jilková

2.6. Relevanz des Umweltrechts für die Wirtschaft im internationalen Vergleich

Abstract
Ausgehend von der grenzüberschreitenden Problematik des Umweltschutzes und den Innen-und Außenkompetenzen der Europäischen Gemeinschaft für das europäische Umweltrecht werden Handlungsprinzipien und -instrumente im Hinblick auf europarechtliche Umweltschutzmaßnahmen erläutert, wie v. a. das Subsidiaritätsprinzip, die Regelung nationaler und gemeinschaftlicher Umweltstandards, der Anwendungsvorrang des europäischen Rechts vor nationalem Recht sowie die Rechtsquellen. Im sich daran anschließenden Überblick über spezielles europäisches Umweltrecht stehen die wirtschaftsrelevanten Bereiche des Naturschutzrechts, des Gewässerschutzrechts, Immissionsschutzrechts und Abfallrechts im Mittelpunkt. Eine Kurzbeschreibung bereichsübergreifender Vorschriften, wie der Umweltinformation und Umweltverträglichkeitsprüfung sowie der Öko-Audit-VO und IVU-RL, schließen diese Darstellung ab.
Joachim Selesnow, Wojciech Radecki, Jerzy Rotko, Ilona Obršálová

Anforderungen an eine Umweltorientierte Unternehmensführung

3. Anforderungen an Eine Umweltorientierte Unternehmensführung

Abstract
Unternehmen werden heute viel stärker von der Öffentlichkeit beachtet, weil sie gegenüber verschiedenen Anspruchsgruppen zu verantwortlichem Handeln verpflichtet sind. Kunden und Geschäftspartner stellen konkrete Ansprüche in Bezug auf umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Staat und Gesellschaft erwarten von jedem Unternehmen, dass es einen Beitrag zur Bewältigung der ökologischen Probleme leistet. Deshalb wird im Folgenden ein Bezugsrahmen für ein strategisches Umweltmanagement vorgestellt, in dem die Unternehmens-Umwelt-Beziehung sowie die unternehmerische Verantwortung in der gleichrangigen Berücksichtigung von Ökonomie, Ökologie und Sozialem im Vordergrund stehen. Durch einen innovativen Umweltschutz kann nicht nur ein Beitrag zur Erhöhung der betrieblichen Effizienz und der Rentabilität geleistet werden. Vielmehr trägt er entscheidend auch zum wirtschaftlichen Erfolg durch Ressourcenentlastung und die Sicherheit bei der Herstellung, Nutzung und Wiederverwertung der Produkte bei.
Maria Urbaniec, Matthias Kramer

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