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Über dieses Buch

Die Vision vom sich selbst steuernden Materialfluss, einem Netzwerk von gleichberechtigten Einheiten, die keine übergeordnete Koordination mehr brauchen, beginnt Gestalt anzunehmen. Experten aus Wissenschaft und Technik fordern ein Umdenken in der Intralogistik: weg von durchgeplanten, vorherbestimmten Systemen, hin zu einem „Internet der Dinge". Hier beschreiben sie die notwendigen Komponenten, die Softwarearchitektur und die Potenziale dieser neuen Technologie, geben Beispiele für die industrielle Anwendung und liefern so den Entwicklern und Planern eine Grundlage für die Gestaltung moderner Materialflusssysteme.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Herausforderungen in der Intralogistik

Frontmatter

Kapitel 1. Individualisierung als logistisch-technisches Prinzip

Die Individualisierung als postmodernes Lebensprinzip hat mit dem Aufkommen der Internetgesellschaft eine neue Dimension erreicht. Individuelle Lebensentwürfe sind heute ebenso selbstverständlich wie die individuelle Gestaltung der Lebensräume und Produkte oder die zeitlich und räumlich individuelle Versorgung mit Waren und Informationen. Ubiquitäres Computing sorgt für permanente Erreichbarkeit, und virtuelle Habitate überlagern zunehmend die reale Welt.
Michael ten Hompel

Kapitel 2. Neue Anforderungen für die Logistik des 21. Jahrhunderts

Wichtige Aspekte der Globalisierung sind die ökonomischen Prinzipien von „global sourcing“, „global production“ und „global selling“. Diese verursachen eine ständige Zunahme der internationalen Arbeitsteilung und lässen
Christoph Hahn-Woernle

Kapitel 3. Materialf lusssteuerung heute und ihre Defizite

Materialflusssteuerungen kommen heute immer dann zum Einsatz, wenn Waren innerhalb eines nicht trivialen und vollautomatischen Transport- und/oder Lagersystems bewegt werden. Die Materialflusssteuerungen kommen in Systemen unterschiedlichster Ausprägung zum Einsatz. Ein wichtiges Einsatzgebiet von Materialflusssteuerungen ist beispielsweise der Gepäcktransport in Flughäfen. Durch die ständig wachsenden Bedürfnisse der Logistikanbieter werden die Ansprüche an Materialflusssteuerungen immer größer. Verstand man früher unter einer Materialflusssteuerung überwiegend nur die Einrichtungen, welche den reinen Transport einer Ladungseinheit von einem Ort zu einem anderen ermöglichten, so sind heutige Materialflusssysteme hoch komplexe und auf die Kundenbedürfnisse optimierte Steuerungs- Visualisierungs- und Kontrollsysteme. Die Materialflusssteuerung ist somit ein wichtiger Bestandteil des gesamten Supply Chain Managements. Dementsprechend unterliegt sie auch einem ständigen Wandel. Damit ist auch die Notwendigkeit verbunden, sich schnell an neue Situationen und Umfeldbedingungen in der Intralogistik anzupassen. Gerade in globalisierten Märkten ist die Materialflusssteuerung als zentrales Bindeglied zwischen der dispositiv orientierten Warenwirtschaft und den physikalischen Transporteinrichtungen eine der entscheidenden Größen im intralogistischen Prozess.
Nieke Clemens

Kapitel 4. Entwicklungen in der Automatisierungstechnik

Der Artikel beschreibt die Veränderungen in der Automatisierungstechnik in den letzten Jahren. Er verweist auf neue Kommunikationstechniken und ihre Möglichkeiten und formuliert die Erwartung, dass die Automatisierungstechnik eine ähnlich tiefgreifende Veränderung durchlaufen wird, wie sie die IT-Landschaft in der Folge des Internet-Booms durchlaufen hat.
Jürgen Elger, Carolin Haußner

Kapitel 5. Software-Methoden für die Automatisierung

Die Verfügbarkeit von zusätzlichen Berechnungsressourcen in der Feldebene ermöglicht die Verlagerung von Steuerungsfunktionen in die räumliche Nähe der technischen Prozesse (vgl. Kap. 4). Dies macht den Bereich Software zu einem aktuellen und zukünftigen Schwerpunkt für technologische Innovationen in Automatisierungssystemen. Deshalb wird in den nächsten Jahren die Bedeutung von intelligenter Software in der Automatisierungstechnik weiterhin zunehmen (vgl. Favre-Bulle 2005). Schließlich verleiht die Software den Geräten ihre Intelligenz und sorgt für ein sinnvolles Zusammenwirken der einzelnen Geräte.
Sascha Feldhorst, Sergey Libert

Backmatter

Das Internet der Dinge

Frontmatter

Kapitel 6. Die Vision vom Internet der Dinge

Klassische Materialflusssteuerungen haben einen Komplexitätsgrad erreicht, der nur noch schwer zu handhaben ist. Sie lassen sich nur mit großem Aufwand verändern und sind auf unerwartete Anforderungen nicht vorbereitet. Das Internet, das trotz seiner Größe noch flexibel und erweiterbar geblieben ist, ist das Vorbild für ein Internet der Dinge, in dem, ähnlich wie die Router selbstständig eine E-Mail weiterleiten, autonome Fördertechnikmodule die Transporteinheiten befördern. Dieses Internet der Dinge erfordert eine tiefgreifende Veränderung der Steuerungsarchitektur von Materialflussanlagen und auch der Denkweise der Anlagenbauer und -programmierer. Denn durch die Abschaffung aller hierarchischen Strukturen müssen für die meisten Probleme neue Lösungen erarbeitet werden - an die Stelle zentral und fest einprogrammierter Abläufe und Strategievorgaben treten dezentrale Verhaltensregeln und Kooperationsmechanismen.
Willibald A. Günthner, Razvan Chisu, Florian Kuzmany

Kapitel 7. Echtzeitanforderungen der Materialf lusssteuerung

Eine durchgängige und übergreifende Betrachtung von dezentralen Systemen für die Materialflusssteuerung erfordert auch eine Berücksichtigung der Echtzeitanforderungen. Ein Echtzeitverhalten setzt die Reaktion eines Systems auf ein äußeres Ereignis in vorbestimmter Zeit voraus. Für das Steuerungsprogramm gilt in diesem Fall: Prozessdaten, Systeminformationen und Benutzereingaben müssen schritthaltend mit dem angeschlossenen technischen Prozess verarbeitet werden. Vorausgesetzt wird dabei sowohl die Gleichzeitigkeit der Bearbeitung als auch die Rechtzeitigkeit der Reaktion auf Benutzeranforderungen.
Sergey Libert, Moritz Roidl

Kapitel 8. Die Bausteine des Internet der Dinge

Eine der Grundlagen sowohl für die technologische Entwicklung als auch für den wirtschaftlichen Erfolg des Internets der Dinge ist ein Modularisierungskonzept, das die angestrebte Verlagerung von Logik in die unteren Anlagenteile und damit die Abflachung oder gar Abschaffung von Steuerungshierarchien ermöglicht. Der Gedanke der Modularisierung und der Einsatz von Baukastensystemen, vor allem bezüglich der mechanischen Gestaltung von Fördertechnik, wird von Herstellern bereits seit Langem verfolgt – denn die Vorteile, ein komplexes Logistiksystem aus einer überschaubaren Anzahl standardisierter Module wie Weichen, Rollenförderern und Drehtischen flexibel realisieren zu können, liegen klar auf der Hand: die hohen Stückzahlen der Module bringen Kostenvorteile und die standardisierten Schnittstellen erleichtern die Integration
Florian Kuzmany, Artur Luft, Razvan Chisu

Kapitel 9. Kooperation und Autonomie in selbststeuernden Systemen

Die Steuerung von Materialflusssystemen kann als ein übergreifendes Problem aufgefasst werden, das vom Steuerungssystem gelöst wird. Der entscheidende Aspekt, einen Nutzen aus der Verteilung lokaler Fähigkeiten zu ziehen ist die Kooperation zwischen Agenten. Der zweite Abschnitt befasst sich daher mit der Zusammenarbeit von mehreren Agenten und betrachtet dabei insbesondere die Kommunikation. In Multiagentensystemen wird die Lösung der Teilprobleme an einzelne Agenten übergeben, die eigenständig arbeiten. Der einzelne Agent als autonome Einheit steht daher am Anfang der folgenden Betrachtung von Agentensystemen.
Moritz Roidl

Kapitel 10. Eine Ontologie für das Internet der Dinge

Ein wichtiger Schritt bei der Konzeption und Umsetzung des Internet der Dinge besteht in der Formalisierung von Funktionen und Informationen, die zur Steuerung innerbetrieblicher Materialflüsse nötig sind. Kommunikationsmodelle spielen dabei eine besondere Rolle, da erst sie die Interoperabilität zwischen verteilten Steuerungskomponenten ermöglichen. Im vorliegenden Kapitel wird daher ein solches Modell in Form einer Systemontologievorgestellt. Diese stellt einen notwendigen Baustein für die Gestaltung derKommunikation innerhalb eines verteilten Steuerungssystems dar.
Sergey Libert, Razvan Chisu, Konstantin Keutner

Kapitel 11. Softwarearchitektur für eine agentenbasierte Materialflusssteuerung

Eine der grundlegenden technischen Voraussetzungen für die Realisierung und den erfolgreichen Einsatz des Internet der Dinge in der Industrie ist eine allgemeingültige, erweiterbare und nicht zuletzt einfach handhabbare Softwarearchitektur. Die Architektur des Internet der Dinge beruht auf gängigen Standards für Multiagentensysteme und bietet die Grundlage für die Implementierung einer dezentralen Materialflusssteuerung. Zeitkritische Steuerungsaufgaben, die mit der der Agententechnik nur schwer umzusetzen sind, werden in einer eigenen und ehctzeitfähigen Schicht realisiert, beispielsweise als SPS-Programm.
Sergey Libert, Razvan Chisu, Artur Luft

Kapitel 12. Rechenplattformen und RFID für das Internet der Dinge

Das folgende Kapitel beschreibt zum einen die Steuerungshardware, welche als Plattform für die Entitäten des Internet der Dinge dient und zum anderem den Einsatz der Radio Frequenz Identifikation (RFID). Letztere kann eingesetzt werden, um direkt auf der Transporteinheit alle für die Identifikation und den Transport notwendigen Daten zu speichern.
Florian Kuzmany, Andreas Nettsträter

Kapitel 13. Strategien für die dezentrale agentenbasierte Steuerung von Materialf lusssystemen

Die Aufgaben, die Agenten in der dezentralen Steuerung von Anlagen auszuführen haben, sind außerordentlich vielfältig. Sie müssen die zu transportierenden Stückgüter unter Beachtung einer Vielzahl von Nebenbedingungen durch die Anlage führen und dabei sicherstellen, dass die Güter rechtzeitig an den jeweiligen Übergabestellen ausgeliefert werden. Sie müssen dabei über Strategien verfügen, die nicht nur das jeweilige zu transportierende Stückgut betreffen, für dessen Transport sie gerade verantwortlich sind. Sie müssen auch über geeignete Kommunikationsmechanismen verfügen, die es erlauben, Störungen auf der Anlage wie der Ausfall einzelner Module, Staustrecken o. ä. auszuregeln und aufzulösen. Wegen der Forderung der Dezentralität müssen dies die Agenten weitgehend unter sich aushandeln.
Michael Hofmeister, Georg Baier, Manfred Gärtner

Kapitel 14. Konfiguration und Überwachung einer verteilten Materialf lusssteuerung

Die Konzepte des Internet der Dinge ermöglichen eine vollständig dezentral organisierte Steuerung eines Materialflusssystems. Trotzdem gibt es auch hier Aufgaben, welche im Sinne des Systemherstellers bzw. -bedieners nicht dezentralisiert werden können.
Razvan Chisu, Florian Kuzmany, Willibald A. Günthner

Kapitel 15. Simulation und Emulation im Internet der Dinge

Die Simulation sowie die Emulation stellen im Kontext des Internet der Dinge Instrumente von hoher Bedeutung dar. Der Artikel gibt zunächst mit der Begriffsdefinition und der Beschreibung von Anwendungen eine Einführung in die Themenfelder der Simulation und der Emulation. Anschließend wird auf den Aufbau und die Eigenschaften von existierenden Materialflusssimulatoren eingegangen. Der Hauptteil des Artikels beschäftigt sich mit Möglichkeiten des Einsatzes von Simulation und Emulation im Internet der Dinge. Es werden aktuelle Konzepte, Technologien sowie Forschungsergebnisse dargestellt.
Damian Daniluk, Razvan Chisu

Backmatter

Der neue Logistik-Lebenszyklus

Frontmatter

Kapitel 16. Der Lebenszyklus heutiger Materialf lusssysteme – eine Übersicht

Aktuelle Ansätze für dezentrale Automatisierungssysteme werden insbesondere wegen der damit verbundenen, gewünschten Verbesserungen und Vorteile während des Betriebs untersucht. Die Nutzung dieser Systeme hat allerdings weitreichende Folgen – nicht nur für den Betrieb sondern insbesondere für das Engineering, in welchem zunächst die Grundlagen für die neue Technologie gelegt und sie anschließend projektspezifisch angewandt werden müssen. Die Einführung solcher Systeme ist damit erst dann tragbar, wenn die Auswirkungen auf den gesamten Lebenszyklus von Automatisierungslösungen auch deutlich werden. Das Problem hierbei ist, dass dies vor einer breiten Praxisanwendung geschehen muss. Ein Vergleich auf Basis monetärer Zahlen ist deshalb schwer möglich.
Carolin Haußner, Jürgen Elger, Florian Kuzmany

Kapitel 17. Die Erstellung eines Baukastens für das Internet der Dinge

Hinter dem Begriff der Vorarbeiten verbergen sich alle Aufwendungen, die vor dem Start des ersten Projektes nach der „Internet der Dinge“ Technologie erbracht werden müssen. Sie lassen sich als die Konzeptentwicklung und das Erstellen der elementaren Bausteine für künftige Projekte umschreiben. Unter dem allgemeinen Blickwinkel des neuen Lifecycles entsprechen sie der Produktentwicklung, wie sie bisher auch für herkömmliche Projekte notwendig war. Damit gehören die Vorarbeiten zu den projektunabhängigen Tätigkeiten. Sie werden nur einmal zu Beginn des neuen Lifecycles ausgeführt. Im Vergleich zu herkömmlichen Projekten verlagert das „Internet der Dinge“ Tätigkeiten aus den projektspezifischen Phasen in die Vorarbeiten und verkürzt damit die Realisierungsphase. Die Vorarbeiten Enden mit der Erstellung eines Entitätsbaukastens. Ein gut zugeschnittener Baukasten wird die spätere Projektarbeit wesentlich beschleunigen und vereinfachen. Dadurch lassen sich große wirtschaftliche Ersparnisse erzielen.
Clemens Nieke, Martin Henk

Kapitel 18. Der Lebenszyklus eines Internet der Dinge Materialflusssystems: Planung

In der Phase der Planung werden alle Grundlagen für einen Projektverlauf gelegt und grundlegende Koordinierungen vorgenommen. Sie ist damit der Übergang von der rein theoretischen Konzeption einer Anlage hin zu einer projekt-spezifischen Realisierung der Automatisierungsaufgabe. Neben der Erfassung der genauen Kundenanforderungen kommt der Preiskalkulation eine große Bedeutung zu. Die Preisfindung kann dank der Elemente des Baukasten sehr effizient vonstattengehen. Gleichzeitig ergibt sich durch die Baukastenelemente eine hohe Preissicherheit bei der Angebotserstellung. Positiv wirkt sich der Baukasten auch dahingehend aus, dass die Projektierung der Steuerungstechnik für die standardisierten Entitäten auf ein Minimum reduziert wird. Dies bringt deutliche Verkürzungen in der gesamten Projektdurchlaufzeit. Als zentrales Dokument dieser Phase entsteht das detaillierte Pflichtenheft. Dies ist dann die Grundlage für alle weiteren Prozessschritte.
Clemens Nieke, Martin Henk

Kapitel 19. Der Lebenszyklus eines Internet der Dinge Materialflusssystems: Realisierung

Bei der Realisierung stehen alle Themen im Fokus, welche im Zusammenhang mit der Herstellung einer intralogistischen Anlage auftreten. Der Herstellungsprozess beginnt mit der Erarbeitung der Detailstudie. Hierbei werden die projektspezi-fischen Anforderungen analysiert und die Teilaufgaben detailliert heraus-gearbeitet. Aus dieser Aufteilung ergibt sich, welche Entitäten aus dem Baukasten genommen werden können und für welche Teilaufgaben neue Lösungen erarbeitet werden müssen. Für die neuen Aufgabenlösungen ist pro Agent eine Spezifikation zu erstellen. In dieser Spezifikation muss die funktionale Aufgabenteilung zwischen der echtzeitfähigen Steuerungsschicht und der restlichen Agentenlogik enthalten sein. Nachdem für alle Teilaufgaben eine Lösung erarbeitet und softwaretechnisch realisiert wurde, werden alle Entitäten zum kundenspezifischen Gesamtprojekt zusammengesetzt. Dank der in den Agenten vorhandenen Middleware kann umgehend in einem Inhous- Test die logische Gesamtfunktionalität der Anlage in einer Emulation getestet werden. Zeitlich von diesem softwaretechnischen Realisierungsprozess unabhängig, erfolgt die Erstellung und der Test der mechantronischen Anteile der Entitäten. Die auf diese Art und Weise grundlegend festgestellte Funktionstüchtigkeit der Anlage, bildet dann die Grundlage für die Auslieferung und Montage des Systems.
Clemens Nieke, Martin Henk

Kapitel 20. Der Lebenszyklus eines Internet der Dinge Materialflusssystems: Inbetriebnahme und Hochlauf

Das fortwährende Streben nach Effizienz erfordert die Erhöhung der Produktivität über den gesamten Lebenszyklus materialflusstechnischer Anlagen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass der kritische Faktor für den erfolgreichen Einsatz und Betrieb, einer fördertechnischen Anlage, deren Inbetriebnahme ist. Hersteller wie Anbieter unternehmen deshalb große Anstrengungen um Zeit, Kosten und vor allem das Risiko der Inbetriebnahme zu minimieren. Gleichzeitig erhöht sich der Grad der Komplexität durch die Verknüpfung von Mechanik, Elektronik und Software im Internet der Dinge kontinuierlich. Um trotzdem die Test- und Inbetriebnahmephase weiter zu verkürzen, müssen parallel zur Entwicklung neuer Anlagen- und Steuerungskonzepte geeignete Inbetriebnahmekonzepte entworfen werden, die in den vorangegangenen Kapiteln beschriebene Dezentralisierung und den stärkeren Vernetzungsgrad der Entitäten und Module berücksichtigen.
Andreas Trautmann, Alfred Lanfer

Kapitel 21. Der Lebenszyklus eines Internet der Dinge Materialflusssystems: Betrieb

Selbstorganisierte, dezentrale Materialflusssysteme – das Internet der Dinge in der Intralogistik – können über den Lebenszyklus deutliche Vorteile gegenüber herkömmlichen, zentral gesteuerten Systemen aufweisen. Neben der durch den modularen Aufbau der Steuerung erleichterten Inbetriebnahme ergeben sich auch Vorteile, die erst später zum Tragen kommen: Relevant sind dabei vor allem eine erhöhte Flexibilität bezüglich Änderungen und Erweiterungen, eine höhere Robustheit und die durch den Einsatz von RFID bedingte Verfügbarkeit von Echtzeitdaten über das System. Der vorliegende Beitrag geht nach einer kurzen Einführung auf diese Vorteile ein. Vor allem die erhöhte Flexibilität durch den modularen Aufbau der Steuerung verspricht deutliche Vorteile über den Lebenszyklus – für diese wird daher eine mögliche Bewertungsmethodik vorgestellt und erläutert.
Jan R. Nopper

Kapitel 22. Der Lebenszyklus eines Internet der Dinge Materialflusssystems: Umbau und Modernisierung

Viele Anlagenbetreiber sehen sich mit der Notwendigkeit konfrontiert, die Steuerung bestehender Hochregalläger oder Materialflusssysteme zu modernisieren. Auslaufende Herstellerwartungen für die eingesetzten speicherprogrammierbaren Steuerungen, veraltete Hardware für den Materialflussrechner und knapper werdende Ersatzteile sind eine hinreichende Motivation. Zielsetzung ist die reibungslose Migration auf den aktuellen Stand der Technik.
Alfred Lanfer, Andreas Trautmann

Kapitel 23. Zusammenfassung und Fazit: Das Internet der Dinge als neues Vorgehensmodell

Für eine systematische Analyse der Auswirkungen dezentraler Automatisierungssysteme wurde wie in Kap. 16 beschrieben eine Referenz-Modell Methodik entwickelt. Dieses Vorgehen wurde angewendet um die Auswirkungen des ebenfalls in diesem Kapitel dargestellten modular-mechatronisch motivierten Automatisierungssystems zu untersuchen.
Carolin Haußner, Jürgen Elger, Andreas Trautmann

Backmatter

Die Anwendung

Frontmatter

Kapitel 24. Realisierung einer agentenbasierten Steuerung für Elektrohängebahnsysteme

Im Rahmen des BMBF-Forschungsprojekts „Internet der Dinge“ wurde die am Lehrstuhl fml der TU München verfügbare Elektrohängebahnanlage zur praktischen Erprobung und Demonstration des entwickelten Modularisierungs- und Steuerungskonzeptes herangezogen. Die Umsetzung zeigt, dass ein agentengesteuertes System aus mehreren mechatronisch gestalteten Modulen, Softwarediensten und mit RFID-Tags gekennzeichneten Transporteinheiten in der Lage ist, Transporte ohne zentralen Materialflussrechner durchzuführen und dynamisch auf Ausfälle von Fahrzeugen oder Strecken zu reagieren.
Razvan Chisu, Florian Kuzmany, Willibald A. Günthner

Kapitel 25. Chancen und Herausforderungen von dezentral gesteuerten Flughafen-Gepäckförderanlagen

In diesem Beitrag erfolgt zunächst ein grober Überblick. über die Aufgaben und Funktionsbereiche einer Flughafen-Gepäckförderanlage. Es werden die Grundzüge einer dezentralen Gepäckförderanlage beschrieben und Konzepte zur Betriebsführung sowie ein Migrationskonzept dargestellt.
Jürgen Elger, Carolin Haußner, Michael Hofmeister, Georg Baier

Kapitel 26. Ein dezentral gesteuertes Kommissionierlager

Das Kommissionieren wird in der VDI-Richtlinie 3590 als die Aufgabe definiert, „aus einer Gesamtmenge von Gütern (Sortiment) Teilmengen aufgrund von Anforderungen (Aufträge) zusammenzustellen“. Die Abläufe in einem Kommissionierlager sind ein nachgelagerter Prozess der Produktion, welcher den Warenfluss zwischen dem Hersteller und dem Endverbraucher regelt und als Puffer dient. Der Vorgang Kommissionieren regelt eine meist auftragsbezogene Zusammensetzung von Gütern und Waren aus Ganz- oder Teilladeeinheiten. Aufgrund unterschiedlicher Anforderungen und branchentypischer Besonderheiten existieren Lager in verschiedenen Ausprägungen. Sie lassen sich nach der zu fördernden Transporteinheit (TE) (z. B. Paletten oder Behälter), nach dem Verwendungszweck (z. B. Puffer-, Nachschub-, Versand-, Zolllager), nach der Branche (Chemie-, Nahrungsmittel-, Automobilbranche oder Großhandel) oder in manuelle, funkgesteuerte und halb- oder vollautomatisierte Lager unterscheiden.
Dirk Gehlich, Artur Luft, Sergey Libert

Kapitel 27. Agentenbasierte Staplerleitsysteme

Die Software ist der informatorische Backbone der Logistik. Daher ist es nur folgerichtig, ihre Entwicklungen in nachhaltig prägende Projekte wie dem vom BMBF geförderten Forschungsprojekt „Internet der Dinge – Wandelbare Echtzeit-Logistiksysteme auf Basis intelligenter Agenten für den produktionsnahen Bereich“ an maßgeblicher Stelle einzubinden. Mit dem Internet der Dinge werden Sendungen vor allem in der Intralogistik ihre Zielorte selbst mitteilen und autonom entsprechende Prozesse anstoßen. Dabei wird auf die Nutzung bewährter Instrumente wie etwa mobile Förderzeuge und Datenterminals kaum verzichtet werden können. Mit Blick auf künftige Entwicklungspotenziale im Rahmen der Vision vom Internet der Dinge gilt es nun, moderne Technologien in das Gesamtkonzept einzubinden und ihren Nutzen für spezifische Anwendungen zu hinterfragen.
Stanislav Göhring, Thomas Lorenz

Kapitel 28. Hochf lexible, RFID-gesteuerte Handhabung von Stückgut

Das Internet der Dinge zielt auf die Schaffung wandelbarer Materialflusssysteme. Solche Anlagen müssen, neben einer hohen Durchsatz- und Layoutflexibilität auch eine hohe Fördergutflexibilität aufweisen (Wilke 2006). Das vorliegende Kapitel beschreibt daher die Entwicklung und Realisierung eines hochflexiblen, RFID-gesteurten Greifers für Industrieroboter.
Walter Schaaf, Razvan Chisu

Backmatter

Internet der Dinge - Eine Vision wird Wirklichkeit

Frontmatter

Kapitel 29. Fazit

Die Vision von einem Internet der realen Welt, das nicht nur Datenpakete, sondern echte Behälter und Paletten befördert, vermag sofort zu begeistern und stellt schon rein intuitiv die richtige Richtung dar. Unser täglicher Umgang mit dem WWW hat uns gezeigt, wie einfach das Versenden und Empfangen von Nachrichten ist - Programmierer, Inbetriebnehmer und Betreiber von Materialflusssystemen hingegen wissen, wie schwierig sich die Steuerung und vor allem Modifikation intralogistischer Anlagen gestaltet. Obwohl dieser und ähnliche Ansätze schon seit mehreren Jahren in der Forschungslandschaft untersucht werden, haben sich dezentral gesteuerte Materialflusssysteme in der Industrie bisher nicht recht durchsetzen können. Die Industrie- und Forschungspartner im vom BMBF geförderten Forschungsprojekt „Internet der Dinge“ haben sich vor diesem Hintergrund das hohe Ziel gesetzt, die Vision zur Wirklichkeit zu machen. Die in diesem Buch zusammengefassten Entwicklungsergebnisse zeigen die technologischen Grundlagen für einen Materialfluss nach dem Vorbild des Internets auf und analysieren die Veränderungen, die diese neue Technologie mit sich bringt.
Willibald A. Günthner

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