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30.09.2021 | Internet | Infografik | Online-Artikel

Welche Länder bei der Digitalisierung Spitze sind

verfasst von: Andrea Amerland

2:30 Min. Lesedauer
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Sie kommen aus Asien, Lateinamerika und von der arabischen Halbinsel, die Top-Drei in Sachen Digitalisierung. Welche Länder sich rund um die digitale Transformation noch auf den vorderen Plätzen tummeln und welche nicht, zeigt ein Ranking.

Überall problemlos mobil bezahlen und auch Corona mit digitalen Mitteln bekämpfen: Es verwundert wohl niemanden, dass China in einem aktuellen Ranking des European Center for Digital Competitiveness in Berlin zum Thema Digitalisierungsfortschritt den ersten Platz belegt. Mit Saudi-Arabien auf Rang zwei oder Brasilien als drittplatziertem Land konnte im Vergleich dazu nicht unbedingt gerechnet werden. 

Was allerdings nun auch den letzten Politiker hierzulande aufrütteln sollte, ist Deutschlands Abschneiden im Ländervergleich. Denn Europas größte Wirtschaftsnation fällt im technologischen Wettrennen sehr weit zurück und rangiert zum zweiten Mal in Folge auf dem vorletzten Platz der sieben wichtigsten G7-Industrienationen. Nur Japan und Indien hinken bei der Digitalisierung im internationalen Vergleich noch weiter hinterher als die Bundesrepublik. 

Andere EU-Staaten wie etwa Frankreich oder Italien haben laut des Digital Riser Ranking 2021 hingegen große Fortschritte gemacht und schaffen es in die Top Ten. Für die Rangliste hat die ESCP Business School in Berlin die digitale Wettbewerbsfähigkeit von 137 Ländern anhand von zehn Kennzahlen ermittelt. Dazu gehören Faktoren wie das Angebot für Risikokapital, die technologischen Kompetenzen der Bevölkerung oder die Veränderungsbereitschaft von Unternehmen. 

Dass Deutschland die Digitalisierung verschläft, ist nicht neu

Auch andere Rankings zum Digitalisierungsgrad einzelner Länder dokumentierten in den vergangenen Jahren wiederholt, das Deutschland dringend aufholen muss. So belegte die Bundesrepublik im Digital Quality of Life Index 2020 des VPN-Dienstes Surfshark nur den 16. Platz, während Dänemark auf dem Spitzenplatz rangierte. Deutschland schnitt insbesondere in den Kategorien "Digitale Infrastruktur" (23), "Internet Bezahlbarkeit" (24) und "Internet Qualität" (32) schlecht ab. 

Besser sah es damals hingegen bei der digitalen Verwaltung hierzulande aus. Dort überzeugte Deutschland mit behördlichen Online-Services, die als bedienfreundlich und barrierefrei eingestuft werden. Die Bundesrepublik schafft es in dieser Kategorie auf einen respektablen siebten Rang.

Osteuropäische Länder bei Digitalisierung vor Deutschland

Doch ansonsten gab es keinen Grund zum Jubeln. Denn sogar einige osteuropäische Länder mit weit geringerer Wirtschaftsleistung hängten Deutschland in dem Ranking von 2020 bei der digitalen Transformation ab. So verfügten Polen, Rumänien und Tschechien beim Internet über eine bessere Verbindungsqualität und Geschwindigkeit.

Für den Digital Quality of Life Index werden Faktoren wie die Qualität des Internets, die Bezahlbarkeit und die digitale Infrastruktur in 85 verschiedenen Ländern weltweit analysiert. Diese werden in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), zum Durchschnittsgehalt und den Preisen für die mobile Internetnutzung und via Breitband gesetzt. 

Daraus ergeben sich Zahlen, die zwischen null und eins liegen und als Richtwerte dienen, um die Qualität des digitalen Lebens in den einzelnen Ländern zu messen. Keines der analysierten Länder erhielt dabei mehr als 0,8 Rankingpunkte. Das Digitalisierungspotenzial wurde also noch nicht voll ausgeschöpft. So gab es insbesondere in Deutschland (0,69) deutlich Nachhol- beziehungsweise Handlungsbedarf.

Und auch im Jahr 2021 hat sich laut Digital Riser Report daran nichts geändert. Ob Ampel- oder Jamaika-Koalition - für die neue Bundesregierung gibt es bei der digitalen Transformation also viel zu tun. 

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