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14.12.2016 | Internetökonomie | Interview | Onlineartikel

"Die IKT-Branche ist sehr erfindungsreich, was neue Begriffe angeht"

Autoren:
Peter Pagel, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Mertens
Interviewt wurde:
Prof. Dr. Irene Bertschek

leitet seit 2001 den Forschungsbereich „Informations- und Kommunikationstechnologien“ am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. 

Einmal im Jahr erscheint der Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL. Wirtschaftsinformatik und Management sprach mit einer der Verantwortlichen, Prof. Dr. Irene Bertschek vom ZEW in Mannheim, über die aktuellen Ergebnisse.

Wirtschaftsinformatik und Management: Seit wann ist die Informations- und Kommunikationstechnologie ein Thema für das Zentrum für Europäische Wirtschaftsförerung (ZEW)? 

Irene Bertschek: Wir beschäftigen uns seit 2001 mit IKT und der Digitalisierung, also kurz nach dem Platzen der Dot.com-Blase. Damals hatten wir durchaus Zweifel, ob uns das Thema in der Ökonomie länger beschäftigen wird. Deshalb haben wir bewusst nicht Online-Business oder ähnliches als Bezeichnung gewählt, sondern die neutrale Bezeichnung IKT. Wir waren dann auch sehr überrascht, als vor etwa zwei Jahren das Thema auf einmal so extrem an Bedeutung gewonnen hat. Das Monitoring Wirtschaft DIGITAL führen ZEW und TNS Infratest seit 2012 im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums durch. Das Monitoring begleitet den nationalen IT-Gipfelprozess. Es verfolgt die Entwicklung des IKT-Standorts im internationalen Vergleich. Seit 2015 verfolgt es auch den Digitalisierungsgrad der Wirtschaft in Deutschland, differenziert nach Branchen. Die IKT-Branche ist sehr erfindungsreich, was neue Begriffe angeht – Cloud Computing, Software-as-a-Service und dergleichen. Oft ist das ja nur alter Wein in neuen Schläuchen. Bei der gegenwärtigen Entwicklung sehe ich allerdings den Aspekt der umfassenden Vernetzung tatsächlich als neu an. 

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„Die IKT-Branche ist sehr erfindungsreich, was neue Begriffe angeht“

Einmal im Jahr erscheint der Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL. Wirtschaftsinformatik und Management sprach mit einer der Verantwortlichen, Prof. Dr. Irene Bertschek vom ZEW in Mannheim, über die aktuellen Ergebnisse.


Zum Teil enthält Ihr Bericht erstaunlich präzise Prognosen. Beispiel: Im Jahr 2021 werden 22 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes in die Digitalisierung investieren. Sind derartige „Punkt-Prognosen“ nicht sehr gewagt? 

Das würde ich nicht als Punkt-Prognose sehen. Diese Angaben spiegeln die derzeitigen Erwartungen der Unternehmen selbst wider, d. h. 22 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe erwarten oder geben an, dass sie im Jahr 2021 mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes in die Digitalisierung investieren werden. Die Skala der Intervalle war in der Befragung vorgegeben, das führt dann zu diesem dem Anschein nach „präzisen“ Ergebnis.

Wie sehen Sie die Qualität der vielen gegenwärtigen Studien zur Digitalisierung im deutschsprachigen Raum? Haben wir da eine Art Inflation von Befragungen (mit suggestiven Elementen und unscharfen Begriffen), die nicht dem Standard sozialwissenschaftlicher Erhebungen entsprechen? 

Wir haben tatsächlich eine Art Inflation von Studien zur Digitalisierung. Die beziehen sich auf verschiedene Branchen, verschiedene Unternehmensgrößen und verschiedene Definitionen der Digitalisierung. Sie sind manchmal repräsentativ, wie die Befragung für die Ermittlung des Digitalisierungsgrads im Monitoring, manchmal werden die Ergebnisse rein deskriptiv und ungewichtet ausgewiesen, und in manchen Studien werden auf der Basis bestimmter Annahmen und Gespräche mit Experten Prognosen über die Entwicklung oder die potenzielle Wirkungsweise der Digitalisierung durchgeführt. Man muss da schon genau hinschauen, um zu verstehen, warum dann zum Teil recht unterschiedliche Ergebnisse herauskommen, beispielsweise, wenn in der einen Studie nur vier Prozent der Unternehmen in Deutschland Industrie-4.0-Projekte durchführen und in der anderen Studie es fast die Hälfte ist. Die eine Studie berücksichtigt alle Branchen der gewerblichen Wirtschaft und Unternehmen mit einer Mindestgröße von fünf Beschäftigten, die andere betrachtet vielleicht nur große Unternehmen ab 100 Beschäftigte in bestimmten, ohnehin IT-affinen Branchen.

Lesen Sie das vollständige Interview mit Prof. Dr. Irene Bertschek in Wirtschaftsinformatik und Management | Ausgabe 6/2016

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