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07.12.2023 | Investitionsplanung | Im Fokus | Online-Artikel

Unsicherheit lässt Investitionen kleiner Betriebe schrumpfen

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

3 Min. Lesedauer

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Kleine Betriebe in Deutschland kämpfen mit vielen Unsicherheitsfaktoren. Auch wenn die Mehrheit dieser Mittelständler eher positiv in die Zukunft blickt, wird laut aktueller Zahlen von VR Smart Finanz an Investitionen gespart. 

Mehr als die Hälfte der Kleinunternehmen in Deutschland (57 Prozent) blickt optimistisch in die Zukunft. Dabei zeigt die von der VR Smart Finanz im September durchgeführte strukturierte Befragung unter 163 Firmen in der Größenklasse bis fünf Millionen Euro Jahresumsatz durchaus Bewegung im Detail: So ist der Anteil der Betriebe, die ihre wirtschaftliche Situation mit "sehr gut" bewerten, gegenüber der Erhebung von April 2023 von zwölf auf 18 Prozent gewachsen. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl derjenigen, die ihre Lage mit "gut" benoten, allerdings von 48 auf 39 Prozent gefallen, während die Beurteilung "sehr schlecht" nur noch von zwei statt drei Prozent vergeben wird.  

In dieser Polarisierung deutet sich an, dass es inzwischen einigen Firmen wirtschaftlich deutlich besser geht, es aber auch Kleinunternehmen gibt, bei denen die Reserven, beispielsweise aus den Corona-Hilfen, inzwischen weitgehend aufgebraucht sind", erläutert Steven Ott, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung/Smart Data bei der VR Smart Finanz, gegenüber springerprofessional.de. 

Bei der Liquidität wird es oft eng

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der aktuellen Auftragslage: Die hat sich für 18 Prozent deutlich verbessert (April: elf Prozent). Eine leichte Verbesserung stellen nur noch 23 Prozent fest (April: 33 Prozent). Von einer leichteren Verschlechterung sprechen nur noch elf Prozent (April: 13 Prozent) und eine deutliche Verschlechterung stellen nunmehr sieben statt vier Prozent fest. 
Nach wie vor kämpfen 44 Prozent der befragten Geschäfts- und Gewerbekunden sowie der kleineren Mittelständler mit Liquiditätsengpässen. Das ist annähernd das Niveau vom Frühjahr und knapp drei Mal so hoch wie im Vorkrisenjahr 2019. 

Dabei stellen die für 53 Prozent die größte Herausforderung dar. "Gefolgt von unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen", so Ott. "Personalmangel wird erst an dritter Stelle genannt und ist daher, entgegen häufiger Annahme, nicht die Hauptsorge von Kleinunternehmen."

Unsicherheit lässt Investitionen sinken

Die steigende Unsicherheit lässt allerdings die Investitionstätigkeit abflauen: So hat mehr als die Hälfte (55 Prozent) der kleinen Betriebe geplante Investitionen ausgesetzt oder verschoben. 40 Prozent haben trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie geplant investiert und nur fünf Prozent ihre Projekte sogar vorgezogen oder ausgebaut. 

Firmen, die von einer positiven Entwicklung ausgehen, investieren derzeit vor allem in ihre Geschäftsausstattung (36 Prozent), in neues Personal oder den Ausbau von Produkten und Services (je 33 Prozent). Dann folgen Investitionen in die Energieeffizienz (30 Prozent), die Automatisierung (19 Prozent) sowie in Standorterweiterungen (14 Prozent).

Grüne Transformation im Blick

Wer Geld in die Hand nimmt, tut dies mit Blick auf die Nachhaltigkeit: 

Viele Kleinunternehmen planen Investitionen vor allem in grüne Energie, E-Mobilität und nachhaltige Geschäftsausstattung. Also in solchen Bereichen, die zur Energieeffizienz und damit zur Kostenreduktion beitragen", ergänzt Ott. 

So stimmen zwei Drittel (66 Prozent) der Aussage ganz oder zumindest teilweise zu, dass es langfristig positive Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg hat, wenn dieses nachhaltig aufgestellt und optimiert wird. Nur 16 Prozent sind nicht dieser Auffassung. 

Rahmenbedingungen schrecken ab

Dennoch sind die Unternehmer laut Ott zugleich verunsichert "über die Rahmenbedingungen nachhaltiger Investitionen, wie etwa Förderungen, die oft mit komplexen Beantragungs- und Abwicklungsprozessen verbunden sind". Bei 34 Prozent ist dies der Hauptgrund, grüne Investitionen nicht zu tätigen. Bei 29 Prozent führt es zumindest teilweise dazu, kein Kapital in Nachhaltigkeit zu stecken. 

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