Investitionsmotor im Mittelstand springt nicht an
- 05.03.2026
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Es wird zu wenig investiert in mittelständischen Unternehmen. Zu viele Gründe stehen entsprechenden Projekten entgegen. Laut KfW Research könnten die für 2026 vorgesehenen Investitionsausgaben des Bundes den nötigen Impuls geben.
Unternehmen vermissen laut KfW Research im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld die notwendige Sicherheit für Investitionen.
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Mittelständische Unternehmen investieren zu wenig. Laut aktueller Zahlen aus der Sonderbefragung zum KfW-Mittelstandspanel von Januar 2026 befassten sich zum Erhebungszeitpunkt nur 39 Prozent der Betriebe mit entsprechenden Projekten. Und der Blick auf die größten Investitionshemmnisse lässt nicht auf eine rasche Stimmungsaufhellung hoffen: die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands (63 Prozent), Preise für Energie, Material und Löhne (59 Prozent) und gesetzliche Vorgaben (57 Prozent) gehören zu den wichtigsten Hinderungsgründen.
Investitionen 2025 gesunken
Nach ersten vorläufigen Ergebnissen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung sind die Unternehmensinvestitionen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr preisbereinigt um 0,5 Prozent gesunken - vor allem im Mittelstand. Auf diese Betriebe entfallen fast die Hälfte der jährlichen Investitionen.
Schwieriges konjunkturelles Umfeld
"Hier spiegelt sich deutlich die noch immer schwierige konjunkturelle Lage wider und die damit ausbleibende Sicherheit auf Unternehmensseite", heißt es in der Ausgabe "Volkswirtschaft Kompakt" von Ende Februar. Zudem habe die weltwirtschaftliche Entwicklung mit 53 Prozent als kritischer Faktor zugelegt. Als Grund komme der im Befragungszeitraum aufkeimende Grönland-Konflikt infrage. "Davon unbenommen bleiben nach wie vor die Unwägbarkeiten der Handelspolitik der US-Regierung", so die KfW-Research-Experten.
Die für 2026 vorgesehenen Investitionsausgaben des Bundes gelten als wichtige Impulsgeber für die Konjunktur. Die Wirtschaftsexperten der Förderbank gehen davon aus, dass es somit auch zu positiven Ausstrahlungseffekten auf die private Investitionstätigkeit kommt.
DMB: Politik soll Investitionstätigkeit gezielt fördern
Laut einer im Dezember 2025 vorgestellten Umfrage des Deutschen Mittelstandsbundes (DMB), an der sich 770 Mitgliedsunternehmen beteiligt haben, sinke der Anteil der Betriebe, die ihre aktuelle Geschäftslage mit "sehr gut", "gut" oder "befriedigend" einstufen, seit drei Jahren. "Zwar liegt der Anteil noch immer bei 70 Prozent, das entspricht aber einem Rückgang um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr", betont der DMB. Neben den von KfW Research ermittelten Investitionshürden geben die befragten Firmen auch Bürokratie, steuerliche Belastungen und den Fachkräftemangel an.
Der Verband fordert daher praxisnahe Lösungen von der Politik, die für Entlastung und Wachstumsimpulse sorgen sollen. So wünschen sich 35 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eine geringere Steuerlast als zentrale politische Maßnahme. Die für 2028 angekündigte Senkung der Körperschaftsteuer komme aber als Entlastung zu spät, so der DMB. "Investitionsentscheidungen werden heute getroffen und aktuell leider zu häufig aufgeschoben."
Digitalisierung ist Top-Investitionspriorität
Technologie und Digitalisierung sind 2026 die Top-Investitionspriorität für 45 Prozent der Mitgliedsunternehmen. Doch hier bremsen Bürokratie, Fachkräftemangel und hohe Anschaffungskosten die Umsetzung. Die Unternehmensvertretung fordert unter anderem "ein unbürokratisches, bundesweites Förderprogramm für KMU, das strategische Investitionen in Hardware sowie Software und insbesondere KI-Anwendungen bezuschusst". Das soll kleinere Unternehmen priorisieren und höhere Fördersätze gewähren.
Aber auch die politische Bekämpfung des Fachkräftemangels, der Ausbau der Infrastruktur und der Abbau der Bürokratie "auf allen Ebenen" soll der Investitionstätigkeit im Mittelstand wieder Auftrieb verleihen.