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Über dieses Buch

​Im Zentrum des Buches stehen Verfahren, die Investitionsentscheidungen auf der Basis finanzmathematischer Kennzahlen erlauben sollen. Zunächst werden die modelltheoretischen und finanzmathematischen Grundlagen der Kennzahlen und ihrer Verwendung vermittelt. Auf dieser Basis werden anschließend die wichtigsten Kennzahlen vorgestellt, ihre Berechnung verdeutlicht und ihre Eignung zur Ableitung „vernünftiger“ Investitionsentscheidungen analysiert. Während die Betrachtungen zunächst auf eine stark idealisierte Modellwelt beschränkt bleiben, wird abschließend verdeutlicht, wie davon abweichende reale Gegebenheiten, insbes. Steuern und Unsicherheit, in die Betrachtungen integriert werden können.


Alle Überlegungen setzen nahezu kein Vorwissen voraus, gehen in kleinen Schritten vor und sind durch zahlreiche Beispiele und Übungen unterlegt. Dadurch ist das Buch vor allem für Themenneulinge, insbes. Studierende in einem Bachelorstudiengang, und für ein Selbststudium geeignet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Die Investitionstheorie zählt zu den klassischen Teildisziplinen der Betriebswirtschaftslehre. Im Kern beschäftigt sie sich mit Entscheidungen über realwirtschaftliche Aktivitäten innerhalb von Unternehmen, die sich, wie z. B. die Inbetriebnahme einer neuen Produktionsanlage, über einen längeren Zeitraum erstrecken, zunächst Input erfordern und erst später, eventuell neben weiterem Input, einen Output erwarten lassen. Dieser thematische Kern der Investitionstheorie bildet zugleich den zentralen Gegenstand dieses Buches. Die in diesem thematischen Kerngebiet geltenden Zusammenhänge lassen sich allerdings weitgehend auch auf andere Entscheidungssituationen, z. B. auf Entscheidungen außerhalb von Unternehmen oder auf reine Finanzmarktaktivitäten, übertragen. Solche Übertragungsmöglichkeiten klingen in diesem Buch zwar gelegentlich an, sind aber nicht sein eigentliches Thema.
Udo Terstege, Michael Bitz, Jürgen Ewert

2. Grundlagen der Investitionsrechnung

Die Investitionstheorie untersucht Investitionen im Rahmen eines vereinfachenden Modells, das von der Maximierung des Vermögens als Zielsetzung ausgeht und Investitionen als Zahlungsreihen beschreibt. Die Zahlungsreihen berücksichtigen alle direkt durch die Investitionen ausgelösten Zahlungen, i. d. R. aber nicht die indirekt durch Finanzierungsmaßnahmen ausgelösten Zahlungen. Einfluss auf die Beurteilung der Investitionen können die Zahlungskonsequenzen der Projekte selbst, persönliche Merkmale des Investors und Transaktionsmöglichkeiten haben, die dem Investor am Finanzmarkt offenstehen. Bestehen Dominanzbeziehungen im Sinne allgemeiner zeitlicher oder zeitlich kumulativer Dominanz, können dominierte Investitionen schon auf Basis ihrer Zahlungsreihen ausgeschlossen werden. Solche Beurteilungsmöglichkeiten sind allerdings auf wenige Vorentscheidungen beschränkt. In der Regel verbleiben danach noch mehrere effiziente Alternativen. Eine eindeutige Investitionsentscheidung erfordert dann zusätzliches Wissen über persönliche Merkmale des Investors oder über Transaktionsmöglichkeiten am Finanzmarkt. Investitionsentscheidungen allein auf der Basis persönlicher Merkmale des Investors scheiden für die praktische Anwendung weitgehend aus. Allein auf der Basis der am Finanzmarkt bestehenden Transaktionsmöglichkeiten können Investitionsentscheidungen hingegen auf jeden Fall eindeutig getroffen werden, wenn der Finanzmarkt vollkommen ist. Diese Möglichkeit rein finanzmarktgestützter Investitionsentscheidungen besteht auch noch unter deutlich schwächeren Voraussetzungen. Die Vergleiche von Endwerten, Kapitalwerten und äquivalenten Annuitäten stellen dann alternative Wege der Entscheidungsfindung dar. An ihre Grenzen kann eine rein finanzmarktgestützte Investitionsentscheidung vor allem gelangen, wenn am Finanzmarkt unterschiedliche Zinssätze für Geldanlage und -aufnahme gelten.
Udo Terstege, Michael Bitz, Jürgen Ewert

3. Finanzmathematik

Die Rechentechniken der Finanzmathematik erlauben es, in bestimmten Zeitpunkten anfallende Zahlungen unter Berücksichtigung von Zinsen und Zinseszinsen in gleichwertige Zahlungen zu anderen Zeitpunkten umzurechnen. Als Basistechnik der Finanzmathematik kann die Aufzinsung eines Betrages angesehen werden. Dabei wird die in einem frühen Zeitpunkt t = 0 anfallende Zahlung in eine gleichwertige Zahlung zu einem späteren Zeitpunkt t = T umgerechnet. Die Abzinsung stellt die Umkehrrechnung zur Aufzinsung dar. Dabei wird die in einem späten Zeitpunkt t = T anfallende Zahlung in eine gleichwertige Zahlung zu einem früheren Zeitpunkt t = 0 umgerechnet. Die Rentenrechnung drückt einen Strom konstanter Zahlungen in einem einzigen Betrag aus. In ihrer Variante der Rentenbarwertrechnung stellt sie eine aggregierte Form der Abzinsung dar. Die Annuitätenrechnung stellt wiederum die Umkehrrechnung zur Rentenrechnung dar. Sie rechnet einen gegebenen Einmalbetrag in einen gleichwertigen Rentenstrom um.
Udo Terstege, Michael Bitz, Jürgen Ewert

4. Investitionstheoretisches Grundmodell und Varianten

Um die ökonomische Vorteilhaftigkeit von Investitionsprojekten zu beurteilen, bedient man sich üblicherweise bestimmter Kennzahlen. In dem folgenden Kapitel lernen Sie mit dem Endwert, dem Kapitalwert und der Annuität die drei prominentesten investitionstheoretischen Kennzahlen kennen. Diese Kennzahlen stellen jeweils in unterschiedlicher Weise einen Maßstab dafür dar, inwieweit bei Durchführung eines Projektes ein höheres oder niedrigeres Endvermögen als bei Verzicht auf das Projekt erreicht werden kann. Der Ermittlung dieser Kennzahlen werden üblicherweise die mit einem Investitionsprojekt verbundenen Ein- und Auszahlungen zugrunde gelegt. Wir zeigen Ihnen jedoch zusätzlich einen Weg auf, entsprechende Urteile auch auf der Basis der mit einem Projekt verbundenen Aufwands- und Ertragsgrößen herzuleiten.
Udo Terstege, Michael Bitz, Jürgen Ewert

5. Erweiterungen des Grundmodells

Die im Kapitel 4 behandelten grundlegenden investitionstheoretischen Ansätze werden um fünf spezielle Aspekte weiterentwickelt und konkretisiert. Dazu zeigen wir Ihnen im Einzelnen, wie erwartete Preisänderungen sowie spezielle projektspezifische Finanzierungsmöglichkeiten in die schon bekannten Modelle einbezogen werden können. Weiterhin verdeutlichen wir, wie mit den Möglichkeiten, ein Projekt mehrfach zu wiederholen oder die Projektlaufzeit zu variieren umgegangen werden kann. Schließlich stellen wir Ihnen einen Ansatz vor, um steuerliche Gegebenheiten in Investitionsentscheidungen einzubeziehen, und analysieren die Auswirkungen von Steuern auf die Vorteilhaftigkeit von Investitionsprojekten.
Udo Terstege, Michael Bitz, Jürgen Ewert

6. Entscheidungsregeln auf Basis sonstiger investitionstheoretischer Kennzahlen

Die investitionstheoretischen Kennzahlen Amortisationsdauer und interner Zinsfuß können als spezielle kritische Werte interpretiert werden. Beide Kennzahlen berücksichtigen zwar wie Kapitalwert, Endwert und Annuität Zins- und Zinseszinseffekte in finanzmathematisch exakter Weise, weisen jedoch konzeptionsbedingt keinen unmittelbaren Bezug zur Zielsetzung Endvermögensmaximierung auf. Statische Verfahren der Investitionsrechnung, auch als Praktikerverfahren bezeichnet, beurteilen die Vorteilhaftigkeit eines Investitionsprojektes auf der Basis der Daten einer als repräsentativ angesehenen Teilperiode und beziehen sich auf Zielgrößen, die aus dem traditionellen Rechnungswesen abgeleitet werden. Auch diese Verfahren weisen konzeptionsbedingt keinen unmittelbaren Bezug zur Zielsetzung Endvermögensmaximierung auf. Insbesondere bei Auswahlentscheidungen können Fehlentscheidungen auftreten, so dass von der Anwendung der Kennzahlen Amortisationsdauer und interner Zinsfuß ebenso abzuraten ist, wie von der Anwendung von Praktikerverfahren, wie z. B. der Kosten-, Gewinn- oder Rentabilitätsvergleichsrechnung.
Udo Terstege, Michael Bitz, Jürgen Ewert

7. Investitionsentscheidungen bei unsicheren Erwartungen

Die vorgestellten Ansätze dienen einerseits der Verdeutlichung von Unsicherheitsstrukturen, andererseits der Ableitung von Investitionsentscheidungen. Sensitivitätsanalysen durch Alternativrechnungen oder durch Ermittlung kritischer Werte in Verbindung mit wahrscheinlichkeitsgestützten Erweiterungen erlauben es, stochastische Wirkungszusammenhänge zwischen mehreren unsicheren Einflussgrößen zu erfassen. Sie erlauben es zudem, situationsabhängige zukünftige Handlungsmöglichkeiten im Rahmen einer systematischen Risikoanalyse zu erfassen und Risiken und Chancen in überschaubarer Weise durch Risikoprofile abzubilden. Zur Entscheidungsfindung vorgeschlagene Verfahren, wie z. B. die Risikozuschlagsmethode oder die Sicherheitsäquivalentmethode, sind aufgrund konzeptioneller Schwächen allgemein nicht geeignet, die Risiko- bzw. Sicherheitspräferenzen eines Entscheiders sachgerecht zu berücksichtigen. Es erscheint daher zweckmäßig, für Investitionsentscheidungen unter Unsicherheit auf die aus der Risikoanalyse bekannten investitionstheoretischen Kennzahlen und deren Wahrscheinlichkeitsverteilungen zurückzugreifen. Darauf aufbauende pragmatisch begründete Entscheidungskonzepte werden vorgestellt und näher analysiert.
Udo Terstege, Michael Bitz, Jürgen Ewert

Backmatter

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