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Über dieses Buch

Mit den Standardwerken der „Betriebswirtschaftstheorie“ von Walther Busse von Colbe und Gert Laßmann wurden bis Anfang der 1990er-Jahre Maßstäbe gesetzt, eine Vielzahl von Studierenden hat mit den Büchern, die besonderen Wert auf die praktische Relevanz legen, gelernt und wichtige Theorien verstanden. Der dritte Band der Betriebswirtschaftstheorie zur „Investitionsrechnung und Investitionstheorie“ liegt nun in der Autorenschaft Walther Busse von Colbe und Frank Witte in der fünften Auflage komplett aktualisiert und überarbeitet vor.
Parallel zum Buch liefert die Web-Seite Investitionstheorie.de eine Lernumgebung, die ein Blended-Learning-Ansatz unterstützt und das Standardwerk so in die „neue Zeit“ überführt.

Das Buch erläutert verständlich alle wichtigen Zusammenhänge der Investitionsrechnung und Investitionstheorie: z.B. Berechnung des Kapitalwerts, Berechnung des internen Zinses, Investitionsentscheidungen unter Unsicherheit, risikoadjustierte Kapitalkosten, Vergleich von Leasing mit dem Kreditkauf, optimale Nutzungsdauer bzw. optimaler Ersatzzeitpunkt, Nutzwertanalyse. Übungsaufgaben und Kontrollfragen leiten zum selbständigen Arbeiten an und ermöglichen die Kontrolle des erworbenen Wissens.

Dem Blended-Learning-Ansatz folgend, liegen alle Berechnungen als Excel-Dateien auf der Seite Investitionstheorie.de vor und können zum besseren Verständnis nachgerechnet werden. Darüber hinaus liegen zu den einzelnen Kapiteln PowerPoint-Präsentationen (als Maßnahme der Dozentenunterstützung) bereit; Webinare führen die Studierenden in die Themen ein. Zudem werden Tutorials und Videoanleitungen bereitgestellt, die helfen sollen das Tabellenkalkulationsprogramm MS-EXCEL in der Investitionsrechnung einzusetzen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Grundlagen der Investitionstheorie

Investition ist die Anschaffung eines Gutes oder eines Güterverbundes, unabhängig von Art und Zweck. Sie wird durch die Anschaffungsauszahlung und durch Ein- und Auszahlungen charakterisiert, die mit ihrem Besitz, ihrer Nutzung und Verkauf verbunden sind. Die Vorteilhaftigkeit einer Investition gegenüber einer Alternativen ist auf Grund ihrer Zahlungsreihe zu ermitteln,wobei die unterschiedlichen Zahlungszeitpunkte durch Ansatz von Zinsen zu berücksichtigen sind (dynamische Investitionsrechnung). Die Zeit bis zur Wiedergewinnung der Investitionsauszahlung durch Einzahlungsüberschüsse (Amortisations-, Kapitalrückfluss- oder Paybackzeit) kann daneben als Risikomaß verwendet werden. In der Praxis anzutreffende statische (kalkulatorische) Investitionsrechnungen, wie Gewinn- oder Rentabilitätsvergleiche, können zu Fehlentscheidungen führen.
Walther Busse von Colbe, Frank Witte

2. Der Kapitalwert einer Investition

Der Kapitalwert C0 eines Investitionsobjektes ist der auf der Basis eines Kalkulationszinssatzes i ermittelte Barwert (Gegenwartswert) der für dieses Objekt geplanten künftigen Ein- und Auszahlungen. Die Kapitalwertmethode ermöglicht die Beurteilung der Vorteilhaftigkeit eines Investitionsobjektes im Vergleich zur Anlage des zu seiner Durchführung erforderlichen Geldbetrages zu einem vorgegebenen Zinssatz (Akzeptanzkriterium C0 ≥ 0) oder im Vergleich zu alternativen Investitionsobjekten (Kapitalwertmaximierung als Entscheidungsregel). Der Kapitalwert eines Investitionsobjektes ist eine in Geldeinheiten ausgedrückte Größe. Sie ist zwar als Beurteilungskriterium weniger leicht verständlich als z. B. die Kapitalrentabilität oder der interne Zinssatz, gleichwohl aber ökonomisch sinnvoller als diese.
Walther Busse von Colbe, Frank Witte

3. Der interne Zins einer Investition

Der interne Zinssatz r eines geplanten Investitionsobjektes ist derjenige zu ermittelnde Zinssatz, bei dessen Anwendung als Diskontierungsfaktor die Summe der Barwerte der für das Objekt geplanten Einzahlungen gleich der Summe der Barwerte der geplanten Auszahlungen, der Kapitalwert also gleich Null ist. Der interne Zinssatz ist als Prozentgröße zwar leichter verständlich und daher in der Praxis verbreitet, weist aber als Akzeptanz und Auswahlkriterium wegen seiner impliziten Prämissen und seiner mehrdeutigen Lösungen schwerwiegende Mängel auf. Allerdings führt der für die Praxis bedeutsame Spezialfall der Normalinvestition zu einer eindeutigen Lösung, enthält aber weiterhin eine realitätsferne Prämisse für die Wiederanlage freier Geldbetrage. Mit einer von Baldwin vorgeschlagenen Modifizierung konnten diese Mangel der Methode zwar wenigstens zum Teil beseitigt werden, doch hat sich diese Variante des Konzeptes des internen Zinssatzes in der Praxis nicht durchgesetzt.
Walther Busse von Colbe, Frank Witte

4. Nutzungsdauer und Ersatzzeitpunkt von Investitionsobjekten

Neben der Auswahl eines Investitionsobjektes aus einer Menge alternativer Investitionsobjekte ist die Bestimmung der optimalen Nutzungsdauer eines Objektes eine Frage, die mit Instrumenten der Investitionstheorie zu lösen ist; denn in der Regel ist die wirtschaftliche Nutzungsdauer wegen steigender Betriebsauszahlungen, fallender Betriebseinzahlungen oder der nachträglichen Verfügbarkeit kostengünstiger oder produktiverer Anlagen kürzer als die technisch mögliche. Im 4. Kapitel werden zunächst die optimale Nutzungsdauer einer einmaligen Investition und im Falle ihrer identischen Wiederholung behandelt, dann der optimale Ersatzzeitpunkt bei Auftreten neuartiger Anlagen infolge des technischen Fortschritts oder möglicher Ausgaben zur Modernisierung bzw. Großreparatur vorhandener Anlagen sowie der kalkulatorische Restwert eines Objektes bestimmt. Dafür werden insbesondere Konzepte des Kapitelwertes und von Grenzwertkalkülen benutzt.
Walther Busse von Colbe, Frank Witte

5. Berücksichtigung der Ungewissheit bei Einzelinvestitionen

Investitionsobjekte können nur unter Ungewissheit geplant werden. Sie erstrecken sich in die Zukunft, die man nur sehr beschränkt voraussehen kann. Manche Investitionen, insbesondere Finanzinvestitionen, kann man zwar gegen Zahlung von Prämien im Voraus gegen einzelne Risiken versichern, für Sachinvestitionen gilt das nur beschränkt, z. B. gegen Brand oder Betriebsunterbrechung. Risiken aus verspäteter Fertigstellung von oder überplanmäßigen Ausgaben für Produktionsanlagen, niedrige Preise oder Absatzmengen oder höhere Kosten für Produkte muss das investierende Unternehmen in der Regel selbst tragen. Investitionsrechnungen, wie sie im 5. Kapitel beschrieben wurden, können dazu beitragen, Art und Ausmaß solcher Risiken bewusst zu machen, abzuschätzen und zu berücksichtigen. Beseitigen lässt sich die Ungewissheit damit nicht. Die Investitionsrechnungen mögen kompliziert erscheinen, im Vergleich zu den Berechnungen der Ingenieure für die Planung von Anlagen sind sie eher einfach, allerdings wie bei der Abschätzung von Wahrscheinlichkeiten für die Inputgrößen der Investitionskalküle stärker subjektiv geprägt. Das mag ein Grund dafür sein, dass in der Praxis offenbar einfache und robuste Verfahren, wie eine maximale Kapitalrückflussdauer oder eine Risikosimulation bevorzugt werden.
Walther Busse von Colbe, Frank Witte

6. Investitionsprogrammentscheidungen unter Sicherheit

In vielen Fällen werden Entscheidungen über Investitionen nicht isoliert für einzelne Investitionen, sondern in Zusammenhang mit anderen Investitionen getroffen. Damit ergibt sich ein Investitionsprogramm. Vielfach stehen dafür nicht unbegrenzt Finanzmittel zur Verfügung. Vielmehr ist dann für Investitionen zu einem bestimmten Zeitpunkt aus interner und oder externer Finanzierung nur ein bestimmter oder ein maximaler Betrag vorgesehen, der als Investitionsbudget bezeichnet wird. Insbesondere Sachinvestitionen sind häufig nicht unbeschränkt teilbar, auch wenn manche Sachanlagen mit verschieden großen Kapazitäten realisierbar sind, die dann aber gewöhnlich unterschiedliche Betriebsauszahlungen verursachen. Investitionsprogrammentscheidungen erweisen sich deshalb meist so komplex, dass sie analytischen oder grafischen Lösungen nur in relativ einfachen Fällen zugänglich sind. Gleichwohl werden in Kap. 6 einige Algorithmen für Investitionsprogrammentscheidungen behandelt, um die Struktur des Problems zu verdeutlichen. Diese in den sechziger und siebziger Jahren entwickelten und noch weitergehende Modelle haben sich aber bisher in der Praxis nicht breit durchgesetzt.
Walther Busse von Colbe, Frank Witte

7. Investitionsprogramme unter Risiko

Investitionsprogramme können auch unter dem Aspekt zusammengestellt werden, das Risiko durch Diversifikation zu begrenzen. Allerdings sind zumindest für Sachinvestitionen die Meinungen geteilt, ob auf die Dauer diversifizierte oder spezialisierte Unternehmen erfolgreicher sind. Für eine Diversifikation der Produkte für verschiedene Märkte spricht die Möglichkeit eines Risikoausgleichs angesichts unterschiedlicher Branchenkonjunkturen. In Abschn. 7.2 wurde der Diversifikationseffekt von Sachinvestitionen in verschiedene Produkte unter der Annahme unterschiedlicher Marktentwicklungen gezeigt. Die Wirkung der Diversifikation bei Investition in verschiedene Wertpapierarten hat seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zu der Entwicklung der Kapitalmarkt-Theorie geführt. Das Ausmaß des Diversifikationseffekts hangt von dem Maß der Korrelation der Renditen-Streuung der Wertpapiere ab, in die investiert wurde.
Walther Busse von Colbe, Frank Witte

8. Ableitung des Kalkulationszinses für Investitionsentscheidungen unter Risiko

Der Kalkulationszins ist für die Abzinsung der geplanten Einzahlungsüberschüsse zur Bewertung von einzelnen Investitionsobjekten bis hin zu ganzen Unternehmen von zentraler Bedeutung. Der Kalkulationszins soll die entgangenen Gewinne aus einer anderweitigen Verwendung des für das Investitionsobjekt geplanten Geldes und zugleich das mit der Investition verbundene Risiko repräsentieren. Die Bestimmung der Höhe des Kalkulationszinses nach mehr oder minder subjektivem Ermessen der Unternehmensleitung wird zunehmend durch seine Ableitung aus dem Kapitalmarkt abgelöst. Dafür hat sich weitgehend der gewichtete Kapitalkosten-Ansatz (WACC) durchgesetzt. Er setzt sich aus dem Eigenkapitalkostensatz und dem unter Berücksichtigung der steuerlichen Abzugsfähigkeit ermittelten Fremdkapitalkostensatz zusammen. Für den Eigenkapitalkostensatz stützt man sich zunehmend auf das Capital Asset Pricing Model. Mit dessen Hilfe wird der Risikozuschlag auf den sicheren Kapitalmarktzins ermittelt.
Walther Busse von Colbe, Frank Witte

9. Nutzwertanalyse als Bewertungsinstrument für nicht monetäre Aspekte von Investitionen

Mit Hilfe der Nutzwertanalyse ist es möglich, die nicht monetären Aspekte von Investitionsalternativen im Rahmen der Entscheidungsfindung transparent zu machen. Die gleichzeitige Darstellung der Ergebnisse der Investitionsrechnung und der Rangplätze der Nutzwertanalyse liefert keine „automatischen“ Ergebnisse. Vielmehr wird das Entscheidungsproblem transparent und insbesondere die Komplexität des Entscheidungsproblems nicht stärker reduziert als nötig. Dadurch gelangt man zu nachvollziehbaren Entscheidungen, die sich einfacher kommunizieren lassen. Die Kombination von Investitionsrechnung und Nutzwertanalyse kann insofern als Kommunikationsinstrument genutzt werden.
Während die Ergebnisse der Investitionsrechnung weitgehend frei von subjektiven Elementen sind und insofern objektive Informationen zu den monetären Aspekten einer Investition liefern, sind die Ergebnisse der Nutzwertanalyse grundsätzlich abhängig von konkreten subjektiven Einschätzungen. Die Nutzwertanalyse ist ein Instrument, um die subjektiven Einschätzungen zu den nur nicht monetär abbildbaren Aspekten einer Investition transparent zu machen. Dadurch wird eine über die Nutzwertanalyse fundierte Entscheidung intersubjektiv nachprüfbar.
Walther Busse von Colbe, Frank Witte

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