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14.10.2021 | Investmentfonds | Gastbeitrag | Onlineartikel

Anleger profitieren von Innovationen "Made in Germany"

Autor:
Nils-Peter Gehrmann
3:30 Min. Lesedauer

Wie ist es um die Innovationsfähigkeit in Deutschland bestellt? Aktuelle F&E-Zahlen belegen, dass hiesige Unternehmen in Zukunftstechnologien investieren. Für Anleger sind vor allem die Hidden Champions interessant.

Digitalisierung, demographische Entwicklung oder Transformation zu einer klimaneutralen und nachhaltig orientierten Wirtschaft – es gibt zahlreiche Herausforderungen und Megatrends, die frische Ideen brauchen und in der Realität gut umsetzbare Lösungen von Unternehmen erfordern. Die Innovationsfähigkeit ist angesichts des rasanten Wandels mehr denn je zu einer notwendigen Kernkompetenz für Betriebe und den Standort Deutschland  geworden. Laut dem vom Bundesverband der Deutschen Industrie, dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und dem Fraunhofer Institut ermittelten Innovationsindikator nimmt Deutschland, wie auch in den Jahren zuvor, innerhalb der Vergleichsgruppe der 35 führenden Industrie- und Schwellenländer den vierten Platz ein – nach der Schweiz, Singapur und Belgien – und gehört damit zu den innovativsten Nationen.

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01.10.2020 | Hintergrund & Wissen | Ausgabe 5/2020

Anziehendes Investment

Deutsche Mittelständler sind stark, einige sogar Hidden Champions. Zu viel "hidden" schadet aber auch unbekannten Weltmarktführern dabei, Führungs- und Fachkräfte zu finden und zu halten.

F&E-Ausgaben der deutschen Wirtschaft steigen

Eine zentrale Rolle für die Innovationsstärke eines Landes spielen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) vonseiten des Staates und der Wirtschaft. Entgegen aller Unkenrufe investiert die deutsche Wirtschaft verstärkt in ihre F&E-Aktivitäten und erhöhte 2019 ihre Ausgaben um sechs Prozent auf 76 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Zum dritten Mal in Folge wurde mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in F&E investiert und damit das in der EU-Wachstumsstrategie „Europa 2020“ definierte Ziel eines BIP-Anteils von drei Prozent übertroffen. Vor allem kleinere Unternehmen als Forschungs- und Entwicklungspartner von Großunternehmen erhöhten ihre Forschungsausgaben.

Wie kann man als Anleger an der hohen Innovationskraft der deutschen Wirtschaft und insbesondere von kleineren Unternehmen teilhaben? Das Anlageuniversum der deutschen Small und Mid Caps bietet einen breiten und vielfältigen Pool an Innovationstreibern. Nebenwerte machen bezogen auf die Anzahl rund 93 Prozent des deutschen Aktienmarkts aus. Angesichts der Fülle aber auch zum Teil geringeren Transparenzanforderungen im Vergleich zu den Blue Chip-Unternehmen bedarf es einer professionellen Herangehensweise, um aussichtsreiche deutsche Investitionsziele in diesem Segment zu identifizieren.

Hidden Champions sind ein deutsches Phänomen

Hervorzuheben unter den deutschen Small und Mid Caps sind die sogenannten Hidden Champions. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die meist aufgrund ihrer hohen Innovationsbereitschaft zu Weltmarktführern in einer Nische geworden sind, aber der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sind. Laut Bundesverband der Deutschen Industrie stammt rund die Hälfte der 2.700 globalen Hidden Champions aus Deutschland. Um ihren Wettbewerbsvorsprung zu verteidigen, pflegen Hidden Champions in der Regel eine offene Innovationskultur mit flachen Hierarchien und enger Kundenbindung.

Ein Beispiel für einen deutschen Hidden Champion ist PVA Tepla. Das Unternehmen ist am 20. September 2021 in den S-DAX aufgestiegen. Der Hightech-Spezialist wirkt der Knappheit in der Halbleiterindustrie entgegen, indem es Kristallzuchtanlagen fertigt und Lösungen für Siliziumkarbid anbietet, aus dem Halbleiter zum Beispiel für die Elektromobilität und die dazugehörige Ladeinfrastruktur hergestellt werden.

 Anlagen in Small und Mid Caps diversifizieren das Portfolio

Das Investieren in Small und Mid Caps bietet nicht nur die Teilhabe an innovativen Trends in der jeweiligen Branche. Es trägt darüber hinaus zur Diversifikation des gesamten Portfolios bei. Denn insbesondere die Hidden Champions sind weniger von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung beeinflusst und unterliegen ihren eigenen spezifischen Wachstumstreibern. Risiken für Anleger sind neben der Schwankungsbreite im Markt die Auswahl ungeeigneter Unternehmen. Letzteres kann jedoch durch einen aktiven und disziplinierten Investmentansatz stark vermindert werden, dank einer umfassenden und konstanten Analyse der Nebenwerte, auch durch Fokussierung auf innovative Unternehmen.

Dabei nimmt das Fondsmanagement die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, aber auch das Geschäftsmodell und die Managementqualität unter die Lupe. Der Besuch vor Ort oder zumindest ein enger Kontakt zum Management ist unabdingbar. Ein hoher Aufwand, der sich aber bezahlt machen kann. Nur wenn ein Unternehmen seinen Wettbewerbsvorteil verteidigen und in Umsatz- und Gewinnwachstum umwandeln kann, lohnt sich ein längerfristiges Engagement. Ist dann auch noch der Kurs attraktiv, vollzieht das Fondsmanagement den Einstieg. So kann mit deutschen Small und Mid Caps ein langfristiger Erfolg in der Nische erzielt werden.

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