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10.07.2013 | IT-Management | Im Fokus | Onlineartikel

Modelle zur Geschäftsarchitektur greifen häufig zu kurz

Autor:
Peter Pagel

Das Enterprise Architecture Management (EAM) hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Allzu oft bleibt die Beschreibung der Geschäftsarchitektur jedoch auf Prozessabläufe fokussiert. Die strategische Dimension wird dabei vernachlässigt.

Üblicherweise geht es in EAM-Modellen um eine strukturierte Beschreibung der Unternehmensarchitektur im Hinblick auf Geschäftsprozesse und ihre Unterstützung durch einzelne Anwendungen beziehungsweise deren Verzahnung miteinander. Denn nur mit einem vollständigen Überblick über die Parameter der Geschäfts-, Daten-, Anwendungs- und Technologiearchitektur lassen sich fundierte Entscheidungen zur Anpassung und Weiterentwicklung der unternehmensspezifischen IT-Landschaft treffen. Insofern ist der Bedeutungszuwachs, den das Enterprise Architecture Management in den letzten Jahren erfahren hat, leicht nachvollziehbar. Wo sich die Analyse aber allein auf Prozessabläufe und ihre Unterstützung durch die IT bezieht, bleibt ein großer Teil des Potenzials ungenutzt. Erst eine ganzheitliche Sicht auf die Geschäftsmotivation (strategischer Überbau eines Unternehmens), das Geschäftsmodell (Wahl des Produkts und der Positionierung am Markt) und den Geschäftsbetrieb (Organisation der Leistungserbringung, Kommunikation, Vertrieb etc.) erschließt das volle strategische Potenzial.

Die Geschäftsarchitektur als Gestaltungsvariable

Vor allem im Kontext von Transformationsvorhaben leistet ein vollständiges und transparentes Modell der Geschäftsarchitektur wertvolle Dienste. Die Frage, wie Geschäftsprozesse oder Organisationsstrukturen in drei bis fünf Jahren aussehen, so dass sich daraus konkrete Anforderungen an die IT ableiten lassen, ist jedoch unter Umständen nur schwer zu beantworten. Über die strategische Entwicklung des zukünftigen Geschäftsmodells lassen sich in aller Regel stabilere Aussagen treffen. Erst dann sollte der Blick auf die Implikationen für die IT-Landschaft und ihre Bausteine erfolgen. Ein solch ganzheitlicher Ansatz weist deutlich über das Verständnis von EAM als reiner Domäne der IT hinaus. Im Idealfall entsteht eine wechselseitige Befruchtung zwischen IT-Management und mittel- bis langfristiger Unternehmensplanung: Letztere formuliert ihre Anforderungen an die IT auf Basis einer zukunftsgerichteten strategischen Planung. In umgekehrter Richtung fließen die Rückmeldungen zu den verfügbaren Ressourcen in die unternehmerischen Entscheidungsprozesse ein und sorgen so erhöhte Substanz und Nachhaltigkeit.

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