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28.06.2018 | IT-Management | Im Fokus | Onlineartikel

Der Einfluss von Entwicklern in Unternehmen nimmt zu

Autor: Tobias Weidemann

Der Stellenwert von Softwareentwicklern hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt – weg vom reinen Techniker, hin zum Entscheidungsträger, der in strategischen Fragen um Rat gefragt wird. Doch die Sache hat zumindest aus der Sicht deutscher Developer einen Haken.

Weltweit verändert sich das Profil des Software-Entwicklers weg vom reinen Techniker hin zur Führungskraft, die nicht bloß ausführendes Organ ist, sondern über Unternehmensziele und Projektstrategien mit entscheidet. Das belegt eine aktuelle Studie der Payment-Plattform Stripe, die auf die Rolle von Entwicklern in Unternehmen eingeht. Die Analyse, die gemeinsam mit The Harris Poll Ende 2017 erhoben wurde, zeigt, dass weltweit 54 Prozent der Entwickler in den vergangenen fünf Jahren eine wachsende Rolle bei wichtigen Unternehmensentscheidungen in ihrem Betrieb spielen. Dieser Bedeutungsgewinn geht einher mit einer gestärkten Rolle der IT in der Gesellschaft. Allerdings vollzieht sich diese Entwicklung in Deutschland signifikant langsamer als in allen anderen untersuchten Märkten (neben den USA und Großbritannien sind dies Frankreich, Singapur, Australien).

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Entwickler-Input nicht in allen Unternehmen wertgeschätzt

Die Ergebnisse der Untersuchung von Stripe im Einzelnen: 

  • Gerade einmal 18 Prozent der in Deutschland Befragten geben an, dass Entwickler-Input bei wichtigen Geschäftsentscheidungen sehr stark berücksichtigt werde. Weltweit waren es knapp ein Viertel. 
  • 6 Prozent waren in Deutschland gar der Auffassung, dass Entwickler-Input bei wichtigen Entscheidungen überhaupt nicht berücksichtigt werde.  
  • Immerhin 14 Prozent gaben an, dass der Austausch mit nicht-technischen Führungskräften in den letzten fünf Jahren sogar abgenommen hat – im internationalen Vergleich sagten das dagegen nur 10 Prozent.

Unzufrieden sind 34 Prozent der Entwickler laut der Befragung auch mit dem technischen Fachwissen der Geschäftsführung. Alarmierend: 44 Prozent geben an, dass ihr Unternehmen die falsche Produkt-Roadmap habe, weil es in der Planung an ausreichendem Input von Entwicklern fehle (Durchschnitt: 39 Prozent).

Mangel an Entwicklern und Nutzung veralteter Tools

Deutsche Unternehmen neigen zudem dazu, veraltete Technologien und Tools einzusetzen, und sie beschäftigen nicht ausreichend Entwickler – so zumindest die Erkenntnisse der Stripe-Studie. Auch bei den Antworten in diesem Bereich schnitt Deutschland schlechter ab als die anderen fünf Märkte: Demnach gab jeder vierte Befragte an, dass Entwickler in ihrem Unternehmen nicht die nötigen Ressourcen erhalten, die sie für eine effektive Arbeit benötigen.

Über die Hälfte, genauer 55 Prozent, sagen, dass Entwickler sich zu häufig auf die Wartung von veralteten Systemen konzentrieren müssen und so von ihrem eigentlichen Kerngeschäft abgehalten werden. 39 Prozent erklären, dass falsche Priorisierung in ihrem Unternehmen ihre größte Herausforderung ist. Und schließlich sind es fast sieben von zehn Befragten (69 Prozent) in Deutschland, die angaben, dass ihr Unternehmen über zu begrenzte Entwicklerkapazitäten verfüge. Im Rahmen der Online-Studie wurden im vierten Quartal 2017 1.440 fest angestellte Software- und Web-Entwickler, Software-, Web- und Computer-Ingenieure sowie CTOs und CIOs befragt. 

Das Kapitel "Die Dominanz von Software im digitalen Zeitalter" von  Claudia Lemke, Walter Brenner und Kathrin Kirchner aus dem Springer-Buch "Einführung der Wirtschaftsinformatik" betont den Stellenwert der Automatisierung und der Algorithmen im Zusammenhang mit der digitalen Transformation. Durch Apps oder Websites, durch künstliche Intelligenz oder persönliche Assistenten manifestiert sich der Stellenwert der Programmierer im Speziellen. "Algorithmen sind der Schlüssel für die Anwendung dieser Technologien. Sie vereinen das automatisierbare Wissen an Tätigkeiten und Abläufen und spiegeln auf diese Weise uns Menschen unsere eigene Wahrnehmung von der Realität dieser Welt. Sie sind der Hebel für die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle, neuer vollkommen digitaler Produkte und Dienstleistungen oder digitaler verwobener materieller Produkte", schreiben die Springer-Autoren. Im Buch arbeiten sie die wesentlichen Grundlagen von Algorithmen zum Entwickeln von Software heraus und gehen dabei auch auf die Rolle des Programmierers ein. Sie beleuchten die ethische und juristische Betrachtung von Software und thematisieren die berufliche Verantwortung während der Softwareentwicklung. 

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