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30.12.2021 | IT-Outsourcing | Im Fokus | Online-Artikel

Outsourcing bleibt 2022 zentrales Bankenthema

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

3 Min. Lesedauer
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In den vergangenen Jahren hat die deutsche Finanzbranche mit unzähligen Projekten an der Kostenschraube gedreht. Nun scheinen vielerorts alle internen Hebel umgelegt. Open Banking und Auslagerungen versprechen jedoch weitere Effizienzgewinne.

"Die Corona-Pandemie war auch in diesem Jahr ein wesentlicher Treiber der verstärkten digitalen Transformation, durch die sich die Anforderungen der Kunden nachhaltig zu Gunsten der digitalen Player verändert haben", konstatiert Michael Herschlein, CEO von Younited Credit Deutschland. Der konstante Wandel im Konsumverhalten habe insbesondere in der Bankenbranche einschlägige Veränderungen mit sich gebracht. Ein Beispiel hierfür sei der zunehmende Fokus auf die Nutzung von Daten. "Diese Digitalisierung sowie steigender Kostendruck und regulatorische Anforderungen lösen eine zunehmende Konsolidierung im Bankensektor aus, die sich in 2022 fortsetzen wird", lautet daher seine Prognose.

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Finanzdienstleister müssen trotz steigender Kosten mehr in kundenfreundliche Dienstleistungen investieren. Eine effiziente Lösung kann die Auslagerung des Dokumentenmanagements sein. Vor allem beim Onboarding und im Backoffice sollen künftig möglichst kostengünstig Beziehungen gefestigt werden.

Betreuung digitaler Kunden ist Transformationstreiber

Laut einer Ende November veröffentlichten Studie des Plattformanbieters Tink sind bei fast der Hälfte (47 Prozent) der europäischen Finanzhäuser die Open-Banking-Ausgaben im Jahr 2021 gestiegen. Der Grund: Die Institute müssen deutlich mehr digitale Kunden betreuen. Für die Erhebung sind mehr als 300 leitende Entscheidungsträger von Finanzinstituten in zwölf europäischen Ländern befragt worden. Die Auswertung der Daten belegt einen Anstieg der Open-Banking-Investitionen 2021, der bei Vermögensverwaltern mit 58 Prozent am höchsten ausfällt. Es folgen Großkundenbanken (55 Prozent), Kreditanbieter (51 Prozent) und Challenger-Banken (50 Prozent).

"Auch im neuen Jahr stehen die Banken großen technischen Herausforderung und steigendem Kostendruck gegenüber. Die bestehenden IT-Architekturen vieler Institute sind dem nach wie vor nicht gewachsen und werden deshalb zunehmend ausgelagert werden", betont Herschlein. Diese Entwicklung bestätigt auch Andreas Schick, Senior Partner der auf Finanzdienstleister spezialisierten Zeb Consulting in der Dezember-Ausgabe von Bankmagazin. "Der Markt ist heute dynamischer denn je, die Auslagerungen komplexer, die Sourcing-Landschaft ist agiler und bunter geworden", zitiert ihn Anja Kühner im Beitrag "Richtig auslagern" (Ausgabe 12 | 2021).

Nach umfassenden Effizienzprojekten hätten die meisten Finanzinstitute hierzulande ihre internen Stellschrauben ausgereizt, bringt es Kühner auf den Punkt. "Weitere Effizienzgewinne sind nur noch durch Auslagerung zu erzielen." Neben den Kosten sprechen allerdings noch weitere Gründe für das Outsourcing. Hierzu gehören die Plattform-Ökonomie, der Zugang zu Ressourcen und Technologie sowie der Trend zur unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit im Open Banking, zählt die Bankmagazin-Autorin auf. 

Fünf wichtige Outsourcing-Trends bei Banken

Für die kommenden ein bis zwei Jahre macht Kühner fünf zentrale Auslagerungstrends aus und bezieht sich dabei auf den Report "Outsourcing in der Finanzindustrie 2021" von Pricewaterhouse Coopers: 

  1. Digitalisierung: Cloud-Services werden verstärkt eingeführt, denn sie dienen als Basis für die Nutzung neuer Technologien. 
  2. Strategic Sourcing: Auslagerungen unterstützen dabei, die strategischen Ziele des Instituts zu erreichen. 
  3. Sustainable Sourcing: Die Nachhaltigkeit von Dienstleistern gewinnt zunehmend an Bedeutung. 
  4. Integrated Sourcing: Weil immer mehr Institute interaktive Kundenportale aufauen, wird die Integrierbarkeit der Dienstleister wichtiger. 
  5. Cross-Industry Sourcing: Der Trend zu Open-Banking-Produkten führt zu einer zunehmenden Kooperation mit branchenfremden Dienstleistern.

Lösungen an Wünschen der User ausrichten

"Allerdings wird 2022 auch zeigen, dass sich langfristig die Player am Markt durchsetzen, deren Lösungen die realen Bedürfnisse und Wünsche der User am besten erfüllen", glaubt Frank Kebsch, CEO und Managing Director bei Finleap Connect. "Es sind die Menschen, die entscheiden, welche Produkte sie nutzen und wie sie ihren Umgang mit Finanzen gestalten möchten. Hier wird der Anspruch an die Dienstleister, qualitativ hochwertige Schnittstellen zur Verfügung zu stellen und die User Experience im Blick zu haben, noch enorm steigen, denn in Deutschland gibt es in diesen Bereichen durchaus Aufholbedarf."

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