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01.09.2012 | IT-Sicherheit | Interview | Onlineartikel

Bundesdeutsche Task Force jagt Datendiebe

Auf Wunsch von Ex-Wirtschaftsminister Brüderle soll künftig eine Task Force für Informationssicherheit in der Deutschen Wirtschaft sorgen. Welche Maßnahmen die Regierung dazu konkret plant, hinterfragt Alexander Tsolkas beim Wirtschaftsminister a.D.

Sehr geehrter Herr Minister Brüderle, was hat Sie dazu bewegt die Task Force Informationssicherheit in der deutschen Wirtschaft zu gründen?

Rainer Brüderle: Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die nach aktuellen Studien akute Sicherheitsprobleme haben, müssen auf die Herausforderungen des digitalen Zeitalters vorbereitet werden. Unzureichende Sicherheitsvorkehrungen beim Einsatz von Systemen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) schlagen sich nicht nur in Datenverlusten nieder. Die IKT ist heute Einfallstor für Wirtschaftssabotage und -spionage. Hier droht erheblicher Schaden. Die Task Force habe ich eingerichtet, um das Bewusstsein von Unternehmen für Gefahren im Zusammenhang mit der Nutzung von IKT zu schärfen. Auch soll die Task Force Angebote zur Hilfestellung erarbeiten. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sollen hierdurch beim sicheren Einsatz von IKT-Systemen unterstützt werden. Die Task Force ist nach bisherigen Planungen auf zwei Jahre angelegt.

Was unterscheidet diese Task Force maßgeblich von der Initiative Ihres Kollegen De Maizière, als er noch Innenminister war? Warum fährt Deutschland zweigleisig?

Die Task Force ist ein Teil der Cyber-Sicherheitsstrategie, die unter der Federführung des Bundesinnenministeriums erarbeitet wurde und die die Bundesregierung beschlossen hat. Sie soll vornehmlich die IT-Sicherheit in der Wirtschaft stärken. Das nationale Cyber-Abwehrzentrum und der nationale Cyber-Sicherheitsrat hingegen sind in erster Linie Instrumentarien für die öffentliche Verwaltung.

Wie sieht Ihre Vision zum Endausbau dieser Informationssicherheits-Task Force aus?

Die Task Force ist eine gemeinsame Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums, der IT-Sicherheitswirtschaft und der kleinen und mittleren Unternehmen. Als Dachmarke soll die Task Force bereits bestehende IT-Sicherheitsinitiativen bündeln, um mit gemeinsamer Kraft kleine und mittlere Unternehmen wirkungsvoll zu erreichen. Vertreter von Wirtschaftsverbänden und bereits aktiven IT-Sicher#heitsinitiativen begleiten und beraten die laufenden Prozesse der Task Force. Hierzu wurde ein Steuerkreis eingerichtet. Wichtige Themen werden in Arbeitsgruppen gemeinsam diskutiert und Lösungsansätze erarbeitet. Derzeit lassen wir einen IT-Sicherheitsnavigator erstellen, der einen Überblick über Hilfsangebote zu IT-Sicherheit bieten soll. Außerdem ist ein IT-Sicherheitscheck geplant, mit dem das IT-Sicherheitsniveau gemessen und bestehende Lücken identifiziert werden können. Wir streben an, innerhalb von zwei Jahren mit gemeinsamer Kraft ein IT-Sicherheits-Beratungszentrum für kleine und mittlere Unternehmen einzurichten.

Die Wirtschaft hat Geld, die Staatskasse ist leer. Denken Sie die Wirtschaft wird sich initiativ und finanziell daran beteiligen?

Das Thema IT-Sicherheit in der Wirtschaft und die Aktivitäten der Task Force sind bisher auf reges Interesse bei der Wirtschaft gestoßen, die sich sehr engagiert am eingerichteten Steuerkreis und den Arbeitsgruppen beteiligt.

Wie viele Euros spendieren Sie aus Ihrem Budget über welchen Zeitraum dazu?

Bei der Task Force geht es uns – wie schon gesagt – vor allem um Bewusstseinsschärfung und konkrete Hilfestellungen für kleine und mittlere Unternehmen. Die Kosten, die damit verbunden sein werden, sind überschaubar.

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