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27.08.2015 | IT-Sicherheit | Im Fokus | Onlineartikel

Spioniert mich mein Smart TV im Wohnzimmer aus?

Autor:
Andreas Burkert

Bewahren Sie Contenance bei spannenden Filmen. Ein Smart TV sammelt nämlich mehr Daten als Ihnen lieb ist. Weil diese Nutzungsdaten einer eindeutigen Kennung zugeordnet werden können, wollen nun die Aufsichtsbehörden für den Datenschutz sich den Spion im Wohnzimmer genauer ansehen.

Vom Sofa aus in die weite Welt. Das Smart-TV, das Fernsehgerät mit Internetanschluss und zahlreichen Internet-basierten Diensten, erobert das Wohnzimmer. Mittlerweile verbringen rund 18 Millionen Bundesbürger ihre Freizeit vor einem Smart-TV. Wenn in wenigen Tagen die internationale Funkausstellung IFA in Berlin neben Smartphones, Smartwatches und neuen Fitness- und Gesundheits-Apps auch Fernsehgeräte der nächsten Generation präsentiert, ist die IT-Branche ihrem Ziel, auch den privaten Raum zu vernetzen, einen Schritt weiter. Doch es regt sich Widerstand.

Allein in Deutschland haben etwa eine Millionen Smart-TV-Nutzer ihren Apparat nicht ans Internet angeschlossen. Zu groß scheint das Unbehagen, belauscht zu werden. Beziehungsweise fürchten sich viele vor einem Missbrauch ihrer Daten. Diese modernen Fernsehgeräte besitzen nämlich nicht nur eine Anbindung an das Internet. Zahlreiche Dienste verändern das bisherige rein passive Nutzen dieser Geräte grundlegend. Die Datenschutzexperten des Bayerisches Landesamtes für Datenschutzaufsicht, Miriam Meder und Andreas Sachs, befürchten erhebliche Risiken hinsichtlich des informationellen Selbstbestimmungsrechts.

Datenschutzaufsichtsbehörden schauen sich Smart-TVs genauer an

Sie befürchten, dass die Fernseher mit Internetanschluss mehr Daten als nötig erheben beziehungsweise gehen sie der Frage nach, „ob sich das intelligente Endgerät nicht doch als ein ‚Spion im Wohnzimmer‘ entpuppt“. Das zumindest erklären sie in ihrem Beitrag „Technische Prüfung der Datenflüsse bei Smart-TVs“ erschienen in der August-Ausgabe der Datenschutz und Datensicherheit (ab Seite 449). Die Frage ist berechtigt. Immerhin werden „bei der Nutzung von Smart TV-Diensten nicht nur bei einer Registrierung eines Nutzers personenbezogene Daten wie Name, E-Mail Adresse, Bankverbindungsdaten usw. direkt beim Nutzer erhoben, verarbeitet und genutzt“, schreiben sie.

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Besorgniserregend ist auch, dass darüber hinaus - wie im herkömmlichen Internet - zahlreiche weitere personenbezogene Daten von dem Gerät an die jeweils verantwortliche Stelle übertragen werden. „Zu diesen Daten gehören neben der IP-Adresse vorliegend insbesondere auch eindeutige Gerätekennungen“. Der Beitrag zeigt, auf welch vielfältige Art und Weise ein Smart TV sich zu erkennen gibt. So verfügt jedes Gerät produktionsbedingt über eine eindeutige Seriennummer. Auch sind allen verbauten Netzwerkkarten eindeutige MAC-Adressen zugeordnet. Und „manche Hersteller vergeben zusätzlich noch fest verbaute interne Gerätekennungen oder weisen einem neu in Betrieb genommenen Gerät (exemplarisch festgestellt auf Basis der MAC-Adresse) - eine sogenannte Cloud-ID.“
Und anhand dieser eindeutigen Gerätekennungen können viele oder alle Nutzungsdaten einer eindeutigen Kennung zugeordnet werden, wissen die Datenschutzexperten. Für sie ist das bedenklich: Auch weil "diese Gerätekennungen auch bei der Registrierung bei einem Smart-TV Dienst oder einem App-Store, der Nutzung der Smart-TV Apps wie einer Fernprogrammierung der Aufnahme oder des Kundenservices mitgesendet werden". Dann nämlich kann ein bestimmter Smart-TV zu personenbezogenen Daten wie Name, Adresse oder Email zugeordnet werden. "Selbst wenn eine solche Zuordnung etwa mangels Registrierung nicht möglich ist, so wird der Nutzer mittels der eindeutigen Kennung individualisierbar, d.h. als Individuum herausgehoben", mahnen sie.

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