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08.09.2013 | IT-Sicherheit | Im Fokus | Onlineartikel

NSA-Spy: Im Namen und Auftrag der Industrie?

Autor:
Andreas Burkert
1:30 Min. Lesedauer

Jetzt also können NSA und GCHQ alle vertraulichen Daten lesen, die im Internet kursieren. Die einst geschätzten Online-Protokolle wie HTTPS, Voice-over-IP und SSL sind damit für das Übertragen sensibler Daten ebenso ungeeignet wie das Faxen.

Der NSA-Großangriff auf die Verschlüsselungstechnik bringt das Internet ins Wanken. Während viele resignieren, greift der Security-Experte Bruce Schneier in einem Kommentar im Guardian hart die USA an. Seiner Ansicht nach hat die US-Regierung das Internet und seine Nutzer verraten und fundamentale gesellschaftliche Vereinbarungen gebrochen. Welcher Schaden dieses Vorgehen der Geheimdienste für künftige mobile Dienste haben wird, ist ungewiss. Vor allem auch, weil kaum einer mehr den ethischen Standards der IT-Konzerne vertraut, die die Infrastruktur des Netzes sowie Hardware und Software herstellten und oftmals die Hintertüren für die Geheimdienste bereits integrierten.

Vor diesem Hintergrund wirkt die SWIFT-Bankdatendurchforstung oder aber das regelmäßige Übermitteln der Flugpassagierdaten an die USA wie eine Farce. Denn bereits aus diesen Daten können detaillierte Erkenntnisse zur wirtschaftlichen Tätigkeit von Unternehmen extrahiert werden. Davon sind die Springer-Autoren Alexander Tsolkas und Friedrich Wimmer überzeugt.

Wirtschaftsspionage und Intelligence Gathering

In ihrem Buch „Wirtschaftsspionage und Intelligence Gathering“ zeigen sie Schritt für Schritt, wie schon aus den freiwillig übermittelten Daten detaillierte Erkenntnisse zur wirtschaftlichen Tätigkeit von Unternehmen extrahiert werden können. Das sind Erkenntnisse, die vor allem für technologisch hoch entwickelte Staaten und deren Unternehmen von Interesse sind und von ihnen abgegriffen werden. Tsolkas und Wimmer mahnen, dass die Gefahr von Konkurrenz- und Wirtschaftspionage evident ist.

Das Überraschende aber ist: Viele europäische Unternehmen sind sich nicht oder nur unzureichend über diese neuen Gefahren im Klaren. Für die Autoren Grund genug, anhand von Beispielen zu erklären, welche Informationen aus diesen im Wirtschaftskreislauf entstehenden Datensammlungen extrahiert werden können, wie Unternehmen die eigene Gefährdungslage einschätzen - und durch welche Maßnahmen sie das Risiko verringern können.

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