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23.06.2014 | IT-Sicherheit | Im Fokus | Onlineartikel

Keine absolute Sicherheit beim Online Banking

Autor:
Elke Pohl

Sichere Transaktionen und geschützte Daten sind deutschen Online-Banking-Nutzern wichtiger als Schnelligkeit und Verfügbarkeit. Dennoch nutzen sie individuelle Sicherheitsmaßnahmen nicht umfassend. Und bezahlen will auch kaum jemand dafür.

Nur 73 Prozent der Nutzer von Online Banking benutzen Sicherheitsprogramme und nur 65 Prozent prüfen regelmäßig ihre Umsätze. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie "Online-Banking – Sicherheit zählt!", die zum sechsten Mal von TNS Infratest im Auftrag des IT-Dienstleisters der genossenschaftlichen Finanzgruppe, Fiducia, und der Initiative D21 durchgeführt wurde. Befragt wurden 1.000 Bürger nach ihrem Nutzungsverhalten sowie Wünschen in Bezug auf das Online Banking. Jens-Olaf Bartels, Vorstand der Fiducia und der Initiative D21, findet diese Ergebnisse bedenklich. Kunden müssten selbst auch vorsichtig sein und die Bemühungen nicht vollständig der Bank überlassen, mahnt er.

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Zwar investiere die Fiducia viel in die Forschung, um im Wettbewerb mit kriminellen Elementen die Nase vorn zu haben, ergänzt Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Doch ohne die Mithilfe der Kunden funktioniere es nicht. Umso bedenklicher sei die Tatsache, dass Kunden zwar für sichere Transaktionsverfahren wie mobile-TAN, Smart-TAN plus und das neue push-TAN sowie für Services wie SMS-Benachrichtigung bei ungewöhnlichen Kontobewegungen aufgeschlossen seien, aber kaum bereit dafür zu zahlen. Lediglich ein Drittel der befragten Nutzer könnte sich vorstellen, maximal zwei Euro im Monat zu entrichten. 54 Prozent sind der Überzeugung, dass sicheres Online Banking zu den Angeboten gehört, die Kreditinstitute kostenlos anbieten müssten. Hundertprozentige Sicherheit, so Bartels, sei jedoch in jedem Fall unmöglich.

Genossenschaftsbanken investieren in digitale Medien

Bei den Volks- und Raiffeisenbanken, von denen es 1.078 in Deutschland gibt, werden derzeit 40 Prozent der Konten online geführt. Schon 60 Prozent der Kunden informieren sich im Internet, kommen dann aber mehrheitlich in eine Filiale. Daher beschreite man den Omnikanal-Weg, um Kunden nicht einen Zugangsweg vorzuschreiben, sondern es ihm zu überlassen, wie er seine Bank kontaktiert, erklärt Fröhlich. Derzeit investiere man in größerem Maße, um die vielen dezentralen Online-Auftritte aufzurüsten und das Allfinanz-Angebot auch über digitale Vertriebswege anzubieten und dabei auf die Ortsbank, aber auch auf einzelne Marken und das Kernportal vr.de zu verweisen. Was Mobile Payment betrifft, sieht er keine "stürmische, revolutionäre Entwicklung". Die deutsche Kreditwirtschaft müsse dieses Thema zwar vorantreiben – schon deshalb, um Wettbewerbern nicht das Feld zu überlassen -, aber die anderen Zahlungswege werden davon sicher nicht verdrängt.

In seinem Buch "Ich glaube, es hackt!" beschreibt Springer-Autor Tobias Schrödel die verschiedenen Verfahren beim Online Banking. Zudem erklärt er, wie Hacker über Brute-Force Angriffe und Man-in-the-Middle-Attacken (Seite 147 - 151) an die Daten der Bankkunden gelangen.

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01.06.2013 | IT + Organisation | Ausgabe 6/2013

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Quelle:
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