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31.05.2015 | IT-Sicherheit | Im Fokus | Onlineartikel

So zahlen Sie künftig anonym für Online-Inhalte

Autor:
Andreas Burkert

Mikrozahlungen a la Bitcoin können das Internet retten, wären virtuelle Währungen nicht grundsätzlich angreifbar. Mit Hilfe eines Proof of Work-Zertifikat, verschickt über ein anonymisiertes Netzwerk, kann das aber künftig sicher und anonym gelingen.

Seitenaufrufe schmeicheln, sichern dem Webmaster aber nicht sein Einkommen. Und selbst SEO-optimierte Seiten, wie es Dirk Lewandowski in seinem Buch „Suchmaschinen verstehen“ ab Seite 161 erklärt sind nicht immer auch ein Garant für steigende Umsätze. Das sieht auch Professor Alex Biryukov von der Universität Luxemburg so. Der Experte für Kryptologie und Sicherheit von Informationssystemen hat sich deshalb ein Verfahren ausgedacht, wie „Leser, Zuschauer und Gamer“ sicher und anonym für Online-Inhalte zahlen, ohne dass sie Geld überweisen müssen. Und Biryukov erklärt, wie solch ein System funktionieren könnte: „Jedes Mal, wenn ein Nutzer Internet-Inhalte „liked”, könnte er auch zustimmen, eine kleine Menge der ungenutzten Rechenleistung seines PCs zu spenden.“

Zum bezahlen kommen virtuelle Zahlungssysteme (beispielsweise Bitcoins) zum Einsatz, um diese zusätzliche Rechenleistung nutzen zu können, die für die Milliarden von Berechnungen zu Aufbau und Führung ihrer virtuellen Konten benötigt wird. Diese Spende würde demnach virtuelle Währungszahlungen an die Anbieter von Inhalten generieren. Und diese könnten dann wiederum in herkömmliche „Fiat”-Währungen umgewandelt werden, um Autoren, Künstler und andere Erzeuger von Inhalten zu entlohnen.

Sehr sicheres Verfahren für Mikrozahlungen

Nutzer könnten ihre Zustimmung geben, um etwa 10 bis 20 Prozent ihrer Rechnerleistung zur Verfügung zu stellen. Laut dem Wissenschaftler würde sich dies nicht nachteilig auf die Leistung des Computers auswirken. Mittlerweile verfügen moderne PCs nämlich über mehrere Prozessorkerne, die bei der normalen Verwendung häufig nicht genutzt werden. Die einzigen Kosten, die dem Nutzer entstünden, wären leicht ansteigende Stromkosten für die zusätzliche Rechenleistung. Dies wäre jedoch eine unerhebliche Summe.

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Wie aber lässt sich dieser Prozess vollständig anonym und sicher gestalten? Immerhin gilt es zu verhindern, dass Nutzer nach ihrer Teilnahme identifiziert oder gehackt werden können. Dass dies möglich ist, haben nun Untersuchungen der Universität Luxemburg erstmals gezeigt. So wird nach Abschluss der Berechnung ein sogenanntes nachprüfbares Proof of Work-Zertifikat erzeugt und über ein anonymisiertes Netzwerk (wie das weit verbreitete Tor-Netzwerk) an den Anbieter der Inhalte gesendet. Die Privatsphäre des Nutzers wäre demnach gewährleistet. Der Anbieter der Inhalte wird anschließend in einer virtuellen Währung für die Menge der Berechnungen bezahlt, die vom Nutzer durchgeführt wurde.

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