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28.07.2015 | IT-Sicherheit | Im Fokus | Onlineartikel

Tor-Alternative Hornet macht das anonyme Surfen blitzschnell

Autor:
Andreas Burkert

Nutzer des Anonymisierungsnetzwerks Tor sind leidensfähig. Um sich vor der Analyse ihres Datenverkehrs zu schützen, nehmen sie oftmals lange Ladezeiten in Kauf. Mit Hornet ändert sich das. Die Tor-Alternative schafft eine Transfer-geschwindigkeit von bis zu 93,5 GBit/s und ist zudem noch sicherer.

Das Internet ist ein Quell unendlicher Informationen. Weil aber jeder Klick eine unverwechselbare Spur hinterlässt, bezahlt jeder den Zugriff darauf mit seinen persönlichen Daten. Das ist nicht nur für Forschungsinstitute riskant, die anonym recherchieren wollen. Auch Unternehmen verraten dadurch oftmals ihre Strategie. Damit sich das Surfverhalten nicht analysieren lässt, haben zu Beginn des 21. Jahrhundert Forscher ein Netzwerk zur Anonymisierung von Verbindungsdaten geschaffen. Ursprünglich als The Onion Router TOR bezeichnet, gelingt damit das sichere Surfen im Internet.

Heute wird es für TCP-Verbindungen eingesetzt und kann beispielsweise für Web-Browsing, Instant Messaging, IRC, SSH, E-Mail, P2P und anderes benutzt werden, da es vor der Analyse des Datenverkehrs schützt. „Mittlerweile betreiben diverse Institutionen – meist Universitäten und Datenschutz-Vereinigungen – weltweit Tor-Server“, schreibt der Internet-Experte Tobias Schrödel in seinem Buch „Ich glaube, es hackt!“ ab Seite 75. Diese Server agieren dabei wie jeder andere Router auch – mit einer Ausnahme: Sie speichern keine Logfiles. Damit ist zwar ersichtlich, dass jemand über einen Tor-Server surft, aber nicht viel mehr. „Der Betreiber des selbigen kann – und will wahrscheinlich – auch nicht sagen, wer das denn war. Die Information steht ihm nicht zur Verfügung. Sogar unter Druck könnte er sie nicht verraten.“.

Hornet ist sicherer als Fünf Tor-Server hintereinander geschaltet

Wie sehr etwa Behörden ihr Surfverhalten geheim halten wollen, zeigt der Umstand, dass sie in aller Regel drei bis fünf Tor-Server hintereinander schalten. So lassen sich selbst über die Uhrzeit einer Abfrage keine Indizien konstruieren. „Sie kommunizieren verschlüsselt und achten darauf, dass möglichst viele von ihnen in einem anderen Land betrieben werden. Das macht eine Rückverfolgung nahezu unmöglich“, erklärt Schrödel. Doch er kennt auch die Nachteile dieser Strategie. “ Eine derartige Kaskade an Routern verlangsamt die Internet-Verbindung spürbar. Wer eine Seite aufruft, muss sich wenige Sekunden gedulden, bevor die Seite aufgebaut wird.“. Das aber könnte sich bald ändern.

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Forschern des University College London und der ETH Zürich haben nämlich in einem Gemeinschaftsprojekt eine Alternative zum Anonymisierungsnetzwerk Tor entwickelt. Das „High-Speed Onion Routing at the Network Layer"-System Hornet ist eine High-Speed End-to-End-Anonymisierung durch den Einsatz von Netzwerkarchitekturen der nächsten Generation. Hornet nutzt laut den Wissenschaftlern symmetrische Kryptografie für die Weiterleitung von Daten und reduziert die benötigte Datenmenge für jedes verschlüsselte Paket. Die genaue Funktionsweise erklären die Informatiker in einem Technical Paper, welches der Redaktion vorliegt. Um die einzelnen Anfragen zu anonymisieren, nutzt Hornet übrigens zwei verschiedene Onion-Protokolle. Trotz der aufwendigeren Verschlüsselung erreichen sie mit Hornet eine Transfergeschwindigkeit von bis zu 93,5 GBit/s.

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