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31.03.2015 | IT-Strategie | Interview | Onlineartikel

"Das Smartphone hat sich zur Kommunikationszentrale entwickelt"

Autor:
Peter Pagel

Digital-Marketing-Experte Andreas Gahlert widmet sich mit seinem neuen Unternehmen dem Smartphone als Schaltzentrale von Fahrrädern. Wir sprachen mit ihm über die Zukunft mobiler Kommunikation.

Sie beschäftigen sich ja bereits sehr lange mit dem Bereich „Mobiles Internet“. Was ist aus Ihrer Sicht das Bemerkenswerteste an dieser gesamten Entwicklung innerhalb der vergangenen fünf Jahre?

1996 habe ich die Agentur für digitales Marketing Neue Digitale gegründet und diese 2006 an Razorfish verkauft. Angefangen haben wir zunächst mit dem Bau von Webseiten. Irgendwann kam dann das Thema „Mobiles Marketing“ auf. Bereits 2004 waren wir der Überzeugung, dass mobiles Marketing die Zukunft sein wird und haben uns deshalb stark in diese Richtung fokussiert. Zurückblickend hatten wir damals den Ansatz, klassisches Internet für stationäre Rechner zu machen und als Zusatz ein bisschen Mobile dazu. Wir haben Mobile damals immer als eine Art Erweiterung betrachtet. Was mich heute beeindruckt, ist, wie sehr die mobile Lösung inzwischen ins Zentrum der Überlegungen gerückt ist. Heute heißt es nicht mehr nur „think digital first“ sondern „think mobile first“. Das gilt für Produkte, Kampagnen und Services gleichermaßen.

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Diese Entwicklung lässt sich sehr deutlich bei großen Anwendungen wie Facebook oder Ebay sehen. Am Anfang konnte man im Web alle und auf dem Smartphone nur einen kleinen Teil der Funktionen nutzen. Inzwischen geht alles auch mobil. Der einzige Vorteil des klassischen Webs ist heute der größere Monitor, und selbst dieser Vorteil hat sich mit dem Aufkommen immer größerer Smartphones deutlich verringert. Ich sehe das auch bei mir selbst – mein iPhone ist ein vollwertiges Arbeitsgerät für mich geworden. Als ich es neu hatte, wollte ich es erst nach ein bis zwei Tagen wieder zurückbringen, weil es mir zu groß war. Aber nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, ist es für mich noch viel mehr das zentrale Kommunikationsgerät geworden.

Besonders zu spüren bekamen diese neue Rolle des Smartphones ja die Hersteller mobiler Navigationsgeräte.

Ja, auf jeden Fall. Das gilt auch für das Fahrrad. Der TomTom der Fahrradwelt ist Garmin, Marktführer bei mobiler Navigation für Radler und Wanderer. Die haben wirklich einen spürbaren Einbruch erlebt, weil es jetzt Smartphone-Halterungen für den Lenker gibt und so das Smartphone alles kann, was die dezidierten Navis können und nebenbei eben auch noch weitaus mehr Funktionen bietet. Das ist ähnlich wie die Entwicklung bei Kompaktkameras, auch ein Markt, der durch immer leistungsfähigere Handykameras nahezu komplett verschwunden ist. Auch eine Entwicklung, die nur wenige vorausgesehen hätten, als die ersten Mobiltelefone mit eingebauter Kamera auf den Markt kamen – damals war das mehr ein Gag. Ich mache inzwischen alle meine Fotos mit dem Smartphone. Ganz typisch bin ich vielleicht nicht, mein Haus ist auch schon ein Smart Home, einfach, weil ich es liebe, wenn alles einfach und aufgeräumt aussieht, sich zentral – zum Beispiel vom Smartphone aus – steuern lässt. Für mich ist das eine sehr schöne Zukunftsvision.

Man könnte Sie also als Early Adopter bezeichnen?

Ja, das kann man so sagen. Razorfish war immer eine sehr zukunftsorientierte Agentur, was sich auch darin zeigte, dass wir mehrere Innovationspreise gewonnen haben. Die Lust an der Entwicklung, an neuen, spannenden Technologien ist schon etwas, das mich ausmacht und antreibt. Es ist uns öfter passiert, dass uns Kunden gesagt haben, wir seien etwas zu weit voraus. Manche Wettbewerbspräsentation haben wir verloren, weil die Kunden einfach etwas Konservativeres wollten (lacht). Andere haben wir aus den gleichen Gründen natürlich auch gewonnen. Ich habe mir auch bereits vor drei Jahren ein Pedelec gekauft und wurde damals noch schräg angesehen dafür. Das war mir aber egal, ich fand einfach die Vorstellung faszinierend, Strecken, die ich sonst mit 180 Puls seit Jahren fahre – zum Beispiel auf den Feldberg bei Frankfurt – auch mal nebenbei fahren zu können. Seitdem fahre ich auch dreimal mehr. Ich sehe bei neuen Technologien immer viel stärker die Chancen, das Faszinierende. Deshalb habe ich auch einen BMW i3 – also ein Elektroauto – in einer Zeit, in der die meisten hauptsächlich die Nachteile dieser Fahrzeuge sehen. Es macht mir einfach Spaß, zu den Ersten zu gehören, die etwas grundsätzlich neu denken. Es begeistert mich, wie Technik meinen Lebensstil verändert und bestimmt.

Das vollständige Interview lesen Sie in: "Wirtschaftsinformatik & Management"

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Quelle:
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