Skip to main content
main-content

22.08.2016 | IT-Strategie | Interview | Onlineartikel

Netzwerk für die Industrie 4.0 "Made in Germany"

Autor:
Detlev Spierling
2:30 Min. Lesedauer
Interviewt wurde:
Henning Banthien, M.A.

leitet die Geschäftsstelle der Plattform Industrie 4.0 und ist Geschäftsführender Gesellschafter der IFOK GmbH in Bensheim.

Die Plattform Industrie 4.0 versteht sich als zentrale Allianz für die koordinierte Gestaltung des digitalen Strukturwandels der Industrie in Deutschland. Sie vereint nach eigenen Angaben alle, die Industrie 4.0 gestalten und bündelt Kräfte und das Wissen unterschiedlichster Akteure — aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik. Die Geschäftsstelle wird getragen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Umgesetzt wird sie durch die IFOK GmbH und das VDI-Technologiezentrum.

Springer Professional: Die Plattform Industrie 4.0 hat fünf prioritäre Handlungsfelder identifiziert und dafür jeweils eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet. Welche Handlungsfelder sind das?

Henning Banthien: Die Plattform Industrie 4.0 beschäftigt sich in ihren fünf Arbeitsgruppen mit Handlungsfeldern, in denen nach neuen Lösungen und Antworten gesucht wird. So greifen wir zum Beispiel Zukunftsfragen über Standardisierung, Sicherheit vernetzter Systeme, rechtliche Rahmenbedingungen, Forschung, Arbeitsorganisation sowie Aus- und Weiterbildung auf und erarbeiten im engen Austausch Diskussionspapiere, Handlungsempfehlungen und Leitfäden. Dabei macht die heterogene Zusammensetzung der Plattform Industrie 4.0 unsere Arbeit einzigartig: Wir führen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, Verbände, Wissenschaft, Gewerkschaften und Politik zusammen und stimmen so verschiedene Perspektiven und Ansätze ab. 

Empfehlung der Redaktion

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Auf dem Weg zur Industrie 4.0 – ein dreistufiges Vorgehensmodell

Der europäische Industriesektor steht derzeit vor Herausforderungen, welche vor allem durch die Globalisierung der Märkte, demographische Veränderungen sowie durch steigende Kunden- und Qualitätsansprüche und dem damit verbundene Innovationsdruck ent

Wie können sich Unternehmen konkret in den fünf Arbeitsgruppen beteiligen beziehungsweise einbringen und was haben sie davon?

Die Arbeitsgruppen sind für alle interessierten Vertreter von Unternehmen und Betriebsräten offen. Für inhaltliche Debatten laden wir zusätzlich weitere Expertinnen und Experten als Gäste ein — sie geben uns oft neue Impulse und gestalten. unsere Arbeit mit.

Klares Ziel ist es, dass wir gemeinsam — indem wir alle relevanten Akteure einbinden und vernetzen — Digitalisierung und Produktion systematisch zusammenführen. Das gelingt, wenn wir uns austauschen und voneinander lernen. Letztlich wird Industrie 4.0 bestehende Geschäftsmodelle verändern, etablierte Marktstrukturen verschieben und Anteile am Weltmarkt neu verteilen. Für den Innovations- und Wirtschaftsstandort Deutschland bietet das enorme Potenziale: Zahlreiche Studien prognostizieren, dass die Einführung von Industrie 4.0 in den kommenden Jahren wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum Deutschlands und seiner Unternehmen beitragen wird. 

In der Arbeitsgruppe 1 "Referenzarchitekturen, Standards und Normung“ wurde ein "Referenzarchitekturmodell der Industrie 4.0 — RAMI 4.0" entwickelt. Was verbirgt sich dahinter genau?

RAMI 4.0 führt erstmals die wesentlichen technologischen Elemente der Industrie 4.0 in einem einheitlichen Modell zusammen und bietet damit Unternehmen aus verschiedenen Branchen einen einheitlichen Orientierungsrahmen. Je nach Anwendungsszenario und Lösungsansatz ermöglicht das Modell die Identifikation relevanter Standards. Falls kein geeigneter Standard vorhanden ist, hilft es, diese Lücken zu identifizieren. Auf Initiative der Arbeitsgruppe ist dieses Referenzarchitekturmodell als DIN-Spezifikation DIN-SPEC 91345 zertifiziert und veröffentlicht worden.

Und welche Bedeutung wird RAMI 4.0 in Ihren Augen künftig für die industrielle Praxis haben?

Sobald RAMI 4.0 in die Normung überführt wird, wird es darum gehen, das Referenzarchitekturmodell in der industriellen Praxis weiter zu verbreiten und anzuwenden.  Ein zentraler Aspekt ist sicherlich, mit internationalen Initiativen noch stärker zu kooperieren. Denn die Suche nach neuen Industriestandards für die vernetzte Produktion geht weit über die deutsche Debatte hinaus. Weltweit stehen neben Deutschland viele Industrieregionen vor ähnlichen Herausforderungen: 

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

    Bildnachweise