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25.11.2015 | IT-Strategie | Interview | Onlineartikel

„Smart Data ist eine Voraussetzung zur Lösung wirtschaftlicher Herausforderungen“

Autor:
Peter Pagel

Smart Data – der kluge Umgang mit Daten – ist von großer Bedeutung. Wir sprachen mit Prof. Dr. Christof Weinhardt, Direktor am FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe.

Smart ist ein oft zu hörendes Schlagwort in den vergangenen Jahren. Was verstehen Sie unter Smart Data?

Wichtig ist es vor allem, Smart Data nicht mit Big Data zu verwechseln, denn beide Begrifflichkeiten werden häufig und fälschlicherweise synonym verwendet. Der Begriff Big Data bezeichnet zunächst große Datenmengen, die zu komplex oder heterogen sind oder sich zu schnell ändern, um sie mit den traditionell existierenden Methoden in Echtzeit korrekt analysieren und die so gewonnenen Informationen weiterverarbeiten zu können.

Bei der Definition von Smart Data halten wir uns an eine ganz einfache Formel: Smart Data ist die Summe aus Big Data, Semantik, Datenqualität, Sicherheit und Datenschutz, sprich: nutzbringende, hochwertige und abgesicherte Daten.

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Oder um es in anderen Worten zu sagen: Big Data lässt sich mit einer Art Rohstoff vergleichen, den es zu fördern, aufzubereiten und im Anschluss „zu veredeln“ gilt. Dieser Prozess und die daraus entstehenden Produkte werde unter dem Begriff Smart Data zusammengefasst.

Wo sehen Sie die Hauptchancen für Unternehmen?

Smart Data ist eine der wesentlichen Voraussetzungen zur Lösung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen. Dazu zählen ein modernes Energie- oder Mobilitätsmanagement, die Einführung von Industrie 4.0-Anwendungen, sowie ein modernes, leistungsstarkes und dennoch kosteneffizientes Gesundheitswesen. Das Potenzial von Smart Data kommt hier vor allem in den Bereichen zum Tragen, die sich durch eine hochgradige Arbeitsteilung auf physischer und/oder digitaler Ebene auszeichnen, wie etwa die Produktionsprozesse in der Automobilindustrie, in vernetzten Forschungsprozessen der pharmazeutischen Industrie beziehungsweise im Gesundheitswesen oder in der Verkehrssteuerung der Zukunft.

Wie weit sind Unternehmen heute?

Aktuell befinden wir uns hier noch häufig auf dem Niveau von Big Data: Daten liegen verteilt bei verschiedenen Akteuren – oft redundant und in verschiedenen Formaten – vor. Es werden unterschiedliche Qualitätsanforderungen an sie gestellt, unterschiedliche Auswertungsziele verfolgt und in den meisten Fällen ist es ein großes Anliegen der einzelnen Unternehmen, die Hoheit und Kontrolle über die „eigenen“ Daten zu bewahren. Durch den oben beschriebenen „Veredelungsprozess“ hin zu Smart Data wird eine effektive, zeitnahe und organisationsübergreifende Analyse vorhandener Daten ins Auge gefasst. Die so gewonnenen Informationen können viele Unternehmen wiederum befähigen, Produktions- und Wertschöpfungsnetzwerke effektiver zu gestalten, Fehler schneller zu beheben oder ganz zu vermeiden, Ressourcen besser zu nutzen oder Kundenwünsche und -bedürfnisse besser zu erfüllen.

Die Chancen von Smart Data liegen für Unternehmen also zum einen in der Effizienzsteigerung bereits bestehender Geschäftsmodelle, die durch eine zielgerichtete Zusammenführung und intelligente Analyse bereits bestehender Datenmengen möglich gemacht wird. Zum anderen werden Softwarelösungen für das Sammeln, Aufbereiten und die sichere und schnelle Distribution der Daten mehr und mehr dazu beitragen, gänzlich neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das betrifft nicht nur die Industrie, sondern gilt, wie schon erwähnt, ebenso für andere Bereiche wie etwa den Handel, die Finanzwirtschaft, Mobilität und Energie oder das Gesundheitswesen.

Das vollständige Interview lesen Sie hier: „Smart Data ist eine wesentliche Voraussetzung zur Lösung wirtschaftlicher Herausforderungen.“

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