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21.05.2013 | IT-Strategie | Im Fokus | Onlineartikel

Virtuelle Währungen auf dem Vormarsch

Autor:
Peter Pagel

Gerade hat Amazon in den USA sein virtuelles Zahlungsmittel Coins eingeführt. Das verdeutlicht den Stellenwert, den Online-Währungen inzwischen besitzen. Den populären Bitcoins droht sogar bereits eine Spekulationsblase.

Von der breiten Öffentlichkeit nahezu unbemerkt haben sich in den letzten Jahren Online-Währungen verbreitet. Beim Erwerb von Gütern und Dienstleistungen im Internet sind sie inzwischen zu einer ernstzunehmenden Alternative für Staatswährungen wie Euro und Dollar geworden. Aktueller Star unter den Cyber-Währungen ist die seit 2009 in Umlauf befindliche Bitcoin, die seit kurzem sogar an Online-Börsen gehandelt wird. Dort stieg der Kurs in nur drei Monaten um mehr als 300 Prozent. Das lockte bereits Finanzinvestoren und Hedgefonds an. Indes warnen Experten vor den Schwächen der virtuellen Währung: So stürzte der Bitcoin-Kurs nach technischen Problemen wiederholt ab. Zudem gibt es Sicherheitslücken bei der Übertragung des Cyber-Geldes, was immer wieder dazu führt, dass Online-Börsen gehackt werden. Ungeachtet dessen sind virtuelle Währungen jedoch weiter auf dem Vormarsch.

Cyberwährung stammt aus der Spielewelt

Das Prinzip der Cyberwährung wurde in beliebten Online-Rollenspielen wie World of Warcraft oder Diablo entwickelt, wo man virtuelles Gold gegen nützliche Gegenstände und Eigenschaften tauschen kann. Inzwischen werden solche Spielwährungen als echtes Zahlungsmittel in Tauschbörsen genutzt. Die Möglichkeit, ein digitales Bezahlsystem auch auf Einkäufe in der realen Welt auszudehnen, hat Online-Platzhirsche wie Amazon und Facebook angelockt, die versuchen, mit eigenen Währungen ihre Kunden an sich zu binden. Um den Usern den Umstieg auf das unternehmensinterne Währungssystem zu versüßen, lockt Amazon mit Rabatten. Wer US-Dollar gegen die neu eingeführten Coins eintauscht, erhält bis zu zehn Prozent Preisnachlass. Das klingt verlockend, allerdings ist die Cyber-Währung auf den Kauf von Software und anderen digitalen Inhalten beschränkt. Zudem lassen sich die Coins nicht wieder in Dollars zurücktauschen.

Digitale Coins basieren auf Vertrauen

Ein weiteres Problem im Umgang mit virtuellem Geld besteht darin, dass sein Wert allein vom Vertrauen der Nutzer abhängt. Denn im Gegensatz zu Papiergeldwährungen, hinter denen Regierungen und Notenbanken stehen, gibt es für Internetwährungen keine reale Deckung. Welches Online-Geld sich langfristig durchsetzen wird, ist noch nicht abzusehen. So stellte Facebook seine Währung Credits nach nur drei Jahren Laufzeit wieder ein. Amazon könnte dagegen gute Chancen haben, seine Coins langfristig zu etablieren, denn der Online-Händler verfügt über ein großes Angebot an digitalen Inhalten, das die Kunden locken dürfte.

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