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22.11.2018 | Jahresabschluss | Im Fokus | Onlineartikel

Jahresabschlüsse fristgerecht offenlegen

Autor:
Sylvia Meier

Die Erstellung des Jahresabschlusses gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Rechnungswesens. Viele Unternehmen müssen bis zum 31. Dezember 2018 ihre Unterlagen beim Bundesanzeiger einreichen.
 

Der Jahresabschluss 2018 beschäftigt Buchhalter und Steuerfachkräfte in den Finanzabteilungen. Für Unternehmen, deren Geschäftsjahr dem Kalenderjahr entspricht, ist der 31. Dezember ein wichtiger Stichtag. Denn mit dem Jahreswechsel wird Bilanz gezogen und viele Geschäftsvorfälle sind abschließend zu prüfen. Daten werden gesammelt und so vorbereitet, dass Konten abgestimmt und Abschlussbuchungen, wie beispielsweise Abschreibungen, vorgenommen werden können. 

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Dabei stellt der Jahresabschluss eine wichtige Informationsquelle dar – sowohl für das Unternehmen selbst als auch für Geschäftspartner und Anleger. Die Bilanz zeigt, ob ein Unternehmen im betroffenen Geschäftsjahr wirtschaftlich erfolgreich war. Neben seiner zentralen Funktion für das Finanzamt, ist es damit auch eine Visitenkarte des Unternehmens. 

Veröffentlichung im Bundesanzeiger  

Während sich Unternehmen derzeit auf die Vorbereitungen für den Jahresabschluss 2018 konzentrieren, gibt es auch im Hinblick auf den Jahresabschluss 2017 noch wichtige Details zu beachten – etwa die Offenlegungspflicht, die für viele Firmen gilt. 

Springer-Autorin Karin Nickenig erklärt in ihrem Buchkapitel "Veröffentlichung von Jahresabschlüssen" (Seite 201): "Bevor ein Jahresabschluss veröffentlicht wird, erfolgt zunächst eine Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer, der die ordnungsgemäße Darstellung des Zahlenmaterials testiert. Der Bestätigungsvermerk am Ende eines solchen Prüfungsvorganges bezeichnet man auch als Unbedenklichkeitsvermerk." Natürlich benötigt es seine Zeit, den Jahresabschluss zu erstellen, vom Wirtschaftsprüfer testieren zu lassen und mögliche offene Fragen zu klären. Danach sind laut Nickenig die Unterlagen elektronisch beim Betreiber des Bundesanzeigers in einer Form einzureichen, die ihre Bekanntmachung ermöglicht. Unternehmen, die das für den Jahresabschluss 2017 noch nicht erledigt haben, müssen sich daher beeilen: Nach § 325 Absatz 1a Handelsgesetzbuch (HGB) sind die Unterlagen spätestens ein Jahr nach dem Abschlussstichtag des Geschäftsjahrs einzureichen.

Tausende Firmen verpassen die Frist 

Offensichtlich verpassen viele Firmen regelmäßig diese Frist. Das Bundesamt für Justiz rechnet nach eigener Aussage damit, Anfang 2019 bis zu 185.000 Unternehmen ein Ordnungsgeld androhen zu müssen. Diese werden dann aufgefordert, innerhalb einer sechswöchigen Nachfrist ihren Offenlegungspflichten nachzukommen. Das Ordnungsgeld beträgt in der Regel in Höhe von 2.500 Euro und wird bei erneutem Fristversäumnis auch festgesetzt. Ist das Unternehmen dann immer noch nicht bereit, den Jahresabschluss zu veröffentlichen, folgen weitere Ordnungsgelder, die immer wieder erhöht werden.  

Verpflichtet zur Veröffentlichung sind übrigens nicht nur große Dax-Unternehmen, wie häufig irrtümlich angenommen wird. Das Bundesamt für Justiz erklärt ausdrücklich: "Offenlegungspflichtig sind Kapitalgesellschaften, Personenhandelsgesellschaften ohne eine natürliche Person als persönlich haftenden Gesellschafter, zum Beispiel GmbH & Co. KG, Banken und Versicherungsunternehmen sowie Emittenten von Vermögensanlagen, Investmentvermögen und Kapitalverwaltungsgesellschaften. Auch Kleinstunternehmen, Gesellschaften, die aktuell keine Geschäftstätigkeit entfalten, sowie Gesellschaften in Insolvenz oder Liquidation haben eine Offenlegung vorzunehmen."

Welche Unterlagen veröffentlicht werden müssen 

Was jedoch veröffentlicht werden muss und bis wann, hängt stark von der Größe des Unternehmens ab. Springer-Autor Klaus von Sicherer fasst dies in seinem Buchkapitel "Rechnungswesen im Unternehmen" in einer vereinfachten Übersicht zusammen:


Wer also ein Ordnungsgeld von den Behörden vermeiden will, sollte deshalb den 31. Dezember als Stichtag beachten und rechtzeitig die geforderten Unterlagen beim Bundesanzeiger einreichen. Das fördert zudem noch das Image eines Unternehmens als pflichtbewusster und verantwortungsvoller Geschäftspartner. 

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