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Josef und die Frau Potifars im populärkulturellen Kontext

Transkulturelle Verflechtungen in Theologie, Bildender Kunst, Literatur, Musik und Film

  • 2020
  • Buch
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Über dieses Buch

Dieses Buch möchte an 200 Beispielen aus Theologie, Bildender Kunst, Literatur, Musik und Film aufzeigen, dass die Josefnovelle mit ihrer Verführungsszene längst zur Weltliteratur gehört. Der Koran nennt die gesamte Josefgeschichte „die schönste Erzählung“ und widmet ihr eine ganze Sure.

Zahlreiche Künstler, Dichter und religiöse Schriftsteller fühlen sich dazu angeregt, bei ihren Bearbeitungen ihre kultur-, zeit- und theologiegeschichtlichen Prägungen, Intentionen und gängige profanhistorische Elemente einfließen zu lassen. Spannend sind transkulturelle Verflechtungen zwischen Persien und Europa, die viele Versionen zeigen. Das Aufdecken von transkulturellen Bezügen und Transfers zwischen dem Nahen Osten und Europa kann heutige oft traditionell/ideologisch geprägte Vorstellungen kultureller Grenzen in Frage stellen und somit einen interkulturellen Beitrag zur Völkerverständigung und zum interreligiösen Dialog leisten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Kapitel 1. Der biblische Text

    Manfred Tiemann
    Zusammenfassung
  3. Kapitel 2. Einleitung

    Manfred Tiemann
    Zusammenfassung
    Es bleibt spannend, die Verführungsszene aus der Josefnovelle im populärkulturellen Kontext zu untersuchen, die in ihrer Rezeptionsgeschichte zahlreiche mehrdimensionale transkulturelle Verflechtungen zwischen Ost und West erfährt. Dabei ist es interessant zu beobachten, wie meist zeitbedingt unterschiedliche, teilweise kontroverse Bearbeitungen die Verführungsszene für ihre Intentionen instrumentalisieren, sei es für theologische, politische, pädagogische oder soziologische Zwecke.
  4. Kapitel 3. Josef und die Frau Potifars in der theologischen Forschung

    Manfred Tiemann
    Zusammenfassung
    Der Name Josef (hebr. יוֹסֵף , gr. Ἰωσήφ) kann in Gen 30, 23.24 entweder mit „tilgen“ („Gott hat meine Schmach von mir genommen“) oder mit „hinzufugen / fortfahren“ („Gott moge mir (noch) einen anderen Sohn hinzufugen“) erklart werden.
  5. Kapitel 4. Josef und die Frau Potifars in der Auslegungsgeschichte

    Manfred Tiemann
    Zusammenfassung
    In der Tradition der europäischen Auslegungsgeschichte wird immer wieder der Gegensatz betont: die „Lüsternheit der ägyptischen Frau“ steht der „Keuschheit des israelitischen Jünglings“ gegenüber. Dagegen werden im Islam andere Schwerpunkte der Erzählung gesetzt: der Koran (12. Sure) entlastet die Versucherin. Alle Frauen beim Gastmahl sind ebenso von Josefs Schönheit entzückt.
  6. Kapitel 5. Josef und die Frau Potifars in der Kunst

    Transkulturelle Verflechtungen Manfred Tiemann
    Zusammenfassung
    Kein anderes Buch der Welt hat so viele Künstler inspiriert wie die Bibel. Während im Judentum das Bilderverbot des Alten Testaments gilt, wird im frühen Christentum begonnen, biblische Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, zuerst vor allem Jesus Christus, dann Themen aus dem Alten Testament, in Katakomben, in der altchristlichen Grabkunst, in Malerei und Skulptur darzustellen. Ob die Darstellungen der altchristlichen Kunst allegorisch, symbolisch oder realistisch zu deuten sind, bleibt umstritten.
  7. Kapitel 6. Josef und die Frau Potifars in der Literatur

    Manfred Tiemann
    Zusammenfassung
    Die Gegenuberstellung bzw. der Dialog von Glaube und Dichtung, von Literaturwissenschaft und Theologie und die Versuche, literarische Texte in Predigt (z. B. in Literaturgottesdiensten), Religionsunterricht u. a. zu verwenden, sind nicht neu. Dabei durfen literarische Aussagen nicht aus ihrer Eigenstruktur herausgenommen und nicht „unvermittelt auf zuvor schon statuierte inhaltliche religiose Topoi, Parallelismen zu religiosen Aussagen oder gar wiedererkennbare Versatzstucke religioser Sprache hin befragt“ werden.
  8. Kapitel 7. Josef und die Frau Potifars in der Musik: Kirchenlied – Oratorium – Oper – Ballett – Operette – Schlager – Musical

    Manfred Tiemann
    Zusammenfassung
    Im Alten Testament gibt es viele Hinweise dafür, dass die gottesdienstliche Tradition im Tempel den Psalmengesang mit Begleitung durch Musikinstrumente kannte: immer wieder werden Psalter und Harfe genannt.
  9. Kapitel 8. Josef und die Frau Potifars in Filmen

    Manfred Tiemann
    Zusammenfassung
    Wie die Bilder sind auch die Filme ihrer Entstehungszeit vielfältig verpflichtet; zugleich aber bringt der zeitliche Vorsprung der Kunstgeschichte gegenüber der Filmgeschichte es mit sich, dass Filmemacher sich an Kunstwerke wie an Vorlagen anlehnen können.
  10. Kapitel 9. Vergleichende Conclusio

    Deutungsmodelle, Typisierungen und populäre Themenerweiterungen Manfred Tiemann
    Zusammenfassung
    Zusammenfassend lassen sich aus den 200 vorgestellten Bearbeitungen der „Verführungsszene“ in Theologie, bildender Kunst, Literatur, Musik und Film unterschiedliche Deutungsmodelle mit ihren jeweils erkenntnisleitenden Interessen ableiten, z. B.
Titel
Josef und die Frau Potifars im populärkulturellen Kontext
Verfasst von
Manfred Tiemann
Copyright-Jahr
2020
Electronic ISBN
978-3-658-28939-3
Print ISBN
978-3-658-28938-6
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-28939-3

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