Journalismus und Unternehmenskommunikation
Zwischen Konvergenz und Konkurrenz
- 2022
- Buch
- Herausgegeben von
- Prof. Dr. Sebastian Pranz
- Prof. Dr. Henriette Heidbrink
- Prof. Dr. Florian Stadel
- Prof. Dr. Riccardo Wagner
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Obwohl sich Journalismus und Unternehmenskommunikation in Funktion und Selbstverständnis immer noch deutlich voneinander unterscheiden, hat die digitale Transformation für eine zunehmende Konvergenz beider Berufsfelder gesorgt. Die Frage, wie und unter welchen Voraussetzungen Öffentlichkeit erzeugt wird, stellt sich angesichts eines tiefgreifenden Medienwandels mit zunehmender Dringlichkeit. Dieses Buch beschreibt das Spannungsverhältnis zwischen beiden Feldern mit Blick auf technologische, ökonomische und praktische Aspekte. Expert*innen aus Journalismus, Unternehmen und Forschung erläutern – wissenschaftlich fundiert und anhand von zahlreichen Praxisbeispielen –, wie sich das neue Miteinander gestaltet: von den jeweils berufsspezifischen Umbrüchen über Wissensvermittlung, -transfer und Netzwerkarbeit bis hin zu neuen Businessmodellen und -strategien für beide Berufsfelder.Ein Buch für Journalist*innen, journalistische Unternehmer*innen, Kommunikationsverantwortliche in Unternehmen, Studierende und praxisorientierte Wissenschaftler*innen.
Mit Beiträgen von:
• Dr. Matthias Albisser, Hochschule Luzern• Prof. Dr. Christopher Buschow, Bauhaus-Universität Weimar• Prof. Dr. Matthias Degen, Westfälische Hochschule• Prof. Dr. Alexander Godulla, Universität Leipzig• M.A. Benjamin Held, Westfälische Hochschule• Dr. Constanze Jecker, Hochschule Luzern• Prof. Dr. Florian Meißner, Hochschule Macromedia• M.A. Megan Neumann, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften• Prof. Dr. Marc-Christian Ollrog, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften• Rosanna Planer, Universität Leipzig• Prof. Dr. Lars Rademacher, Hochschule Darmstadt• Prof. Dr. Christoph Raetzsch, School of Communication and Culture• Dr. Jonas Schützeneder, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt• Prof. Dr. René Seidenglanz, Quadriga Hochschule• M.A. Hauke Serger, Bauhaus-Universität Weimar• Dr. Klaus Spachmann, Universität Hohenheim• B.A. Karoline Steinbock, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften• M.A. Maike Suhr, Bauhaus-Universität Weimar• Dr. Daniel Vogel, fög – Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft• Prof. Dr. Stefan Weinacht, Westfälische Hochschule• Prof. Dr. Cornelia Wolf, Universität Leipzig
Inhaltsverzeichnis
-
Frontmatter
-
Einleitung
-
Frontmatter
-
Kapitel 1. Einleitung: Neue Wege in die Öffentlichkeit
Wie sich Journalismus und Unternehmenskommunikation verändern Henriette Heidbrink, Sebastian Pranz, Florian Stadel, Riccardo WagnerDas Kapitel untersucht die tiefgreifenden Veränderungen, die der digitale Wandel für Journalismus und Unternehmenskommunikation mit sich bringt. Es beleuchtet die technologischen, ökonomischen und praktischen Aspekte der Konvergenz und Konkurrenz zwischen diesen beiden Feldern. Die Plattformisierung der Öffentlichkeit und die zunehmende Bedeutung von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz werden als treibende Kräfte hinter den Veränderungen identifiziert. Besonders hervorgehoben wird die Rolle der Unternehmenskommunikation, die zunehmend strategische Kommunikationsinstrumente wie Newsrooms übernimmt, um die öffentliche Agenda zu gestalten. Der Text analysiert auch die ökonomischen Herausforderungen und den Wissenstransfer zwischen den beiden Feldern, sowie die ethischen und normativen Implikationen dieser Entwicklungen. Die Leser erhalten einen umfassenden Überblick über die aktuellen Trends und Herausforderungen in der Kommunikationsbranche und erfahren, wie diese beiden Berufsfelder voneinander lernen und sich gegenseitig beeinflussen.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungWer im Berufsfeld Journalismus oder in der Unternehmenskommunikation tätig ist, prägt die gesellschaftliche Öffentlichkeit. Auch wenn sich für beide Felder immer noch klar unterschiedliche Profile ausmachen lassen, an denen sich die jeweilige berufliche Praxis ausrichtet, unterliegen doch beide dem grundlegenden digitalen Strukturwandel von Öffentlichkeit (Eisenegger, 2021), der sich in einer voranschreitenden Konvergenz auf technologischer, ökonomischer wie auch praktischer Ebene zeigt und für die jeweilige Branche zu weitreichenden Herausforderungen führt (Gonser & Rußmann, 2017; Hoffjann, 2018).
-
-
Kommunikation
-
Frontmatter
-
Kapitel 2. Produktion multimedialer Storys in Newsrooms
Journalistische Skills und strategisches Projektmanagement Rosanna Planer, Alexander Godulla, Cornelia WolfDas Kapitel beschäftigt sich mit der Produktion multimedialer Storys in Newsrooms und der Integration journalistischer Skills mit strategischem Projektmanagement. Es definiert die Begriffe Multimedialität und Storytelling und untersucht deren Anwendung in der modernen Medienlandschaft. Durch Fallstudien und Experteninterviews werden die Herausforderungen und Potenziale dieser Formate beleuchtet, insbesondere im Hinblick auf die Rezeption und den technischen Aufwand. Besonders hervorgehoben werden die strategischen Ansätze und die Notwendigkeit von Kommunikations- und Projektmanagement-Strategien in der Produktion. Das Kapitel bietet wertvolle Einblicke für Journalisten und Projektmanager, die in der Produktion komplexer, multimedialer Inhalte tätig sind.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungMultimediales Storytelling ist als journalistisches Erzählformat nicht mehr aus Newsrooms von Medienunternehmen wegzudenken; gleichermaßen fungiert das Konzept als erfolgversprechende Branding-Strategie in der Unternehmenskommunikation und ist damit an der Schnittstelle zwischen Journalismus und strategischer Kommunikation verortet. Auf Basis qualitativer sowie quantitativer Studien zur Produktion von Multimedia-Storys wird diese Schnittstelle näher betrachtet, indem die immanenten Potenziale der Multimedia-Story für die strategische Kommunikation abstrahiert werden. Dabei wird gleichermaßen ergründet, inwiefern die journalistische Storyproduktion von Ansätzen strategischer Kommunikation profitieren kann. -
Kapitel 3. Überholt von der Realität: Formt die Nachhaltigkeitskommunikation PR der Zukunft?
Die Unternehmenskommunikation zwischen Einfluss und Abhängigkeit in einer nachhaltigen gesellschaftlichen Transformation Riccardo WagnerDer Fachbeitrag beleuchtet die Herausforderungen der modernen Gesellschaft durch Industrialisierung, Globalisierung und Digitalisierung und die daraus resultierenden sozialen und ökologischen Probleme. Es wird argumentiert, dass die aktuellen Kodizes der PR, wie der Deutsche Kommunikationskodex, die neuen Anforderungen der Nachhaltigkeitskommunikation nicht ausreichend berücksichtigen. Besonders hervorgehoben wird die Notwendigkeit einer umfassenderen Transparenz und Dialogorientierung in der PR, wie sie in den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) gefordert wird. Der Beitrag schlägt vor, dass die PR-Branche ihre Methoden und Selbstverpflichtungen anpassen muss, um den gestiegenen Ansprüchen der Stakeholder gerecht zu werden. Dabei wird ein narratives CSR-Kommunikationsmodell vorgestellt, das die verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeitskommunikation klar differenziert und neue Ansätze für die PR der Zukunft aufzeigt.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungDie globalen Herausforderungen im Bereich der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit verändern die Rolle von Unternehmen in der Gesellschaft. Notwendigerweise verändern sich damit auch die Anforderungen an die Kommunikation der Unternehmen. Schon jetzt folgt die Nachhaltigkeitsberichterstattung einem Set von Anforderungen, das weit über die kodifizierten Anforderungen an die klassische PR hinausgeht. Diese Entwicklung wird aktuell in den berufsständischen Rahmenwerken nicht hinreichend gewürdigt. Die PR-Praxis wurde hier bereits von der Realität überholt und für Unternehmen wird es zukünftig immer schwieriger sein, unterschiedliche Kommunikationswelten aufrecht zu erhalten. -
Kapitel 4. Zwischen Public Relations und Journalismus
Anforderungen an das Handlungsfeld interne Unternehmenskommunikation in Zeiten digitaler Transformation Klaus Spachmann, Constanze Jecker, Matthias AlbisserDer Beitrag untersucht die Herausforderungen und Veränderungen der internen Unternehmenskommunikation im Kontext der digitalen Transformation und Agilität. Er beleuchtet, wie die Rolle der internen Kommunikation sich von einer reinen Informations- und Dialogfunktion hin zu einer Transformationsfunktion entwickelt. Diese neue Rolle erfordert eine aktivere und eigenständigere Position innerhalb des Unternehmens, um Veränderungsprozesse zu unterstützen und die Partizipation der Mitarbeiter zu fördern. Der Text analysiert die Schnittstellen zwischen Public Relations und Journalismus und zeigt, wie journalistische Arbeitsweisen und Strukturen in der internen Kommunikation zunehmend an Bedeutung gewinnen. Besonders interessant sind die Ergebnisse aus empirischen Studien, die aufzeigen, wie Unternehmen in Deutschland und der Schweiz diese Veränderungen umsetzen und welche Rolle interne Kommunikationsmanager dabei spielen. Der Beitrag bietet somit einen umfassenden Einblick in die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der internen Kommunikation in der modernen Arbeitswelt.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungInterne Unternehmenskommunikation hat als Handlungsfeld des strategischen Kommunikationsmanagements insbesondere die Funktion, die Mitarbeiter*innen und Führungskräfte zu informieren. In der digitalen Transformation erhält sie zusätzlich eine Transformationsfunktion, um die Agilität von Unternehmen zu unterstützen: Sie fördert Veränderungsprozesse, indem sie den Wissensaustausch sowie Dialog und Partizipation der Mitarbeiter*innen organisiert. Dies geht mit einer Weiterentwicklung und Professionalisierung einher, die sich aus der Public Relations und dem Journalismus speisen kann. Interne Kommunikation lässt sich damit theoretisch an der Schnittstelle von Public Relations und Journalismus verorten. Die Befunde zweier Befragungen zeigen, dass sich Unternehmen in Deutschland und der Schweiz primär an Handlungsmustern der Public Relations orientieren, sich jedoch insbesondere beim Rollenverständnis und bei der Organisation der internen Kommunikation vermehrt journalistische Strukturen und Handlungsmuster finden. -
Kapitel 5. Wer kommuniziert eigentlich Digitalisierung?
Für zivile Innovationen braucht es neue Kompetenzprofile in der Kommunikation Christoph RaetzschDas Kapitel untersucht die Kommunikation von Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung und stellt fest, dass trotz der fortschreitenden Digitalisierung in der Gesellschaft, die öffentliche Verwaltung noch immer hinterherhinkt. Es werden die Gründe für diese Unsicherheit analysiert, die sowohl in föderalen Strukturen als auch in politischer Unfähigkeit begründet liegen. Das Onlinezugangsgesetz (OZG) wird als Beispiel genommen, um zu zeigen, wie die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen partizipative Verfahren einführen soll, um effizientere Lösungen zu schaffen. Die Umsetzung des OZG zeigt jedoch die komplexen Herausforderungen und die Notwendigkeit eines neuen Kompetenzprofils, das Journalismus, strategische Kommunikation und partizipative Verfahren vereint. Das Kapitel schlägt vor, dass zivile Innovation nur durch eine solche Vernetzung gelingen kann und skizziert ein neues Berufs- und Kompetenzfeld, das diese Anforderungen erfüllt.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungDer Beitrag argumentiert für ein neues Kompetenzprofil an der Schnittstelle von strategischer und journalistischer Kommunikation, das darauf abzielt, die Gemeinwohlorientierung und Partizipation an Digitalisierungsprozessen zu gestalten. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass Digitalisierung eine Querschnittsaufgabe ist, die bislang mit deutlich unterschiedlichen Erwartungen und Ressourcen durch Journalismus, öffentliche Verwaltungen und Unternehmen in Deutschland kommuniziert wird. An den Beispielen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und an kommunalen Initiativen im Bereich Smart City/smarte Region werden diese Erwartungen reflektiert und analysiert. Um die Ansprüche an Digitalisierung als ziviler Innovation jenseits rein technischer Probleme zu realisieren, wird daher für ein Kompetenzprofil plädiert, das sich in Lehre und Praxis durch eine Konvergenz von strategischer und journalistischer Kommunikation durch design- und techniksoziologische Ansätze auszeichnet.
-
-
Organisation
-
Frontmatter
-
Kapitel 6. PR-Newsroom und Corporate Newsroom
Themenorientierte Steuerung, strategische Integration und agile Organisation René SeidenglanzDer Beitrag untersucht die Rolle von PR- und Corporate Newsrooms in der modernen Kommunikationslandschaft. Es wird die Notwendigkeit themenorientierter Steuerung und strategischer Integration hervorgehoben, um den Herausforderungen wie Vertrauenskrise, Digitalisierung und Beschleunigung der Kommunikation gerecht zu werden. Agile Organisationsmodelle und mehrdimensionale Strukturen werden als Lösungsansätze vorgestellt, um die Flexibilität und Effizienz der PR-Arbeit zu erhöhen. Besonderes Augenmerk wird auf die Herausforderungen und Chancen der Implementierung solcher Modelle in Unternehmen gelegt, wobei die Bedeutung von Führung und Koordination hervorgehoben wird. Der Text bietet praktische Einblicke und theoretische Grundlagen, um die Effektivität von Newsrooms zu steigern und die Kommunikationsstrategien an aktuelle Anforderungen anzupassen.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungNewsrooms werden seit einigen Jahren als effiziente Innovation in Public Relations und Kommunikationsmanagement betrachtet. Der Beitrag gibt einen Überblick über das Konzept des PR- bzw. Corporate Newsrooms. Dabei wird die bisherige Debatte zusammengefasst, eingeordnet, ergänzt und eine Definition erarbeitet. Ein Schwerpunkt im Beitrag liegt auf der organisationstheoretischen Modellierung. Der Newsroom wird erstens als mehrdimensionales Konzept vorgestellt, bei dem Themen- und Kanalebene miteinander verwoben sind. Dabei sind eine themenorientierte Steuerung und eine strategische Ableitung dieser Themen wichtig. Zweitens wird er als agile Organisation mit flachen Hierarchien und hoher interner Autonomie beschrieben. Dabei wird deutlich, dass nur ein wirklich integrierter „Corporate“ Newsroom die vielfältigen Herausforderungen an das Kommunikationsmanagement von heute bewältigen kann. Newsrooms werden dabei von ihren Vorbildern im Journalismus ebenso wie von anderen Funktionsbereichen der Kommunikationseinheit abgegrenzt. Ein empirisch erhobener Status quo in der Praxis schließt den Beitrag ab. -
Kapitel 7. Unterwegs in den Newsrooms von Siemens und der Telekom
Systeme aus dem Journalismus erobern Unternehmen aus anderen Branchen – Interviews mit Experten aus der Praxis Florian StadelDer Beitrag beleuchtet die Übernahme journalistischer Newsroom-Konzepte durch Unternehmen wie Siemens und die Telekom. Siemens führte 2011 als erstes nicht-mediales Unternehmen in Deutschland ein Newsroom-System ein, das weltweite Kommunikationsstrategien steuert. Interviews mit Stefan Wagner, dem Newsroom-Verantwortlichen bei Siemens, zeigen, wie journalistisches Know-how und Standards in die Unternehmenskommunikation integriert werden. Bei der Telekom wurde 2016 ein Newsroom eingeführt, der auf themen- und projektorientierter Arbeit basiert. Björn Muscheid, Leiter der Content Factory, erläutert die redaktionellen Abläufe und die Bedeutung der Nachrichtenlage für die Unternehmenskommunikation. Beide Unternehmen nutzen Newsrooms, um relevante Inhalte zu erstellen und auf aktuelle Themen zu reagieren, wobei journalistische Standards und Ethik eine zentrale Rolle spielen.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungDas Prinzip Newsroom kennen wir seit den 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts aus dem Journalismus. Vormals getrennte Ressorts arbeiten dort zusammen und publizieren journalistische Inhalte über verschiedene Ausgabekanäle. Inzwischen sind Newsrooms in praktisch allen deutschen Medienhäusern etablierter Standard. Adaptiert wurde das System in den vergangenen Jahren zunehmend auch von Unternehmen aus anderen Branchen. Siemens war 2011 nach eigenen Angaben das erste Unternehmen in Deutschland, das in seiner Münchener Zentrale einen Newsroom nach journalistischem Vorbild eingerichtet hat. Maßgeblich daran beteiligt war der erste Interviewpartner in diesem Beitrag, Stefan Wagner, ein gelernter Journalist, der vor seiner Tätigkeit beim Technikriesen unter anderem bei der Nachrichtenagentur Reuters und dem Nachrichtenmagazin Focus tätig war. Die Telekom arbeitet seit 2016 in der Unternehmenskommunikation mit einem Newsroom. Hier war der zweite Interviewpartner dieses Beitrags, Björn Muscheid, Chef der dortigen Content Factory. -
Kapitel 8. Organisationsinnovationen im Journalismus
Das Science Media Center Germany als Prototyp einer neuartigen Unterstützungsinfrastruktur für den Journalismus? Maike Suhr, Christopher Buschow, Hauke SergerOrganisationsinnovationen im Journalismus, insbesondere das Science Media Center Germany (SMC), stehen im Fokus dieses Fachbeitrags. Die COVID-19-Pandemie hat die herausragende gesellschaftliche Bedeutung des Journalismus verdeutlicht und gleichzeitig dessen krisenhafte Herausforderungen verschärft. Das SMC, eine gemeinnützige Neugründung in Köln, stellt journalistische Vorprodukte wie Expert*innen-Statements und Hintergrundinformationen bereit, um den Wissenschaftsjournalismus zu unterstützen. Die Spezifika des SMC werden anhand der theoretischen Konzepte 'Field Repair' und 'Field Advancement' beschrieben. Kritikpunkte und Voraussetzungen für die Übertragbarkeit des Modells auf andere journalistische Bereiche werden ebenfalls diskutiert. Die empirische Studie zeigt, dass das SMC-Modell zwar einzigartig ist, aber dennoch als Inspiration für neue Unterstützungsinfrastrukturen dienen kann.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungIm Mittelpunkt des vorliegenden Beitrags steht das Science Media Center Germany (SMC), eine Organisationsinnovation und neuartige Unterstützungsinfrastruktur für den Wissenschaftsjournalismus. Das SMC kann als Gegengewicht zu einer stetig wachsenden Wissenschafts-PR und selbstvermittelten, (partikular) interessengeleiteten Organisationskommunikation von Wissenschaftsakteuren verstanden werden. Ausgehend von einer empirischen Einzelfallstudie wird nach den Voraussetzungen gefragt, unter denen der Prototyp für andere journalistische Bereiche, die mit einer ähnlichen Entwicklung konfrontiert sind (z. B. Politik- oder Wirtschaftsjournalismus), fruchtbar gemacht werden kann. Die Befunde unterstreichen, dass hohe Hürden für eine Übertragbarkeit bestehen, die sich insbesondere aus den Besonderheiten des Berichterstattungsfelds Wissenschaftsjournalismus, aber auch aus der Organisations- und Finanzierungsstruktur des SMC ergeben.
-
-
Transfer
-
Frontmatter
-
Kapitel 9. Kompensationsgeschäfte
Zur Weiterentwicklung des Intereffikationsmodells Stefan Weinacht, Benjamin Held, Matthias DegenDas Kapitel untersucht die Praxis der Kompensationsgeschäfte zwischen Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit, die über das legale und legitime Maß hinausgehen. Es wird die Determinationshypothese, Dependenzansätze und das Intereffikationsmodell herangezogen, um das Wechselverhältnis zwischen den beiden Bereichen zu beschreiben. Die Problematik liegt in der Unterwanderung des Trennungsgrundsatzes durch Werbeinteressen, die die Unabhängigkeit der Medien gefährden. Der Beitrag analysiert verschiedene Formen von Kompensationsgeschäften, wie den Tausch von Geld gegen Berichterstattung oder Anzeigenschaltung gegen redaktionelle Beiträge, und deren rechtliche und ethische Implikationen. Durch Experteninterviews wird die Bedeutung und Häufigkeit solcher Praktiken in der Praxis untersucht. Das Kapitel schließt mit einer Diskussion über die Notwendigkeit strengerer Regulierungen und ethischer Standards, um die Integrität der Medien zu wahren.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungKompensationsgeschäfte sind als Kopplungsgeschäfte medienrechtlich verboten. Laut Berichten von Praktiker*innen sind sie jedoch alltägliches Werkzeug im Austausch zwischen Journalist*innen und Verlagen einerseits sowie PR-Akteur*innen und Werbungtreibenden andererseits. Auf Grundlage kommunikationswissenschaftlicher, medienrechtlicher und betriebswirtschaftlicher Literatur sowie einer Befragung von 37 Expert*innen aus der Kommunikationsbranche wird untersucht, welche Formen von Kompensationsgeschäften in der Praxis existieren und welche Rolle Kompensationsgeschäfte im Wechselverhältnis von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus spielen. In der alltäglichen Berufspraxis mancher Branchen und Redaktionen werden im Ergebnis mit großer Selbstverständlichkeit Kompensationsgeschäfte genutzt. Daher wird nach einem definitorischen Abgleich von Induktionen, Adaptionen und Kompensationen eine Erweiterung des Intereffikationsmodells vorgeschlagen. -
Kapitel 10. Kooperativer Antagonismus
Prolegomena zu einer Ökonomie der Intersystembeziehungen von Journalismus und Public Relations Lars RademacherDas Kapitel untersucht die ökonomischen Beziehungen zwischen Journalismus und Public Relations (PR) und stellt eine neue Perspektive auf die gegenseitige Abhängigkeit und Kooperation dieser beiden Bereiche vor. Es wird analysiert, wie PR-Akteure die Wertschöpfung in Medienunternehmen beeinflussen und welche ökonomischen Hintergründe diese Interaktionen haben. Besonders interessant ist die Betrachtung der Rolle von Experten in der Medienproduktion und die Frage, wie PR-induzierte Akteure und Handlungen die Wertschöpfungskette in Medienorganisationen beeinflussen. Das Kapitel bietet eine empirisch-deskriptive Darstellung und vermeidet normative Bewertungen, um die komplexen Wechselwirkungen zwischen Journalismus und PR zu beleuchten.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungIn den Beschreibungen der Intersystembeziehungen von Journalismus und PR ist bislang die ökonomische Funktion der Public Relations für den Journalismus systematisch ausgeblendet worden. Dies will der vorliegende Beitrag ändern, indem er die einzelnen Leistungsbündel, die PR für den Journalismus bereithält, benennt und sie einer ersten ökonomischen Betrachtung zugänglich macht. Im Zentrum stehen dabei die Thematisierungs- und zeitliche Strukturierungsfunktion, die Lieferung von Storyanlässen und Dramaturgien, lizenzfreie Co-Kreationen bei Text, Bild, Ton und Bewegtbild, Rechercheunterstützung und Co-Finanzierung von Recherchen und Reisen, das Testen von Technologieinnovationen, Komplexitätsreduktion und die Mitgestaltung der Öffentlichen Meinung. -
Kapitel 11. Effectuation und Dynamic Capabilities: Journalistische Start-ups zwischen Idealismus und Pragmatismus
Henriette Heidbrink, Sebastian PranzDas Kapitel beleuchtet die Herausforderungen und Chancen journalistischer Start-ups in der digitalen Ära. Es untersucht, wie diese Unternehmen zwischen Idealismus und Pragmatismus agieren und welche strategischen Ansätze sie verfolgen, um erfolgreich zu sein. Die Analyse basiert auf Interviews mit 13 geförderten Start-ups aus drei öffentlichen Akzeleratoren und beleuchtet, wie diese Unternehmen ihre Ressourcen und Werte nutzen, um innovative journalistische Projekte zu realisieren. Besonderes Augenmerk liegt auf den Ansätzen der Effectuation und Dynamic Capabilities, die als zentrale Konzepte für das unternehmerische Handeln in der frühen Phase von Gründungen hervorgehoben werden. Die Fallstudien zeigen, wie diese Ansätze in der Praxis angewendet werden und welche Rolle Akzeleratoren bei der Unterstützung und Förderung dieser Start-ups spielen. Die detaillierte Analyse bietet wertvolle Einblicke in die Dynamik und Herausforderungen journalistischer Gründungen und zeigt auf, wie diese Unternehmen durch strategisches Handeln und die Nutzung vorhandener Ressourcen erfolgreich sein können.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungWie agieren journalistische Unternehmer*innen, welche Ressourcen und Werte bestimmen ihr Handeln? Der Beitrag untersucht 13 Gründungen, die im Rahmen von drei öffentlichen Medieninkubatoren gefördert wurden, und lokalisiert journalistische Innovation an der Schnittstelle von Journalismus und angrenzenden Feldern wie Social Media, Content Marketing, Data Science und Künstlicher Intelligenz. In diesem dynamischen und volatilen Umfeld lassen sich Märkte, Zielgruppen und Use Cases oft nicht im Voraus bestimmen, weshalb unternehmerische Entscheidungen prinzipiell mit begrenztem Wissen getroffen werden müssen. Damit wird ressourcenorientiertes, iteratives Handeln ebenso relevant wie die explorative Entwicklung von Unternehmenszielen. Im Anschluss an die Managementforschung stellen wir zunächst zwei einschlägige Modelle vor: zum einen den Dynamic-Capabilities-Ansatz (Teece, Pisano & Shuen, 1997) und zum anderen den Effectuation-Ansatz (Sarasvathy, 2001). Auf Basis von leitfadengestützten Interviews mit 13 Gründer*innen werden im Folgenden Handlungs- und Deutungsmuster herausgearbeitet, die für die kritische Phase der Gründung relevant sind. Wie deutlich wird, spielen Ressourcen wie Wissen, Netzwerke aber auch geteilte Ideale eine große Rolle für die untersuchten Gründungen. Sie ermöglichen ein flexibles, iteratives Vorgehen, das fast immer vor dem Hintergrund leistbarer Verluste reflektiert wird. Akzeleratoren spielen in diesem Kontext eine wichtige Rolle, etwa indem sie den Weg zu relevanten Ressourcen verkürzen und ihre Einbindung erleichtern. Weil sie Förderzeiträume definieren und Anschlussförderungen an bestimmte Auflagen knüpfen, prägen sie aber auch die Strukturen der Gründungen in formaler Weise und legen den Handlungsmodus Effectuation nahe. -
Kapitel 12. Kriselnder Journalismus, boomende PR?
Qualitätsjournalismus als Bedingung für glaubwürdige Unternehmenskommunikation Florian Meißner, Daniel VoglerDer Beitrag beleuchtet die komplexe Beziehung zwischen Journalismus und Unternehmenskommunikation, die von einer Paradoxie geprägt ist: Einerseits stehen sich beide als antagonistische Kräfte gegenüber, andererseits sind sie aufeinander angewiesen. Die Determinationsthese, die den starken Einfluss der PR auf den Journalismus postuliert, wird kritisch hinterfragt. Der systemtheoretische Ansatz und das Intereffikationsmodell bieten alternative Perspektiven auf die wechselseitige Beeinflussung. Die Digitalisierung und ökonomische Veränderungen haben beide Branchen tiefgreifend verändert, wobei der Journalismus besonders unter finanziellen Problemen leidet. Die Glaubwürdigkeit und Qualität des Journalismus sind jedoch für die Unternehmenskommunikation von zentraler Bedeutung. Der Beitrag analysiert, wie Unternehmen durch Investitionen in Qualitätsjournalismus ihre eigene Reputation stärken können und warum ein starker Journalismus auch im Interesse der Unternehmen liegt.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungDer digitale Wandel unterwirft sowohl den Journalismus als auch die Unternehmenskommunikation fundamentalen Veränderungen. Diese Veränderungen wirken sich auch auf das vielfach beschriebene Interdependenzverhältnis beider Branchen aus. Klassische Medienkanäle verlieren allmählich an Bedeutung. Aus medienökonomischer Sicht ist insbesondere die Abwanderung von Werbeerlösen hin zu den großen Internetplattformen existenziell gefährdend, mit entsprechenden Folgen für die publizistische Vielfalt und Qualität. Die Schwächung ihres klassischen “Gegenspielers” ist für die Unternehmenskommunikation jedoch mitnichten von Vorteil. Vielmehr bleibt sie auf die Reichweite und die Glaubwürdigkeit journalistischer Medien angewiesen. Die Bedeutung dieses Aspektes lässt sich auch daran erkennen, dass Unternehmen in sog. “Newsrooms” inzwischen vielfach selbst pseudo-journalistische Inhalte produzieren und verbreiten. Zugleich liegt es im ureigenen Interesse von Unternehmen, dass journalistische Vielfalt und Qualität nicht weiter sinken. Sie selbst können dazu über eine verantwortungsbewusste Steuerung von Werbegeldern einen Beitrag leisten. -
Kapitel 13. Ansätze für eine integrative Lehre und Ausbildung im Spannungsfeld von Journalismus und Unternehmenskommunikation
Brücken bauen, statt Gräben ausheben Jonas SchützenederDas Kapitel untersucht die zunehmende Akademisierung der Ausbildung in Journalismus und PR seit den 1990er Jahren und die heterogenen Strukturen in der PR-Ausbildung im Vergleich zum Journalismus. Es wird die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis hervorgehoben und die Bedeutung des Wissenstransfers betont. Der Text diskutiert innovative Ansätze wie interaktive Innovationsforschung und die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis, um die Ausbildung in der Medienbranche zu verbessern. Es werden auch Perspektiven und Lösungsansätze für die Zukunft der Ausbildung in Journalismus und Unternehmenskommunikation aufgezeigt.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungIn der Vergangenheit war die Ausbildung von journalistischem und PR-Nachwuchs von zwei Gegenpolen geprägt, die lange Zeit kein Interesse an einer Annäherung zeigten: die Ausbildung durch Praktika, Volontariate oder Trainee-Stellen auf der einen und die wissenschaftliche Ausbildung durch (vermehrt praxisorientierte) Studiengänge auf der anderen Seite (Meier und Schützeneder 2019, S. 199). Diese Gräben werden mit Blick auf das Spannungsfeld von Journalismus und strategischer Kommunikation insofern weiter vertieft, als anhand verschiedener Debatten sowohl Ausbildung (praktisch oder universitär) und auch Richtung (journalistisch oder strategische Kommunikation) regelmäßig als unlösbare Konfliktlinien betrachtet wurden. Der vorliegende Beitrag geht darauf ein und fragt, wie in diesem Spannungsfeld Lehre und Ausbildung künftig erfolgversprechend strukturiert und umgesetzt werden können. -
Kapitel 14. Auf abschüssigem Pfad: Die Interaktion von Wirtschaftsjournalist*innen und PR-Akteuren
Zwischen Kooperation, Konkurrenz und Konflikt Marc-Christian Ollrog, Megan Hanisch, Karoline SteinbockDas Kapitel beleuchtet die komplexe Beziehung zwischen Wirtschaftsjournalist*innen und PR-Akteur*innen im digitalen Zeitalter. Die Digitalisierung hat die Kommunikationsmöglichkeiten erweitert und gleichzeitig neue Herausforderungen geschaffen. Die Autoren untersuchen, wie die Interaktionsmodi Kooperation, Konkurrenz und Konflikt zwischen den beiden Gruppen im Kontext der digitalen Transformation aussehen. Besondere Aufmerksamkeit wird der Rolle der sozialen Medien und der Disintermediation geschenkt, die die traditionellen Kommunikationswege verändern. Durch Leitfadeninterviews mit Journalist*innen und PR-Akteur*innen werden praxisnahe Einblicke in die aktuellen Dynamiken und Herausforderungen der Zusammenarbeit gewonnen. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz der veränderten Bedingungen die Kooperation weiterhin von zentraler Bedeutung ist, während Konflikte und Konkurrenz neue Dimensionen annehmen. Das Kapitel bietet somit eine umfassende und aktuelle Analyse der sich wandelnden Beziehung zwischen Wirtschaftsjournalist*innen und PR-Akteur*innen in der digitalen Medienlandschaft.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungGeben und Nehmen – so lautet die Idealvorstellung der Beziehungen zwischen PR und Journalismus. Allerdings kommt das Verhältnis nicht immer dem Ideal nahe. Insbesondere mit der Ausbreitung des Internets und sozialer Medien hat sich die PR-Journalismus-Beziehung verändert und wird dies in Zukunft noch stärker tun. Der vorliegende Beitrag schlägt ausgehend von den besonderen Verhältnissen im Wirtschaftsjournalismus zur Analyse eine netzwerktheoretische Perspektive vor, die nachvollziehbar beschreibt, durch welche Interaktionsmodi die Beziehung von PR und Wirtschaftsjournalismus geprägt ist, was beide Akteursgruppen voneinander erwarten und welche Entwicklungen ihre Zusammenarbeit gefährden. Die theoretischen Entwürfe wurden anhand von zwölf Leitfadeninterviews mit Wirtschaftsjournalist*innen und PR-Akteur*innen überprüft.
-
- Titel
- Journalismus und Unternehmenskommunikation
- Herausgegeben von
-
Prof. Dr. Sebastian Pranz
Prof. Dr. Henriette Heidbrink
Prof. Dr. Florian Stadel
Prof. Dr. Riccardo Wagner
- Copyright-Jahr
- 2022
- Electronic ISBN
- 978-3-658-35471-8
- Print ISBN
- 978-3-658-35470-1
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-35471-8
Informationen zur Barrierefreiheit für dieses Buch folgen in Kürze. Wir arbeiten daran, sie so schnell wie möglich verfügbar zu machen. Vielen Dank für Ihre Geduld.