Skip to main content
main-content

11.10.2013 | Journalismus | Im Fokus | Onlineartikel

Gutenbergs Erben im digitalen Rausch

Autor:
Michaela Paefgen-Laß

"Lesen wird sozial“, verkündete Buchmessen-Direktor Jürgen Boos bei Eröffnung des Frankfurter Buchspektakels. Die Branche begegnet der Digitalisierung nicht mehr naserümpfend, sondern heißt die Web-Jünger willkommen.

Mit dem digitalen Wandel gehe auch ein "Wandel des Lesens“ einher, meinte Boos. Lesen werde Teil eines Gesprächs. "Es entstehen viele persönliche Formen des Lesens“. Das sind neue Töne einer Branche, die sich bisher von Online-Handel, E-Book, Amazon oder Self-Publishing bedroht sah. Endlich, so scheint es, will sich das klassische Buchwesen der Digitalisierung und dem damit verbundenen neuen Konsumentenverhalten offensiv stellen.

Blogger erobern die heiligen Bücherhallen

Wenn es der Buchbranche nicht gelinge, die Netzgemeinde "auf Augenhöhe" anzusprechen, warnt Ralph Möllers vom Online-Magazin Flipintu im Gespräch mit der Frankfurter-Rundschau, drohe ihr das gleiche Schicksal wie der Musikindustrie. Der neue Wind ist in den Frankfurter Bücherhallen spürbar. Blogger werden schon bei der Akkreditierung wie Journalisten behandelt. Über 9.000 Mitglieder der schreibenden Zunft machen die Buchmesse zum Großereignis. Auf dem Buchmesse-Blog toben sich die Digital Natives aus, auf wirsindfrankfurt.de zeigen Autoren, Blogger, Journalisten und Leser gemeinsam Gesicht. Zusätzlich wird quer durch die Hallen getwittert, was die Literatur für die Live-Kommunikation hergibt. Gutenbergs-Erben im digitalen Rausch?

Die Community als Mittler zwischen Buch und Leser

Höchste Zeit, meint Anke Vogel in ihrem Buch "Der Buchmarkt als Kommunikationsraum“ und fragt, wie sich Leser in einem Markt orientieren können, den unzählige Titel, Neuerscheinungen und kurze Lebenszyklen so unübersichtlich wie strukturlos machen. Die Autorin rät der Buchindustrie zum Perspektivwechsel. Die Leitfrage müsse lauten: Wie kommt der Konsument zu seinem Buch und nicht "Wie kommt das Buch zum Leser".

Das Internet und seine Community-Idee stehen dafür als Integrationsmedium bereit, um unter anderem mit virtuellen Lesereisen, Kommentar- und Rezensionsmöglichkeiten oder Audio- und Video-Angeboten Bücher online besser zu präsentieren bzw. multimedial und interaktiv aufzupeppen. Ein jüngstes Beispiel dafür: Sascha Lobo und Christoph Kappes haben auf der Frankfurter Buchmesse die Social-Reading-Plattform Sobooks an den Start gebracht, die viele dieser Anforderungen erfüllt.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2011 | OriginalPaper | Buchkapitel

Einleitung

Quelle:
Der Buchmarkt als Kommunikationsraum

2011 | OriginalPaper | Buchkapitel

Onlinekommunikation

Quelle:
Der Buchmarkt als Kommunikationsraum
    Bildnachweise