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12.07.2013 | Journalismus | Im Fokus | Onlineartikel

Warum Journalisten unter Korruptionsverdacht stehen

Autor:
Andrea Amerland
1:30 Min. Lesedauer

Ungeheuerlich? Medien sind nach Ansicht der Bundesbürger bestechlicher als Verwaltungen oder Parlamente, so ein Ergebnis des Globalen Korruptionsbarometers 2013. Warum der Journalismus derzeit an Wert verliert.

Wenn Studenten nach ihren Berufswünschen gefragt werden, lautet die Antwort häufig: "Ich möchte einmal Journalist werden, irgend wie in den Medien arbeiten.“ Dabei kommen auf wenige Stellen ein Vielfaches an Bewerbern. Der Beruf des Journalisten steht zwar bei Absolventen hoch im Kurs, aber das gesellschaftliche Ansehen der Profession und die Arbeitsbedingugen gehen damit nicht einher.

Eine interessante Diskrepanz, die jetzt mit den Umfrage-Ergebnissen des Globalen Korruptionsbarometers 2013 eine neue Dimension erreicht. Wie das Transparency International (TI) herausfand, schneiden in Deutschland auf einer Skala von eins (überhaupt nicht korrupt) bis fünf (höchst korrupt) Journalisten erschreckend schlecht ab: Die Medien in Deutschland lagen mit 3,6 Punkten noch hinter der öffentlichen Verwaltung und dem Parlament (jeweils 3,4).

Presserabatte, Reputationsverlust, bröckelnde Gatekeeperfunktion

Die Gründe für den Reputationsverlust des Berufsstandes Journalist sind vielfältig. Die Diskussion um Presserabatte und Vergünstigen, die Dominik Stawski in dem Buchkapitel "Discount für die Unbestechlichen" (Seite 88) analysiert, wurde "als Versuch einer Einflussnahme auf den der Öffentlichkeit verpflichteten Journalisten" verstanden und lässt die Presse in einem anrüchigen Licht erscheinen.

Gleichzeitig erleben Journalisten wie sie immer weniger wichtig werden, weil sie nicht mehr der einzige Zugang zur Öffentlichkeit sind, so Kurt Weichler. "Befindet sich also die "vierte Macht“ im Staate bereits auf dem Rückzug – ganz so wie die deutschen Truppen in Afghanistan?", fragt der Autor in dem Buchkapitel "Warum der Journalismus derzeit an Wert verliert" (Seite 14-17).

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2012 | OriginalPaper | Buchkapitel

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Nutzung und Bewertung von Presserabatten aus Anbieter- und Nutzerperspektive
Quelle:
Facetten des Journalismus