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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

1. Einleitung

Zusammenfassung
Schlagzeilen von verschwundenen, entführten, gefolterten und ermordeten Journalisten erreichen uns immer von dort, wo Kriege toben. Das politische Nachrichtenmagazin Focus titelt:
„Die Zeugen des Grauens. 1993 ist ein schwarzes Jahr für Journalisten: So viele wie nie kamen bei ihrer Arbeit ums Leben. Vielleicht auch deshalb, weil sie immer mehr riskieren.“ (Focus 1/1994)
Simone Richter

Theoretische Grundlagen der Kriegsberichterstattung

2. Presserechtliche Dimension

Zusammenfassung
Als wichtigste Vorbedingung publizistischer Arbeit gilt die im Grundrecht der Bundesrepublik Deutschland verankerte Pressefreiheit, die in Artikel 5 des Grundgesetzes2 in Form der Meinungs- und Informationsfreiheit festgehalten wird. Durch die Existenz dieses Grundrechtes werden Journalisten in eine Sonderstellung erhoben:
„Sie manifestiert sich in den beschriebenen Privilegien, die von praktischen Vorrechten, wie dem Auskunftsanspruch, bis zum (umstrittenen) Zugeständnis einer Rolle als ‘Wächter der Demokratie’ reichen. Die institutionelle Garantie der Pressefreiheit gibt dem Journalismus als einzigem Beruf darüber hinaus eine grundgesetzlich geschützte Existenzgarantie.“ (Donsbach 1979: 32)
Simone Richter

3. Ökonomische Dimension

Zusammenfassung
Es genügt nicht, die journalistischen Vorbedingungen in einen presserechtlichen Diskurs zu stellen, „(...) vielmehr muß die alltägliche Praxis journalistischer Arbeit unter den realen Bedingungen des Medienwettbewerbs unter die Lupe genommen werden.“ (Mast 1991: 107) Die Verlage stehen mit ihren Druckwerken in einem Konkurrenzverhältnis, da Aktualität und Spontanität, die bei Hörfunk und Fernsehen in hohem Maße möglich sind, bei den Printmediem durch Seriosität, Hintergrund und Gründlichkeit wettgemacht werden müssen.
Simone Richter

4. Organisatorische Dimension

Zusammenfassung
Um den Zusammenhang zwischen dem Korrespondenten und der Redaktion verständlich zu machen, bedarf es einer Erläuterung diverser Faktoren, die auf die publizistische Arbeit auf redaktioneller Ebene einströmen — denn ein Journalist ist auch dann in einer Redaktion beschäftigt, wenn er außerhalb der Mutterredaktion tätig wird. „Der Korrespondent ist Mitglied einer Organisation — das ist eine (...) Bedingung, die auf seine Arbeit Einfluß hat.“ (Dernbach 1990: 19) Zur „Optimierung der redaktionellen Arbeit“ (Wiesand 1977: 122) tragen unterschiedliche Bedingungen bei, die als Bezugsgrößen journalistischer Arbeit betrachtet werden.
Simone Richter

5. Technische Dimension

Zusammenfassung
Die fortschreitende Technisierung innerhalb der Redaktionen, die Menge an neuen modernen Arbeitsmitteln und die Auswirkungen der Elektronik müssen bei der Behandlung publizistischer Arbeit inbegriffen sein. „Die redaktionelle Arbeit muß technische Rahmenbedingungen beachten (Format, Arbeitstechnik, Zeitplan).“ (Hoffmann-Riem 1977: 60) Die Innovationsbereiche sind für die journalistische Arbeit relevant, da durch die Modernisierung der Technik die in der Redaktion eingehenden Informationen intensiver und schneller bearbeitet werden können.
Simone Richter

6. Journalistische Ethik

Zusammenfassung
Innerhalb eines gesellschaftlichen Systems gibt es moralische Maßstäbe, die ein Zusammenleben der Mitglieder reglementieren, indem jedem seine Grenzen aufgezeigt werden. Ethisches Handeln ist als verantwortlicher Umgang zu verstehen, der sich immer auf die anderen Mitglieder der Gesellschaft als ein komplexes System zu beziehen hat. Die Ethik hat die Aufgabe, sowohl eigene als auch fremde Entscheidungen und Handlungen ständig zu reflektieren und dabei auch das soziale System einzubeziehen. (Vgl. Weischenberg 1992a: 22)
Simone Richter

7. Arbeiten im Krieg: Kennzeichen besonderer Bedingungen

Zusammenfassung
Nachdem die allgemeinen Bedingungen journalistischer Arbeit erläutert und in den Dimensionen die Arbeitsbedingungen im Kriegszustand weitgehend eingegliedert werden konnten, beschäftigt sich dieses Kapitel mit besonderen Modalitäten und Faktoren. Denn es gibt spezielle Arbeitsbedingungen, die von Korrespondenten ausschließlich im Krieg und seiner spezifischen Umwelt vorgefunden werden.
Simone Richter

Empirische Untersuchung zur journalistischen Arbeit im Krieg

8. Fallbeispiel: Krieg in Jugoslawien

Zusammenfassung
Die Arbeitsbedingungen von Kriegsreportern sind in jedem Krieg andere, weil jeder Krieg in einer bestimmten Umwelt, in einer bestimmten historischen Dimension und unter der Führung bestimmter Personen stattfindet. In dieser Arbeit wird beabsichtigt, die journalistische Tätigkeit an einem konkreten Fallbeispiel zu untersuchen. Als geeignet stellt sich das Heranziehen des Krieges im ehemaligen Jugoslawien dar. Dieses Einführungskapitel dient zum allgemeinen Verständnis. Lang behauptet, ein geographisch naher Krieg würde von Rezipienten intensiver wahrgenommen:
„Räumliche Nähe des (bewaffnet-gewaltsamen) Konflikts schafft naturgemäss bei analoger ideologischer Problematik stärkere Betroffenheit als weite Entfernung. Der endlose Krieg in Ex-Jugoslawien bewegt mehr als die diversen Konflikte im Kaukasus — Tschetschenien bewegt mehr als Sri Lanka oder gar Kambodscha.“ (Lang 1995: 152)
Simone Richter

9. Vorstellung der empirischen Untersuchung

Zusammenfassung
Aufgrund des unzureichenden Forschungsstandes im Bereich der Kriegsberichterstattung ist eine qualitative Exploration (Untersuchung und Befragung) zum Thema notwendig. Es ist auffallend, dass zwar zahlreiche Studien dem journalistischen Berufsstand (Vgl. Neverla 1983: 344) gewidmet werden, Fragen nach Arbeitsweise und Arbeitsbedingungen jedoch weitgehend unbeantwortet bleiben oder bislang noch nicht gestellt wurden.
Simone Richter

10. Arbeitsbedingungen von Kriegsberichterstattern in der Praxis

Zusammenfassung
Da die Untersuchung der Arbeitsbedingungen von Journalisten im Krieg auf Interviews sieben verschiedener Korrespondenten beruht, wird jeder Interviewpartner an dieser Stelle vorgestellt. Nach einer Darstellung des Mediums, für das der Reporter während des Jugoslawischen Krieges arbeitete2, folgt eine Berufsbiographie. Darin wird gezeigt, welchen journalistischen Werdegang jeder Befragte vorzuweisen hat und wie er als Kriegsreporter engagiert worden ist. Im Bericht werden ausschließlich persönliche Angaben zur Kriegsberichterstattung gemacht. Das Resümee zeigt, welche redaktionellen und persönlichen Vorbedingungen auf die Arbeitsbedingungen am Kriegsschauplatz wirken. Um auf die Einflussfaktoren3 während der empirischen Erhebung näher einzugehen, wurde ein Szenario angefügt. Darin wird beschrieben, unter welchen Begleitumständen das Intensivinterview stattfand und welche Störfaktoren ggf. in welchem Ausmaß aufgetreten sind.
Simone Richter

11. Jugoslawien: Sonderkonstellationen für Journalisten

Zusammenfassung
Der Balkankrieg brach wenige Monate nach Beendigung der Operation Wüstensturm aus. Nach dem dortigen Desaster im Umgang mit der Presse entstand eine Diskussion über den neuen Krieg.
Simone Richter

12. Gesamtvergleich und Schlussfolgerungen

Zusammenfassung
Aus sämtlichen Interviews, die als empirische Erhebung für diese Arbeit gemacht wurden, ist nachfolgende Auswertung entstanden. Die Interviews wurden analysiert und in dieser Gesamtbetrachtung zusammengefasst. Die Analyse der Interviews wurde nach den vorher gebildeten insgesamt 19 Kategorien vorgenommen. Jede Untersuchung wurde strukturiert und letztendlich mit den anderen Probandenergebnissen verknüpft. Die Arbeitsbedingungen der in dieser Studie befragten Kriegsberichterstatter weist die nachfolgenden und detailliert aufgegliederten Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten auf. Ergänzt wurde die Analyse mit vorhandenem Material in Form von Aussagen diverser Analytiker und Praktiker, so dass die Ergebnisse aus der empirischen Befragung durch weitere Meinungen verdeutlicht, bestätigt, ergänzt und vertieft werden konnten. Zuletzt erfolgt eine allgemeine Bilanz zu den Arbeitsbedingungen mit einem kritischen Ausblick. Durch die einzelnen Aussagen der Beteiligten, die an dieser Stelle zusammengetragen wurden, ist ein guter Überblick möglich — da jeder Gesprächspartner auf bestimmte Aspekte näher eingegangen ist, konnten die unterschiedlichen Verwertungskriterien zum Ergebnis führen. Die Aussagen der Journalisten fügen sich gemeinsam wie Puzzlestücke zusammen und ergeben letztendlich das Gesamtbild der Untersuchung. Die empirische Befragung ist nicht repräsentativ, stellt aber einen aussagenreichen Querschnitt dar.
Simone Richter

13. Selbstverständnis der Kriegsberichterstatter

Zusammenfassung
Kriegsberichterstattung ist eine Abstraktion der journalistischen Arbeit. In diesem Kapitel werden die Grundüberzeugung der Redakteure und ihre Ansichten über die Wirkungsweise wiedergegeben.
Simone Richter

14. Journalistische Arbeit nach dem Jugoslawischen Krieg

Zusammenfassung
Die Versuche der Europäischen Union und der Vereinten Nationen, das Töten in Jugoslawien zu beenden, scheiterten mehrmals und zogen sich daher über einen langen Zeitraum hin. Die Prinzipien von Unverletzlichkeit der Grenzen und territorialer Integrität führten zu einem von internationaler Seite selbst auferlegten Verbot der Nichteinmischung in die fremden Staatsangelegenheiten.
Simone Richter

15. Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassung
Die Deutschen kannten Jugoslawien zum größten Teil nur als Urlaubsland; mit der komplizierten Historie und der wirtschaftlichen Misere setzten sich die europäischen Nachbarn nur vereinzelt auseinander. Die Medien taten ihr Bestes, um immer wieder auf die schwelenden Konflikte und später auf den ausgebrochenen Krieg aufmerksam zu machen. „Medien sind dafür verantwortlich, ihr Publikum an eine Realität zu erinnern.“ (Vincent; Galtung 1993: 198) Viele Journalisten versuchten, mit ihrer Berichterstattung in den deutschen Köpfen ein Bewusstsein fur die Notlage am Balkan zu schaffen.
Simone Richter

Aufzeichnung der Gespräche

16. Dokumentation: Interviews im Wortlaut

Zusammenfassung
Ursprünglich diente die Aufzeichnung der Interviews auf Tonband und das Abschreiben des konkreten Gesprächsverlauf der empirischen Analyse. Die Auswertung der Aussagen sollte durch die Verschriftlichung erheblich erleichtert werden und zusätzlich als dokumentierter Quellennachweis dienen.
Simone Richter

Backmatter

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