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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Zusammenfassung
Kollektives Handeln, verstanden als gemeinschaftliches Agieren von ähnlich Interessierten, gilt als besonders erfolgversprechendes Mittel zur Durchsetzung eines gemeinsamen Anliegens (Sofski 1991:187). Versuche der Einflußnahme auf äußere Bedingungen mittels Zusammenschlüssen bieten sich vor allem dann an, wenn eine größere Anzahl von Menschen vom Verhalten anderer oder von bestehenden Regeln und Entscheidungen betroffen ist. Das Wirken im Verbund mit Gleichgesinnten ermöglicht einerseits Reflexion gemeinsamer Probleme, Formulierung von Interessen und Öffentlichmachung von Forderungen; ein gemeinsames Vorgehen, z.B. in Verbänden, Gruppen oder informellen Kreisen, verbessert andererseits Chancen, eigene Vorstellungen und Forderungen verwirklichen zu können (Segerman-Peck 1994).
Ute Schulz

1. Das Geschlechterverhältnis aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Wissenschaftspositionen

Zusammenfassung
Feministische Frauenforschung, die sich in Deutschland im Zuge der zweiten Frauenbewegung in den 70er Jahren etablierte, richtete sich gegen den Androzentrismus vermeintlich geschlechtsneutraler Wissenschaften. Ein zentrales Anliegen galt dem Nachweis, daß Beziehungen zwischen den Geschlechtern und die Situation von Frauen Ausdruck und Folge eines Herrschaftsverhältnisses sind. Untersuchungen von Entstehungszusammenhängen und Entwicklungslinien hierarchisch strukturierter Beziehungen zwischen Männern und Frauen vollzogen sich in den folgenden Jahrzehnten unter unterschiedlichen Perspektiven auf das Geschlechterverhältnis.2
Ute Schulz

2. Grundlagen der Untersuchung

Zusammenfassung
Das Forschungsinteresse der vorliegenden Arbeit zu Haltungen und Motivationen von Journalistinnen gegenüber kollektivem Handeln bezieht sich auf Aktivitäten zu Veränderungen professionsbezogener Bedingungen. Deshalb wird im folgenden die Berufssituation von Frauen im publizistischen Metier näher betrachtet.
Ute Schulz

3. Theoretischer Bezugsrahmen

Zusammenfassung
Die Analyse von Motivation zu kollektivem Handeln richtet sich auf die Ermittlung von Faktoren, die individuelle Handlungsentscheidungen beeinflussen, sich einem Zusammenschluß anzuschließen, einen zu gründen bzw. in einem solchen aktiv zu werden.
Ute Schulz

4. Methodologische Anmerkungen und methodisches Vorgehen

Zusammenfassung
Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht die Frage nach Motivationen von Journalistinnen zu kollektivem Handeln. Der Fokus richtet sich auf den bewußten Motivationsprozeß, der persönlichen Entscheidungen vorausgeht, sich mit Kolleginnen zusammenzuschließen. In ihm werden individuelle Dispositionen und äußere Faktoren wirksam, wie Heckhausens Modell verdeutlicht (vgl. Kap. 3.1). Da von einem bewußten Entscheidungsprozeß auszugehen ist, richtet sich die Forschungsperspektive auf Erfahrungen und Einstellungen individueller Akteurinnen und auf ihre Wahrnehmungen von Rahmenbedingungen.
Ute Schulz

5. Untersuchungsergebnisse: Motivationen kollektiven Handelns von Journalistinnen

Zusammenfassung
Geschlechtsspezifische berufliche Zusammenschlüsse werden von den interviewten Journalistinnen höchst unterschiedlich wahrgenommen. Einige haben sich intensiv mit Verbindungen von Medienfrauen auseinandergesetzt, unterscheiden verschiedene Formen kollektiven Handelns und beschreiben die jeweiligen Vorzüge und Nachteile; andere scheinen zum Zeitpunkt des Interviews erstmals die Frage zu prüfen, welchen Sinn es macht, und inwieweit es für sie interessant sein könnte, mit Kolleginnen gemeinsam zu agieren. Unter den befragten Redakteurinnen gibt es einerseits Mitglieder von Journalistinnengruppen,-Organisationen oder anderen Frauenzusammenschlüssen in Massenmedien und andererseits wohlwollende, skeptische oder ablehnende Haltungen gegenüber kollektivem Handeln.
Ute Schulz

6. Schlußbetrachtung

Zusammenfassung
Ein Ergebnis einer vorausgegangenen eigenen Untersuchung war Ausgangspunkt der vorliegenden Studie: Obwohl kollektives gegenüber individuellem Handeln als erfolgversprechenderes Vorgehen zur Durchsetzung von Interessen gilt, gehörten sehr wenig Journalistinnen einem Zusammenschluß von Frauen an. Die für West-Berlin repräsentative Befragung festangestellter Journalistinnen und Journalisten hatte ergeben, daß zwar 67 Prozent der weiblichen Interviewten einem Frauenverbund zur Durchsetzung ihrer Interessen für sinnvoll hielten, aber nur neun Prozent Mitglied einer solchen Allianz waren (Amend/Schulz 1993:29). Dieses Ergebnis verwundert um so mehr, weil gleichzeitig deutlich mehr als die Hälfte der weiblichen Befragten ungleiche Chancen für Journalistinnen sowie verschiedene Formen von Diskriminierungen wahrnahmen und sich 21 Prozent persönlich im Berufsalltag diskriminiert fühlten (ebd.:26f).
Ute Schulz

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