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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Prolog

Zusammenfassung
Ein wertorientierter Journalismus schafft die besten Voraussetzungen für einen guten Journalismus. Tugenden wie Besonnenheit, Tapferkeit, Klugheit und Weisheit, Wahrhaftigkeit und Offenheit sowie Gerechtigkeit dienen als praxisnahes Fundament einer Standesethik. Sie erlauben Medienschaffenden, sich den moralischen Problemen in ihrem Arbeitsalltag situativ zu stellen, ethische Fallstricke aber auch bereits im Voraus zu bedenken.
Martin R. Schütz

1. Prolegomena

Kisch — der rasende Reporter — und die Aktualität von Medienethik
Zusammenfassung
Erinnerungsworte stellen uns zuweilen in unerwarteter Weise Fragen zur Gegenwart. In seinen Memoiren entsinnt sich Egon Erwin Kisch seines Debüts beim Mühlefeuer 3, das er als junger Lokalreporter bei der Prager Zeitung Bohemia — einem deutsch-nationalen Regierungsblatt4 — gegeben hat. Dieser spätere Meister der literarischen Reportage schildert, wie ihn der Dienst habende Redakteur eines Abends zu den Schittkauer Mühlen schickt, die eben den Flammen zum Opfer fallen.
Martin R. Schütz

2. Das Wirkliche der Wirklichkeit

Von der Wahrnehmung in Text und Bild — Wo Fallen schnappen
Zusammenfassung
Zur Erkenntnistheorie des Konstruktivismus 2 können wir uns stellen, wie es uns beliebt. Aber eines lässt sich nicht von der Hand weisen: Mit den „empirisch gewonnenen Erkenntnissen zur menschlichen Wahrnehmung und Kommunikation, die Biologen, Psychologen und Kybernetiker anbieten“3, sind „absolute Massstäbe wie Wahrheit und Objektivität und der Anspruch, mit den Mitteln des Journalismus Wirklichkeit abzubilden“4, nicht zu vereinbaren. Siegfried Weischenberg diagnostiziert denn auch, dass Journalistinnen und Journalisten in ihren Aussagen nicht die Welt repräsentieren, sondern Weltbilder konstruieren5.
Martin R. Schütz

3. Kleine Phänomenologie des Boulevards

Intermezzo — Wo Privates öffentlich wird und die Optik sich verkürzt
Zusammenfassung
Was kennzeichnet den Boulevard? Er gehört zu den prominentesten Formen medialer Darstellung; man kommt nicht umhin, sich etwas näher mit ihm auseinanderzusetzen. Beim Boulevard geht es nicht um das „scheinbar Leichtere des bloss Angenehmen, Reizenden, Niedlichen, Behaglichen, Gemütlichen, geschweige denn des Kitschigen“2.
Martin R. Schütz

4. Medienschaffende als Teil der Öffentlichkeit

Reflexionen über Rollen und journalistische Tugenden
Zusammenfassung
Nähe, Privatisierung des Öffentlichen, zerstörte Ordnungskonzepte, Skandalisierungen, Personalisierung und Selbstreferentialität — sie können sich als Fallstricke beim Versuch eines guten journalistischen Handelns entpuppen. Auf einige dieser Quellen des normativen Fehlverhaltens — es gibt freilich noch weitere — stossen die meisten Medienschaffenden im Verlaufe ihres Berufslebens; denken wir etwa zurück an Kisch und dessen Reportageeinsatz am Mühlefeuer.
Martin R. Schütz

Epilog

Zusammenfassung
„Die ‚Moral der Medien’ war immer schon ein dankbares Thema für Sonntagsreden und Leitartikel“1, schreibt Siegfried Weischenberg, der sich an anderer Stelle davon überzeugt zeigt, dass Ethik „nicht von aussen an soziale Systeme wie den Journalismus herangetragen“2 werden könne: „Moralische Massstäbe müssen vom System selbst zu ‚verarbeiten‘sein.“3 Eine Sonntagsrede sollte diese Arbeit nicht werden, dazu ist die Thematik im Spannungsfeld von Politik und Zivilgesellschaft zu ernst. Der Kommunikationswissenschaftler mag Recht damit haben, dass externe Anstösse zur Beschäftigung mit Ethik und Moral oft ins Leere dringen. Und ganz gewiss haben die betroffenen — hier — Journalistinnen und Journalisten sich um eine Klärung berufsethischer Standards mit zu kümmern. Sittliches Handeln und soziale Verantwortung sind nicht delegierbar.
Martin R. Schütz

Backmatter

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