Juan J. Linz (geb. 1926) wuchs in Deutschland und Spanien auf. Seinen Lebensweg prägten die Erfahrungen des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) und der Herrschaft des Nationalsozialismus (1933–1945). Seine wissenschaftlichen Forschungen zur Diktatur begann Linz 1964 mit der Fallstudie „An Authoritarian Regime: The Case of Spain“. Er gelangte dabei zu der Ansicht, dass die Gegenüberstellung von totalitären Diktaturen und Demokratien unzureichend sei, um die politischen Systeme der Welt zu erfassen (
Linz 1997
). Die autoritären Regime seien vielmehr ein dritter Haupttyp der politischen Systeme. Der Text von Linz zur Unterscheidung totalitärer und autoritärer Diktaturen erschien ursprünglich 1974 im dritten Teil des ebenso umfangreichen wie ambitionierten „Handbook of Political Science“. Auf seinen Erkenntnissen aufbauend, die er aus den Forschungen zur Diktatur Spaniens gewonnen hatte, beschränkte sich Linz im Unterschied zu den Klassikern der Diktaturforschung von Carl Joachim Friedrich und Zbigniew Brzezinski (→ Friedrich/Brzezinski 1956) und Hannah Arendt (→ Arendt 1951) nicht auf totalitäre Diktaturen. Er widmete sich vielmehr vor allem dem großen Kreis der weder totalitären noch demokratischen politischen Systeme, die dahin ein nahezu blinder Fleck auf der Landkarte der vergleichenden politischen Systemforschung waren.