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Über dieses Buch

Dieses auch für den interessierten Laien verständlich geschriebene Werk führt in die unbekannte Welt der CO2-Gasvulkane, der sogenannten Mofetten, ein. Eine wenig erforschte Welt, die inmitten von Europa Tiere sterben lässt, die Pflanzenwelt verändert, Böden und Atmosphäre beeinflusst und Hinweise für kommende Vulkanausbrüche liefern kann. Mithilfe der botanischen Bioindikation können solche Entgasungsstellen auch im Gelände gefunden und sogar wirtschaftlich genutzt werden, z.B. in Mineralwässern und Feuerlöschern, bei der Haltbarmachung von Nahrungsmitteln sowie bei der Heilung von Herz- und Hautkrankheiten. Prof. Hardy Pfanz erklärt in diesem biologisch-geologischen Mofettenführer, wo solche Erscheinungen in Deutschland, aber auch weltweit, gefunden werden können und was sie uns sagen. Auch verrät er –augenzwinkernd– das ein oder andere Außergewöhnliche und Sagenhafte über Mofetten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einführung

Zusammenfassung
Bei einer Wanderung durch ehemals vulkanische Gebiete, wie beispielsweise durch Nordwest-Tschechien, Nordost-Slowenien oder die Eifel, kann man allenthalben Mofetten entdecken. Kleinere tote Tiere, das Fehlen der Pflanzendecke oder ungewöhnliche Wuchsformen von Pflanzen sind häufig untrügliche Zeichen dieser vulkanischen Ausgasungserscheinungen. Hat man solche Stellen gefunden, dann ist Vorsicht geboten. In Bodenvertiefungen können sich hohe Konzentrationen von CO2 bilden, die zu Erstickung führen können. Doch keine Panik, Mofetten sind nur dann wirklich gefährlich, wenn man nicht weiß, mit welchem Phänomen man es hier zu tun hat und wie man sich verhalten soll.
Hardy Pfanz

Kapitel 2. Magmatische, vulkanische und andere geogene Gasexhalationen

Zusammenfassung
Ausgasungen an Vulkanen sind seit langem bekannt. Sowohl prä- als auch posteruptiv können Vulkangase aus den Tiefen der Magmenkammern an die Oberfläche gelangen. Und natürlich gerade während eines Vulkanausbruches entströmen riesige Gasmengen von CO2 und Wasserdampf den Vulkankratern. Tektonische Ereignisse, wie beispielsweise Starkbeben, öffnen Risse und Klüfte in der Erdkruste, die als neue Transportpfade für das Aufsteigen und Exhalieren der Fluide fungieren. Bei vielen Autoren gelten Mofetten und andere gasförmige Exhalationen als untrügliche Kennzeichen eines alternden, zu Ende gehenden Vulkanismus eines Gebietes. Vor allem neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass das Freisetzen von Gasen magmatischen Ursprungs auch ein Anzeichen neuer oder erneuter vulkanischer Aktivität sein kann.
Hardy Pfanz

Kapitel 3. Mofetten

Zusammenfassung
In der Literatur werden Mofetten häufig fälschlich als Fumarolen bezeichnet. Vor allem in der älteren Literatur wird der Begriff Fumarole auf alle Fluid-exhalierenden, geogenen Erscheinungsformen angewandt. Mittlerweile wird der Begriff Mofette nur noch auf klein- bis größerflächige gasförmige Exhalationen angewandt, die in der Hauptsache ziemlich reines Kohlendioxid emittieren und keine Mineralwasserquellen darstellen. Der Übergang zu den CO2 angereicherten Mineralwasserquellen, den Säuerlingen, ist im wahrsten Sinne des Wortes fließend.
Hardy Pfanz

Kapitel 4. Geologisch-vulkanologische Grundlagen

Zusammenfassung
Das globale Kohlenstoffreservoir beläuft sich auf etwa 106 * 1015 t Kohlenstoff und verteilt sich zu über 80 % auf carbonatische Gesteine (Tab. 4.1). Den Rest machen anorganisch gebundene Kohlenstoffe an Land und im Meer und die in organischer Masse (Lebewesen, pflanzliche und tierische Leichen) gebundenen Kohlenstoffe sowie gasförmiges CO2 in der Atmosphäre aus.
Hardy Pfanz

Kapitel 5. Kohlenstoffdioxyd – Kohlendioxid – CO2 – die Kenngröße für Mofetten

Zusammenfassung
Sagt man nun vulkanbiologisch locker Kohlendioxid (Kohlendioxyd) oder etwas sperriger, aber dafür chemisch richtig Kohlenstoffdioxyd (oder gar anglophil Kohlenstoffdioxid)? Platzsparender und kürzer (aber eben chemisch unscharf) ist es, das „stoff“ aus dem Namen wegzulassen. Wir haben uns noch längerem Abwägen entschlossen, in diesem Fall chemisch etwas unpräzise aber dadurch leichter lesbar zu sein: Ergo Kohlendioxid.
Hardy Pfanz

Kapitel 6. Lebensraum Mofette

Zusammenfassung
Trotz der teilweise extrem lebensfeindlichen Umwelt sind Mofetten Wuchsorte und Lebensraum nicht nur anaërober Organismen. Sah man anfangs in Mofetten hauptsächlich kleinwüchsige, chlorotische Pflanzen und sterbende oder tote Tiere, so hat sich die heutige Sicht auf Mofetten deutlich verändert. Man hat die Mofette als Lebensraum oder sogar als Ökosystem erkannt. Inzwischen werden nun auch die Anpassungen und Strategien der verschiedensten Organismen an die extremen Faktoren wie sehr hohes CO2, geringer Sauerstoffgehalt oder übersäuerter Boden untersucht.
Hardy Pfanz

Kapitel 7. Bakterien und Pilze

Zusammenfassung
Es liegt auf der Hand, dass sich auch die Pilz-, Bakterien- und Archaeenfloren in Mofettenböden an die gegebenen Umstände anpassen müssen. Auch und gerade bei diesen sich rasch vermehrenden Organismen, sind daher spezifische Anpassungsmechanismen an hohe CO2 Konzentrationen und erniedrigte pH-Werte zu erwarten. Ebenso sollte man gerade in diesen Gruppen ein verändertes Artenspektrum sowie eine erhöhte Anzahl endemisch vorkommender Arten finden.
Hardy Pfanz

Kapitel 8. Tiere

Zusammenfassung
Gerade bei den Tieren ist bekannt, dass sie im allgemeinen Sauerstoff zur Zellatmung benötigen. Die meisten Tiere sind also Aërobier und brauchen permanent 15–21 % Sauerstoff, also ungefähr die O2-Konzentration, die auch in der unverschmutzten Atmosphäre vorhanden ist (20,8 %).
Hardy Pfanz

Kapitel 9. Mofetten und Klima

Zusammenfassung
Die atmosphärische CO2-Konzentration unserer Troposphäre wäre ohne Zutun des Menschen immer noch in der Größenordnung von etwa 280 ppm (0,028 %).
Hardy Pfanz

Kapitel 10. Die Böden in Mofetten

Zusammenfassung
Böden, die über einen langen Zeitraum von CO2 in großen Mengen durchgast werden, müssen spezifische Veränderungen aufweisen. Da Kohlendioxid Sauerstoff-verdrängend wirkt, muss ein solcher Mofettenboden zwangsläufig hypoxisch (arm an Sauerstoff) oder gar anoxisch (frei von Sauerstoff) sein. Mofettenböden ähneln daher oft den Gley- bzw. Pseudogleyböden (Blume und Felix-Henningsen 2009; Schlichting und Schwertmann 1973).
Hardy Pfanz

Kapitel 11. Die Bedeutung und Nutzung von Mofetten

Zusammenfassung
Da CO2 sowohl in der chemischen Industrie als auch bei der Farbenherstellung, beim Feuerlöschen, bei der Tierschlachtung und in der Medizin eine Rolle spielt, sind Mofetten naturgemäß auch Orte potentiell wirtschaftlicher Nutzung.
Hardy Pfanz

Kapitel 12. Die mythisch-ethnologische Bedeutung von CO2-Ausgasungen

Zusammenfassung
Vor geraumer Zeit hat Vitaliano (1973) für die wissenschaftlichen Forschungsrichtungen, die antike Mythologie mit rezenten naturwissenschaflichen Methoden zu beschreiben und zu erklären versuchen, den Begriff Geo-Mythologie geprägt.
Hardy Pfanz

Kapitel 13. Gefahr durch CO2 – Menschliche Tragödien

Zusammenfassung
Da in Mofettengebieten die geogenen Kohlendioxidflüsse teilweise sehr groß sein können, stellen solche Gebiete eine potentielle Gefahr für Mensch und Tier dar.
Hardy Pfanz

Kapitel 14. Mofexotisches und Mofetto-Pareidolie

Zusammenfassung
In diesem Kapitel sollen nicht völlig erklärbare oder nur teilweise verstandene Phänomene rund um Säuerlinge und Mofetten vorgestellt werden. Es könnte sogar sein, dass manche Phänomene naturwissenschaftlich gar nicht greifbar oder schlussendlich beweisbar sind. Geysirartig spritzende Steine, Seifenblasen, durch welche spitze Zweigenden und Knospen stechen, ohne dass es zum schnellen Zerplatzen der Blasen kommt, versinkende Wieseninseln, eine etwas unappetitliche Gulaschsuppe oder Blässhühner und Wildschweine, die mit Kohlensäure spielen, werden vorgestellt.
Hardy Pfanz

Kapitel 15. Nachwort: Schutz von Mofetten

Zusammenfassung
Die weltweite Seltenheit von Mofetten und auch ihre Eigenart als ungemein spannender Extremstandort für jedwede Organismen, gebieten den strikten Schutz dieser Stellen als Bio-und Geotope. Der ungeregelte Besuch solcher Stellen durch unbegleitete Touristen aber auch das teilweise hemmungslose Vorgehen von Wissenschaftlern haben diesen Kleinodien der Biogeologie schon deutlich geschadet.
Hardy Pfanz

Backmatter

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