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Über dieses Buch

Wir leben auf Kosten der Zukunft. Warum? Kurzfristige Interessen der Bürger (sichere Arbeit) ergänzen sich mit kurzfristigen Interessen der Politiker (Wiederwahl). Das politische System trägt Mitschuld. Wie kann man es ändern, um diese Schwächen zu vermeiden? Lässt es sich demokratisch rechtfertigen, wenn Anwälte zukünftiger Generationen heute schon mitentscheiden?

Diese Fragen werden von Wissenschaftlern, Schriftstellern, Politikern und Unternehmern behandelt, um methodische Analyse, politischen und ökonomischen Sachverstand und kreative Ideen zu kombinieren. Das Buch enthält Beiträge von H. Geißler, H. J. Schellnhuber, I. Trojanow u.a.

„Die Demokratie hat viele große Vorzüge und Stärken. Langfristigkeit und Nachhaltigkeit gehören bislang nicht dazu. Dem kann man institutionell abhelfen. Das Buch zeigt, wie.“ (Ernst Ulrich von Weizsäcker, MdB a.D.)

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Der Klimawandel schreitet ungehemmt voran, die meisten Staaten setzen auch nach Fukushima auf Atomenergie, die Armut wächst trotz steigendem Bruttoinlandsprodukt. All das sind Indizien dafür, dass wir es inzwischen als selbstverständlich betrachten, unsere Probleme auf dem Rücken der Zukunft auszutragen und damit deren Existenz zu gefährden.

Bernward Gesang

Problemanalyse und Überblick

Frontmatter

Demokratie am Scheideweg

Die Situation der Menschheit gleicht derjenigen eines Krebskranken, der noch kaum Beschwerden verspürt, aber wissen sollte, dass er in Lebensgefahr schwebt. Die Ärzte raten ihm zu schmerz- und risikovollen Therapien, aber eigentlich fühlt sich der Patient noch wohl und die Vorstellungen von den Lasten der Therapie schrecken ihn zutiefst. Als 1971 der erste Bericht des Club of Rome veröffentlicht wurde, hat die Menschheit eine solche »Krebsdiagnose« erhalten, welche von den Klimaforschern und den regelmäßigen Berichten des Club of Rome erneuert wurde.

Bernward Gesang

Neue Institutionen: Zukunftsräte

Frontmatter

»Eine Idee wäre, dass man im Parlament eine bestimmte Anzahl von Sitzen vorhält für Menschen als Anwälte künftiger Generationen.« 

Bernward Gesang:

Herr Schellnhuber glauben Sie, dass wir in den nächsten fünf Jahren zu einem substantiellen internationalen Klimaabkommen gelangen werden?

Hans Joachim Schellnhuber:

Das ist eine gute Frage. Ich könnte mir vorstellen, dass wir zu einem multilateralen Klimaabkommen kommen 2015, 2016 oder 2017. Ich glaube allerdings nicht, dass es ein substantielles Abkommen sein wird, in dem Sinn, dass es tatsächlich helfen wird, das Klima zu stabilisieren. Es wird wohl ein windelweicher Kompromiss werden.

Hans Joachim Schellnhuber

Zum Problem der Zukunftsfähigkeit der Demokratie 

Die Antwort auf die Frage, wie es um die Zukunft der Demokratie bestellt ist, hängt mit den Konturen dieser politischen Ordnungsform in Hinblick auf ihre Zukunftsfähigkeit zusammen: Die Demokratie hat Zukunft, wenn sie sich als zukunftsfähig erweist, das heißt wenn in ihr Entscheidungen getroffen werden, die dem Prinzip der Zukunftsverantwortung genügen. Was heute als Nachhaltigkeitsprinzip gefasst wird, hat Hans Jonas bereits in den siebziger Jahren in seinem für die ökologische Diskussion grundlegenden Werk

Das Prinzip Verantwortung

entwickelt.

Tine Stein

Neue Institutionen: Ombudspersonen

Frontmatter

Die Rechte, Pflichten und Tätigkeiten des ungarischen Parlamentsbeauftragten für zukünftige Generationen 

Sowohl unter den politischen Entscheidungsträgern als auch in der Bevölkerung zeigt sich ein wachsendes Bewusstsein der globalen Gefahren für die Umwelt. Einer der wichtigsten Einflussfaktoren für diese Entwicklung ist, dass heutzutage nicht nur so genannte ›Umweltforscher‹, sondern auch die etablierten Wissenschaftler und wissenschaftlichen Institute die Ernsthaftigkeit der Situation anerkennen.

Sandor Fülöp

»Den zukünftigen Generationen eine Stimme zu geben, bedeutet mehr Basis einzubinden, eine Basis, die sonst nicht gehört werden kann.«

Bernward Gesang:

Herr Ott glauben Sie, dass wir in den nächsten fünf Jahren zu einem substantiellen globalen Klimaabkommen gelangen werden?

Hermann Ott:

Wenn mit global gemeint ist, dass alle dabei sind, dann nein. Die USA und China werden wohl nicht dabei sein. Deshalb streiten wir ja auch für eine Politik der unterschiedlichen Geschwindigkeiten – wir dürfen nicht warten, bis auch der letzte Nachzügler dabei ist.

Hermann Ott

Ombudspersonen für zukünftige Generationen: Diktatoren oder Bürgervertreter?

Nachhaltigkeit scheitert nicht wirklich an der Erkenntnis. Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts werden die auf lange Sicht negativen Auswirkungen kurzfristiger Wohlstandsgewinne weltweit problematisiert, besonders in Bezug auf unsere Umwelt. Heute werden zunehmend auch die sozialen, kulturellen und individuellen Schäden unserer aktuellen Form von Entwicklung diskutiert, inzwischen bereits sichtbar. Nachhaltigkeit scheitert also an der Umsetzung. In diesem Beitrag möchte ich deshalb untersuchen, warum in Deutschland Vorschläge für eine institutionelle Stärkung dieser Agenda und Ziele trotzdem immer wieder so harsch zurückgewiesen werden.

Maja Göpel

Ergänzungen und Alternativen: A) Ein Weltgerichtshof

Frontmatter

Ein Weltgerichtshof für die Zukunft

Umfragen haben ergeben, dass die meisten jungen Menschen, die gefragt werden, in welcher Zeitstufe sie leben wollten, wenn sie die Wahl hätten, bevorzugt in der Zukunft statt in der Gegenwart oder der Vergangenheit leben wollen. Dies ist ein erstaunliches Ergebnis angesichts der gegenwärtigen Zukunftsängste und der verbreiteten Überzeugung, dass wir in einer Periode des

peak welfare

leben, d. h., dass das gegenwärtige Niveau des materiellen Wohlstands in den von uns überschaubaren nachfolgenden Generationen infolge von Ressourcenerschöpfung und wachsenden Umweltschäden nicht mehr erreicht wird.

Dieter Birnbacher

Ergänzungen und Alternativen: B) Mehr Bürgerbeteiligung

Frontmatter

»Die politische Partei wird in Zukunft mehrheitsfähig sein, die Bürgerbeteiligung als demokratisches Zukunftsmodell vorschlägt.«

Bernward Gesang:

Herr Geißler haben Sie die Hoffnung, dass wir in den nächsten fünf Jahren ein globales substantielles Klimaschutzabkommen bekommen werden?

Heiner Geißler:

Ich halte es eigentlich für eine Utopie, aber eine realisierbare Utopie, wir brauchen ja viele, auch wenn sie nicht sofort erreichbar sind. Ein solches Abkommen setzt voraus, dass es funktionsfähige Institutionen gibt, die so etwas beschließen können, und die haben wir noch nicht.

Heiner Geißler

»Mehr Basisdemokratie und ein Mentalitätswechsel müssen Hand in Hand gehen.«

Bernward Gesang:

Herr Trojanow, glauben Sie, dass wir in absehbarer Zeit international ein gehaltvolles Klimaabkommen zustande bringen werden?

Ilija Trojanow:

Nein.

Ilija Trojanow

Ergänzungen und Alternativen: C) Hoffnung auf die Dynamik der Verhandlungsrealitäten

Frontmatter

Demokratie im Mehrebenensystem

Erfolge und Misserfolge einer Politik zum Schutz globaler natürlicher Gemeinschaftsgüter

Die Ausgangsdiagnose, die der Initiator dieses Buches in metaphorischer Form vorgegeben hat, lautet:

»Die Arzneien gegen die benannten Krankheiten [d. i. globale, mit Zeitverzug eintretende Knappheiten bzw. Übernutzungen globaler Gemeinschaftsgüter, Anmerkung des Verfassers] predigen verständige Menschen nun schon seit Jahrzehnten, aber verbindliche Abkommen über die Begrenzung des Klimawandels [z. B., Anm. d. Verfassers] scheitern […]. Daraus ergibt sich die Einsicht, dass es mit Therapievorschlägen der benannten Art nicht getan ist. Es gibt Gründe, warum solche Vorschläge nicht greifen können, und diese liegen im Verhältnis von »Arzt« zu »Patient«. Die Ärzte in unseren politischen Systemen sind die Politiker in Regierungsämtern. Diese können dem »Patient Bürger« z. B. nichts verordnen, was ihm Angst oder kurzfristige Beschwerden bereitet, denn der Bürger kann die Politiker mit Abwahl bestrafen. Unsere bislang so erfolgreichen demokratischen Strukturen müssen daher selbst Gegenstand der Diagnose und Therapie werden, wenn der Patient Menschheit gerettet werden soll.«

Die Einsicht, die sich in dieser Ausgangsdiagnose ausspricht, vermag ich leicht mit zu vollziehen.

Hans-Jochen Luhmann

Ombudspersonen in Unternehmen?

Frontmatter

Verantwortung und ökonomisches Kalkül

Was die Wirtschaft für eine nachhaltige Entwicklung leisten kann und muss

Dieser Sammelband befasst sich mit einer Problematik, die in der jüngeren Vergangenheit in den Medien und in der öffentlichen Aufmerksamkeit zwar eine gewisse Bedeutung erlangt hat, der unsere Gesellschaft jedoch noch unentschlossen und weitgehend ratlos gegenübersteht: Der verantwortungsvollen Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft unter den Bedingungen der Grenzen des Wachstums.

Michael Otto

Backmatter

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