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31.10.2018 | Kapitalmarkt | Im Fokus | Onlineartikel

Aktien bleiben trotz Warnsignalen wichtige Anlageklasse

Autor:
Michael Fuchs

Der Oktober gilt an den Aktienmärkten nicht umsonst als Crash-Monat. Zwar ist die derzeitige Korrektur nicht ansatzweise mit den Einbrüchen von 1929 und 1987 zu vergleichen. Doch nach der jahrelangen Hausse leuchten bei den Investoren die Warnlichter.

Historisch betrachtet ist an den Aktienmärkten noch nichts Dramatisches passiert. Der Dax hat  seit dem Hoch im Februar zwar fast  20 Prozent verloren, doch Korrekturen sind treuer Begleiter der Hausse seit fast zehn Jahren. Vor drei Jahren ging es binnen Jahresfrist um rund 30 Prozent nach unten, nachdem der Index 2011 schon einmal so stark gefallen war. Dem Aufwärtstrend hat dies keinen Abbruch getan: Seit dem Tief 2009 hat sich der Dax mehr als verdreifacht, MDax und Tec Dax sind sogar noch stärker gelaufen. Ist also jetzt der Zeitpunkt zum Einstieg gekommen? Und stehen im nächsten Jahr wieder neue Allzeithochs an?

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Gewichtige Gründe mahnen zur Vorsicht. Aktien, allen voran die US-Werte, sind nicht mehr günstig. Der Austritt Großbritanniens aus der EU ist zu einer Hängepartie geworden. Italien geht mit seinem Haushaltsentwurf auf Konfrontationskurs und im Hintergrund schwelt ein möglicher Handelskrieg zwischen den USA und anderen Wirtschaftsmächten. "Sollte dieser tatsächlich im bisherigen Tempo weiter eskalieren, trüben sich über negative konjunkturelle Effekte auch die Aussichten für die globalen Aktienmärkte erheblich ein", kommentiert Carsten Mumm, Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Donner & Reuschel, die Lage.

Steigende Renditen in den USA

Doch damit nicht genug: Die Zeiten des billigen Geldes, das alle Vermögensklassen nach oben treibt, könnten bald vorbei sein. Mit Sorge blicken Investoren auf die steigenden Renditen in den USA, die bei zehnjährigen Papieren schon  über drei Prozent liegen. Zuletzt hat US-Notenbankchef Jerome Powell die Unruhe noch vergrößert. Danach könnten die US-Zinsen länger steigen als bislang von den Märkten erwartet. Das aber wäre Gift für die US-Börsen, zumal der Effekt der US-Steuerreform auf das Gewinnwachstum der Unternehmen ausläuft, wie die LBBW in einer Studie anmerkt. "Von nun an dürfte die Gewinndynamik wieder schrumpfen. In diesem und im kommenden Quartal zunächst noch langsam, ab dem ersten Quartal 2019 jedoch intensiver", heißt es bei der Landesbank Baden-Württemberg. Das stellt jedoch die vergleichsweise anspruchsvollen Bewertungen am US-Markt in Frage.

Europa ist von Zinsanhebungen zwar noch weit entfernt, aber eine stärkere Korrektur der US-Aktien dürfte den Abwärtsdruck an den europäischen Märkten verschärfen. Somit könnte sich der nervöse Handel der vergangenen Wochen fortsetzen und weitere Abschläge bringen.

Blick auf Einzelwerte lohnt

Damit eröffnen sich für Investoren aber auch Gelegenheiten. Zahlreiche Einzelwerte haben seit ihren Jahreshochs 30 Prozent und mehr verloren. Dabei hat sich die Lage vieler Unternehmen keineswegs massiv verschlechtert, wie die jüngsten Quartalszahlen gezeigt haben. Einen Hinweis, ob sich der Einstieg lohnt, können bereits einfache Kennziffern wie der langjährige Durchschnittswert des Kurs-Gewinn-Verhältnisses liefern, erklärt Springer-Autor Enzon Mondello im Buchkapitel "Einführung in Aktienbewertung" fest (Seite 4). "So etwa werden für die Berechnung des Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnisses der erwartete Umsatz des nächsten Jahres und die Gewinnmarge geschätzt, um den erwarteten Gewinn je Aktie zu bestimmen", sagt Mondello auf Seite 20.

Hausse hält weiterhin an

Volkswirt Carsten Mumm ist angesichts der robusten Konjunktur zuversichtlich, dass "die Aktienhausse noch einige Monate oder sogar wenige Jahre" tragen kann. Zumal an den Börsen derzeit keine "Spekulationsblasen vergleichbar mit der Situation Ende der 90er-Jahre" erkennbar seien.

Chancen könnten sich aber auch fernab der heimischen Börsen auftun. Die Abschwächung des starken US-Wachstum dürfte nach Ansicht des Vermögensverwalters Goldman Sachs Asset Management die Aufmerksamkeit auf andere Anlageregionen lenken und "den Schwellenländeranlagen zu einem Comeback verhelfen". Wobei Aktien für Goldman Sachs trotz aller aktuellen Widrigkeiten die "bevorzugte Anlageklasse" bleiben.

 

 

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