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21.01.2019 | Kapitalmarkt | Schwerpunkt | Online-Artikel

An der Börse ist Gespür gefragt

verfasst von: Michael Fuchs

3 Min. Lesedauer

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Nach dem Kurssturz im Herbst rechnen Experten mit einem schwierigen Börsenjahr 2019. Der Markt bietet aber auch Chancen. Dabei lohnt es sich, auf langfristige Trends zu setzen. Einzelne Regionen und Branchen bieten Wachstumspotenzial.

Auch wenn die Börsen sich zuletzt etwas erholt haben: Auf ein ruhigeres Fahrwasser sollten Anleger nicht hoffen. Die starken Kursschwankungen dürften den Märkten zunächst erhalten bleiben, betonte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, zum Investmentausblick der Privatbank vergangene Woche in Frankfurt. Der Dax könne von seinem aktuellen Niveau um die 11.000 Punkte ohne weiteres um 15 Prozent nach oben, aber auch nach unten schwanken.

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Große Verunsicherung im Markt

Die Kursausschläge seien Ausdruck der großen Verunsicherung der Marktteilnehmer. Und für die gibt es gute Gründe. An den europäischen Börsen hat der Brexit an Brisanz gewonnen, nachdem das britische Unterhaus das Abkommen mit der EU abgelehnt hat, und zwischen den USA und China schwelt weiterhin der Handelskonflikt. Hinzu kommt die merkliche Abkühlung der Weltwirtschaft.

Anlegen in einem derartigen Umfeld ist schwieriger als in den Jahren zuvor. Einfach den Gesamtmarkt über börsengehandelte Fonds zu kaufen, ist daher nicht mehr das Patentrezept. Chief Investment Officer Daniel Kerbach von Merck Finck empfiehlt zwar, "breit diversifiziert" zu investieren, setzt aber klare Schwerpunkte. Stark gewichtet sind Substanzwerte mit hoher Dividende, die bei schwächerer Wirtschaftslage weniger bedroht sind als die konjunkturabhängigen zyklischen Aktien. Mit einem Einbruch der Weltkonjunktur rechnet Merck Finck zwar nicht, doch dürfte sich das Wachstum in diesem Jahr abschwächen.

Emerging Markets bieten Chancen 

Chancen macht der Vermögensverwalter auch in den Schwellenländern aus. Besonders China, das noch immer über ein "attraktives Wachstum" verfüge, hat es Kerbach angetan. Zumal die Regierung gegen die wirtschaftliche Abkühlung ankämpfe. Die Notenbank des Landes will Milliarden in das Finanzsystem pumpen, um Liquiditätsprobleme zu verhindern. Sie flankiert damit weitere Maßnahme zur Stützung der Wirtschaft. 

Ohnehin "investiert der chinesische Staat jährlich eine gigantische Summe in den Ausbau der Infrastrukture", erklären die Springer-Autoren Tracy Dathe und Marc Helmold im Buchkapitel "Der Schwellenmarkt China" (Seite 16) und führen aus: 

Der größte Bedarf durch die Industrialisierung liegt in den Sektoren Verkehr und Transport sowie in der Energieversorgung. Ferner spielt die Kommunikationsinfrastruktur vor dem Hintergrund von Industrie 4.0 zunehmend eine wichtige Rolle."

Mit der Einschätzung der Schwellenländer steht Merck Finck nicht alleine. Auch andere Vermögensverwalter halten große Stücke auf die Emerging Markets (EM). "Da EM-Aktien in den Anlegerportfolios derzeit unterrepräsentiert sind und im Vergleich zu Aktien aus den Industrieländern als sehr vorteilhaft bewertet erscheinen, könnte sich die Anlageklasse als beliebte Investmentalternative herausstellen", schreibt Tim Love, Investmentdirektor von GAM, in einem Kommentar. Die Bewertung spreche klar dafür. "Was die Schwellenländern betrifft, notiert der MSCI EM Index bei einem sehr niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter zehn gegenüber 11,85 zur gleichen Zeit im Vorjahr. Wir gehen davon aus, dass das KGV im Jahresverlauf auf etwa 14 steigen wird."  

Trotz aller kurzfristigen Probleme an den Märkten gilt es, den Blick auf die langfristigen Wachstumstrends zu richten. Merck-Finck-Stratege Greil macht in einigen Branchen in den kommenden Jahren große Chancen aus. Als Beispiele nannte er die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Gesundheitsbranche. Die Echzeitüberwachung von Herzdaten über eine am Arm getragene Smart-Watch komme einer Revolutionierung der Medizin gleich. Daher gehört die Gesundheitsbranche, die wegen der immer älter werdenden Bevölkerung in den Industrienationen ohnehin aussichtsreich ist, zu den Favoriten von Merck Finck.

Die enormen Datenmengen stellen zugleich die Frage nach deren Sicherheit. Dem Thema Cyber Security sagt Greil ebenfalls eine große Zukunft voraus, was für Anleger enorme Wachstumsperspektiven schaffe.  

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