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25.11.2019 | Kapitalmarkt | Nachricht | Onlineartikel

Pensionswerke trotzen Wirtschaftsschwäche

Autor:
Alexa Michopoulos
2 Min. Lesedauer

Trotz niedriger Zinsen und globaler, wirtschaftlicher Unwägbarkeiten sind die Kapitalanlagestrategien deutscher Unternehmen im Hinblick auf ihre Pensionsverpflichtungen bislang aufgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Modellrechnung von Willis Towers Watson. 

Seit Beginn des Jahres 2019 hat der Rechnungszins um fast einen Prozentpunkt nachgegeben. Als Folge sind die Pensionsverpflichtungen der Dax- und M-Dax-Unternehmen in Deutschland um fast ein Fünftel angestiegen. Gleichzeitig stiegen auch die Pensionsvermögen der Unternehmen um etwa zehn Prozent. "Hier zeigt sich, dass die Unternehmen von der positiven Entwicklung an den Kapitalmärkten profitieren", so die Autoren der aktuellen Studie von Willis Towers Watson.

Positive Aktienmarktentwicklung gibt Pensionswerken Rückenwind

Trotz der weltwirtschaftlichen Turbulenzen durch den Handeslkrieg zwischen China und den USA, das dauerhafte Niedrigzinsniveau und der Gefahr eines ungeregelten Brexits entwickelten sich die Aktienmärkte, vor allem im ersten Quartal 2019, positiv. Erst seit dem dritten Quartal befänden sich die Märkte in einer volatilen Seitwärtsbewegung, so die Experten. Dadurch sei der zinsbedingte Anstieg der Pensionsverpflichtungen teilweise aufgefangen werden. Der Ausfinanzierungsgrad bleibe durch die gute Entwicklung der Pensionsvermögen relativ stabil. Er sank gemäß der Modellrechnung zwar um etwa fünf Prozentpunkte, aber insgesamt weit weniger, als aufgrund des deutlichen Anstiegs der Pensionsverpflichtungen zu erwarten gewesen wäre.

Heinke Conrads, Leiterin Retirement Deutschland und Österreich bei Willis Towers Watson, kommentiert: "Die Unternehmen haben in diesem Jahr durch die Zinsentwicklung starken Gegenwind für ihre Pensionswerke bekommen, aber auch starken Rückenwind durch die positive Kapitalmarktentwicklung. Insgesamt zeigt sich, dass sie ihre Kapitalanlagestrategie gut gewählt haben und ihre Pensionswerke gut steuern konnten."

Pensionskasse der Steuerberater darf kein Neugeschäft mehr tätigen

Allerdings stemmen sich nicht alle Unternehmen erfolgreich gegen den wirtschaftlichen Gegenwind. So hat die Bundesanstalt für Finanzversicherungsaufsicht (BaFin) unlängst der Deutschen Steuerberater-Versicherung das Neugeschäft untersagt. Die Pensionskasse der steuerberatenden Berufe befindet sich schon schon seit geraumer Zeit in einer Schieflage. Das Unternehmen kann seit 2017 seine Solvabilitätskapitalanforderung nicht erfüllen. Im vorläufigen Jahresbericht 2018 wies die Kasse durch eine Verstärkung der Deckungsrückstellungen einen Fehlbetrag von 158 Millionen Euro aus. 

Im Juli 2019 reichte der Versicherer einen Finanzierungsplan bei der Aufsicht ein. Doch dieser reicht der BaFin nicht. Der Pensionskasse wurde untersagt, neue Versicherungsverträge abzuschließen, bestehende Versicherungsverträge zu erhöhen oder weitere Personen in die Pensionskasse als Versorgungsberechtigte aufzunehmen. Die Entscheidung wurde mit zum 11. November bestandskräftig.

Über die "Deckung des Fehlbetrages durch die Herabsetzung der Leistungen an die Versicherten", soll die Vertreterversammlung des Versicherers am 11. Dezember 2019 entscheiden. Über einen Träger, der den Fehlbetrag durch eine Kapitalspritze ausgleichen könnte, verfügt die Deutsche Steuerberater-Versicherung nicht.

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