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16.03.2020 | Kapitalmarkt | Nachricht | Onlineartikel

EZB stärkt von ihr beaufsichtigten Banken den Rücken

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
1:30 Min. Lesedauer

Ein Maßnahmenpaket der EZB soll die Finanzierung der von der Coronakrise betroffenen Wirtschaft durch die von ihr beaufsichtigten Banken sicherstellen. Hierzu gehören erhebliche Kapitalerleichterungen sowie die Verschiebung von Prüfungen und Stresstests. 

"Die heute beschlossenen aufsichtlichen Maßnahmen zielen darauf ab, Banken bei der Finanzierung der Wirtschaft und der Bewältigung ihrer operativen Herausforderungen, unter anderem die Belastung ihrer Beschäftigten, zu unterstützen", erläutert Andrea Enria, Vorsitzender des Aufsichtsgremiums der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Kapital- und Liquiditätspuffer seien für Stresssituationen wie die aktuelle ausgelegt. 

Geringere Kapitalunterlegung erlaubt

Die EZB wird den Banken vorübergehend eine geringere Kapitalunterlegung im Zusammenhang mit der Säule-2-Empfehlung, dem Kapitalerhaltungspuffer und der Liquiditätsdeckungsquote gestatten. Die Zentralbank hofft nun, dass die Lockerung des antizyklischen Kapitalpuffers durch nationale Behörden die Wirkung ihrer Maßnahmen zusätzlich verstärkt. 

Zudem wird die EZB den Banken erlauben, die Säule-2-Anforderung auch mit Kapitalinstrumenten zu erfüllen, die nicht die Eigenschaften von hartem Kernkapital aufweisen. Hierzu gehören beispielsweise Instrumente des zusätzlichen Kernkapitals oder des Ergänzungskapitals. Damit werde eine Maßnahme vorgezogen, die ursprünglich erst im Januar 2021 im Rahmen der jüngsten Überarbeitung der Eigenkapitalrichtlinie (CRD V) in Kraft treten sollte. Die so entstehenden positiven Effekte sollen die Geldhäusern zur Stützung der Wirtschaft und nicht zur Erhöhung der Dividendenausschüttungen oder der variablen Vergütung nutzen, betont die Notenbank. 

Verschiebung von Prüfungen und Stresstests

Zudem erörtere die EZB mit den Banken individuelle Maßnahmen wie etwa die Anpassung von Zeitplänen, Prozessen und Fristen. Zum Beispiel sollen Vor-Ort-Prüfungen verschoben und die Fristen für die Umsetzung von Abhilfemaßnahmen als Folge solcher Prüfungen verlängert werden. "Angesichts der operativen Belastung der Banken unterstützt die EZB die Entscheidung der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA), den für 2020 geplanten EU-weiten Stresstest zu verschieben, und wird die Verschiebung auch auf die Banken ausweiten, die am EZB-Stresstest 2020 teilnehmen", heißt es weiter.

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