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01.02.2018 | Kapitalmarkt | Nachricht | Onlineartikel

EU-Report zu nachhaltigen Finanzanlagen hat Signalwirkung

Autor:
Barbara Bocks
1:30 Min. Lesedauer

Die von der EU-Kommission eingesetzte High Level Expert Group (HLEG) on Sustainable Finance hat ihren Abschlussbericht zu nachhaltigen Finanzanlagen in der EU vorgelegt. Wie Finanzexperten den Bericht bewerten.

Ziel des Berichts der HLEG-Group der EU-Kommission, der am 31. Januar 2018 vorgelegt wurde, war es, ein Regelwerk zu schaffen, um nachhaltige Investments zu stärken und das Thema Nachhaltigkeit in den regulatorischen und finanzpolitischen Rahmen der Europäischen Union zu integrieren. Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, ist von der Signalwirkung des Berichts überzeugt: "Nachhaltigkeit ist längst kein Randthema mehr. Alle Unternehmen der Finanzwirtschaft müssen heute Sustainable Finance in ihrer DNA verankern". Damit dies Erfolg hat, müssen laut Ossig insbesondere klare Begrifflichkeiten vorgegeben werden und transparente Verhaltensregeln für alle Beteiligten existieren. Und auch die Risikoaspekte von nachhaltigen Finanzierungen dürfen nicht außen vorgelassen werden, so Ossig weiter.

Nicht die Anforderungen für grüne Assets reduzieren

Auch Georg Schürmann, Geschäftsleiter der Triodos Bank N.V. Deutschland, begrüßt den Bericht der Gruppe. Dieser nenne "bereits viele wichtige Handlungsfelder, wie beispielsweise eine längerfristige Betrachtung und Ausrichtung von Risiken und Investments sowie die regulatorische Differenzierung von Green und Brown Assets durch unterschiedliche Eigenkapitalanforderungen". Dass die Anforderungen für grüne Assets reduziert werden, sei aus seiner Sicht allerdings nicht der richtige Weg, denn er setze falsche Anreize: "Ein solcher Green Bonus würde zu Mitnahmeeffekten führen und könnte eine Vernachlässigung der sinnvollen und angemessenen Berücksichtigung von Risiken fördern", so Schürmann.

Aus Schürmanns Sicht entstehen nur dann Anreize, die Finanz- und Realwirtschaft nachhaltig zu transformieren, "wenn nicht-nachhaltige Geschäftstätigkeiten verteuert werden und externe Kosten internalisiert, also von den Unternehmen getragen werden, anstatt wie bisher oft durch die Allgemeinheit". Der Report ist nur der erste Schritt. Im März soll es einen breit angelegten europaweiten Aktionsplan geben, der auf den Empfehlungen des Reports basiert.

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