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04.10.2017 | Kapitalmarkt | Infografik | Onlineartikel

Familienunternehmen wachsen schneller und sind profitabler

Autor:
Eva-Susanne Krah

Börsennotierte Familienunternehmen haben gegenüber Vergleichsunternehmen eine höhere Erfolgsbilanz als nicht familiengeführte Betriebe. Das ist das überraschende Ergebnis einer Studie des Credit Suisse Research Institute (CSRI).

Familienunternehmen, die an der Börse gelistet sind, zeigen fast durchgängig bessere Finanzzahlen als Firmen, die nicht familiengeführt sind. Die Analyse des CSRI von 1.000 börsennotierten Familienunternehmen, darunter Small Caps, Mid Caps und Large Caps, zeigt die Attraktivität der Unternehmen aus Anlegersicht. Laut den Studienergebnissen übertreffen diese Unternehmen seit 2006 die breiter gefassten Aktienmärkte durchschnittlich um rund 400 Basispunkte pro Jahr. Sie erzielten seit 2006 eine kumulierte Rendite von 126 Prozent und übertrafen damit den MSCI AC World Index um 55 Prozent.

Familienunternehmen schneiden in jeder Region und jeder Branche besser ab als vergleichbare Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe", 

sagt Eugène Klerk, Head Analyst Thematic Investments bei der Credit Suisse und Hauptautor der Studie. Er sieht es als zentrales Erfolgsgeheimnis von Familienunternehmen an, wenn Eigentümerfamilien in das Tagesgeschäft des Unternehmens eingebunden sind. Weniger ausschlaggebend für Anleger sei hingegen der Umfang der Familienbeteiligung.

Familiengeführte Betriebe zeigen laut der CSRI-Analyse

  • ein höheres Wachstum und höhere Profitabilität, 
  • ein stärkeres Umsatz- und EBITDA-Wachstum, 
  • höhere EBITDA-Margen und 
  • bessere Cashflow-Renditen. 

Konservative Finanzierung

Bei der Finanzierung denken Familienvorstände konservativ. Sie stemmen Investitionen zum großen Teil mit Eigenkapital oder finanzieren sie aus dem Cashflow. Mehr als 90 Prozent der befragten Unternehmen sind der Ansicht, dass ihnen Qualität und langfristiges Wachstum wichtiger sind als bei Vergleichsunternehmen, die nicht familiengeführt sind. Familienunternehmen greifen im Finanzrisikomanagement nach Ansicht der Springer-Autoren Thomas M. Brunner-Kirchmair und o. Univ. Professor Helmut Pernsteiner zudem häufiger zu risikomindernden Maßnahmen und Instrumenten als Nicht-Familienunternehmen. 

Im Kapitel "Familienunternehmen und deren Performance – eine Meta-Analyse" (Seite 49) beschäftigt sich auch die Springer-Autorin Katharine Theresa Wirsching im Buch "Familieneinfluss und Unternehmenserfolg" mit der zentralen Frage, ob Familieneigentum einen positiven, negativen oder keinen Einfluss auf die finanzielle Performance des Unternehmens haben kann. Um eine eindeutige Antwort zu finden, müsse die Motivation für die Investition der Familie klar sein. Die Höhe des Eigentumsanteils allein wird für die Richtung des Einflusses auf die Performance nicht ausschlaggebend sein, meint Wirsching. Entscheidend sei jedoch beispielsweise, "ob die Familie eine Stimmkonzentration auf der Eigentümerversammlung erlangen kann."

Schwachstelle Corporate Governance

Während gerade Kleine und mittlere Unternehmen häufig vor Nachfolgeproblemen stehen, weil sie die Nachfolge unter anderem oft zu spät organisieren oder keinen Nachfolger finden, ergab die Studie, dass Familienunternehmen in erster oder zweiter Generation in den vergangenen zehn Jahren höhere risikobereinigte Renditen erwirtschafteten als Unternehmen, die bereits lange in Familienbesitz sind. Das Nachfolgerisiko sieht CSRI eher als überbewertet. 

Lediglich bei der Corporate Governance schneiden Familienunternehmen leicht schlechter ab als Nicht-Familienunternehmen. Eine gute Corporate Governance-Struktur ist einer der Faktoren, damit Unternehmen gute Cashflow-Renditen erzielen.

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