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20.04.2018 | Kapitalmarkt | Nachricht | Onlineartikel

US-Politik verunsichert Finanzbranche

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2 Min. Lesedauer

Eine Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China wird immer wahrscheinlicher. Laut dem Center for Financial Studies wird auch Europa im internationalen Warenverkehr Zugeständnisse machen müssen.

Künftig wollen die USA Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte vor allem aus China erheben. Die Volksrepublik ist dagegen zu Zugeständnissen nicht bereit. Eine aktuelle Umfrage des Center for Financial Studies (CFS) zeigt, dass 75 Prozent der Experten aus der deutschen Finanzbranche erwarten, dass der Handelsstreit zwischen den beiden Staaten weiter eskaliert.

Obwohl die Europäische Union (EU) noch nicht unmittelbar von der Kontroverse betroffen ist, könnte sie diese dennoch mittelbar spüren. Wenn die US-Strafzölle in China zum Beispiel zu Überkapazitäten betroffener Produkte führen, könnten diese unter anderem auf die europäischen Märkte drängen. Uneinig ist sich die Finanzbranche, ob die EU deshalb über kurz oder lang ihre Zölle auf chinesische Importe anheben muss. 46 Prozent halten diese Entwicklung für durchaus wahrscheinlich, 45 Prozent halten sie für unwahrscheinlich. Fünf Prozent erachten ein solches Szenario für sehr unwahrscheinlich.

Handelsstreit sorgt für Volatilität

"Die Umfrage verdeutlicht die hohe Unsicherheit der Marktteilnehmer mit Blick auf die künftige Entwicklung des Handelsstreits und den möglichen Konsequenzen für Europa. Ich gehe daher davon aus, dass die Volatilität auf den europäischen Aktienmärkten steigen wird", kommentiert der CFS-Geschäftsführer Volker Brühl die Umfrageergebnisse. Mehr als vier Fünftel der Finanzexperten ist sich demnach einig, dass auch die EU bei künftigen Verhandlungen mit den USA Zugeständnisse machen muss. Beispielsweise könnten Importzölle auf US-Produkte gesenkt werden, um im Gegenzug Strafzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU zu verhindern. "Ich glaube, dass die Handelspolitik der Trump-Administration das Potenzial hat, die Architektur der europäischen Zollunion deutlich zu verändern", führt Brühl aus. Man werde an einer Neugestaltung der transatlantischen Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU nicht vorbeikommen. 

So ist auch mehr als die Hälfte der Befragten dafür, die Verhandlungen über das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) wieder aufzunehmen, um den Handel zwischen USA und EU auf eine neue Grundlage zu stellen.

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Quelle:
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