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Kapitalmarkt

weitere Buchkapitel

Online Brokerage

Rückblickend würde ich sagen ja, da ich in Frankfurt am Main – der Börsenhauptstadt Deutschlands – geboren wurde. Zugegeben, dass ich heute im Bereich Börse, Wertpapierhandel und Trading arbeite, war purer Zufall. Nach dem Abitur war mir meine berufliche Richtung nicht klar und so entschied ich mich für „etwas Solides“ – eine Banklehre bei der Kreissparkasse Köln.

Michael B. Bußhaus

Technologieorientierte Strategien

Das Bankwesen ist eine der tragenden Säulen der Volkswirtschaft. Ihm kommt eine zentrale Funktion bei der Finanzierung von Unternehmen jeglicher Art – egal ob Groß-, Klein- oder mittelständischen Unternehmen – zu. Damit unterstützen Banken in erheblichem Maß wirtschaftliches Wachstum, Handel und Beschäftigung.

Michael F. Spitz

Digitalisierung im Wertpapiergeschäft

Bereits in meiner Jugend habe ich begonnen, mich für Finanzen zu interessieren. 1967 in Frankfurt geboren und aufgewachsen, waren Börse und Banken immer schon für mich präsent. Als Abiturient habe ich dann einen Ferienjob bei der Dresdner Bank absolviert, ohne eigentlich genau zu wissen, worauf ich mich da einlasse.

Arno Walter

Datennutzung im Banking

Mein Einstieg in den Finanzdienstleistungs- und Bankensektor war zurückliegend betrachtet ein Zufall. Nach meinem VWL-Studium in Köln und dem anschließenden MBA in Los Angeles stieg ich 1996 in das Management Consulting bei McKinsey ein. Ein besonderes Banking-Interesse hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht, sondern verfolgte das Ziel, möglichst viele verschiedene und spannende Unternehmen kennenzulernen.

Thomas Grosse

2. Weitblick vom Leuchtturm – das Leben der Fernstudierenden

Fernstudierende haben besondere Ansprüche an sich selbst und ihr soziales Umfeld, um den Herausforderungen im Alltag gewachsen zu sein. Je nach persönlicher Lebenssituation kann ein Fernstudium nicht nur zur fachlichen, sondern auch zur organisatorischen oder gesundheitlichen Herausforderung werden. Lernen Sie, Ihr Studium als Teil des Alltags wahrzunehmen, und erkennen Sie Wechselwirkungen, um den Tag zu organisieren und zu optimieren. Ein Leuchtturm bietet Weitblick. Man wird auf Gefahren aufmerksam und sieht aus der Ferne das Land in Sicht. Notieren Sie während des Lesens bitte alles in ein Bullet Journal, was Sie bewegt, Ihren Blick abschweifen lässt bzw. Möglichkeiten eröffnet. Mit vorausschauendem Blick, Organisationstalent sowie einem hohen Maß an Eigenverantwortung und Selbstfürsorge meistern Sie Ihr Fernstudium. Hinterfragen Sie sich selbst, die eigenen Gewohnheiten und Bedürfnisse sowie Lern- und Arbeitstechniken, und wecken Sie Veränderungskreativität©.

Stefanie Lehmann

2. Kapitel 2: Nicht ohne meinen Finanzberater

146.000.000 Möglichkeiten, sich über Finanzen zu informieren, sich mit Anlagestrategien auf den ersten Blick zu befassen. In einer halben Sekunde listet Google auf, was des Menschen Fluch oder Segen bedeutet. Fluch, wenn hinter den Seiten ein Verantwortlicher steht, der nur seine eigene Geldvermehrung im Sinn hat und dazu Ihr Geld benötigt. Segen, wenn ein ehrbarer Experte Ihrem Geld mit Wertschätzung begegnet und sich sagt: „Der Kunde gibt mir das Beste, was er besitzt, damit ich es sicher anlege, berechenbar mit allen Effekten des Zinseszinses.“ Ein solcher Experte ist fähig, die Kundenposition einzunehmen, dessen Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen und auch dessen Willen zum Sparen.

Jean Meyer

Kapitel 9. Lösungen Übungsaufgaben

Was ist der Unterschied zwischen Strom- und Bestandsgrößen?Während Stromgrößen periodenbezogene Mengen sind, sind Bestandsgrößen Zeitpunkt bezogene Mengen. Bsp. Stromgröße: Einkommen; Bsp. Bestandsgröße: Vermögen.

Christian A. Conrad

Kapitel 3. Neoklassisches Makromodell

Nachdem wir im ersten Kapitel über die VGR die wesentlichen gesamtwirtschaftlichen marktwirtschaftlichen Transaktionen erfasst und erläutert haben, wollen wir uns jetzt die Märkte, auf denen diese Transaktionen stattfinden näher ansehen. Wir wollen versuchen, die wesentlichen wirtschaftlichen Zusammenhänge mithilfe des neoklassischen Gesamtmodells zu erklären. Es handelt sich hierbei um eine angebotsorientierte, langfristige Sichtweise, da bei der Neoklassik die Märkte immer im Gleichgewicht sind. Dies entspricht dem Normalfall, wenn die Märkte funktionieren.

Christian A. Conrad

Kapitel 7. Konjunkturtheorien

Konjunkturschwankungen sind vor allem als Nachfrageschwankungen ein großes volks- und betriebswirtschaftliches Problem und nur sehr eingeschränkt durch die Wirtschaftspolitik beeinflussbar. Im folgenden Vorlesungsabschnitt wollen wir das Konjunkturphänomen und die Auswirkungen auf die Wirtschaft analysieren und die Gründe für Konjunkturschwankungen aufzeigen.

Christian A. Conrad

Kapitel 5. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank

Nachdem Sie in der Neoklassik die ersten grundsätzlichen geldtheoretischen Zusammenhänge und auch das Thema Inflation kennengelernt haben, wollen wir uns im Folgenden als praktische Anwendung mit der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) beschäftigen, deren oberstes Ziel die Preisniveaustabilität ist. Die hierbei erlernten Kenntnisse werden es Ihnen erlauben, sich eine eigene Meinung über die Entwicklung der Geldmarktzinsen zu bilden.

Christian A. Conrad

Kapitel 4. Inflation

Inflation ist eines der großen gesamtwirtschaftlichen Probleme, weshalb wir uns nun in einem kurzen Exkurs damit beschäftigen wollen.

Christian A. Conrad

Kapitel 6. Die Keynesianische Theorie

Wir wollen uns nun mit der Theorie beschäftigen, die die Idealwelt der Neoklassik infrage gestellt hat. Die Neoklassik war die allein gültige Makrotheorie bis es 1929 zur Weltwirtschaftskrise kam und damit zu: dauerhaftem Investitionseinbruch in der Folge zu Überkapazitäten fortgesetzter Massenarbeitslosigkeit (rd. 6 Mill. 1932 in Deutschland) einer Schrumpfung des Konsums, der Weltproduktion und des Welthandels

Christian A. Conrad

Kapitel 5. Operatives Nachhaltigkeitscontrolling

Wie aus Abschn. 2.2 bekannt, koordiniert das operative Controlling die Planungs- und Kontrollprozesse des Unternehmens anhand verschiedener Methoden, Techniken und Informationen zur Verwirklichung der Unternehmensziele. Für die adäquate Informationsversorgung des Managements dienen insbesondere Kennzahlen. Damit die operative Tätigkeit überhaupt messbar gemacht werden kann, gilt es, geeignete Kennzahlen und Indikatoren zu definieren.

Wanja Wellbrock, Daniela Ludin, Sina Krauter

Kapitel 7. Ethiktools der Unternehmensführung

Im Folgenden wollen wir uns mit der zentralen Frage der Wirtschaftsethik beschäftigen: Wie kann das Verhalten der Mitarbeiter so beeinflusst werden, dass ein ethisches Verhalten hervorgerufen wird.

Christian A. Conrad

7. Organisatorische Strukturgestaltung

In Kapitel 7 wird der Beitrag des Organisierens für die Steuerung von Unternehmen beleuchtet. Es wird die Bedeutung organisatorischer Regelungen herausgearbeitet, aber auch auf die Limitationen dieses regelbasierten Managementinstruments verwiesen. Das Organisieren wird in zwei Hauptaufgaben untergliedert, die Differenzierung und die Integration. Die Differenzierung bezieht sich auf den Basissachverhalt jeder Organisation, die organisatorische Arbeitsteilung und den damit verbundenen Vorteilen. Hierzu werden die wesentlichen Teilungsmuster vorgestellt, insbesondere die Spezialisierung nach Aufgaben und nach Objekten. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der funktionalen bzw. der divisionalen Organisation.Die organisatorische Integrationsaufgabe wird mit drei Hauptinstrumenten umschrieben: Hierarchie, Programmierung und Selbstabstimmung. An erster Stelle steht die Hierarchie in ihren Grundzügen und Leistungsbeiträgen, dem wird gegenübergestellt die Kritik an der hierarchischen Integration und die aktuelle Forderung nach hierarchiearmen Abstimmungsformen. Bei der Programmierung wird im Wesentlichen zwischen Konditional- und Zweckprogrammen unterschieden. Die Zweckprogrammierung ist landläufig unter dem Begriff des Management by Objectives bekannt. Die Selbstabstimmung oder auch Spontanabstimmung wird anschließend in ihrer grundsätzlichen Bedeutung beschrieben und nach verschiedenen Formen organisierter Selbstabstimmung unterschieden. Dabei spielt das Instrument der Matrixorganisation eine zentrale Rolle als ein in der Praxis häufig gewähltes Instrument zur Bewältigung komplexer Abstimmungsprobleme. In dem Zusammenhang wird auch auf neue Formen der horizontalen Abstimmungsorganisation verwiesen, z. B. die fraktale Organisation oder die interne Netzwerkorganisation. In diesem Kontext gilt das Interesse auch den Vorschlägen zu einer Prozessintegration, d. h. einer Restrukturierung des Unternehmens nach mehr oder weniger verselbständigten Prozessen, die in sich verschiedene Prozessstufen umfassen.Abschließend wird das Organisieren in den Kranz verschiedener Einflussgrößen gestellt. Berücksichtigung findet zunächst die Umwelt als Kontextfaktor, wobei vornehmlich zwischen turbulenten und stabilen Umwelten mit je spezifischen Kontextbedingungen unterschieden wird. Verwandt damit ist die Technologie als Einflussfaktor, wobei hier in besonderem Maße die grundsätzliche Rekursivität der Organisationsgestaltung eine Rolle spielt: Technologie als bestimmende Einflussgröße einerseits und als Gegenstand des Einflusses der Organisationsmitglieder andererseits. Als weitere Einflussfaktoren werden schließlich der Lebenszyklus von organisierten Systemen und die Charakteristika der zu organisierenden Menschen bzw. deren Handlungen und Handlungsmotivationen beleuchtet.

Georg Schreyögg, Jochen Koch

5. Wiederholte Spiele

Bei den bisher betrachteten Spielen standen sich die Spieler stets nur in einer einmaligen Interaktion gegenüber. Im Englischen wird daher auch von einem sogenannten Oneshot-Game (Einmalspiel) gesprochen. In den meisten (Alltags-)Situationen ist es allerdings so, dass man mit demselben „Spieler“ wiederholt aufeinandertrifft und dabei weitgehend identische Entscheidungen zu treffen hat. Beispiele hierfür sind die Zusammenarbeit zwischen Kollegen am Arbeitsplatz, der regelmäßige Erwerb eines Produktes durch einen treuen Kunden, die Geschäftsbeziehung zwischen einem Automobilhersteller und seinem Zulieferer oder das übliche Gerangel unter Geschwistern. In diesen Fällen spielen die Spieler das jeweilige Spiel nicht nur ein einziges Mal sondern wiederholt miteinander – weshalb von einem wiederholten Spiel oder auch dynamischen Spiel gesprochen wird. Das zugrundeliegende Oneshot-Game wird dann als Basisspiel bezeichnet. In diesem Kapitel wollen wir uns damit genauer beschäftigen und so auch insbesondere aufzeigen, wie dadurch das Gefangenendilemma überwunden werden kann.

Florian Bartholomae, Marcus Wiens

7. Zukunftsthesen

Im Jahr 2019 steht die Blockchain-Technologie nicht mehr so stark im Vordergrund, und es gibt Stimmen, die dieser Technologie keine größere Bedeutung mehr zumessen, da der eigentliche Durchbruch im Sinne von massentauglicher Anwendung noch aussteht. Die formulierten Thesen sollten jedoch zur Diskussion anregen. Diese Technologie abzuschreiben, nur weil der Massendurchbruch noch nicht erfolgt ist, greift zu kurz. Vielmehr soll die Vielschichtigkeit dargelegt werden, die auffordert, sich mit dieser Technologie auseinanderzusetzen.

Katarina Adam

Kapitel 1. Einleitung

Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union (sog. „Brexit“) ist ein bislang beispielloser Vorgang. Verständlicherweise sind die in Bezug auf einen Brexit zu treffenden Vorkehrungen und die genauen Modalitäten des Brexit selbst den beteiligten Akteuren, namentlich der Europäischen Union (EU) und ihren Mitgliedsstaaten, daher neu und – wenngleich im Recht der EU umrissen – unbekannt. Nachdem das Vereinigte Königreich die Europäische Union mit Ablauf des 31. Januar 2020 verlassen hat und ein befristetes Austrittsabkommen in Kraft getreten ist, werden sich die Auswirkungen des Brexit voraussichtlich am 31. Dezember 2020, dem Ende des sog.

Matthias J. Annweiler

Kapitel 10. Finanzierung im Außenhandel

Im Außenhandel gibt es besondere Finanzierungsinstrumente, Spezialkreditinstitute sowie spezielle Formen der Kreditbesicherung. In diesem Kapitel werden die Kreditbeziehungen in der Außenhandelsfinanzierung behandelt. Dabei wird unterschieden zwischen Export- und Importfinanzierung sowie Bestellerkrediten und Bank-zu-Bank-Krediten. Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt in der Darstellung der klassischen Instrumente der kurzfristigen sowie mittel- bis langfristigen Außenhandelsfinanzierung.

Clemens Büter

Kapitel 4. Messzahlen und Indizes

Mess- und Indexzahlen erlauben uns die Beschreibung der zeitlichen Entwicklung oder der räumlichen Unterschiede metrisch skalierter Merkmale. Während wir mit Messzahlen jeweils nur die Veränderung eines Merkmals beschreiben können, erfassen wir mit Indexzahlen die Entwicklung einer Gruppe von gleichartigen Merkmalen. Nach einem einführenden Abschnitt zu Messzahlen legen wir den Schwerpunkt dieses Kapitels auf Indexzahlen und dabei insbesondere auf Preisindizes.

Benjamin Auer, Horst Rottmann

Kapitel 17. Verletzungen der Annahmen des klassischen Regressionsmodells

Bisher sind wir bei den von uns durchgeführten Schätzungen und Tests davon ausgegangen, dass die dem klassischen linearen Regressionsmodell zugrunde liegenden Annahmen alle erfüllt waren. Welche Folgen eine Verletzung dieser Annahmen nun aber für unsere Regressionsanalyse hat, ist Thema dieses Abschnitts. Wir werden uns hier im Speziellen mit Modellspezifikation (4.1, 4.2), Multikollinearität (4.3), Heteroskedastizität (4.4), Korrelation der Störterme (4.5) und Korrelation zwischen Störterm und erklärenden Variablen (4.6) beschäftigen. Wir schließen den Abschnitt mit einem Überblick über Besonderheiten ab, die bei Zeitreihendaten zu beachten sind (4.7).

Benjamin Auer, Horst Rottmann

Kapitel 4. Wie gehen die Top-500 Unternehmen vor? Erfahrungen und Einschätzungen aus der Kommunikationspraxis

Kapitel 4 stellt zentrale Ergebnisse der regelmäßigen Umfragen unter den Top-500-Unternehmen in Deutschland vor, die Einschätzungen und Schwerpunkte der Kommunikationsarbeit in der Praxis analysieren. Zunächst werden die wichtigsten Aktionsfelder in der Kommunikationspraxis im Zeitverlauf von sieben Jahren vorgestellt und Trends herausgearbeitet (Kapitel 4.1). Danach werden zentrale Handlungsfelder in der Unternehmenspraxis vertiefend analysiert. Das ist der Richtungswechsel in der Unternehmenskommunikation, ausgelöst durch den Wandel in der Medienlandschaft (Kapitel 4.2) sowie die Neujustierung der Unternehmen, die auf ihre Rolle als Arbeitgeber bedacht sind (Kapitel 4.3). Je mehr Medienangebote aber um die Aufmerksamkeit der Stakeholder ringen, desto wichtiger wurden neue Strukturen und Abläufe im Kommunikationsmanagement und eine konsequente Schwerpunktsetzung auf attraktive, überzeugende Inhalte. Kapitel 4.4. behandelt, wie Unternehmen mit Content Management die steigende Kommunikationsnachfrage bewältigen wollen. All diese Veränderungen stellen aber auch die Rolle, Gestaltungsmacht und das Selbstverständnis der Funktionsbereiche Unternehmenskommunikation auf den Prüfstand (Kapitel 4.5), die intensiv darüber nachdenken, wo ihr Platz in der Zukunft sein kann und wie viel Gestaltungsmacht sie in den digitalisierten Medienwelten (noch) haben Kapitel 4.6). Sie suchen nach Bündnispartnern im Kampf um Einfluss in der Zukunft und konzentrieren sich strategisch auf Multiplikatoren, in erster Linie auf die Mitarbeiter und Führungskräfte als zentrale Kommunikatoren (Kapitel 4.6). Zusammenfassend werden die wichtigsten Trends der Unternehmenskommunikation vorgestellt, wie sie sich aus den TOPKOM-Umfragen ergeben (Kapitel 4.7).

Claudia Mast, Klaus Spachmann

16. Exportfinanzierung

Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die wesentlichen Finanzierungsinstrumente für das Auslandsgeschäft. Neben den verschiedenen Arten des Exportkredits (mit einer Schwerpunktsetzung auf dem gebundenen Finanzkredit als Form der mittel- und langfristigen Exportfinanzierung) werden dabei die Spezifika und Inhalte von Bankgarantien für Exporteure, die Forfaitierung (regressloser Ankauf von Einzelforderungen), das Factoring (laufender Ankauf von kurzfristigen Forderungen) sowie das Leasing im internationalen Kontext erläutert.

Ilse Royer

5. Erfolgspotenzial-Controlling

Viele Faktoren im In- und Umsystem der Unternehmung, wie z. B. Mitarbeitermotivation, umweltverträgliche Produktion, Ansehen in der Gesellschaft (zur Erhaltung der License to operate), nachhaltigkeitsorientiertes Wirtschaften oder Kundenzufriedenheit, stellen Erfolgspotenziale dar. Erfolgspotenziale sind für das Unternehmen von hoher strategischer Bedeutung, da sie dem Unternehmen ermöglichen, auch in Zukunft Erfolge zu erzielen. Werden sie vernachlässigt oder durch äußere Umstände vernichtet, so können daraus Risiken entstehen. Daher stehen wie im Kapitel Risikocontrolling ausgeführt die Erfolgspotenziale als Ausdruck der Erfolgsfaktoren im Mittelpunkt der Risikoüberwachung. Die Erfolgspotenziale beeinflussen die Unternehmensleistung langfristig (Fischer 1993, S. 16), entziehen sich jedoch zunächst der quantitativen Erfassung. Eine Herausforderung für das Controlling besteht daher darin, über Erfolgspotenziale eine geeignete Datenbasis als Ausgangspunkt für Informationen zur Führungsunterstützung zu schaffen. Zu diesem Zweck sind die Abbildungskonzeptionen für das zukunftsorientierte Controlling zu erweitern; führungsrelevante qualitative Größen sind zu identifizieren, zu erfassen und zu kommunizieren, um in die Unternehmenssteuerung einbezogen werden zu können.

Stefan Müller, Sarah Müller

4. Risikocontrolling

Unternehmen sehen sich seit Jahren einer wachsenden Dynamik in den Rahmenbedingungen ihres Handelns ausgesetzt. Neue Technologien und die Bekämpfung des Klimawandels lassen ganze Branchen und neuartige Märkte entstehen und führen zum Verschwinden wiederum anderer Leistungsfelder. Durch die stärkere Einbindung der ehemaligen Ostblockländer sowie von Schwellenländern in die Weltwirtschaft ergeben sich eine Vielzahl neuer potenzieller Kunden und Lieferanten, aber auch Konkurrenten. Staaten verlieren vielfach ihre Position als (krisenausgleichende) Nachfrager, da die Schuldenkrise deren Handlungsmöglichkeiten stark eingeschränkt hat. Zudem ändern sich durch supranationale Organisationen viele rechtliche Grundlagen sowie (global-)gesellschaftliche Normen, einhergehend mit einer kulturell und internetunterstützt gestiegenen Macht der öffentlichen Meinung. Gleichzeitig führen extrem volatile und z. T. von hohen Spekulationsvolumina geprägte Kapitalmärkte zu starken Schwankungen von Devisenkursen, Unternehmenswerten, Zinsen und auch Warenpreisen. Und schließlich sieht sich jedes Unternehmen wirtschaftsprozesstypischen Unwägbarkeiten, wie Absatzeinbrüchen, Wettbewerberaktivitäten, technischen Fortschrittsschüben, Rechtsänderungen, Kostenschüben, Produzentenhaftung, Schadensfällen usw., ausgesetzt, da jeder unternehmerischen Tätigkeit Risiken immanent sind (Lachnit und Müller 2003, S. 565). Bei Risiken handelt es sich im weiteren Sinn zunächst allgemein um Zielverfehlungen als „Streuung des Zukunftserfolgs wirtschaftlicher Aktivitäten“ (Kromschröder und Lück 1998, S. 1573), wobei sowohl positive, i. d. R. als Chancen bezeichnete, als auch negative, als Risiken im engeren Sinne bezeichnete, Abweichungen auftreten können.

Stefan Müller, Sarah Müller

6. Controlling-Kennzahlensysteme

Die Wirkungskraft des Controllingsystems der Unternehmung hängt nicht unwesentlich davon ab, dass die führungsrelevanten Sachverhalte hinreichend klar erfasst, geplant, vorgegeben und kontrolliert werden. Dies setzt eine zahlenmäßige Konkretisierung voraus. Als Zahlenmaterial stehen zunächst die Angaben aus dem betrieblichen Rechnungswesen zur Verfügung. Diese Angaben sind jedoch nur zu einem geringen Teil als Führungsinformationen geeignet, da sie wegen vielfältiger Detaillierungsanforderungen und umfangreichen Dokumentationspflichten nicht den nötigen Überblick zulassen. Daher ist es erforderlich, für die Unternehmensleitung ein gesondertes Informationssystem, sozusagen ein Management-Armaturenbrett, einzurichten, welches in konzentrierter Form über die für die Unternehmensführung wichtigen Sachverhalte, wie z. B. Rentabilität, Liquidität, Erfolgsquellen oder Unternehmensstruktur, berichtet.

Stefan Müller, Sarah Müller

Kapitel 4. Globalisierung im mediopolitischen Diskurs

Die Thematisierung von Globalisierung im nationalistischen Interdiskurs findet in Auseinandersetzung mit anderen Interdiskursen, insbesondere dem mediopolitischen Interdiskurs – also der politischen Berichterstattung in den Leitmedien – statt. Im Folgenden werden die zentralen Aussagen dieser breiteren Globalisierungsdebatte rekonstruiert, um anschließend in den Kapiteln 5 und 6 zu untersuchen, in welcher Beziehung die Aussagen des nationalistischen Diskurses dazu stehen.

Holger Oppenhäuser

2. Wert- und risikoorientierte Unternehmensführung

Zielsetzung dieses Kapitels ist es, dem Leser einen kompakten Überblick über die Inhalte eines wirksamen Risiko-Managements zu bieten. Ausgehend von relevanten Definitionen werden in einer kompakten Form die rechtlichen Grundlagen, der Regelprozess des Risiko-Managements sowie wesentliche Methoden zur Identifikation und Bewertung sowie Aggregation von Risiken erläutert. Insbesondere werden auch der ökonomische Nutzen sowie in der Praxis existierende Herausforderungen beim Auf- und Ausbau des Risiko-Managements beleuchtet. Grundsätzlich existieren vier Erfolgsfaktoren, damit ein Risiko-Management wirksam ist und einen Mehrwert stiftet. 1. Risiko-Management muss gelebt werden („Risikokultur“). 2. Risiko-Management benötigt einen Prozess in Form eines kontinuierlichen Regelkreises. 3. Risiko-Management muss in eine Organisation eingebettet werden und sollte keinesfalls als isolierter „Silo“ betrachtet werden. 4. Risiko-Management basiert auf adäquaten und auf die Fragestellung angepassten Methoden.

Frank Romeike, Peter Hager

4. Strategische Chancen und Risiken

Der Begriff „Strategie“ leitet sich ab aus dem Griechischen, wo er so viel bedeutet wie „Feldherrenkunst“. Demnach ist in der „Unternehmensstrategie“ das Element der „Menschenführung“ ebenso enthalten wie der richtige Einsatz aller Ressourcen, Techniken und Materialien. Kurz gefasst können wir sagen: Strategie ist die Kunst, zu gewinnen, Menschen und Unternehmungen zum Sieg, zum Erfolg zu führen. Eine Unternehmensstrategie sollte vor allem darauf abzielen, die richtigen Dinge zu tun, im Unterschied zum operativen Alltag, in dem es darum geht, die Dinge richtig zu tun. Dies gelingt nicht allen Unternehmen. Basierend auf Studien erreichen rund 40 bis 50 Prozent der neu gegründeten Unternehmen ihren ersten Geburtstag nicht. Die mittlere Lebenserwartung von Unternehmen liegt laut unabhängiger Studien in der nördlichen Hemisphäre deutlich unter 20 Jahren. Die vergangenen Jahre haben viele Beispiele für Unternehmensinsolvenzen und Unternehmensschieflagen geliefert, deren Ursachen vor allem auf strategische Risiken zurückgeführt werden kann. An dieser Stelle seien Schlecker, NOKIA, Karstadt-Quelle und Kodak erwähnt. Das nachfolgende Kapitel beschreibt Wege und Methoden zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung strategischer Risiken und Chancen.

Frank Romeike, Peter Hager

6. Das Zementkartell in Deutschland: Kartellaufdeckung und -verfolgung

Im sechsten Kapitel des Lehrbuchs steht die Aufdeckung und Verfolgung des deutschen Zementkartells im Mittelpunkt der Betrachtung. Zu Beginn erfolgt dabei eine Beschreibung der Prozesse und der Ergebnisse der öffentlichen wie privaten Verfolgung der Mitglieder des deutschen Zementkartells. Dem schließt sich eine Betrachtung von Möglichkeiten der proaktiven Aufdeckung von Kartellen im Allgemeinen und durch Kunden des deutschen Zementkartells mithilfe von Rechnungsdaten im Besonderen an. Abgeschlossen wird das sechste Kapitel durch eine detaillierte allgemeine Darstellung empirischer Verfahren zur Quantifizierung kartellbedingter Schäden und deren Anwendung auf den Fall des deutschen Zementkartells.

Kai Hüschelrath

Teil VIII: Die Arbeits- und Tauschwerttheorie sowie die Geldtheorie von Friedrich List

Nach List ist Arbeit „die körperliche und dabei mehr oder weniger geistige Tätigkeit des Menschen, welcher die Absicht zugrunde liegt, ein Ding, das ihm selbst oder anderen nützlich und wertvoll ist oder eine Kraft hervorzubringen vermag, die zu diesem Zweck führt.“

Eugen Wendler

Mit Fragen beginnen

Endlichkeit schafft Dringlichkeit

Wir leben erstmals in einer Epoche der Weltgeschichte, in der der Mensch als Spezies die geologischen Zusammenhänge für die Zukunft kausal bestimmt. Seine Eingriffe sind so tief greifend, dass sie die Natur des Planeten radikal verändern. Das Zusammenleben in dieser Epoche erfordert ein anderes Denken, Entscheiden und Handeln. Für das Gelingen von Transformationsprozessen für mehr Nachhaltigkeit ist vor allem die Verhaltensebene entscheidend. Jeder Einzelne ist in der gesellschaftlichen Verpflichtung, sich der natürlichen, planetarischen Grenzen bewusst zu werden und selbst den ersten Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Dabei geht es auch um eine evolutionäre Reifeprüfung, ohne dass uns die Möglichkeit der Wiederholung offensteht. Die Klimakrise fordert ein massives Umdenken und Handeln. Unbedingt und sofort. Corona scheint zwar die Klimakrise und die Fridays-for-Future-Bewegung aus der Öffentlichkeit verdrängt zu haben, aber sie ist keine schlechte Ausrede, um die Klimafrage zu vernachlässigen.

Alexandra Hildebrandt

Kapitel 3. Weiterentwicklung des Finanz-Forecasts im Rahmen der digitalen Transformation am Beispiel der SAP SE

Der Finanz-Forecast-Prozess war bei SAP traditionell entlang eines klassischen Bottom-up-Prinzips strukturiert. Nachdem 2015 die Unzulänglichkeiten dieser Prozessgestaltung in Bezug auf Steuerungsrelevanz und Simulationsmöglichkeiten deutlich wurden, wurde der Prozess grundlegend überdacht und schließlich 2017 erheblich weiterentwickelt und umstrukturiert. Dieser Artikel beschreibt den Transformationsprozess und erklärt den heute gelebten kombinierten Ansatz. Dieser besteht aus einer zentral erstellten Prognose der Geschäftsentwicklung der Gruppe für das Kalenderjahr, welche auf standardisierten und statistischen Berechnungsmethoden basiert sowie einem Finanz-Forecast für das laufende Quartal, welcher von dezentralen Einheiten geliefert wird (Die Autoren danken den Mitarbeitern der SAP SE Christian Cramer, Thorsten Rasig, Stephanie Rieder und Reinhild Rülfing für ihre hilfreichen Anregungen und die fachliche Unterstützung beim Erstellen dieses Beitrages).

Simone Raschig, Mike Schulze

5. Entscheidungen und Schritte zur Durchdringung internationaler Märkte

Um die internationale Vermarktung erfolgreich zu gestalten, sind eine ganze Reihe von Entscheidungen zu treffen und Schritte einzuleiten. Kapitel 5 will einen kompakten Überblick darüber vermitteln. Kulturelle Erwägungen spielen an vielen Stellen eine Rolle. Betrachtet man den gesamten Prozess der internationalen Vermarktung, so lassen sich folgende Überlegungen und Schritte identifizieren: Motive und Ziele internationaler Vermarktung sind aus der Unternehmenssicht festzulegen. Eine Situationsanalyse dient als Grundlage für die weiteren Strategien. Um die Makro- und die Mikroumwelt zu durchleuchten, kann man eine SWOT-Analyse durchführen. Optionen des Markteintritts in neue Märkte sind zu prüfen: Direktinvestitionen oder kooperative Strategien. Überlegungen zu möglichen Kooperationspartnern sind anzustellen.

Doris Gutting

2. Mandatsmanagement und Risikobeurteilung

Dieses Kapitel erläutert den Ablauf der ersten Prozessschritte einer Jahresabschlussprüfung. Dabei wird insbesondere auf die Auftragsannahme sowie Informationsbeschaffung und Risikobeurteilung als Basis der Prüfungsplanung eingegangen. Ebenso wird die Bestellung (Beauftragung) des Abschlussprüfers und seine Auftragsannahme thematisiert. Das Kapitel zeigt außerdem auf, wie Informationen über ein Unternehmen, sein Umfeld und seine internen Prozesse, einschließlich eines internen Kontrollsystems, erlangt werden und aus diesen Kenntnissen relevante Risiken für die Abschlussprüfung abgeleitet und beurteilt werden können.

Christopher Almeling, Caroline Flick, Christoph Scharr

Kapitel 3. Der Brexit und seine Folgen

Der Brexit hat das Vereinigte Königreich in eine mehrfache Verfassungskrise gestürzt. Der Zusammenhalt der Viervölker-Monarchie (Engländer, Schotten, Waliser, Iren) bröckelt. Die Machtbalance der vier Machtzentren – Volk, Parlament, Regierung und Krone – ist gestört. Johnson hat aus der Konservativen Partei eine Partei radikaler englischer Nationalisten gemacht. Die Frage nach der englischen Identität ist ein wesentlicher Auslöser des Brexit. Die britische Wirtschaft ist nicht katastrophal abgestürzt, wie das voreilige Remainer 2016 prophezeit haben. Aber sie zeigt deutliche Krisensymptome: Investitionen sacken ab, die Währung verliert an Wert. Wie eine künftige nationale Politik in den Politikbereichen aussehen soll, in denen der Brexit Kompetenzen nach London zurückverlagert, ist völlig ungeklärt – ebenso wie das künftige Verhältnis zur EU. Hier wird es Konflikte geben. Die Aussichten auf neue Handelschancen jenseits der EU sind dürr.

Rudolf G. Adam, Gill Mertens

Kapitel 1. Einführung: Warum Digitalisierung wichtig ist

Dass die Digitalisierung immer weiter voranschreitet, steht außer Frage. Die digitalen Technologien des 21. Jahrhunderts spielen eine immer größere Rolle, wenn es um die Neugestaltung von Unternehmen und Organisationen geht. Doch wie kann der Einfluss der Digitalisierung aus praktischer Perspektive bei der Organisationsgestaltung und Führung berücksichtigt werden? Gibt es neue Wege, die Digitalisierung durch gezielte Entwicklung digitaler Organisationen besser zu bewältigen? Diese Fragen versucht dieses Buch zu klären. In diesem Kapitel wird ein Überblick über den Themenkomplex der Digitalisierung in Organisationen gegeben und aufgezeigt, wie das Buch aufgebaut ist. Themen in diesem Kapitel: Neoklassische Unternehmenstheorie, FAANG-Unternehmen, Big Shift, Ziele des Buches.

Kai Reinhardt

Kapitel 7. Digital Sensing: Organisation der Kundeninteraktion im digitalen Unternehmen

Beim ersten Gestaltungsfeld einer digitalen DNA geht es um den Aufbau veränderter Strukturen, um den Kunden im Kontext der Digitalisierung besser verstehen zu können. Die Grundlage bildet die Sensibilisierung aller Beteiligten für eine kundenzentrierte, digitale Kundeninteraktion. In diesem Kapitel wird der Einsatz neuer Verfahren, Methoden und Instrumente zum Aufbau der kundenzentrierten Organisation besprochen. Dazu zählen unter anderem Instrumente zur digitalen Kundenanalyse, zur Kundeninteraktion über verschiedene Kanäle hinweg, zum Customer Experience Management bis hin zum Einsatz sozialer Netzwerke und mobiler Medien in der Kundeninteraktion.

Kai Reinhardt

Open Access

Funktionsanalyse von § 241 II BGB

Warum ist die Begründung schuldverhältnisbedingter Nebenpflichten überhaupt erforderlich? Grundsätzlich gilt rechtssystemübergreifend im Privatrecht ‒ zurückgehend auf das römische Recht – die Sentenz casum sentit dominus. Damit ist gemeint, dass jeder die Schäden an seinen Rechtsgütern selbst zu tragen hat. Der Gedanke der Haftung für fremde Rechtsgutsbeeinträchtigungen wird hierbei zunächst völlig ausgeklammert.

Florian Kamp

Kapitel 23. Finanzplanung und Finanzkontrolle

Der Finanzplanung vorangestellt ist der Kapitalbedarf eines Unternehmens, dessen Höhe sich aus der Geschäftstätigkeit ergibt. Dabei tragen interne und externe Faktoren zur Bestimmung des jeweiligen Kapitalbedarfs bei. Der dynamische Prozess der Finanzplanung wird begleitet durch eine ständige Finanzkontrolle.

Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner, Dirk Ulrich Gilbert, Dirk Hachmeister, Svenja Jarchow, Gernot Kaiser

Kapitel 30. Unternehmensbewertung

Die Unternehmensbewertung dient der Ermittlung des Wertes von ganzen Unternehmen oder von Anteilen an Unternehmen. In der Bewertungslehre herrscht heute Einigkeit darüber, dass Unternehmensbewertungen zweckbezogen durchzuführen sind, d. h. es gibt nicht den einen Unternehmenswert. Oberster Grundsatz ordnungsmäßiger Unternehmensbewertung ist daher die Beachtung des Bewertungszwecks. Ausgangspunkt der Unternehmensbewertung ist immer der künftige Nutzen, den man mit dem Kauf eines Unternehmens erreichen möchte oder den man durch den Verkauf verliert (Unternehmensbewertungen als Investitionskalkül). Unternehmensbewertungen werden aber nicht nur bei Kauf- oder Verkaufsentscheidungen benötigt. Werden Unternehmenswerte im Rahmen der Vermittlungs- und Steuerbemessungsfunktion ermittelt, sind i. d. R. Typisierungen zu beachten, die eine rein subjektive Perspektive relativieren.

Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner, Dirk Ulrich Gilbert, Dirk Hachmeister, Svenja Jarchow, Gernot Kaiser

Kapitel 5. Marktforschung

Zunächst gilt es in diesem Kapitel den Begriff der Marktforschung zu definieren und deren wachsende Bedeutung im Rahmen des Marketings zu verdeutlichen. Im Mittelpunkt stehen dann die verschiedenen Methoden der Marktforschung. Wir erläutern den Unterschied zwischen Primär- und Sekundärmarktforschung sowie zwischen Befragung, Beobachtung und Test. Besonders bedeutsam ist zudem ein grundlegendes Verständnis über die Anforderungen an die genutzten Marktforschungsmethoden. Die Genauigkeit einer Methode lässt sich durch die Kriterien Objektivität, Reliabilität und Validität bestimmen, die wir voneinander abgrenzen. Das Kapitel endet mit Hinweisen auf verschiedene Methoden der Absatzprognose.

Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner, Dirk Ulrich Gilbert, Dirk Hachmeister, Svenja Jarchow, Gernot Kaiser

Kapitel 21. Internes Rechnungswesen

Die Kosten- und Leistungsrechnung zählt zum internen Rechnungswesen. Sie dient in erster Linie der internen Informationsbereitstellung für die kurzfristige operative Planung, Kalkulation, Steuerung und Kontrolle von Kosten und Erlösen. Hauptaugenmerk liegt auf dem Werteverzehr von Produktionsfaktoren innerhalb der innerbetrieblichen Wertschöpfungskette. Im Vergleich zur Finanzbuchhaltung und dem Jahresabschluss unterliegt die Kosten- und Leistungsrechnung nur wenigen gesetzlichen Reglungen.

Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner, Dirk Ulrich Gilbert, Dirk Hachmeister, Svenja Jarchow, Gernot Kaiser

Kapitel 2. Typologie des Unternehmens

Unternehmen lassen sich anhand einer Vielzahl von Kriterien charakterisieren. In diesem Kapitel wird eine Einteilung der Unternehmen nach verschiedenen Kriterien vorgenommen und damit eine Unternehmenstypologie gebildet. Diese ermöglicht, die Vielfalt der Probleme, die bei der Führung von Unternehmen auftreten, differenziert unter Berücksichtigung der spezifischen Eigenschaften und Gegebenheiten der jeweiligen Unternehmenskategorie zu betrachten. Als charakteristische Merkmale zur Typenbildung, auf die in den nachfolgenden Abschnitten eingegangen wird, können die Gewinnorientierung, die Branche, die Größe, die technisch-ökonomische Struktur, die Rechtsform, der Kooperationsgrad (Unternehmensverbindungen), der Lebenszyklus des Unternehmens sowie der Standort herangezogen werden.

Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner, Dirk Ulrich Gilbert, Dirk Hachmeister, Svenja Jarchow, Gernot Kaiser

Kapitel 22. Grundlagen der Finanzierung

Der Umsatzprozess eines Unternehmens kann in einen güterwirtschaftlichen und einen finanzwirtschaftlichen Prozess unterteilt werden. Der finanzwirtschaftliche Umsatzprozess ist die Voraussetzung für den güterwirtschaftlichen. Die Finanzierung führt zur Bereitstellung von Kapital, welches über Investitionen für den Erwerb von Vermögensgegenständen eingesetzt werden kann. Ein Unternehmen hat verschiedene Möglichkeiten, eine Finanzierung zu erhalten. Aus den innerbetrieblichen Prozessen kann eine Innenfinanzierung bereitgestellt werden, während Kapital von außen als Außenfinanzierung bezeichnet wird.

Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner, Dirk Ulrich Gilbert, Dirk Hachmeister, Svenja Jarchow, Gernot Kaiser

Kapitel 1. Wirtschaft und Unternehmen

Der Begriff Wirtschaft umfasst eine Vielzahl an Institutionen und Prozessen, die miteinander verknüpft sind und der Bereitstellung von Gütern dienen. Die Wirtschaft wird angetrieben von den menschlichen Bedürfnissen, die einen Bedarf hervorrufen, den die Wirtschaft befriedigt. Die bereitgestellten Wirtschaftsgüter sind knappe Güter, die materieller oder immaterieller Natur sein können. Unternehmen sind produktionsorientierte Wirtschaftseinheiten, die der Bereitstellung der knappen Güter dienen. Um die Bereitstellung stetig zu optimieren, werden immer wieder Problemlösungsprozesse – von der Problemanalyse bis zur Festlegung der Maßnahmen – durchlaufen. Unternehmen sind dem Einfluss vieler Faktoren, interner wie externer, ausgesetzt. Mithilfe des Issue-Managements werden Maßnahmen entwickelt, die alle Einflussfaktoren gleichermaßen adressieren und nach Lösungsmöglichkeiten suchen.

Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner, Dirk Ulrich Gilbert, Dirk Hachmeister, Svenja Jarchow, Gernot Kaiser

Kapitel 24. Beteiligungsfinanzierung

Der Begriff Beteiligungsfinanzierung impliziert bereits, dass diese Art Kapital eine enge Bindung an das Unternehmen bedingt. Bei einer Beteiligungsfinanzierung wird dem Unternehmen von außen Eigenkapital zugeführt. Die Besonderheit von Eigenkapital ist, dass es dem Unternehmen dauerhaft zur Verfügung steht. Aus diesem Grund bildet Eigenkapital die Basis zur Finanzierung des Unternehmens.

Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner, Dirk Ulrich Gilbert, Dirk Hachmeister, Svenja Jarchow, Gernot Kaiser

Kapitel 27. Optimierung der Unternehmensfinanzierung

Die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten werfen auch die Frage nach einer optimalen Kapitalstruktur auf. Dabei müssen unterschiedliche Anforderungen der jeweiligen Unternehmen an die Kapitalstruktur berücksichtigt werden. Eine Rolle spielen Rentabilität, Liquidität und Sicherheit, aber auch Flexibilität und Unabhängigkeit des Unternehmens. Es ist eine stetige Aufgabe der Finanzkontrolle, das Finanzierungsverhältnis des Unternehmens immer wieder den aktuellen Anforderungen anzupassen.

Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner, Dirk Ulrich Gilbert, Dirk Hachmeister, Svenja Jarchow, Gernot Kaiser

Kapitel 45. Strategisches Management

Das strategische Management ist sowohl für die Praxis als auch für die betriebswirtschaftliche Theorie von großer Bedeutung. Die Beschäftigung mit den strategischen Fragen der Unternehmensführung erscheint notwendig, um das langfristige Überleben von Unternehmen am Markt zu sichern. Im Folgenden werden zunächst die wesentlichen Ziele und Aufgaben des strategischen Managements beschrieben. Im Anschluss erfolgt ein ausführlicher Überblick über die einzelnen Bausteine des strategischen Problemlösungsprozesses. Die Analyse der Ausgangslage sowie die Konzepte des Unternehmensleitbilds und der Corporate Governance werden erläutert. Eine besondere Bedeutung im strategischen Management hat die Formulierung der Unternehmenspolitik und die damit einhergehende Bestimmung der wesentlichen Unternehmensstrategien. Das Kapitel endet mit konkreten Hinweisen auf die Strategieimplementierung und -evaluation sowie auf strategische Erfolgsfaktoren.

Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner, Dirk Ulrich Gilbert, Dirk Hachmeister, Svenja Jarchow, Gernot Kaiser

Kapitel 29. Investitionsrechnung

Unter der Investitionsrechnung werden alle Verfahren subsumiert, die einer rationalen Beurteilung von langfristigen Anlage- und Investitionsentscheidungen dienen. Investitionsrechenverfahren sind ein wesentliches Instrument zur langfristen Entscheidungsfindung und Kontrolle. Im Gegensatz zur Kosten- und Leistungsrechnung stehen dabei langfristige Entscheidungen im Fokus. Dabei wird bei den dynamischen Investitionsrechenverfahren auf Ein- und Auszahlungen abgestellt, nicht Erträge und Aufwendungen oder Erlöse und Kosten. Um das zeitliche Auseinanderfallen der künftigen Ein- und Auszahlungen zu erfassen, werden diese abgezinst. Bei den statischen Investitionsrechenverfahren werden hingegen Erträge und Aufwendungen oder Erlöse und Kosten verwendet, um so eine (vereinfachende) Periodenbetrachtung zu ermöglichen, die aber das zeitliche Auseinanderfallen von Ein- und Auszahlungen vernachlässigt. Mithilfe von Investitionsrechnungen ist es möglich, die quantitativen Aspekte einer Investition oder eines Investitionsprojektes zu erfassen und zu bewerten.

Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner, Dirk Ulrich Gilbert, Dirk Hachmeister, Svenja Jarchow, Gernot Kaiser

Kapitel 3. Fundamente der OMU-Theorie

In diesem Hauptabschnitt werden die „klassischen“ Organisations-, Management- und Unternehmensführungstheorien behandelt. Diskutiert werden im Einzelnen die so genannten Administrationstheorien (Max Webers Bürokratiemodell, Frederick Taylors Scientific Management, Henri Fayols Administrationstheorie), die Präskriptive Entscheidungstheorie, die Systemtheorie, die Situations- und Interaktionstheorie, die Verhaltenswissenschaftliche Theorie sowie die Macht- und Ressourcenabhängigkeitstheorie. Bei jeder Theorie werden die grundlegende Argumentation erläutert sowie Varianten und das zu Grunde liegende Menschenbild präsentiert. Außerdem werden sie gegenüber anderen Theorien abgegrenzt sowie einer detaillierten kritischen Würdigung unterzogen. Eine größere Zahl an Praxisbeispielen unterstützt die Argumentation.

Joachim Wolf

Die Finanzkrise als Chance

Im Jahr 2009 absolvierte Robert Kelm sein Studium an der ISM – mitten in der Finanzkrise. Doch die Krise diente auch gleichzeitig als Chance, da sich gleichzeitig neue Perspektiven eröffneten. Er rät Berufseinsteigern deshalb, immer offen und neugierig zu bleiben. Die Finanzbranche ist dynamisch und vielfältig, weswegen man nicht nur rechnen, sondern auch komplexe Zusammenhänge verstehen können muss, um erfolgreich zu sein.

Robert Kelm

Finanzstandort Deutschland – Berufsperspektiven in der Finanzwirtschaft

Der Finanzstandort Deutschland hat sich parallel zur Volkswirtschaft in Deutschland entwickelt. Die zyklischen Schwankungen und Strukturprobleme der Realwirtschaft finden ihren Widerhall in der Finanzwirtschaft. Die aktuell zu beobachtenden strukturellen Verwerfungen in den verschiedenen Branchen sind auch in der Finanzbranche festzustellen mit den erheblichen Auswirkungen auf die Bestimmung der Geschäftsfelder, auf die Organisation der Abläufe sowie letztendlich auf die Beschäftigung. Trotz aller aktuellen Herausforderungen hat der Finanzstandort Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit bewiesen und ist unter Berücksichtigung der gesamten Infrastruktur gut aufgestellt. Er eröffnet engagierten und leistungsorientierten Beschäftigten in der Finanzbranche langfristig verlässliche berufliche Perspektiven. Dies setzt jedoch eine hohe Lernbereitschaft, intellektuelle Flexibilität, praktisches Engagement und sprachliche Kompetenzen voraus.

Ernst Fahling

Kapitel 5. Diskussion einer Konvergenz und Implikationen für Goodwill in IFRS und Controlling vor dem Hintergrund einer Konvergenz

In den vorherigen Kapiteln wurden eine mögliche Konvergenz von IFRS und Controlling als auch die Goodwill-Allokation im Rahmen einer solchen untersucht. Zunächst zeigte die Konvergenzanalyse ein hohes Konvergenzpotential der Zwecksetzung, Funktionen und Anforderungen im Allgemeinen auf. Die Analyse der Goodwill-Bilanzierung im Speziellen im Lichte des Accounting als konvergentes Rechnungswesen identifizierte, dass die intertemporale und interdivisionale Allokation des Goodwill den Anforderungen eines konvergenten Rechnungswesens nicht gerecht wird.

Myriam Anna Hirscher

19. Externe Dienstleister

Schon vor Beginn Ihrer eigentlichen unternehmerischen Tätigkeit müssen Sie als Gründer mit externen Dienstleistern zusammenarbeiten. Ohne die Unterstützung eines Rechtsanwalts und eines Steuerberaters lässt sich kaum die notarielle Gründung eines Unternehmens vorbereiten. Aufgrund der Vielzahl von Anbietern und der Intransparenz in einigen Branchen ist es für einen jungen Unternehmer eine große Herausforderung den passenden Dienstleister zu finden. In Kap. 19 berichtet der Autor aus über 25 Jahren Praxis von seinen Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Dienstleistern und Beratern.

Christian Demant

6. Kapitalbeschaffung

In Kap. 6 werden unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten diskutiert. Vor Kontakt mit einem potenziellen Geldgeber sollten die Gründer in einem ersten Schritt den tatsächlichen Kapitalbedarf für ihre Unternehmensgründung im Rahmen einer Finanzplanung realistisch einschätzen. Die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Finanzierungsoptionen werden nachfolgend erläutert. Aus verschiedenen Gründen kann es interessant sein, einen Investor an dem neuen Unternehmen zu beteiligen. Eine längere Abhandlung erfolgt zum Thema „Business-Angels“. Der Autor hat einige Jahre in einem Business-Angels Netzwerk mitgearbeitet und kennt daher die Problematik aus Sicht beider Parteien: Kapitalgeber und Kapital suchender Gründer.

Christian Demant

6. Wie wird das Humankapital zum Wettbewerbsvorteil?

In diesem Kapitel suchen wir Antworten auf unsere vierte Frage: Wie aktiv soll das Humankapital in die Strategieentwicklung eingebunden werden? Ist die Rolle des Humankapitals eher aktiv oder passiv? Dies hängt in erster Linie davon ab, welcher Strategieschule das Topmanagement anhängt. Vor allem Vertreter des Resource Based View argumentieren, dass dieser Ansatz die Möglichkeit bietet, sich nachhaltig vom Wettbewerb zu differenzieren. Die Frage ist, wie dies geschehen kann, da der Resource Based View vage bleibt, wenn es um Vorschläge geht, wie konkret der Wettbewerbsvorsprung auf- bzw. ausgebaut werden soll. Denn wir stehen vor der Aufgabe, aus Mitarbeitenden, die an sich austauschbar sind, in Kombinationen mit anderen Mitarbeitenden oder Ressourcen eine so firmenspezifische Konstellation an Humankapital zu schaffen, die für den Wettbewerb nur schwer kopierbar ist. Es gibt grundsätzlich fünf Optionen, mit denen ein möglichst nachhaltiger Wettbewerbsvorteil durch das Humankapital gestaltet werden kann: der Einsatz ‚besserer‘ Mitarbeitender, die HR-Architektur des Unternehmens, sein Sozial- und Organisationskapital und schließlich die Unternehmenskultur. Die Option, allein durch ‚bessere‘ Mitarbeitende einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, erweist sich aber als selten nachhaltig. Die Wechselwirkungen zwischen den Optionen und deren mangelnde Trennschärfe erklären, warum es nur relativ wenige Firmen schaffen, das Humankapital zur nachhaltigen Differenzierung im Wettbewerb aufzubauen: Wir haben es mit einem komplexen und damit nur schwer zu steuernden Prozess zu tun.

Christian Lebrenz

Kapitel 10. Knotenpunkt für Investitionen in die ASEAN-Staaten

Singapur wird seit jeher von ausländischen Investoren zur Strukturierung von Investitionen in der Region genutzt. So ist Singapur ein attraktiver Standort für Holdinggesellschaften, verfügt über ein verlässliches und effizientes Rechtssystem, ein flexibles Gesellschaftsrecht für Joint Ventures und einen etablierten Finanzmarkt.

Constantin Frank-Fahle, Florian Leber, Stefan Schmierer

5. Praxisorientierter Handlungsleitfaden

Am Anfang dieses Buches wurde das Ziel eines „praxisorientierten Handlungsleitfadens zum Risikomanagement“ ausgegeben. Im Fokus stand es demnach, Möglichkeiten und Optionen aufzuzeigen, die es auch kleineren, wenig solventen Städten und Gemeinden ermöglichen sollten, ein funktionierendes Risikomanagement aufzubauen. Nach genauerer Betrachtung einzelner wichtiger Risikobereiche soll das eingangs ausgerufene Ziel nun wieder aufgegriffen werden.

Dieter Hahn

Abschlussprüfung als ein Element der Corporate Governance: Zum Dienstleistungsverhältnis von Aufsichtsrat und Abschlussprüfer

Einen interessanten Bereich des Dienstleistungssektors stellt die Abschlussprüfung im Rahmen der Unternehmensberichterstattung dar. Als Element der Corporate Governance ist die Abschlussprüfung von zentraler Bedeutung für einen funktionierenden Kapitalmarkt, weshalb sie hoheitlich geregelt wird und seit dem Jahr 1931 Vorbehaltsaufgabe des Wirtschaftsprüfers ist. Um keine Erwartungslücken entstehen zu lassen, sollte für die Adressaten der Unternehmensberichterstattung klar sein, welche Teile der aktuellen Unternehmensberichterstattung vom Abschlussprüfer im gesetzlichen Auftrag inhaltlich und mit welcher Prüfungsintensität geprüft werden und wie sich das Verhältnis von Aufsichtsrat und Abschlussprüfer im dualistischen System der Corporate Governance im Zeitverlauf verändert hat. Vor diesem Hintergrund wird untersucht, was der Gesetzgeber unternimmt, um die Beurteilung der Qualität der Unternehmensberichterstattung durch die Abschlussprüfung für Außenstehende transparent zu machen und ob es auf Dauer gelingen kann, diese Zielsetzung im Zeitverlauf auch widerspruchsfrei umzusetzen.

Hans-Joachim Böcking

9. Einige Ergänzungen

Ein so neuartiges Konzept wie das Festzinssystem wirft auf lange Sicht natürlich viele weitere, hier meistenteils nicht zu erörternde Fragen auf. Dies sind Detailfragen der geldpolitischen Theorie und Praxis, aber es schließt auch staatstheoretische Fragen und Fragen der politischen Werteordnung ein, Fragen also wie diese:

Burkhard Wehner

6. Welcher Zins ist fest im Festzinssystem?

Herkömmliche stabilitätspolitische Konzepte kranken an der Unbestimmtheit ihrer Steuerungsgrößen. Eine Geldpolitik, die z. B. auf Abweichungen der Inflationsrate oder der Geldmenge von einem vorgegebenen Zielwert reagieren soll, steht immer vor der Frage, welche Geldmenge oder welche Inflationsrate gemeint ist. Auch hinsichtlich der Inflationsrate ist diese Frage zunehmend komplizierter geworden. Sind bei der Berechnung z. B. Hypothekenzinsen oder Immobilienpreise oder beide zu berücksichtigen? Sind alle Konsumgüter zu berücksichtigen, oder ist die richtigere Zielgröße die so genannte Kerninflationsrate, bei der Energiepreise und/oder Lebensmittelpreise nicht einbezogen werden? Und ist neben der statistisch gemessenen Inflationsrate womöglich auch die „gefühlte“ Inflation stabilitätspolitisch relevant?

Burkhard Wehner

7. Der Ausbau des geldpolitischen Instrumentariums

In einem Festzinssystem der hier dargestellten Art würde der langfristige Nominalzins mit marktkonformen Mitteln gesteuert und als Fixzins, wie oben definiert, möglichst konstant gehalten. Wie präzise dieser Fixzins eingehalten werden kann, hängt aber von vielerlei exogenen Umständen ab. Anfänglich könnten die Zentralbanken daher gezwungen sein, eine relativ große Schwankungsbreite um den Fixzins zuzulassen.

Burkhard Wehner

Kapitel 3. Vereinigung mit Asymmetrie und Steilheit (Kurtosis)

Die Entwicklung der Normalverteilung wurde zu Lebenszeit des Verfassers Gauß entwickelt. Eine weitere Differenzierung hinsichtlich der Schiefen hätte den Rechen- und Überprüfungsaufwand auf Plausibilität (Prüfung, dass die Summe der Dichteverteilung gegen 1 konvergiert), um ein Vielfaches der Zeit verlängert.

Marcus Hellwig

Kapitel 2. Strukturierung von Aufgaben

Spätestens dann, wenn es in einem Unternehmen eine neue Aufgabe zu bewältigen gilt – sei es, dass eine neue Produktlinie aufgebaut oder ein neuer Auslandsmarkt erschlossen werden soll –, tritt die Kernfrage jeder Organisationsgestaltung, nämlich wie die Aufgabe bewältigt und mit den anderen Aufgaben verknüpft werden soll, auf die Agenda organisatorischer Entscheidungen. Häufig – beileibe aber nicht immer – gibt man der Antwort auf diese Frage einen offiziellen Charakter, indem die Geschäftsleitung zu ihrer Erfüllung gedachte Regeln entwickelt, autorisiert und ihre Erfüllung zur Pflicht macht. Im ersten Kapitel war bereits dargelegt worden, dass in diesen Fällen eine formale Organisationsstruktur geschaffen oder eben die bestehende modifiziert wird. In vielen anderen Fällen entwickeln aber auch die Organisationsmitglieder selbst Verfahrensweisen, die ihnen zur Bewältigung der neuen Aufgaben angemessen erscheinen, meist vor dem Hintergrund ihrer in der Vergangenheit erworbenen Erfahrungen. Solche inkremental entwickelten Verfahrensweisen haben in der Unternehmenspraxis durchaus eine hohe Bedeutung, eine genauere Darstellung erfolgt in Kapitel 5. Dieses zweite Kapitel ist primär der formalen Organisationsgestaltung gewidmet.

Georg Schreyögg, Daniel Geiger

Zweiter Teil: Probleme der Stiftungsinsolvenz

Als juristische Person des Privatrechts ist die Stiftung nach § 11 Abs. 1 S. 1 InsO insolvenzfähig. Im Ausgangspunkt finden somit sämtliche insolvenzrechtliche Regelungen Anwendung, die das Verfahren über das Vermögen einer juristischen Person betreffen. Das Insolvenzrecht gilt einheitlich für alle insolvenzfähigen Rechtsträger.

Johannes Weiland

Kapitel 6. Risiko

Das Kapitel 6 erklärt den Begriff Risiko im privaten und öffentlichen Sektor. Fallbeispiele aus industrieller Fertigung und Hochwasserschutz beleuchten die Unterschiede in der Herangehensweise.

Martin Gocht

Kapitel 4. Intertemporalität

Das Kapitel 4 führt in die Behandlung der Zeit in der Projektbewertung ein und erklärt die Bedeutung von Zins und Diskontierung im öffentlichen und privaten Sektor.

Martin Gocht

Kapitel 3. Modellbildung

In Kapitel 1.2 wurde beschrieben, welches gemeinsame Fundament sich in den betrachteten ökonomischen Theorien finden lässt. Ein Simulationsmodell, das die erarbeiteten Elemente abbildet und eine entsprechende Verknüpfung zulässt, sollte es ermöglichen, die Theorien zu untersuchen. Die aufgestellten Zusammenhänge stellen zumeist Ableitungen des Fundaments dar und sollten bei einer geeigneten Simulationsarchitektur aus den Simulationsergebnissen hervorgehen, sich also aus dem Wirtschaftsprozess implizit herausbilden.

Janis Kesten-Kühne

Die Liberalisierung des Kapitalmarktes

Die Liberalisierung des kapitalmarktrechtlichen Regelungsrahmens am Ende des 20. Jahrhundert begann vor dem Hintergrund der Eigenkapitallücke, die seit dem Beginn der 1980er Jahre für den deutschen Mittelstand diagnostiziert wurde. Tatsächlich waren die Eigenkapitalquoten deutscher Unternehmen im Vergleich zum Ausland verhältnismäßig schlecht und betrugen 1983 im Schnitt nur noch ca. 18,5 %. Dies entsprach einem Rückgang von ca. 30 % seit den 1960er Jahren, wobei dieser Durchschnittswert auch Großunternehmen mit einbezog und daher viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) regelmäßig nur einstellige Eigenkapitalquoten aufwiesen. Ausreichendes Eigenkapital wird jedoch insbesondere für KMU als wichtig erachtet - ob als Existenzsicherung in Krisenzeiten, als Fremdfinanzierungs- und Wettbewerbsfaktor oder als Basis für Investitionen und Innovationen.

Thorben Marc-André Spindler

Die Implementierung der Kapitalmarkttransparenz und des Anlegerschutzes

Die zweite zentrale Entwicklungslinie der Kapitalmarktgesetzgebung ab 1986 war die Implementierung der Markttransparenz und des Anlegerschutzes in das Regelungssystem. Dabei hatte zwar der Schutz der Gesellschaftsbeteiligung vor wirtschaftlichen Ausfällen (Vermögensschutz) schon beim Erlass des AktG und BörsG im 19. Jahrhundert eine Rolle gespielt. Ein umfassender Schutz der Anleger am Kapitalmarkt war bis in den Betrachtungszeitraum hingegen nicht von zentraler Bedeutung für den Gesetzgeber gewesen.

Thorben Marc-André Spindler

Die Einführung der Kapitalmarktaufsicht

Die Einführung der Kapitalmarktaufsicht war die dritte zentrale Entwicklungslinie der Kapitalmarktgesetzgebung im Betrachtungszeitraum. Bis dahin existierte nach wie vor die 100 Jahre alte, zweigliedrige Aufsichts-struktur in der Grundkonzeption des BörsG von 1896. Auf der ersten Stufe übernahmen die Börsen, namentlich der Börsenvorstand, im Rahmen ihrer Selbstverwaltungshoheit die direkte Aufsicht über den Handelsplatz.

Thorben Marc-André Spindler

Fazit erster Teil

Die Wurzeln des deutschen Kapitalmarktrechts liegen in der Zeit der Industrialisierung ab Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts. Mit der industriellen Revolution und dem Wandel des Gesellschaftsbildes hin zu einem aufgeklärten, mündigen Bürgertum verlagerte sich die Finanzierung verstärkt auftretender, gesellschaftlicher Großprojekte, wie etwa der Eisenbahnbau, weg von der rein staatsgetragenen hin zu einer privaten Finanzierung. Damit einher ging auch der (normative) Durchbruch der Aktiengesellschaften als Kapitalsammelstellen und der modernen Börsen als Handelsplätze.

Thorben Marc-André Spindler

Die Finanzialisierung – ein „entkoppelter“ Markt mit „Aktienkultur“(?)

Als weitere wesentliche Charakteristika des FMK-Systems werden die „Entkopplung“ des Kapitalmarktes von der Realwirtschaft und eine durch den Wandel der Unternehmensfinanzierung entstandene „Aktienkultur“ genannt. Die damit verbundenen Entwicklungen werden auch unter dem Begriff „Finanzialisierung“ diskutiert.

Thorben Marc-André Spindler

Ein internationalisierter deutscher Kapitalmarkt(?)

Mit den übrigen Elementen des FMK-Marktmodells ist ein weiteres charakteristisches Merkmal des von der Theorie beschriebenen Systemwandels eng verknüpft, das im Folgenden untersucht wird: die Internationalisierung des Marktes.

Thorben Marc-André Spindler

Ein deutscher Markt für feindliche Unternemensübernahmen(?)

Eine weitere wichtige Funktion zur Beeinflussung der Unternehmen und damit der Etablierung eines FMK-Systems übernimmt in der Theorie der Markt für feindliche Unternehmensübernahmen.

Thorben Marc-André Spindler

Grundlegung zweiter Teil

Die Kritik einer „Deregulierung der Märkte“ wurde verstärkt Anfang des neuen Jahrtausends, insbesondere nach den Krisenjahren 2007/08, in der Politik und bei Aktivisten, aber auch in der interdisziplinären Fachliteratur laut. Dem Gesetzgeber wird vorgeworfen mit seiner „Deregulierungspolitik“ im ausgehenden 20. Jahrhundert die Kapitalmärkte „entfesselt“ und damit eine Fülle negativer Folgen für die (Welt-) Wirtschaft, den Sozialstaat und die Gesellschaft, wie bspw. die Finanzkrise, die Eurokrise, die Vergrößerung der Vermögensschere oder die Erosion des Sozialstaates verursacht zu haben.

Thorben Marc-André Spindler

Grundlegung

„Den Finanzplatz Deutschland stärken und attraktiver machen“ wurde ab Mitte der 1980er Jahre eines der zentralen Motive des deutschen Gesetzgebers in der Finanz- und Wirtschaftspolitik. National wurden stetig sinkende Eigenkapitalquoten kleiner und mittlerer Unternehmen sowie eine Rezessionsphase der deutschen Wirtschaft beobachtet, was beides - unter anderem - mit einem unterentwickelten nationalen Kapitalmarkt in Verbindung gebracht wurde. Gleichzeitig trieb die europäische Staatengemeinschaft die Harmonisierung des Binnenmarktes mittels Richtlinien im Bereich des Kapitalmarktes voran, die auch in Deutschland Rechtsänderungen notwendig machten.

Thorben Marc-André Spindler

Investmentfonds als „neue Herrscher“ der Unternehmen(?)

Ein zentrales Element im Modell des FMK sind die Investmentfonds. Denn eine Veränderung der Aktionärsstruktur habe zu einer Zunahme des Einflusses von Investmentfonds auf Unternehmen geführt, wodurch diese zu einer Ausrichtung auf kurzfristige Gewinne gedrängt würden. Im Folgenden wird untersucht, ob eine solche „treibende Kraft des System-wandels“ durch die Kapitalmarktgesetzgebung gefördert wurde.

Thorben Marc-André Spindler

Fazit zweiter Teil

Aufbauend auf den Ergebnissen der Kapitel 7 bis 10 wird im Folgenden die Ausgangsfrage des zweiten Teils beantwortet: Ob der Gesetzgeber den deutschen Kapitalmarkt zu einem FMK-System dereguliert hat. Entscheidend hierfür ist der Blick auf die Grundthese des FMK: Die vom Kapitalmarkt ausgehende Disziplinierung der Unternehmen zu einer kurzfristigen, auf eine reine Gewinnmaximierung (Shareholder Value) ausgerichtete Unternehmenspolitik.

Thorben Marc-André Spindler

Gesamtfazit

Der deutsche Gesetzgeber unternahm mit der Kapitalmarktgesetzgebung zwischen 1986 und 2002, im Angesicht der vielfältigen nationalen und internationalen Herausforderungen, große normative Anstrengungen, um den Ordnungsrahmen des organisierten Kapitalmarktes zu reformieren. Bei der überwiegenden Mehrheit der zentralen Maßnahmen stand dabei vor allem der Handel an den Börsen und dessen Teilnehmer im Fokus der gesetzgeberischen Initiativen, wie etwa bei der Börsenstrukturreform, der Einführung individueller Börsensegmente, der Einführung des vollelektronischen Handels, der Ermöglichung der Terminbörse, der Abschaffung der Börsenumsatzsteuer, der Reform der Börsenleitung oder der Erleichterung des Börsenzugangs. Selbst die Einführung der UBG und die Förderung der KAG bedeuteten letztlich einen Versuch, die Unternehmensfinanzierung über diese Marktmittler verstärkt auf die Börsen zu verlagern.

Thorben Marc-André Spindler

Kapitel 4. Praxisbeispiel zur Erhebung von Anforderungsprofilen im Kreditgeschäft einer Bank

Um die theoretischen und methodischen Ausführungen und Empfehlungen transparent zu machen, soll ein Anwendungsbeispiel aus der Praxis referiert werden. Unschwer ist zu erkennen, dass es in der Praxis auf die Umsetzung strategischer Vorgaben und Akzente zur Personalentwicklung und Personalgewinnung ankommt, die durch entsprechende operative Maßnahmen zu erfüllen sind. Anforderungsprofile sollen dem operativen Personalmanagement die notwendige strategische Orientierung und Entscheidungsbasis liefern. Von welchen Erkenntnissen könnten Sie profitieren: Wie neue strategische Akzente in den Geschäftsbereichen die Arbeitsplatzanforderungen beeinflussen und wie sie festzustellen sind Wie eine psychologische Anforderungsanalyse für den Einsatz in der Praxis vorzubereiten und durchzuführen ist Wie Anforderungsprofile als Untersuchungsergebnis aufbereitet und ausgewertet werden können.

Heribert Wienkamp

9. Mergers & Acquisitions und Post Merger Integration

Die Durchführung von Mergers & Acquisitions ist ein zentrales Instrument des Beteiligungsmanagements. Die Akteure des Mutterunternehmens können die Beteiligungen bei ihrem Wachstum durch Mergers & Acquisitions (M&A) Transaktionen und bei ihrer Fokussierung bzw. bei Verkäufen von Enkel-Beteiligungen unterstützen. Darüber hinaus liegt eine wesentliche Aufgabe des Beteiligungsmanagements in der Prüfung und ggf. Umsetzung der Potenziale für die Weiterentwicklung des Beteiligungsportfolios des Mutterunternehmens über Akquisitionen (Acquisition), Fusionen (Merger) und Verkäufe.Das Kapitel beschreibt Methoden für die Auswahl möglicher Partner, die Due Diligence, die Verhandlungen sowie für die Integration nach der Transaktion.

Klaus-Michael Ahrend

10. Beteiligungsfinanzierung

Das laufende Geschäft sowie das Wachstum der Beteiligungen verursachen einen Finanzierungsbedarf. Darüber hinaus müssen die Akteure des Mutterunternehmen die Finanzierung des operativen Geschäfts des Beteiligungsmanagements sowie von künftigen Akquisitionen sicherstellen.Das Kapitel beschreibt die verschiedenen Quellen der Finanzierung sowie die möglichen Handlungsfelder des Beteiligungsmanagements. Dies umfasst die direkte Finanzierung der Beteiligungen, Cash Management Lösungen sowie die Beratung und Begleitung der Beteiligungen bei externen Finanzierungen. Mit dem Instrument der Beteiligungsfinanzierung können Mehrwerte geschaffen werden.

Klaus-Michael Ahrend

4. Entwicklung der Beteiligungsstrategie

Die Erarbeitung einer Beteiligungsstrategie ist die Grundlage für ein überlegtes Beteiligungsmanagement. Die Strategie definiert den Suchraum für künftige Beteiligungen und Grenzen als Indikation für Verkaufsentscheidungen. Im vorliegenden Kapitel werden die Elemente der Beteiligungsstrategie erläutert und anhand von 11 Fallbeispielen vertieft.

Klaus-Michael Ahrend

2. Beteiligungsmanagement: eine Annäherung

Das Kapitel definiert den Beteiligungsbegriff aus juristischer und bilanzieller Perspektive und beleuchtet das Beteiligungsmanagement aus betriebswirtschaftlicher, biologischer und pädagogischer Perspektive. Als Beteiligungsmanagement wird die zielorientierte sachbezogene und personenbezogene Führung von Beteiligungen verstanden. Es zielt primär auf die Schaffung von Mehrwerten für Beteiligungen und Mutterunternehmen sowie auf die Unterstützung der Akteure der Beteiligungen. Beteiligungsmanager strukturieren und gestalten die Chancen und Risiken „ihrer“ Beteiligungen. Die Kernaufgaben des Beteiligungsmanagements liegen in der Entwicklung von Selbstverständnis und Portfolio, der Aktivierung und Verstärkung, der Förderung und Stabilisierung, der Koordination der Zusammenarbeit sowie im Monitoring. Dazu kommen die Rollen, die spezifischen Objekte, die spezifische organisatorische Verankerung, die Methoden der Steuerung und das Instrumentarium des Beteiligungsmanagements.Auf Basis dieser Elemente wird in diesem Kapitel ein Handlungsmodell für ein wertorientiertes Beteiligungsmanagement entwickelt und detailliert. Das Instrumentarium des Handlungsmodells umfasst 10 verschiedene Instrumente und rd. 150 einzelne Aufgaben.

Klaus-Michael Ahrend

5. Besetzung und Vergütung von Geschäftsführung und Aufsichtsgremium

Das vorliegende Kapitel beschreibt das Vorgehen bei der Auswahl von Mitgliedern der Geschäftsführung, von Führungskräften und von Mitgliedern des Aufsichtsgremiums. Ebenso werden die Rahmenbedingungen für die Vergütung der Mitglieder von Geschäftsführung und Aufsichtsgremium dargestellt. Schließlich werden Ansatzpunkte für die Unterstützung der Mandatsträger z. B. mithilfe von Schulungs- und Coachingangeboten und Hinweise für eine konstruktiv-kritische Zusammenarbeit des Aufsichtsgremiums präsentiert.

Klaus-Michael Ahrend

Kapitel 5. Webers ‚späte Soziologie‘

Im November 1913 veröffentlicht Max Weber seinen berühmten Aufsatz „Über einige Kategorien der verstehenden Soziologie“, der in der Weber-Forschung als ‚Kategorienaufsatz‘ bezeichnet wird. Diesem Aufsatz kommt eine besondere werkgeschichtliche Bedeutung zu. Denn in ihm stellt Weber zum ersten Mal sein Verständnis von Soziologie als einer ‚verstehenden‘ Wissenschaft öffentlich zur Diskussion.

Klaus Lichtblau

1. Kosten- und Leistungsrechnung als Erfolgsrechnungssystem

In Kap. 1 lernen Sie

Jürgen Reim

2. Die Kostenartenrechnung als Informationsgrundlage für Voll- und Teilkostenrechnungen

In Kap. 2 lernen Sie

Jürgen Reim

8. Lösungen

Der Wertschöpfungsprozess eines Industrieunternehmens besteht aus 4 Phasen:

Jürgen Reim

7. Privatunternehmen

Im Laufe der Entwicklung der VR China gewannen Privatunternehmen immer mehr an Bedeutung. Dies fing mit der Akzeptanz von Privatunternehmen nach Reform und Öffnung des Landes an und führte schließlich zur staatlichen Förderung des privaten Sektors. Bis auf wenige Ausnahmen sind Privatunternehmen heute in allen Branchen vertreten. Der Erfolg des privaten Sektors ist u. a. auf Netzwerke und die Verflechtung mit der Regierung zurückzuführen. Besonders die chinesische Start-up-Szene als Teil des Privatsektors ist äußerst dynamisch. Sie wird seit Jahren durch politische Programme und Richtlinien sowie private und staatliche Förderinstrumente massiv gefördert, sodass sie inzwischen eine ernstzunehmende Konkurrenz für das Silicon-Valley darstellt. Dennoch prägen auch Ineffizienzen beispielsweise bei der Distribution finanzieller Ressourcen und der Transformation von Technologie in marktreife Produkte die Szene.Mit der Entwicklung der Privatunternehmen und einer steigenden Zahl an Unternehmensgründungen ging der Bedarf nach einem Konkursgesetz einher. Obwohl das Konkursgesetz mit korrespondierenden Gesetzen westlicher Staaten zu vergleichen ist, wird es nur selten angewandt. Die Auflösung von Unternehmen nach dem Unternehmensrecht ist nach wie vor die bevorzugte Variante.

Enrico Cordes, Konstantin Krone, Viktoria Paul

11. Finanz- und Fiskalpolitik

Der chinesische Finanzmarkt, die Finanzregularien und die Bedeutung des Finanzmarktes für die Kommunistische Partei Chinas sowie die Auswirkungen der chinesischen Finanzpolitik auf den globalen Finanzmarkt werden aufgezeigt. Dazu werden zunächst die allgemeine Finanz- und Fiskalpolitik dargestellt sowie die Steuerstruktur und die Stellung formeller Banken innerhalb des Finanzsystems erläutert. Des Weiteren werden die Immobilienblase und der wachsende Schattenbanksektor thematisiert. Im Kontrast zu traditionellen Finanzinstitutionen werden anschließend der Fin-Tech-Markt und Crowdfunding als Innovations- und Technologiepotenzial der VR China vorgestellt. Diese Passagen zeigen auf, welche Elemente dazu beigetragen haben, China in diesen Bereichen zum Marktführer werden zu lassen. Es wird versucht, die Frage zu beantworten, inwieweit der Finanzmarkt in China gefestigt ist und welche Risiken bestehen.

Barbara Darimont, Paul Gebel, Alyssia Reißler

11. Versicherung von Hochwasserschäden

Überschwemmungsereignisse haben in den letzten Jahrzehnten überall auf der Erde sowohl an Häufigkeit als auch an Intensität dramatisch zugenommen. Schäden haben zum Teil ganz neue Dimensionen erreicht. Dies stellt Regierungen, betroffene Menschen und die Versicherungswirtschaft auf nationaler und globaler Ebene vor immer größere Herausforderungen. Rund 40 Prozent aller gemeldeten Schadenereignisse und knapp ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Schäden sind weltweit auf die Folgen von hydrologischen Ereignissen (Überschwemmungen) zurückzuführen. Etwa die Hälfte aller bei Naturkatastrophen getöteten Menschen starb (im Zeitraum 1980 bis 2018) durch Wasser.

Wolfgang Kron

Kapitel 3. Investitionscontrolling unter Sicherheit

Nach der Bearbeitung dieses Kapitels werden Sie wissen, …… wie eine Investition definiert ist.… welche Investitionsrechenmethoden bei sicheren Informationen angewandt werden können.… wie die Vorteilhaftigkeit von Investitionsvorhaben beurteilt werden kann.

Margarita Uskova, Thomas Schuster

Kapitel 4. Weitere Methoden des Investitionscontrollings

Nach der Bearbeitung dieses Kapitels werden Sie wissen, …… welche Investitionsrechenmethoden unter Unsicherheit gelten.… wie Projektlaufzeitentscheidungen getroffen werden.… mit welchen Ansätzen und Methoden ein Unternehmen bewertet werden kann.

Margarita Uskova, Thomas Schuster

Kapitel 5. Das Plattformzeitalter: Marktplatz-Alternativen zu Amazon

Im deutschen E-Commerce und speziell im Marktplatzsektor nimmt Amazon zweifelsfrei eine dominante Position ein. Will man seine Produkte über Marktplätze vertreiben, so scheint – zumindest in Deutschland – kein Weg an Amazon vorbeizuführen. Oft wird dabei übersehen, dass Amazon in vielen Ländern (noch) nicht präsent und auch in diversen Warengruppen nicht marktführend ist. Es ist durchaus zu erwarten, das Amazon sowohl geographisch als auch kategoriebezogen weiter expandiert. Stand heute gibt es jedoch viele sinnvolle oder zwingende Alternativen, wenn man sich mit den Potenzialen und Risiken des Marktplatz-Business auseinandersetzen will. So bieten alternative Marktplätze Eintrittsportale in viele Länder, die auf herkömmlichen Vertriebswegen schwer zu erschließen sind und wo zugleich Amazon keine Option ist, wie beispielsweise in Skandinavien oder den meisten Ländern Osteuropas oder Asiens. Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass gewisse Zielgruppen verstärkt auf anderen Marktplätzen zuhause sind. Dies gilt insbesondere für den B2B-Bereich, aber auch für viele B2C-Segmente wie z. B. Fashion, Uhren, Möbel, DIY oder Beauty- und Drogeriebedarfe. Aus Managementsicht spricht ein weiteres, eher taktisches Argument für die Auseinandersetzung mit alternativen Marktplätzen: Die Entwicklungen des Amazon Marktplatzes sowie der eigene Erfolg auf demselben kann erst dann fundiert bewertet werden, wenn man auch andere Marktplätze bespielt und entsprechende Vergleichswerte zu Rate zieht. Der nachfolgende Beitrag zeigt auf, welche Marktplatzmodelle es zu unterscheiden gibt, welche Vor- und Nachteile jeweils zu beachten sind und wie man bei der Erschließung von Marktplätzen vorgehen sollte.

Ralph Hübner

Regionale Innovationssysteme, Cluster und die Wissensökonomie

Dieser Beitrag enthält einen systematischen Überblick zum Konzepte regionaler Innovationssysteme. Anhand von fünf Dimensionen lässt sich analysieren, inwieweit eine Region ein funktionsfähiges Innovationssystem besitzt. Über den vorherrschenden Modus interaktiver Governance, kombiniert mit den Mustern zwischenbetrieblicher Beziehungen, erhält man ein schlüssiges Bild über den Systemcharakter regionaler Innovationen. Einer kritischen Betrachtung werden sodann die europäische und die US-amerikanische Regionalpolitik unterzogen. Wobei der komparative Vorteil Letzterer darauf zurückgeführt wird, dass sie sich stärker auf die Förderung privater Investitionen und Finanzierungskanäle verlässt und somit auch die komparativen institutionellen Vorteile des US-amerikanischen Wirtschaftsmodells mobilisiert. In diesem Sinne werden regionale Varianten kapitalistischer Marktwirtschaften, wie das Silicon Valley-Modell wissensbasierter Unternehmensvernetzung, durch die vorherrschenden nationalen Koordinationsmodelle geprägt. Die Analyse des Verhältnisses institutioneller Architekturen von Innovationssystemen auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen verweist auf die Problematik der Komplementarität der institutionellen Komponenten solcher Systeme.

Philip Cooke

Automobilindustrie im Umbruch

Traditionelle Automobilunternehmen werden seit Beginn des Jahrtausends durch die zunehmende Ausdiff erenzierung der weltweiten Automobilmärkte und heute nochmals verstärkt durch Handelshemmnisse und den Austritt Großbritanniens aus der EU sowie durch neue internationale und branchenfremde Wettbewerber wie Geely, Google, Tesla und Uber herausgefordert. Darauf haben sie mit einer Ausdiff erenzierung ihrer Strategien und der Steuerung ihrer ausländischen Tochtergesellschaft en reagiert (vgl. Proff 2019: 2 und Kap. 2): Die Automobilunternehmen diff erenzieren in ihren Geschäft sbereichen Strategien zu Geschäft smodellen aus (vgl. z. B. Proff u. a. 2014; Proff /Fojcik 2015) und gehen von einer länderübergreifenden und damit weitgehend homogenen Steuerung ihrer ausländischen Tochtergesellschaft en zu einer länderspezifi scheren und damit heterogeneren Steuerung über (vgl. Proff 2019: 2 und Kap. 2).

Heike Proff

Kapitel 5. Modell zur Lebenszykluskostenkalkulation aus Auftragnehmersicht

Aus den bisherigen Überlegungen können im nachfolgenden Kapitel Ansätze zur Standardisierung der Lebenszykluskostenkalkulation und damit zur Entwicklung ein Kalkulationsmodell für die annäherungsweise Bestimmung der Lebenszykluskosten von Bundes-, Kreis- und Landesstraßen hergeleitet werden. Aus der Befragung der Unternehmensvertreter ergaben sich insbesondere bei der Abbildung der Finanzierungskosten sowie bei der Berücksichtigung und der Quantifizierung der projektspezifischen Risiken Standardisierungspotentiale. Zunächst erfolgen Handlungsempfehlungen zur Strukturierung der von den Auftraggebern zur Verfügung gestellten Eingangsdaten.

Clemens Müller

Kapitel 4. Lebenszyklusorientierte Angebotskalkulation aus Sicht des Auftragnehmers

Im nachfolgenden Kapitel erfolgt die Entwicklung der Kalkulation für die Lebenszykluskosten von Straßen aus Auftragnehmersicht. Es soll geprüft werden, inwieweit sich die Kalkulation bei lebenszyklusorientierten Straßenbauprojekten standardisieren lässt und auf die Straßenkategorien des sekundären Netzes übertragen werden kann.

Clemens Müller

3. Personalmarketing: Gestaltung der Arbeitgeberattraktivität

Im Personalmarketing erfolgt die zielgerichtete Beeinflussung der Arbeitgeberattraktivität. Attraktive Arbeitgeber sind Unternehmen, die eine hohe Anziehungskraft auf potenzielle Mitarbeiter und eine hohe Bindungskraft auf aktuelle Mitarbeiter ausüben.Die zielgerichtete Beeinflussung der Arbeitgeberattraktivität erfolgt im Personalmarketing durch die Bildung und Positionierung einer Arbeitgebermarke (Employer Branding).

Stefan Huf

6. Kurze wirtschaftliche Erholung unter Hitler (1933–1939)

Im Januar 1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. Seinem Kabinett gehörten nationalsozialistische und nationalkonservative Minister verschiedener Couleur an. Am 17. März 1933 berief Hitler Hjalmar Schacht zum Präsidenten der Reichsbank. Hitlers Ernennung zum Reichskanzler ging sicher zu einem Großteil auf seinen propagandistischen Ansatz sowie sein rhetorisches Talent zurück, das er dabei zur Schau stellte. Er ging systematisch auf Distanz zur „alten“ Politik und den zugehörigen Parteien der Mitte. Für den desolaten Zustand, in dem sich Deutschland befand, machte Hitler immer wieder diese Parteien verantwortlich. Gleichzeitig hatte er es auf die Bolschewisten, die Juden, die sogenannten „Plutokraten“, die marxistischen Sozialdemokraten und die Gewinner des (Ersten) Weltkriegs abgesehen. Die hatten das deutsche Volk ins Elend gestürzt. Ein radikaler Kurswechsel musste her. Die Massenarbeitslosigkeit sollte durch eine Politik zur Ankurbelung der Wirtschaft beseitigt werden. In der Außenpolitik ging es um die Wiederherstellung Deutschlands als anerkannte Großmacht. Das Unrecht der Friedensregelungen musste rückgängig gemacht werden. In Bezug auf die politische Umsetzung dieses Kurswechsels machte Hitler nur vage Andeutungen. Laut Schacht besaß die NSDAP kein ausgearbeitetes Wirtschaftsprogramm. Sorge bereitete ihm das nicht. Schacht verfolgte eine Doppelstrategie. Zu eindeutige Aussagen im Kampf um die politische Macht würden für Kritik sorgen. Mit Blick auf die Wahlen war es attraktiver, mit Diffamierungen und Versprechen auf das Volk einzuwirken und dabei auf die Abneigungen und Unsicherheiten der Wähler einzugehen. Schacht überlegte auch, dass er – wenn er mit einem Kabinett Hitler wieder in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten würde – Handlungsspielraum für die Ausgestaltung eigener Auffassungen bekäme. Seiner Einschätzung nach lag das im Bereich des Möglichen. Seine Kritik an der von den Vorgängerregierungen und vom letzten Reichsbankpräsidenten Luther geführten Deflationspolitik war bekannt. Auch mit der Überzeugung, dass es ein Kabinett Hitler geben müsste, hatte er nicht hinter dem Berg gehalten. Seine Argumentation war offensichtlich ganz einfach. Stand der NSDAP die Regierungsgewalt nicht zu? Immerhin war sie bei den Wahlen erfolgreich. Wäre eine Koalition aus NSDAP und Nationalkonservativen nicht das beste Mittel, um die bolschewistische Gefahr abzuwehren? Wäre eine solche Koalition nicht auch der beste Garant dafür, Hitler und seine Verbündeten von radikalen Umbrüchen der Wirtschaftsordnung zum Nachteil der Privatwirtschaft abzuhalten?

Arie van der Hek

2. Ende der Hyperinflation

Hjalmar Schacht wird 1923 mit einer Position betraut, die ihn in die Lage versetzt, seine Auffassungen zur Wirtschafts- und Geldpolitik in der Praxis umzusetzen. Die Reichsregierung hat ihn im November 1923 zunächst zum Kommissar für Geldpolitik und anschließend im Dezember 1923 zum Präsidenten der Reichsbank ernannt. In seinem Buch Die Stabilisierung der Mark von 1927 beschreibt er seine Politik bis etwa Ende 1926. Im gleichen Jahr erscheint seine Broschüre Eigene oder geborgte Währung, in der er ganz konkret auf die Grundsätze eingeht, auf denen seine Auffassungen zur Geldpolitik beruhen. Im Jahr 1966 blickt er mit seinem Buch Magie des Geldes. Schwund und Bestand der Mark auf sein Berufsleben zurück. Darin wird natürlich auch dieser Zeitraum besprochen.

Arie van der Hek

4. Außenpolitik, Handel, Geld und Kapital

In welchem Kräftefeld musste die Reichsregierung agieren, als sie eine Neuverhandlung des Dawes-Abkommens anstrebte? Das Rheinland sowie ein einzelner Stützpunkt am rechten Rheinufer waren noch besetzt. Das Ruhrgebiet war inzwischen geräumt. Die Gründe, die Frankreich und Belgien seinerzeit zur Besetzung des Ruhrgebiets veranlassten, waren nur allzu gut bekannt. Deutschland sollte zur Lieferung von Waren und zur Leistung von Zahlungen gezwungen werden. Beide Länder bestanden weiterhin auf Zwangsmitteln, damit Deutschland seine Verpflichtungen erfüllte. Was das Problem noch komplizierter gestaltete, war die von Frankreich und Großbritannien vorgenommene Verknüpfung zwischen den Reparationszahlungen und den interalliierten Kriegsschulden. Beide Länder wollten die Reparationszahlungen zur Kriegsschuldentilgung verwenden.

Arie van der Hek

3. Konjunkturelle Erholung auf Sand gebaut (1924–1930)

Für Hjalmar Schacht stand die politische Agenda fest. Die Geldpolitik der Reichsbank sowie die Haushalts- und Konjunkturpolitik der Reichsregierung müssten auf eine Erholung der Wirtschaft ausgerichtet sein, die mit einer Wechselkurs- und Preisstabilität einherginge. Dabei galten die monetären Spielregeln, die Deutschland durch das Dawes-Abkommen auferlegt waren.

Arie van der Hek

Chapter 2. Definitions, Literature Reviews, Research Gaps and Research Questions

This dissertation focuses on the growth of the core family firm and not on strategies for the total shareholder wealth including investments outside of the firm. The first question that drives this dissertation at this initial stage is, “Why do the observed growth spurts occur?” These spurts are a surprising finding, as the literature and theory show that old and mature firms grow more slowly than young firms (Eddleston, Kellermanns, Floyd, Crittenden, & Crittenden, 2013; Evans, 1987a, 1987b; Jovanovic, 1982; Molly, Laveren, & Jorissen, 2012; Reid, Dunn, Cromie, & Adams, 1999). Furthermore, there is the fate of the Law of Three Generations predicting the decline of family firms in later generations.

Laura K. C. Seibold

CSR-Berichterstattung und Prüfung – ein Einblick von KPMG

Die Umsetzung der nichtfinanziellen Erklärung in der Praxis

Zur Sichtbarkeitssteigerung ökologischer und sozialer Folgen unternehmerischen Handelns hat der Gesetzgeber im April 2017 die CSR-Richtlinie der Europäischen Kommission in deutsches Recht überführt (European Union 2014). Damit ist die Berichterstattung zu CSR-Belangen erstmals gesetzlich reguliert.Die sich hieraus ergebenden neuen Anforderungen für berichtspflichtige Unternehmen können anhand einer Analyse des Geschäftsjahres 2017 in Deutschland und Rheinland-Pfalz aufgezeigt werden. Im Ergebnis zeigt sich, dass eine sehr heterogene Berichterstattung im ersten Anwendungsjahr stattgefunden hat. Insbesondere sind unterschiedliche Ansätze in der Berichterstattung und Prüfung zwischen den Börsensegmenten und Branchen der berichtspflichtigen Unternehmen erkennbar. Die Berichterstattung zwischen kapitalmarktorientierten Unternehmen und berichtspflichtigen nichtkapitalmarktorientierten Unternehmen (z. B. bestimmte Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen) ist sehr unterschiedlich.

Alexander Glöckner

3. Basic-Tools

Nur ausnahmsweise kommt ein Geschäftsmodell ohne Mitarbeiter aus. Ansonsten gehören Mitarbeiter – also Menschen – zu jedem Geschäftsbetrieb. Diese Menschen zu führen, zusammen zu führen und zu einer erfolgreichen Einheit zusammen zu schweißen, ist Ihre Aufgabe als Geschäftsführer. Dabei ist klar: In der Praxis ist das mit die schwierigste Aufgabe. Für diese Aufgabe gibt es keine allgemein gültigen Erfolgsrezepte, die einfach angewandt werden müssen. Aber es gibt bestimmte Muster, die hilfreich im täglichen Umgang mit Ihren Mitarbeitern sind. Auf keinen Fall sollten Sie davon ausgehen, dass Sie dafür „einfach ein Händchen“ haben. Wer sich bis dahin noch nicht systematisch mit dem Thema Personalführung beschäftigt hat, macht aus dieser Fehleinschätzung heraus mit Sicherheit Fehler – auch irreparable Fehler oder Fehler, die den Erfolg des gesamten Geschäftsmodells kosten.

Lothar Volkelt

Kapitel 2. Rationale Kreditentscheidungen vor dem Hintergrund der Finanzierungstheorie

Innerhalb der Ökonomie lassen sich normative und deskriptive Strömungen unterscheiden. Der Teil der Wirtschaftswissenschaften, der sich mit dem tatsächlichen Verhalten der Wirtschaftssubjekte beschäftigt, basiert auf der deskriptiven Entscheidungstheorie und ist in erster Linie verhaltenswissenschaftlich geprägt.

Sebastian Heim

Kapitel 3. Entwicklungsstufen der Unternehmenskommunikation als Bestandteile des IR

In der Einleitung wird die Finanzberichterstattung als das historisch älteste Element der integrierten Berichterstattung bezeichnet. Um diese These zu belegen, dient als Ausgangspunkt der Primärzweck von IR, der im Rahmenkonzept des International Integrated Reporting Council (IIRC) wie folgt umschrieben wird: „The primary purpose of an integrated report is to explain to providers of financial capital how an organization creates value over time.“ Entscheidend ist hierbei das Verständnis von Wert. Analysiert man die zugrundeliegende Konzeption intensiver, unterscheidet der IIRC zwischen Wert für das Unternehmen und Wert für andere (Stakeholder i. w. S.).

Christian Manfred Kellner

Kapitel 1. Einleitung

Das Zählen von Gegenständen, die Dokumentation von Vermögenswerten und Schulden, die transparente Aufbereitung derartiger Informationen−die Datenerfassung und ihre Kommunikation gelten als große intellektuelle Errungenschaften der menschlichen Zivilisation. Bereits seit Jahrtausenden werden diese Fähigkeiten weltweit in unterschiedlicher Ausprägung eingesetzt: ob in der mesopotamischen Agrargesellschaft ca. 8.000 v. Chr., die Tonfiguren zum Zählen nutzte; ob bei den Inka, die mit ihrem Quipu eine Art Zählinstrument universell einsetzten; ob bei Inventaristen im alten Ägypten, die zur Organisation des königlichen Finanzhaushalts beitrugen; oder chinesischen Buchhaltern um 7.000 v. Chr. Mit ihrem spezifischen Wissen verfolg(t)en die Anwender mannigfaltige Ziele.

Christian Manfred Kellner

1. Kosten- und Erlösrechnung als Teil des Rechnungswesens

In diesem Kapitel lernen Sie Erlösrechnung Rechnungswesen was unter einem betrieblichen Rechnungswesen zu verstehen ist und aus welchen Teilen es besteht. die wesentlichen Begriffe des Rechnungswesens kennen. Sie können anschließend die Begriffe Auszahlung, Ausgabe, Aufwand und Kosten bzw. Einzahlung, Einnahme, Ertrag und Erlös unterscheiden und auf konkrete Beispiele anwenden.

Prof. Dr. Jürgen Horsch

Kapitel 4. Informationsverarbeitung am Kapitalmarkt

Nach deutschem Recht gelten Kapitalgesellschaften als kapitalmarktorientiert, wenn sie Wertpapiere über einen organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 11 WpHG ausgegeben oder eine derartige Zulassung zum Wertpapierhandel beantragt haben. Unter dem Begriff „Wertpapier“ versteht der nationale Gesetzgeber definitionsgemäß Aktien, aktienähnliche Anteile, aktienvertretende Zertifikate und Schuldtitel. International wird eine Kapitalmarktorientierung affirmiert, sofern Wertpapiere des betrachteten Unternehmens an einem geregelten Markt gem. Art. 4 Abs. 1 Tz. 21 der Richtlinie 2014/65/EU zum Handel zugelassen sind.

Christian Manfred Kellner

1. Einleitung: Fallstudien zu Berliner Gründerpersönlichkeiten

Berlin ist lebendig, Berlin steckt voller Ideen, Berlin lockt Gründerinnen und Gründer aus aller Welt an. Dieses Buch handelt von ihren individuellen Geschichten; gibt dem Gründungsgeschehen vielfältige Gesichter. Ob jung oder alt, in Deutschland geboren oder nicht, mit oder ohne Beeinträchtigung, egal welchen Geschlechts – Deutschlands Hauptstadt steckt voller Menschen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Mit ihrer Idee wollen einige die Welt verbessern und andere reich werden. Es gibt Gründer, die auf bewährte Ideen setzen und andere, die Neues ausprobieren. Manche tragen ihre Geschäftsidee jahrelang mit sich herum, lassen sie reifen, besprechen sie mit Familie, Freunden, potenziellen Geschäftspartnern, skizzieren, schreiben und setzen einen ausgeklügelten Plan in die Tat um. Andere gründen aus einer Laune heraus und sehen staunend, wie aus einem spontanen Einfall ein Unternehmen wächst. Für wieder andere ist die Selbstständigkeit die einzig denkbare Form der Erwerbstätigkeit; nach Tiefschlägen rappeln sie sich wieder auf und gründen erneut. Und dann sind da noch die Gescheiterten, für die die Gründungseuphorie verflogen und für die der Traum der Selbstständigkeit ausgeträumt ist.

Annette Hoxtell, Volker Hasewinkel, Christian Segal

Kapitel 6. Besonderheiten im GmbH-Konzern

Die zentrale Unternehmensplanung und Kontrolle sind wichtige zentrale Führungsinstrumente für die effiziente Steuerung und Weiterentwicklung der gesamten Unternehmensgruppe. Je nach Anzahl der Konzerngesellschaften, Verzahnung der Geschäftsmodelle und Geschäftstätigkeiten (z. B. Zulieferer), je nach vertikaler und horizontaler Verflechtung der Geschäftsabläufe können mit Hilfe der zentralen Unternehmensplanung die Einzelpläne optimiert, aufeinander abgestimmt und angepasst werden.

Lothar Volkelt

7. Gründungsfinanzierung

Die Gründungsfinanzierungsproblematik zu lösen, ist für jeden Entrepreneur eine zentrale Herausforderung. Die Wissenschaft bietet eine Reihe von Erklärungsansätzen, kann aber selbst kein Patentrezept zur Verfügung stellen. Dafür kann der Markt mit seinen Kapitalformen, Friktionen, Akteuren und Prozessen hinsichtlich der individuellen Entscheidungssituation analysiert werden. Beim Schreiben des Finanzplans sind dann Kerninhalte und ‑vorgehensweisen zu beachten, damit das Abenteuer Gründungsfinanzierung erfolgreich auf den Weg gebracht werden kann. In diesem Kapitel werden zuerst die typischen Finanzierungsphasen und -quellen vorgestellt. Auf die Finanzierungsbesonderheiten von Start-ups und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wird in Zusammenhang mit der neuen Institutionenökonomie eingegangen. Diese liefert konkrete Lösungsansätze für Finanzierungsherausforderungen im Start-up und KMU-Bereich. Anschließend werden Institutionen und Akteure auf dem Finanzmarkt vorgestellt. Anhand des Fallbeispiels der Out-Trade GmbH, des europäischen Marktführers im Faltboothandel, wird die konkrete Umsetzung einer Finanzierungslösung vorgestellt. Der Finanzierungsprozess und Fragen der Unternehmensbewertung von Start-ups werden nachfolgend thematisiert. Darauf aufbauend werden die Werkzeuge der Gründungsfinanzierung vorgestellt. Abschließend werden die beiden neueren Finanzierungsformen des Crowdfundings und der Finanzierung via TV-Show anhand von zwei deutschen Start-ups erläutert. Dies sind die Talentcube GmbH mit ihrer innovativen Bewerber-Video-Lösung sowie die „Rettungsboje“ für Wassersportler von der Restube GmbH.

Christoph Müller, Urs Fueglistaller, Alexander Fust, Susan Müller, Thomas Zellweger

6. Entrepreneurial Marketing und Marktausrichtung

Die Marktausrichtung und Inszenierung von Unternehmerinnen und Unternehmern gegenüber ihren (potenziellen) Kunden stellt für Start-ups, kleine, mittlere und Großunternehmen eine Herausforderung dar. Sie können sich nicht mehr darauf verlassen, dass sich ihr Produkt verkauft, weil es die technisch bessere Lösung ist. Die Kundschaft kann sich via Internet einen raschen Überblick über vergleichbare Produkte und Dienstleistungen verschaffen. Deshalb sind im Marketing Anstrengungen erforderlich, die über die Erstellung eines Werbeprospekts hinaus gehen.Mögliche Lösungsansätze für die zunehmende Wettbewerbsdynamik bietet der Ansatz Entrepreneurial Marketing, der zahlreiche Facetten aufweist. Im Kern geht es um die marktorientierten Aktivitäten der Unternehmerperson, ihre Wahrnehmung von Opportunitäten und die (kostengünstige) Vermarktung der Produkte und Dienstleistungen mit Marketinginstrumenten. Die Grundlage für jede Marktorientierung bildet die Marktkenntnis. Im Marketingkonzept erfolgt die Planung klassischer Maßnahmen des Marketingmix, die mit neueren Instrumenten wie dem Online-Marketing ergänzt werden können. Die Instrumente beeinflussen sich gegenseitig und sind aufeinander abzustimmen, zumal sie kurzfristig nicht geändert werden können.

Alexander Fust, Urs Fueglistaller, Christoph Müller, Susan Müller, Thomas Zellweger

8. Entscheidungen treffen und dann auch damit leben

Der Beitrag betrachtet den Wandel, der durch die Privatisierung der ehemals staatlichen Berndorfer Metallwarenfabrik mit rund 600 Mitarbeitenden über ein Management- und Mitarbeiterbeteiligungsmodell zur heutigen Berndorf AG als Holding einer Gruppe mit weltweit mehr als 3000 Mitarbeitenden ausgelöst wurde. Der Autor beleuchtet die wesentlichen Meilensteine dieses Prozesses, der vor 30 Jahren begonnen hat und den er als Zeitzeuge in der Funktion als Vorstandsmitglied ab 1990 sowie als Vorstandsvorsitzender ab 2008 mitgestaltet hat, unter den Aspekten Anlass und Ansporn verantwortungsvoller Unternehmensführung.

Peter Pichler

7. Die Verantwortungsbereiche im Gleichgewicht halten

Verantwortung ist etwas höchst Individuelles und oft auch Kulturspezifisches. Sie lässt sich nicht gesetzlich verordnen, sondern sollte aus einer intrinsischen Motivation entstehen. Ein Unternehmen und seine Akteure sind in Wertschöpfungsketten eingebunden und Verantwortung durchzieht die gesamte Wertschöpfungskette, wobei aber vieles von einem einzelnen Unternehmen gar nicht beeinflussbar ist. Als Unternehmerinnen und Unternehmer und Führungskräfte tragen wir verschiedenen Gesellschaftsgruppen gegenüber Verantwortung. Oft müssen wir Prioritäten setzen, denn nicht selten entstehen Situationen, in denen verantwortungsvolles Handeln der einen Gruppe gegenüber anderen Gruppen als verantwortungslos gesehen werden könnte. Wir bewegen uns daher oft auf einem sehr, sehr schmalen Grat.

Georg Kapsch

Kapitel 1. Grundlagen

Controlling als Teil der Unternehmenssteuerung.

Liane Buchholz

Kapitel 8. Abschließende Bemerkungen

Im Rahmen dieser abschließenden Bemerkungen werden die häufigsten Fragen beantwortet und ein letzter, ganzheitlicher Blick auf das Thema Finanzen geworfen. Es geht um die Suche nach einer Beraterin und private Rentenversicherungen wie Riester oder Rürup. Außerdem werden Tipps für eine positive Herangehensweise und eine gesunde Balance im Umgang mit Finanzen gegeben.

Claudia Müller

Kapitel 6. Schlussbetrachtung

In der Schlussbetrachtung dieser Arbeit werden die zentralen Inhalte und wichtigsten Ergebnisse aufgegriffen und vor dem Hintergrund der Frage- und Zielstellungen diskutiert. Für praxisnahe Managementimplikationen werden anhand dieser Evidenz strategische Handlungsempfehlungen für den Frauenfußball in Deutschland abgeleitet.

Kristoff Reichel

Kapitel 3. Öffentliche und private Wirtschaft – Komplexität und Abgrenzung

Öffentlich-Private Partnerschaften setzen den Antagonismus einer öffentlich-rechtlichen Struktur und einer privaten Wirtschaftsform voraus. Dieser ist nicht naturgegeben, sondern wird von den sozialen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen, von Ort und Zeit, determiniert. Wenn man möchte, könnte man den Gegensatz zwischen öffentlichem und privatem Eigentum bis in die Urgesellschaft nachvollziehen. Viele große Philosophen von Marx über Weber bis hin zu Habermas haben sich darin versucht. Wir wollen jedoch an dieser Stelle einen etwas kürzeren Weg beschreiten und uns auf die Herausbildung der modernen Industriegesellschaft beschränken.

Ludger Rethmann

Kapitel 4. Das Dilemma der Gleichzeitigkeit. Demokratisierung und Marktwirtschaft in Osteuropa (1991)

Die Konvergenztheorie der sechziger und siebziger Jahre unterstellte, dass die beiden rivalisierenden politisch-ökonomischen Systeme sich mehr oder weniger rasch angleichen und zwangsläufig aufeinander zubewegen würden. Der Osten wird mit marktwirtschaftlichen Elementen angereichert, und die „gemischtwirtschaftliche“ Ordnung des westlichen Kapitalismus adoptiert Elemente der planenden Rahmensteuerung und der marktkompensierenden Umverteilung. Das Problem mit dieser Theorie war allerdings, wie sich jetzt herausstellt, dass nur der Westen „mischungsfähig“ war, während die Gesellschaften des realen Sozialismus durch Konzessionen in Richtung auf politische Liberalisierung (Parteienkonkurrenz, Meinungsfreiheit), nationale Eigenständigkeit, dezentrale Eigentumsformen und Marktpreisbildung und erst recht durch ökonomische Demokratisierung ständig „umzukippen“ drohten.

Claus Offe

Kapitel 15. Die moralische Rechtfertigung der Restitution des Eigentums. Überlegungen zu einigen normativen Problemen der Privatisierung in postkommunistischen Ökonomien (1994)

Der Umgang mit den Restitutionsforderungen ehemaliger Eigentümer hat sich in allen postkommunistischen Ländern als eine der kontroversesten Fragen der Transformation überhaupt herausgestellt. Der Streitwert ist hoch: Es geht um die Verteilung eines beachtlichen Teils des Staatseigentums und um potentielle staatliche Mindereinnahmen und Mehrausgaben in beträchtlichen Größenordnungen. Zudem berührt die Frage der Restitution gleich zwei hochgradig konfliktträchtige Problemkreise, den der Eigentumsreform und Privatisierung wie auch den der „Bewältigung“ der kommunistischen Vergangenheit und des Umgangs mit in der kommunistischen Zeit verübtem Unrecht.

Claus Offe

17. Handlungsfeld 12: Machtübertragung richtig machen – Krönungsszenarien

Das Handlungsfeld der „Machtübertragung“ beschreibt unterschiedliche Facetten zur formalen Übertragung von Funktionsmacht, die damit im Regelfall auch von einer übergeordneten Instanz als Machtquelle stammen muss.

Thomas Breyer-Mayländer

SREP – Neues Prüfungskonzept der Bankenaufsicht

Zu den drei Säulen der Europäischen Bankenunion zählte von Beginn an der Einheitliche Bankenaufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism; SSM), innerhalb dessen sich die Beaufsichtigung des europäischen Bankensektors nach einheitlichen Kriterien und Maßstäben vollzieht. Nachdem zuvor die nationalen Aufsichtsbehörden für die Beaufsichtigung ihrer Banken verantwortlich waren, hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem 04.11.2014 die direkte Aufsicht über die 128 systemrelevanten Institute und Institutsgruppen in Europa übernommen. Dabei wird sie allerdings weiterhin tatkräftig durch die nationalen Aufsichtsbehörden unterstützt.

Hans-Bernd Wolberg

Die neue Realität des Bankgeschäfts

Beginnen möchte ich mit einem Glückwunsch an die Veranstalter, denn es ist eine große Leistung, eine Veranstaltungsreihe über nun 19 Jahre erfolgreich zu halten und immer wieder aufs Neue spannende Themen zu identifizieren. Auf der anderen Seite machen es die deutsche Kreditwirtschaft sowie die deutschen und europäischen Aufseher den Organisatoren einfach, immer wieder neue Themen zu finden. Bei Kreditinstituten passiert immer wieder etwas, werden neue Strategien entwickelt, und wenn einmal nichts passieren sollte, dann liefern die verschiedenen Aufsichtsbehörden neue Impulse für Veränderungen.

Herbert Hans Grüntker

3. Gestaltungsmöglichkeiten eines Erlösmodells für innovative Digital-Health-Start-ups

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist Herausforderung und Chance zugleich, indem sie einerseits viele Fragen beim Thema Datenschutz und Interoperabilität aufwirft und anderseits neue Möglichkeiten der Verbesserung von Versorgung und Kommunikation bietet, die alle Akteure betrifft. Zunehmend werden dazu Angebote von Start-ups entwickelt, die für die Gesundheitsversorgung relevant sind und als Produkt, (Dienst-)Leistung oder Lösung im Versorgungsalltag angeboten werden können. Dabei stellt sich für viele Gründer bei der Gestaltung des Geschäftsmodells die Frage: Welche Wege der Erlösgenerierung sind möglich, um diesen existenzbestimmenden Veränderungen gerecht zu werden? Oder kurz: Wer wird dafür wie bezahlen? In diesem Beitrag werden der Begriff und die Besonderheiten von Digital-Health-Start-ups im deutschen Gesundheitswesen erläutert und Besonderheiten und Praktiken im Hinblick auf die Erlösmodellgestaltung für Digital-Health-Start-ups aufgezeigt. Damit sollen Gründern, Investoren und interessierten Akteuren, die sich dem Thema nähern und digitale Leistungen im Gesundheitswesen anbieten oder einkaufen wollen, themenspezifische Informationen und Handlungsempfehlungen zur Verfügung gestellt werden. Erfahrungswerte aus der Praxis werden am Fallbeispiel des Start-ups BetterDoc geschildert.

Heiko Block, Mareike Heinzen, Nils von Dellingshausen

Kapitel 5. Die Marx’sche Klassentheorie – oft totgesagt, aktueller denn je

Die Marx’sche These der Polarisierung der Klassen im modernen Kapitalismus beruht auf einer auf Zuspitzung angelegten Geschichtsdeutung, die heute ihre politische Legitimität verloren hat und auf berechtigte Kritik seitens der soziologischen Forschung gestoßen ist. Was die Tendenz zur Konzentration des Kapitalbesitzes in den Händen einer winzigen sozialen Minderheit betrifft, ist das Marx’sche Modell jedoch keineswegs gegenstandslos, wie kürzlich Thomas Piketty nachgewiesen hat. Nicht haltbar sind dagegen die Marx’schen Annahmen der sozialen Homogenisierung der Arbeiterklasse und seine Unterschätzung der sozialen Aufstiegsdynamik im Kapitalismus. Diese stößt jedoch gerade in der Gegenwart auf Grenzen, die, wie der Beitrag zeigt, auf den unvermindert aktuellen Klassencharakter der Gesellschaft im Sinn von Marx zurückzuführen sind.

Christoph Deutschmann

Die unsichtbare Volkswirtschaft. Die Verhandlungen um eine Schweizer Produktionsstatistik 1920–1982

Die Schweiz passte ihre nationale Buchhaltung vergleichsweise spät an internationale Standards an, als sie 1997 die europäische Version des System of National Accounts einführte. Grund für die verzögerte Übernahme des standardisierten Kontensystems war neben Problemen bei der einkommens- und ausgabenseitigen Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) das Fehlen einer amtlichen Produktionsstatistik zur Bestimmung des BIP nach Entstehungsart. Diese wurde erst zum Ende der 1970er Jahren eingeführt, als die Wirtschaft nach rund sechzig Jahren ihren Widerstand gegen eine obligatorische Auskunftspflicht zur industriellen und gewerblichen Produktion aufgab. Die späte Einführung einer amtlichen Produktionsstatistik in der Schweiz wurde bislang in der impliziten Perspektive einer verhinderten Modernisierung historiografisch erforscht. Die Frage aber, wie eine obligatorische Erhebung von produktionsstatistischen Daten letztlich durchgesetzt werden konnte und welche Rolle die Wissenschaft dabei spielte, fand bislang wenig Beachtung. Eine Analyse der Verhandlungen der Wirtschaftswissenschaften, der Bundesbehörden und der Wirtschaft zur Einführung einer Produktionsstatistik einerseits und der Beteiligung namhafter Schweizer Unternehmer an der Gründung des Instituts für Wirtschaftsforschung an der Eidgenössischen Technischen Hochschule andererseits zeigt, dass die Akzeptanz einer obligatorischen Produktionsstatistik in einem diskontinuierlichen und normativen Anpassungsprozess erfolgte. Im Zuge dieses Prozesses etablierten sich die Exponenten der Wirtschaftswissenschaften zunehmend als Autorität in der Deutung der Wirtschaftslage, während das Argument, dass eine statistische Durchleuchtung der Volkswirtschaft auch betriebswirtschaftlich von Nutzen sein konnte, von den Unternehmen immer stärker akzeptiert wurde.

Marion Ronca

Von der Idee zum Algorithmus. Entwicklung und Charakteristika des Transnationalen Innovationssystems Israels

Neben den USA ist Israel eines der wichtigsten Entwicklungszentren für zivil und militärisch genutzte Hochtechnologie. Ob einst in der Landwirtschaft, später vor allem in der Informationstechnik und militärischen Sicherheitstechnologie, insbesondere in der Optoelektronik, dann in den Bereichen Water technology, Clean technology, Biotechnology, Medical Technology und Nanotechnology, und heute in der Cyber Security und nicht zuletzt in der AI: Der Staat als Institution verfolgt nicht erst seit solch einschneidenden Zäsuren wie dem Crash der dot.com-Blase im Jahre 2000 oder dem Ruf von Regierungen und Unternehmern nach mehr Instrumentarien zur Erhöhung der Cyber Security eine Wirtschaftspolitik, der sowohl das Primat der Sicherheit als auch eine Technologiestrategie auf der Basis Schumpeter’scher Innovationsauffassung zugrunde liegen. Schon seit Jahrzehnten setzen die Regierungen jeglicher politischer Richtung auf eine Knowledge based economy, auf Wissen in der Wirtschaft, auf die modernste Technologie als Export- und Wirtschaftsmotor. Hochtechnologie (Hightech) ist der Basisfaktor des Wirtschaftswachstums und der technologischen Wettbewerbsfähigkeit Israels, allerdings auch mit ambivalenten Auswirkungen in der Volkswirtschafts- und Sozialstruktur des Landes.

Sabine Hofmann

Grundsätze ordnungsmäßiger Eigenkapitalabgrenzung

Obwohl Eigenkapital im System der GoB als eigenständiger Bilanzposten vorgesehen ist (§ 247 Abs. 1 HGB), bestehen weder eine gesetzliche Definition noch eigenständige Bilanzierungsregeln, weshalb sich auf eine Residualgröße als dem Vermögen abzüglich der Schulden schließen lässt. Mithin ist das bilanzrechtliche Eigenkapital mittelbares Ergebnis der für Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten geltenden GoB. Das handelsrechtliche Eigenkapital entspricht daher nicht dem effektiven Reinvermögen.

Christoph Schober

Problemstellung

Trotz des vermeintlich simplen, denknotwendigen Charakters von Eigenkapital als buchhalterische Residualgröße zwischen dem Unternehmensvermögen und den Schulden liegt seine Bilanzierung nicht in der „Natur der Sache“, sondern erfordert eine normative Bestimmung.

Christoph Schober

Kapitel 3. Entwicklung der gesetzlich verpflichtenden nichtfinanziellen Berichterstattung im Europarecht und die Umsetzung in deutsches Recht

Grundlage für die nichtfinanzielle Berichterstattung im (Konzern-)Lagebericht stellen Richtlinien der EU dar. Basis für die Einflussnahme der EU auf das deutsche Gesellschafts- und Unternehmensrecht und somit auch auf die (Konzern- )Berichterstattung ist Art. 114 Abs. 1 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV).

Nina Isabelle Schröder

Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung strukturierter Finanzinstrumente

Als strukturierte Finanzinstrumente werden nicht derivative Basisverträge bezeichnet, die um eingebettete Derivate ergänzt sind. Es handelt sich dabei um rechtlich verbundene und insofern einheitliche Verträge, deren Bestandteile nicht separat handelbar sind. Finanzinstrumente, die aus mehreren rechtlichen, getrennten und separat handelbaren Finanzinstrumenten bestehen, sind demnach keine strukturierten Finanzinstrumente, wie dies bei der Optionsanleihe – bestehend aus einer Anleihe und einem Optionsschein – der Fall ist.

Christoph Schober

Auslegungssystem und Regelungslückenschließung nach IFRS

Die IFRS werden durch das IASB als privatrechtliche Organisation mit dem Ziel einer globalen Harmonisierung der Rechnungslegungsregulierung mittels Standardsetzung zur Vermittlung entscheidungsnützlicher Informationen entwickelt. IFRS haben insoweit zunächst Fachnormcharakter, weshalb sie auf die Akzeptanz der Adressaten angewiesen sind. Diese soll vornehmlich durch deren Einbindung in den Standardsetzungsprozess erfolgen.

Christoph Schober

Kapitel 4. Stand der Forschung

Das Forschungsinteresse an einem sozial- und umweltverträglichen Verhalten von Unternehmen sowie der Kommunikation hierüber nimmt in den letzten Jahren immer mehr zu. Vor dem Hintergrund der Zielsetzung der Analyse der vorliegenden Arbeit wird im Folgenden der Stand der Forschung zum Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung dargestellt. Abbildung 6 zeigt die Themenfelder, in die sich bestehende Studien unterteilen lassen, und Abbildung 7 die verschiedenen Stakeholdergruppen, die im Rahmen der jeweiligen Themenfelder im Fokus stehen.

Nina Isabelle Schröder

Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung derivativer Finanzinstrumente auf eigene Anteile

Bei der AG ist die Rückgewähr geleisteter Einlagen an die Aktionäre nach § 57 Abs. 1 S. 1 AktG zum Zwecke der Kapitalerhaltung grds. unzulässig, worunter auch der Erwerb eigener Anteile zu fassen ist. Eine Ausnahme bildet „die Zahlung des Erwerbspreises beim zulässigen Erwerb eigener Aktien“ (§ 57 Abs. 1 S. 2 AktG), mithin bei Vorliegen eines der in § 71 Abs. 1 AktG abschließend genannten Ausnahmetatbestände. Hierunter fällt neben dem Erwerb eigener Aktien zum Angebot an Arbeitnehmer (§ 71 Abs. 1 Nr. 2 AktG) insbesondere der Erwerb aufgrund eines Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung, der unter Beachtung des Verbots zum ausschließlichen Eigenhandel keinen besonderen Zweck erfüllen muss (§ 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG).

Christoph Schober

Kapitel 3. Besteuerung von Familienunternehmen

In dem Moment, in dem sich eine Gruppe von potenziellen Steuersubjekten deutlich vom Rest der Steuersubjekte abhebt, stellt sich die Frage, inwieweit sich auch ihre Besteuerung unterscheidet. Die zuvor dargelegte Leistungsfähigkeit weist ein ambivalentes Bild in Bezug auf die Familienunternehmen im Vergleich zu anderen Unternehmen aus, sodass sich einem Gesetzgeber die Frage nach der Besteuerung dieser abweichenden Gruppe an Steuersubjekten stellt. Diese Abweichung kann auf zwei Arten geschehen.

Julian Versen

Kapitel 5. Wirtschaftliche Gesamtentwicklung

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) lag Spanien in der Höhe des erwirtschafteten Bruttosozialprodukts pro Kopf der Bevölkerung (BIP) 2018 weltweit auf dem 13. Platz (Deutschland Platz 3). Es ist das Ergebnis einer langen und kontinuierlichen Steigerung des Sozialprodukts in den letzten fünfzig Jahren, die mit einer erheblichen Wohlfahrtssteigerung des Landes und der Anhebung der Leistungskapazität der spanischen Volkswirtschaft verbunden war. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegte Spanien 2018 Platz 26 von 140 Ländern (Deutschland 3).

Dieter Nohlen, Mario Kölling

Kapitel 7. Staat und Wirtschaft

Kaum ein Datum ist aufschlussreicher für den Wandel der Staatstätigkeit in Spanien als der Anteil der Staatsausgaben am BIP. Betrug er zur Zeit des Franco-Regimes ca. 5%, so lag er 1975 bei 24,3%, seit Ende der 1980er Jahre belief er sich auf mehr als 40% des BIP und erreichte 2012 ein Rekordhoch von 47,3%. Seitdem ist er wieder rückläufig und lag 2018 bei 40%. Mit diesem Anteil befindet sich Spanien hinter Deutschland (44%) und hinter den Ländern der EU (47%).

Dieter Nohlen, Mario Kölling

Kapitel 7. Finanzmathematik

Finanzmathematik

Franz W. Peren

8. Bücher, die die Unternehmenswelt bedeuten

Eine der ersten Assoziationen vieler Menschen mit BWL sind Bilanzen, Buchführung, Zahlenkolonnen. Schreiend langweilige und irgendwie auch suspekte Themen, die wesentlich zum bisweilen negativen Image der BWL beitragen. Selbst unter Wirtschaftswissenschaftlern genießt das Rechnungswesen keinen besonders hohen Stellenwert. Es gilt als Rüstzeug, welches in anderen Bereichen der BWL beim Verständnis hilft. In Lehrbüchern ist das Rechnungswesen meist das letzte Kapitel. Erst in der Unternehmenspraxis merkt man als Absolvent dann, wie zentral das Thema tatsächlich ist.

Fabian Dittrich

10. Globalisierung – Ein neues altes Phänomen

„Wir leben im Zeitalter der Globalisierung! Die Welt ist zusammengerückt und eng verflochten. Wirtschaft, Politik, Kultur – alles spielt sich im internationalen Kontext ab.“ So könnte ein römischer Senator seine Grundsatzrede begonnen haben. Denn Globalisierung ist so alt wie die Menschheit. Handel, Völkerwanderungen und Kriege haben schon immer für einen regen Austausch zwischen den Kulturen gesorgt. So verkauften die Römer nicht nur Oliven in den Orient und bekamen dafür Gewürze, sogar blonde Haare aus dem Norden waren eine Zeit lang der letzte Schrei.

Fabian Dittrich

9. Staat und Steuern

Staat und Wirtschaft – zwei Begriffe die meist als Gegenpol wahrgenommen werden. Doch in Wahrheit gehören beide eng zusammen. In fast jedem bisherigen Kapitel ist der Staat vorgekommen. Dies ist kein Wunder, denn der Staat legt wichtige Regeln für das gesellschaftliche Zusammenleben fest, und zentraler Teil unseres Zusammenlebens ist die Wirtschaft. Dies wurde im Einführungskapitel 2 ausführlich diskutiert.

Fabian Dittrich

Lehrbuch Energiewende – Eine Einleitung

Warum braucht es ein Lehrbuch für die Energiewende und wie soll dieses aussehen? In der Einleitung wird die Relevanz der Energiewende-Forschung für die akademische Lehre dargelegt und Erläuterungen der einzelnen Teilbereiche des Lehrbuches vorgenommen. Aus einer ganzheitlichen Betrachtungsweise heraus werden die vier Teilbereiche „Grundlagen“, „Sektoren“, „Gesellschaft“ und „Politischer Kontext“ abgeleitet. In diese sind die Einzelkapitel eingebettet, über welche zunächst ein kurzer Überblick gewährt wird. Zudem wird das didaktische Konzept des Lehrbuchs näher erläutert und um konkrete didaktische Hinweise ergänzt, die auf die konkrete Verwendung des Werkes in Lehr- und Studiensituationen ausgerichtet sind.

Jörg Radtke, Weert Canzler

7. Anstatt eines Fazits – Die Herausforderungen und Chancen der Unternehmensbewertung in der Zukunft

Unternehmensbewertung ist ein Thema, dass die betriebswirtschaftliche Theorie und Praxis nicht nur seit Jahrzehnten sondern seit Jahrhunderten umtreibt. Vieles, was heute als besonders modern angesehen wird, ist schon von frühen Autoren propagiert worden. Ob die modernen Gurus von Marktwerten, Multiplikatoren oder anderen vermeintlichen Neuerungen von ihren Vorgängern wussten, weiß man nicht. Man hätte sich allerdings viel Mühe sparen können, wenn man sich gleich mit den historischen Quellen beschäftigt hätte. Vielfach gibt es als Lektion noch die negativen Folgen von heute wiederentdeckten Methoden als Lehre hinzu. Dies könnte viele Fehlentscheidungen vermeiden helfen. Dreh- und Angelpunkt der Diskussion in der Unternehmensbewertung in Theorie und Praxis früher und heute ist immer wieder die Diskussion um objektive und subjektive Werte. Objektive Werte sind verführerisch, da der Adressat eines Bewertungsgutachtens alles bekommt, was er möchte. Der Kaufpreis muss nicht mühsam verhandelt werden mit dem Risiko, dass man über den Tisch gezogen wird. Demnach wird von der Praxis immer wieder nach solchen Gutachten gefragt werden, auch wenn die Theorie schon lange gezeigt hat, dass objektive Werte analytisch nicht ermittelbar sind. In der Diskussion um diesen Konflikt werden immer wieder neue alte Verfahren aufleben gelassen, auch wenn sie jetzt unter anderen, dem Englischen entlehnten Namen, vermarktet werden.

Stefan Behringer

6. Die Bewertung von Unternehmen im Rechnungswesen

Mit der internationalen Rechnungslegung ist das Paradigma der „fair value Bewertung“ nach Deutschland gekommen. Für die Konzernrechnungslegung von börsennotierten Unternehmen ist die Bewertung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) verpflichtend. Der Fair Value (fairer Wert, zumeist im Deutschen mit beizulegender Zeitwert übersetzt) wird in dem IFRS 13, der seit 2013 die bislang verstreuten Regelungen zur Bewertung mit dem Fair Value bündelt, folgendermaßen definiert (IFRS 13.9):

Stefan Behringer

5. Die Entwicklung der angelsächsischen Unternehmensbewertung – kapitalmarktorientierter Ansatz

In der angelsächsischen Bewertungslehre spielt der Kapitalmarkt eine besondere Rolle. Er wird zum Referenzobjekt auch für andere betriebswirtschaftliche Anlässe, wie die Unternehmensbewertung. Die Börse ist eigentlich der offensichtliche und natürliche Ort für die Unternehmensbewertung. Dort wird jeden Tag ein Preis für ein Unternehmen in Form eines Aktienkurses ermittelt. Allerdings ist fraglich und umstritten, welche Relevanz der so ermittelte Wert für das Unternehmen tatsächlich hat. Eine Aktie gibt nur eine Stimme auf der Hauptversammlung. Die Unternehmensbewertung ermittelt Werte für die gesamte Verfügungsgewalt über ein Unternehmen. Aus diesem Grund sind die so ermittelten Werte nicht oder nicht vollständig übertragbar auf den Gesamtwert des Unternehmens. Des Weiteren spielen an Börsen andere Dinge für die Preisentwicklung eine Rolle. Durch Irrationalitäten der Marktteilnehmer kommt es immer wieder zu Über- oder Untertreibungen, durch die der wahre Wert entweder über- oder unterschätzt wird (Behringer 2000, S. 463 ff.).

Stefan Behringer

1. Einleitung

In seiner akademischen Antrittsrede als Professor an der Universität Jena hat sich der Dichter Friedrich Schiller mit der Frage befasst „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“. Er sieht einen Gegenwartsbezug in der Beschäftigung mit der Geschichte: „Aus der ganzen Summe dieser Begebenheiten hebt der Universalhistoriker diejenigen heraus, welche auf die heutige Gestalt der Welt und den Zustand der jetzt lebenden Generation einen wesentlichen, unwidersprechlichen und leicht zu verfolgenden Einfluß gehabt haben.“ (Schiller 2017). Dies gilt auch für die Beschäftigung mit der Ideengeschichte. Wie die Ideen entstanden sind, hat eine Bedeutung für die Methoden und Konzepte, die heute Anwendung finden. Sie sind nur vordergründig ohne die Kenntnisse der Vergangenheit zu verstehen.

Stefan Behringer

4. Die Entwicklung der deutschen Unternehmensbewertung – Investitionstheoretischer Ansatz

Die Entwicklung der Unternehmensbewertung hat sich in der Vergangenheit insbesondere im nationalen Rahmen abgespielt (Henselmann 2014, S. 99). Naturgemäß sind aber auch internationale Denkströmungen rezipiert worden. Eine internationale Lehre von der Unternehmensbewertung ergab sich aber erst im Zeichen der Globalisierung und dem Vordringen amerikanisch stämmiger Unternehmensberatungen, Investmentbanken und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften nach Deutschland und in andere Teile der Welt.

Stefan Behringer

Kapitel 2. Theoretische Grundlagen

In diesem Kapitel erfolgt eine Darstellung der wesentlichen theoretischen Grundlagen. Es wird mit der Definition der Begriffe Intermediär, Blockchain, Distributed Ledger Technology und Kryptowährungen begonnen. Im Anschluss an die Beschreibung zentraler Begriffe werden, zum Verständnis der Funktionsweise einer Blockchain relevante, kryptografische Grundlagen erläutert. Im letzten Teil dieses Kapitels werden weitere Blockchain-Elemente beschrieben. Hierzu zählen die Wallet-Arten, die unterschiedlichen Arten von Netzwerkknoten und Möglichkeiten zur Lösung eines allgemeinen Problems verteilter Computersysteme, welches als das Problem byzantinischer Generäle bezeichnet wird.

Victor Rutz

§ 14 Finanz- und Börsenaufsicht

Als Finanz- und Börsenaufsicht wird im Folgenden die staatliche Aufsicht über Finanzunternehmen, Kapitalmärkte und Börsen bezeichnet, die von europäischen und nationalen Behörden im Verbund ausgeübt wird. Sie soll Einleger und Anleger schützen und die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems sichern, an deren Gewährleistung angesichts der volkswirtschaftlichen Bedeutung von Finanzinstituten und -märkten ein erhebliches öffentliches Interesse besteht.

Ann-Katrin Kaufhold

§ 5 Wirtschafts- und Währungspolitik

Die industrielle Revolution in Deutschland war stark geprägt durch den Wirtschaftsliberalismus in England, dem Ausgangspunkt der Lehren eines Adam Smith (1723–1790) und eines David Ricardo (1772–1823). Der Beginn der rechtlichen Gestaltung der Wirtschaftspolitik bzw. nach der damaligen Terminologie der Wirtschaftslenkung kann in den Staatseingriffen des 19. Jahrhunderts gesehen werden. Diese wurden entgegen den liberalen herrschenden Vorstellungen von Staat und Gesellschaft wegen der sozialen Spannungen in Folge der wachsenden Industrialisierung notwendig. Der fortschrittlich freiheitliche Deutsche Zollverein von 1834 war ein Niederschlag dieses Denkens. Erst nach der Reichsgründung erfuhren das Postulat der Freiheit der Wirtschaft vom Staat und der Glaube an die Selbstregulierung der Wirtschaft eine entscheidende Schwächung. Verstärkte Auslandskonkurrenz, nationalwirtschaftliche Rivalitäten und der Druck des Großgrundbesitzes zwangen Reichskanzler Bismarck 1876 zur Aufgabe seiner liberalen Handelspolitik. Zunehmend setzten sich staatswirtschaftliche Tendenzen durch: Post und Bahn, Telegraf und Telefon, umfangreiche land- und forstwirtschaftliche Domänen und zahlreiche Bergwerke waren in der Hand des Staates. Über die Hälfte seiner Einnahmen kamen aus eigenen Wirtschaftsbetrieben. Den Umbruch vom Liberalismus zu einem gemäßigten Staatsinterventionismus verdeutlicht die Gewerbeordnung von 1869 (→ § 9 Rn. 1). Sie bekennt sich zum Prinzip der Gewerbefreiheit, behält aber gleichzeitig dem Staat Eingriffs- und Aufsichtsbefugnisse vor. Die Rechtswissenschaft des 19. Jahrhunderts blieb trotz mancher Ansätze hinter der theoretischen Bewältigung des Interventionismus durch die Nationalökonomie zurück. Auf der Basis der durch einen siegreichen Liberalismus geschaffenen Rechte erkannte die Opposition aus wirtschafts- und sozialpolitischen Erwägungen die Lenkungsproblematik. Adolph Wagner stellte in seiner „Grundlegung der politischen Ökonomie“ aus dem Jahr 1892 die Grundfrage, wie Freiheitssphäre und Eigentum beschaffen sein müssen, um den Bedingungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenlebens zu genügen. Insgesamt gesehen gab es in Deutschland bis 1914 bemerkenswerte Ansätze für eine rechtlich eingehegte Wirtschaftspolitik. Die Sorgen der gesamten Volkswirtschaft um sozial benachteiligte Gruppen und um den Missbrauch wirtschaftlicher Macht fanden im Zeitalter des Liberalismus durchaus ihren juristischen Niederschlag.

Reiner Schmidt

Kapitel 4. Die optimale Ausübungsstrategie in Abhängigkeit von Steuersystem und Risikoneigung

Um den Effekt dieser unterschiedlichen Steuersystematik auf die optimale Ausübungsstrategie zu untersuchen, werden in diesem Kapitel die Endbesteuerung und die Anfangsbesteuerung jeweils mit dem System ohne Steuern verglichen. Die optimale Ausübungsstrategie wird anhand der Erwartungsnutzentheorie ermittelt. Der Optionsinhaber vergleicht mit dem Ablauf der Sperrfrist den Erwartungsnutzen der verschiedenen Handlungsalternativen und wählt dann die Handlungsalternative mit dem maximalen Erwartungsnutzen, was gleichbedeutend mit dem optimalen Ausübungszeitpunkt ist.

Kevin Kinne

Kapitel 5. Experimentelle Untersuchung des Ausübungsverhalten

Individuen verhalten sich in der Empirie nicht vollkommen rational und treffen ihre Entscheidungen nicht durch die Anwendung von komplexen Risikonutzenfunktionen. Einen der ersten Beiträge, der die von Neumann/Morgenstern entwickelte Nutzentheorie empirisch wiederlegt, liefert Allais 1953, der mit seinem Beitrag als Mitbegründer der experimentellen Verhaltensökonomie gilt. Individuen verwenden vielmehr ein heuristisches Entscheidungsverhalten, wodurch rationale Entscheidungsmodelle empirisches Entscheidungsverhalten nicht erklären können.

Kevin Kinne

Kapitel 12. Obsoleszenz, Nutzungsdauerverlängerung und neue Bildungskonzepte

Die Ökonomie ist reparaturbedürftig!

Bisherige Bemühungen, eine nachhaltige Entwicklung zu stabilisieren, schlugen nicht nur fehl, sondern haben teilweise sogar zusätzliche Umweltprobleme verursacht. Dieser grandiose Misserfolg ist insbesondere dem Umstand geschuldet, dass anstelle einer Überwindung des Wachstumsparadigmas der bequeme und politisch opportune Weg einer ökologischen Modernisierung eingeschlagen wurde. Demnach soll der Durchsatz an industrieller Wertschöpfung nicht verringert, sondern kraft ökologischer Effizienz sowie geschlossener Stoffkreisläufe und dem Einsatz erneuerbarer Ressourcen von Umweltschäden entkoppelt werden. Um zu erkennen, warum diese Strategie schon theoretisch zum Scheitern verurteilt ist, bietet sich zunächst der Verweis auf sog. „Rebound-Effekte“ an. Ein noch tieferer Blick in die Logik systematischer Nachhaltigkeitsdefizite offenbart die zeitliche und materielle Entbettung eines wachsenden Durchflusses an Gütern: An die Stelle des Erhalts von Objektbeständen ist nach und nach deren gezielte Entwertung getreten.

Niko Paech, Katharina Dutz, Manuel Nagel

2. Corporate Governance

Corporate Governance setzt sich damit auseinander, dass in den Unternehmen „richtige“ Entscheidungen getroffen werden. Es steht die Führung des Unternehmens im Fokus. Ein ökonomisch erfolgreiches Unternehmen ist das Ergebnis guter Führung. Dafür werden die Rahmenbedingungen und Gründe einer Entstehung von Corporate Governance beschrieben, bevor der Begriff über fünf Perspektiven hergeleitet und definiert wird. Als theoretischer Erklärungsansatz wird die Prinzipal-Agent-Theorie herangezogen. Die Lösungsansätze zur Überwindung einer Prinzipal-Agent-Problematik führen zu den Ausgestaltungsformen von Corporate Governance in der Unternehmenspraxis. Als externe Rahmenbedingung für Unternehmen wurde der Deutsche Corporate Governance-Kodex entwickelt. Ergänzend wird die Entwicklung weiterer nationaler Gesetzesänderungen betrachtet und in supranationale Corporate Governance-Leitlinien und Gremien eingebettet. Die unternehmensinterne Ausgestaltung von Corporate Governance wird zunächst grundlegend beschrieben, um dann die besondere Rolle von Aufsichtsräten zu diskutieren. Mit dem Three-Lines-of-Defense-Modell wird danach ein Ansatz betrachtet, welcher unabhängig von der Gesellschaftsform der Unternehmen den Corporate Governance-Forderungen entsprechen kann. Eine Diskussion der Bedeutung von Corporate Governance für kleine und mittlere Unternehmen sowie eine Betrachtung des Erfolgspotenzials von Corporate Governance runden das Kapitel ab.

Claudia Kreipl

2. Förderung des Solarstroms

Der wesentliche Baustein für die Förderung der Photovoltaik ist die für die Dauer von 20 Jahren garantiert gezahlte Einspeisevergütung für den erzeugten Solarstrom. Die gesetzliche Grundlage dafür bildet das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), zu welchem die wichtigsten Regeln dargelegt worden sind. Damit haben Sie nun nicht nur Kenntnis zur Höhe der jeweiligen Einspeisevergütung, sondern kennen auch die Ausnahme- und Sonderfällen mit ihren abweichenden finanziellen Folgen. Weitere Säulen der Förderung des Solarstroms finden sich bei einer ggf. erforderlichen Finanzierung der Photovoltaikanlage. An erster Stelle zu nennen sind die zinsgünstigen Darlehen der KfW. Daneben finden sich aber oftmals auch noch andere Fördertöpfe, die angezapft werden können, welche die Investition in die Photovoltaik erleichtern oder diese erst ermöglichen.Besonders seit der Industrialisierung hat der weltweite Hunger nach Energie stetig zugenommen. Anfangs wurde hierzu vor allem auf fossile Energieträger zurückgegriffen – angefangen bei Torf, über Kohle bis hin zu Erdöl und Erdgas. In den letzten Jahrzehnten kam die Kernenergie als nukleare Energiequelle hinzu.Allen gemeinsam war jeweils die zunehmende Wirtschaftlichkeit der Nutzung. Jeder Teilschritt und Übergang zu einer anderen – fortschrittlichen – Energiequelle war anfangs noch nicht wirtschaftlich und wurde deshalb gezielt gefördert. Dies erfolgte regelmäßig durch staatliche Subventionierung, in Form einer allgemeinen Förderung der Forschung und Verbesserung der Energiegewinnung bis hin zu einer gezielten Subventionierung der gewonnenen Energie durch Fördergelder oder Steuervorteile (vgl. Wirth 2019).Auch die regenerativen Energiequellen sind zu Beginn ihrer verstärkten Nutzung noch nicht konkurrenzfähig gegenüber den bisher geförderten, ausgebauten und schließlich wirtschaftlich gewordenen früheren Hauptenergieträgern. Um den angestrebten beschleunigten Umstieg zu ermöglichen, führt wiederum kein Weg vorbei an einer Förderung dieser auch als erneuerbare Energien bezeichneten Quellen.Das gilt auch bzw. insbesondere für die Photovoltaik. Zwar ist der „Rohstoff“ dieser Energiequelle – die Sonneneinstrahlung – kostenlos und frei verfügbar, jedoch sind die technischen Voraussetzungen für die Stromgewinnung ganz erheblich und kostenträchtig.Sicherlich würde ein Wandel und Wechsel mit der Zeit auch ohne zusätzliche Förderung einsetzen, doch angesichts des sich bereits abzeichnenden Klimawandels und den zunehmenden ökologischen Problemen der fossilen und nuklearen Energieträger sollen Alternativen beschleunigt zum Einsatz gelangen. Diese Beschleunigung der Verbreitung der erneuerbaren Energien führt zugleich auch zu einer stetigen Verbesserung und Verbilligung der eingesetzten Komponenten. Damit wird eine zeitlich vorgezogene größere Wirtschaftlichkeit erreicht.

Jürgen K. Wittlinger

Kapitel 8. H

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 9. I

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 6. F

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 7. G

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 3. C

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 2. B

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 4. D

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 5. E

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 1. A

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 3. M

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 5. O

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 12. V

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 1. K

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 15. Y

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 6. P

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 11. U

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 16. Z

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 13. W

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 2. L

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 9. S

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 2. Begrenzung der Informationsmacht

Die Informationsmacht wird durch die Innovationen und die Daten erzeugt und könnte durch die Interoperationen und die Protektion, z. B. die DSGVO, begrenzt werden. Waren es in der industriellen Zeit vor allem inkrementelle Verbesserungen von Produkten, so streben digitale Innovationen nach einer maximalen Erweiterung ihres Netzwerkes durch das informationelle Eindringen in einen Markt, die Informatisierung der Prozesse und die nachfolgende Reorganisation der betroffenen Unternehmen. Fallstudien zu NEST, Motorola und General Electric sowie Android-Auto zeigen die Stufen der Informatisierung, der Vernetzung, das Überschreiten von Branchengrenzen und damit den Zwang zur Entwicklung übergeordneter Geschäftsmodelle am Beispiel von vier Branchen – u. a. der Automobilindustrie – als Folge von informationeller Überlegenheit der Netzwerktore. Eine der schärfsten Waffen zur Begrenzung von Marktmacht ist das Kartell- oder Wettbewerbsrecht. Die insgesamt beschränkten Ergebnisse der Klagen der EU gegen Google und Facebook zeigen, dass das Kartellrecht neue Instrumente zur Kontrolle der Informationsmacht braucht, gewissermaßen als digitales Pendant einer wettbewerbsschädlichen industriellen Marktmacht. Trotz hoher Strafen für sogenannte „Wenn-dann-Geschäfte“ ist die Informationsmacht und Wettbewerbsfähigkeit von Google und Facebook durch die EU nicht geschwächt worden. Die DSGVO ist eine sich selbst beschränkende weithin passive Regulierung. Sie konzentriert sich auf die Datenpreisgabe mit nachfolgender Geheimhaltung und vorausgehender informierter Zustimmung, lässt den Datenempfang aber außer Acht. Damit verstärkt sie das Digitalisierungsdilemma und schützt weder Daten noch Menschen in wirksamem Umfang. Ein Paradigmenwechsel des Datenschutzes wäre die Normierung einer Rechtfertigungspflicht verbunden mit der Transparenz der Daten als Regeldienst für die Netzwerktore und zur Stärkung der Datensubjekte damit Daten z. B. „geteilt“ genutzt werden können ohne sie „aufzuteilen“.

Günter Müller

Kapitel 4. Theoretische Fundierung

In der vorliegenden Arbeit geht es um die Implementierung von praxisorientierten Konzepten in Organisationen. Bisher wurde aber noch nicht die Frage erörtert, von welchem Organisationsverständnis in der vorliegenden Arbeit ausgegangen wird, wenn es um die Lösung der Implementierungsproblematik geht. Vor diesem Hintergrund ist es erforderlich, sich mit Organisationen, deren Entwicklungen sowie deren „Innenleben“, auseinanderzusetzen.

Martin Kröll

1. Definition – Was macht gute PR aus?

Wenn die Redaktion eines anerkannten Fachpressemediums über Ihr Unternehmen oder Ihre Produkte/Dienstleistungen berichtet, ist die Glaubwürdigkeit beim Leser um ein Vielfaches höher als beim Lesen einer Anzeige oder Schauen eines Werbespots. Natürlich ist Werbung ein wichtiges Tool in der Unternehmenskommunikation, aber PR funktioniert anders.

Nina Claudy

Kapitel 44. Konzeptvergabe – Baustein einer sozial gerechten Stadtentwicklung

Insbesondere in wachsenden Regionen zählt die Bereitstellung von zusätzlichem Wohnraum zu vertretbaren Miet- oder Kaufpreisen zu den zentralen Herausforderungen. Die Vergabe öffentlicher Grundstücke nach Konzeptqualität statt nach dem höchsten Preis ist ein zentraler Schlüssel auf dem Weg zu einer lebendigen, sozial gerechten und funktional gemischten Stadt. Die Konzeptvergabe führt zwar zu einer Kaufpreisdämpfung des Grundstücks, diese kommt allerdings der Projektqualität zugute. Denn seitens des Grundstückskäufers sind bei der Umsetzung des Projektes qualitative Kriterien zu erfüllen, die den Verzicht der Kommune auf den Höchstpreis rechtfertigen.

Gertrudis Peters

Kapitel 4. Entwicklung eines integrierten Modells zur Erklärung von Aufbau und Wirkung von Vertrauen im Kreditprozess

Ein wirtschaftswissenschaftliches Modell soll reale Sachverhalte vereinfachend, aber dennoch strukturgleich darstellen. Dazu werden nur diejenigen Elemente des Realsystems explizit in das Modell aufgenommen, die für eingangs formulierten Fragestellungen relevant sind (Vereinfachung). Im vorliegenden Fall beschränkt sich das Modell also z.B. auf Merkmale der Finanzkommunikation und lässt andere Aspekte unberücksichtigt.

Marc Hansmann

Kapitel 2. Raum für Vertrauen und die Rolle von Finanzkommunikation im Kreditprozess

Kapital 2.1 soll die Forschungsfrage I („Kann Vertrauen im Kreditprozess eine Rolle spielen?“) klären. Hierzu wird wie folgt vorgegangen: Nachdem in Kapitel 2.1.1 die für diese Arbeit wesentlichen Elemente des Kreditprozesses dargestellt wurden, widmet sich Kapitel 2.1.2 den Risiken, die mit der Vergabe eines Kredites für die Bank einhergehen. Einerseits ist der Gesetzgeber bestrebt, diese Risiken (bzw. die Folgen ihres Eintretens) zu begrenzen (Kapitel 2.1.3), andererseits wird auch die Bank selber bestrebt sein, dies zu tun.

Marc Hansmann

Kapitel 5. Regulatorische Auswirkungen

Sowohl bei Aufsichtsbehörden als auch in der Privatwirtschaft ist das Thema ‚Klimawandel‘ lange Zeit vernachlässigt worden. So gibt es im Bankensektor hinsichtlich der Geschäftsmodelle und des Risikomanagements zahlreiche neue Herausforderungen durch das Auftreten von Klimarisiken. Diesen Risiken kann durch einzel- aber auch gesamtwirtschaftlichen Instrumenten begegnet werden.

Joachim Weeber

Kapitel 4. Beitrag der Finanzmärkte zur Abschwächung des Klimawandels – Green Banking

Der Klimawandel bietet auch Chancen für die Finanzmärkte. In Zukunft werden für ‚grüne‘ Investments im Vergleich zu anderen Investitionen durchaus höhere Renditen erwartet. Einen ‚Green Supporting Factor‘ soll es aber von den Aufsichtsbehörden nicht geben.

Joachim Weeber

Kapitel 1. Langfristige Vermögensplanung zur Absicherung Ihrer Ziele

In „Geldanlage und Steuer 2020“ werden die wichtigsten Anlagemöglichkeiten mit ihren Chancen und Risiken, ihrer Rentabilität sowie ihren steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten dargestellt und Zusammenhänge aufgezeigt. Hierbei bietet die wachsende Angebotsvielfalt unzählige Möglichkeiten der Geldanlage. Dabei sind auch die Risiken wie Zinsänderungsrisiken, Wechselkursrisiken oder Aktienkursrisiken zu berücksichtigen, denn sie können besonders in Niedrigzinsphasen wie seit dem Jahr 2010 die ohnehin geringen Erträge aufzehren oder gar zu negativen Ergebnissen führen.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

Kapitel 2. Kurz- und mittelfristige Geldanlage

In diesem Kapitel werden die klassischen kurz- und mittelfristigen Formen der Geldanlage wie die Anlage auf Konten, das Bausparen und die staatlichen Fördermöglichkeiten sowie die jeweiligen steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Einlagensicherung.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

Kapitel 7. Investitionen in Immobilien zur Eigennutzung und zur Vermietung

In Immobilien als Sach- und Substanzwerte zu investieren, ist seit jeher eine der attraktivsten Möglichkeiten, Vermögen zu bilden. Immobilien bieten eine große Vielfalt der Anlagemöglichkeiten, beispielsweise in eigengenutzte Immobilien über Direktanlagen in vermietete Wohnungen und gewerbliche Vermietungen, Ferienwohnungen oder Auslandsimmobilien bis zu Investitionen in Immobilien zur Altersvorsorge.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

Kapitel 3. Langfristige Geldanlage: Aktien, Anleihen und weitere Anlagemöglichkeiten

In diesem Kapitel werden langfristige Kapitalanlagen vorgestellt, bei denen die Ermittlung des Risikos und die Dauer der Investition eine entscheidende Rolle spielen und die in der Verzinsung widergespiegelt werden. Der Zins macht damit als Ausdruck des bewerteten Risikos und der Zeit Anlagemöglichkeiten vergleichbarer.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

Kapitel 6. Zur Absicherung und Vorsorge: Versicherungen und Steuervorteile

In diesem Kapitel werden besonders Anlage-, Absicherungs- und Vorsorgeprodukte wie die klassische Lebensversicherung, die Direktversicherung und die fondsgebundene Lebensversicherung behandelt. Dabei stehen besonders Rendite- und Risikogesichtspunkte vor dem Hintergrund der Einkommensteuer, der Erbschaftsteuer und der Schenkungsteuer im Fokus.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

Kapitel 9. Steuerstundungsmodelle und vorteilhafte Gestaltungen zur Senkung Ihrer Steuerschuld

In diesem Kapitel werden unter 9.1 steuersparende Kapitalanlagen in Form von sogenannten Steuerstundungsmodellen und Investments nach der Definition des § 15b in Verbindung mit § 52 Abs. 25 EStG dargestellt. Dabei werden beispielsweise Erwerbermodelle und geschlossene Fonds (neu: Alternative Investmentfonds), wie Schiffsfonds, besprochen.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

Kapitel 2. Die Unternehmensbewertung als Gegenstand des Gesellschaftsrechts

Unter einer Unternehmensbewertung kann die Zuweisung eines Wertes, der sich in der Regel in einer Geldgröße oder einer Beteiligungsquote ausdrückt, zu einem Unternehmen (Bewertungsobjekt) durch eine Person oder eine Gruppe von Personen (Bewertungssubjekt) verstanden werden. Finanzwirtschaftlich betrachtet konzentriert sich die Unternehmensbewertung auf die Beurteilung eines in der Zukunft zwischen dem Unternehmen und dem Bewertungssubjekt fließenden, unsicheren Zahlungsstroms. Im Kern stellt eine Unternehmensbewertung somit einen speziellen Anwendungsfall der Investitionsrechnung dar.

Florian Follert

Kapitel 4. Die interessengeleitete Rechtsprechung

In Abschnitt II.2.3.3.3 wurde die funktionale Unternehmensbewertung als Soll-Zustand der Unternehmensbewertung zu Zwecken der Abfindungsbemessung herausgearbeitet. Es zeigt sich, dass diese Bewertungsschule mit ihrem investitionstheoretischen Fundament die einzige Vorgehensweise ist, welche den vom BVerfG festgestellten Anforderungen gerecht werden kann. Insbesondere berücksichtigt sie das Prinzip der „vollen“ Abfindung und das Gleichbehandlungsprinzip.

Florian Follert

Kapitel 3. Die Unternehmensbewertung in Wissenschaft und rechtlicher Anwendung

Im vorangegangenen Kapitel II wurde auf Basis der Vorgaben der Rechtsprechung am Beispiel der §§ 327a ff. AktG ein Normzweck abgeleitet. Sodann wurde mit der funktionalen Unternehmensbewertung ein normzweckadäquates Bewertungskonzept als Soll-Objekt der Unternehmensbewertung zum Zwecke der Abfindungsbemessung ausscheidender Minderheitsgesellschafter identifiziert.

Florian Follert

Kapitel 13. Business Improvement Districts – Quartiersentwicklung in öffentlich-privater Partnerschaft

Business Improvement Districts (BIDs) sind ein Instrument, mit dem sich Grundeigentümer und Gewerbetreibende darauf verständigen, gemeinsam in die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Quartiere zu investieren. Von ihnen geht in der Regel auch die Initiative zur Gründung von BIDs aus. Der Artikel zeigt, wie BIDs zustande kommen, wo dieses Instrument genutzt wird und welche Maßnahmen in den BIDs umgesetzt werden. Da in BIDs alle Grundeigentümer zur Finanzierung dieser Maßnahmen verpflichtet sind, können sie in der Regel deutlich professioneller agieren als Interessengemeinschaften auf freiwilliger Basis. So können die BID-Quartiere ihre Position als Einzelhandelsstandorte nachhaltig verbessern oder zumindest festigen. Der Beitrag fokussiert sich auf Hamburg, gibt aber auch einen Überblick über die BIDs in Deutschland.

Heiner Schote

4. CSR-Risikomanagement – Best-Practice-Rahmenwerke und Good-Practice-Beispiele

Kapitelausblick und Lernziele

Im Rahmen der CSR-Erfolgssteuerung müssen zwei Perspektiven des Risikomanagement unterschieden werden, das a) CSR-Risikomanagement und b) das formale Risikomanagement. Das CSR-Risikomanagement gemäß internationaler CSR-Verhaltenskodizes fokussiert das Risikomanagement in den globalen Wertschöpfungs- und Lieferantenketten bzw. die stakeholderorientierte Sichtweise der Wesentlichkeit. Das Risikomanagement gemäß CSR-RUG entspricht dagegen der Sichtweise des formalen Risikomanagement auf der Basis gesetzlicher Vorgaben bzw. der geschäftsorientierten Sichtweise der Wesentlichkeit.

Rosemarie Stibbe
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