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18.06.2020 | Kapitalmarkt | Nachricht | Onlineartikel

Institutionelle Anleger flüchten aus Fonds

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
1:30 Min. Lesedauer

Erstmals seit der Finanz- und Eurokrise vor rund zehn Jahren verzeichnet eine aktuelle Analyse im März und April Nettoabflüsse auf dem deutschen Fondsmarkt. Vor allem institutionelle Anleger zeigen sich von der Corona-Krise beeindruckt.

Wie verhalten sich Anleger weltweit infolge der Corona-Pandemie? Sie ziehen deutlich mehr Kapital aus offenen Investmentfonds ab. Das hat das Beratungshaus Barkow Consulting in einer aktuellen Analyse ermittelt. Den Experten zufolge haben wesentliche Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in Europa erst am Ende des ersten Quartals begonnen. Deren Auswirkungen für die finanziellen Geldströme sind daher erst ab März spürbar.

Für März und April haben die Analysten bereits die Daten der Deutschen Bundesbank für die offenen Fondsströme auf dem deutschen Markt ausgewertet. Danach flossen im April 2020 insgesamt 1,8 Milliarden Euro ab. Die letzten Nettoabflüsse wurden im August 2011 auf dem Höhepunkt der Euro-Krise verzeichnet. Noch mehr büßten Fonds während der Finanzkrise zwischen Mai 2007 und Juni 2009 ein. Ihren Höhepunkt erreichten die Abflüsse seinerzeit im Oktober 2008 mit rund 20 Milliarden Euro.

Öffentliche Gelder gleichen Kapitalabflüsse nicht aus

Vor allem institutionelle Anleger haben aktuell Kapital abgezogen, wie die Analyse zeigt. Während im April 2,8 Milliarden Euro durch öffentliche Einrichtungen zugeführt wurden, lag der Abfluss bedingt durch Institutionelle rechnerisch bei insgesamt 4,6 Milliarden Euro. "Eine starke Umkehrung gegenüber den Zuflüssen von zehn Milliarden Euro oder mehr in jedem der vorangegangenen sechs Monate", heißt es weiter.

Ein Vergleich möglicher Auswirkungen der Pandemie auf das BIP mit der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 deute darauf hin,  dass noch größere Mittelabflüsse bevorstehen. Doch es gibt auch einen Hoffnungsschimmer: So hätten sich die Aktienmärkte vor dem Hintergrund "beispielloser fiskal- und geldpolitischer Maßnahmen" in den letzten Wochen stark erholt. Vielleicht können diese das Gleiche bei den Fondsströmen bewirken, hoffen die Analysten.

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