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03.03.2021 | Kapitalmarkt | Im Fokus | Onlineartikel

Gold bleibt auch 2021 Krisenwährung

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2:30 Min. Lesedauer

In Gold investieren Privatanleger wie Institutionelle – vor allem in Krisenzeiten. Von seinem Einbruch zu Beginn der Pandemie im März 2020 hat sich der Kurs des Edelmetalls längst erholt. Anlageprofis rechnen mittelfristig mit einem weiteren Anstieg des Goldpreises.

"In Zeiten von Nullzinsen sind Anleger auf der Suche nach alternativen Anlagemöglichkeiten. Dazu zählen neben der Investition in Rohstoffe besonders Edelmetalle und dabei insbesondere Gold. Aufgrund der zahlreichen politischen Krisen, die es wohl immer schon gab und auch geben wird, ist Gold als Krisenwährung entsprechend der Risikoneigung im Portfolio des Anlegers zu berücksichtigen", bringen es Philipp Karl Maximilian Lindmayer und Hans-Ulrich Dietz im Buch "Geldanlage und Steuer 2020" (Seite 228) auf den Punkt.

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Dass diese Regel auch in der aktuellen Krise gilt, meint auch ein Großteil der professionellen Investoren in Deutschland und Großbritannien. Wie eine im Januar 2021 durchgeführte Online-Umfrage unter jeweils 50 institutionellen Anlegern und Vermögensverwalter im Auftrag des Global Palladium Fund ergab, rechnen

  • 32 Prozent mit einem Anstieg des Goldpreis in diesem Jahr zwischen drei und fünf Prozent,
  • weitere 32 Prozent mit einem Plus zwischen fünf und zehn Prozent.
  • 17 Prozent sogar mit einem Anstieg von über zehn Prozent und
  • nur fünf Prozent glauben, dass der Goldpreis fallen wird.

Beim Silberpreis gehen jeweils 25 Prozent von einem Plus zwischen drei und fünf Prozent beziehungsweise fünf und zehn Prozent aus. Acht Prozent geben an, dieser steige um mehr als zehn Prozent, und 16 Prozent der professionellen Investoren gehen davon aus, dass der Wert des Edelmetalls fallen wird.

Geopolitische Risiken treiben Goldpreis

Als Grund für die aktuellen Einschätzungen des Goldmarkts gibt die Erhebung neben der Goldrallye auch die steigende industrielle Nachfrage an. Zudem werde die Beziehung zwischen den USA und China auch unter US-Präsident Biden schwierig bleiben. Hinzu kommen weitere geopolitischen Risiken und eine wachsende Inflationsgefahr. Für die Springer-Autoren Lindmayer und Dietz sind unter anderem

  • die Spannungen im Bereich des Persischen Golfs zwischen den USA und dem Iran,
  • der Brexit und damit zusammenhängende Folgen,
  • die Auswirkungen der mangelnden Stabilität der Finanzbranche
  • und die anhaltende Tiefzinspolitik der EZB mit der Folge von Null- und Minuszinsen am Kapitalmarkt

weitere Treiber dieser Entwicklung.

So stimmten 40 Prozent der institutionellen Anleger voll und ganz und 57 Prozent im Großen und Ganzen der Ansicht zu, dass die Bedeutung von Gold auch deshalb zunehmen könnte, da einige Länder nach Alternativen zum US-Dollar suchen, um den internationalen Handel abzuwickeln. Von vielen werde Gold als "unpolitisches" Geld angesehen, da es nicht von einer Zentralbank ausgegeben wird. "Auch dies könnte einen positiven Einfluss auf den Goldpreis haben", heißt es.

Gold als Teil diversifizierter Kapitalanlage

Im Sinne einer Diversifizierung der Kapitalanlage empfehlen Lindmayer und Dietz einen Anteil von Edelmetallen, besonders in Form von Gold, in Höhe von bis zu zehn Prozent. Denn "ein umfassendes Vermögenskonzept muss alle wichtigen persönlichen und sachlichen Kriterien berücksichtigen", so die Autoren im Buchkapitel "Langfristige Vermögensplanung zur Absicherung Ihrer Ziele" (Seite 22). Zu diesen Kriterien zählen: vorhandenes Geld- und Sachvermögen, Mentalität des Anlegers, persönliche und berufliche Lebensziele, Risikobereitschaft, steuerliche Situation und Aufbau oder Ergänzung der Altersversorgung.

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