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Goldpreis überspringt 5.000-Dollar-Marke

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Nach dem Rekordjahr 2025 knackt der Goldpreis nun die 5.000-Dollar-Marke. Hauptgründe: geopolitische Spannungen, Käufe von Notenbanken und die Spekulation auf weiter sinkende Zinsen in den USA. Manche Experten sehen noch kein Ende der Hausse.

Gold gilt in geopolitisch angespannten Zeiten als sicherer Hafen.


Der Goldpreis hat erstmals die Marke von 5.000 Dollar geknackt. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) kletterte an der Metallbörse in London im frühen Handel (26. Januar) um bis zu zwei Prozent auf 5.093 US-Dollar (4.296 Euro) und war damit so hoch wie noch nie. Zu den stärksten Treibern zählen geopolitische Risiken, die Käufe von Notenbanken und die Spekulation auf weiter sinkende Zinsen in den USA.

Gold hat sich in den ersten Wochen des Jahres um knapp 18 Prozent verteuert, nachdem der Preis für das Edelmetall im Vorjahr bereits um 65 Prozent gestiegen war. Dies war das höchste Jahresplus seit 1979. Der Preis ist 2025 um mehr als 2.000 Dollar gestiegen. 

Weltpolitische Spannungen treiben Preis

Preistreiber im vergangenen Jahr waren unter anderem die vielen Konflikte weltweit. Auch 2026 sorgten politische Spannungen für mehr Nachfrage. So führten Experten die Gewinne in den ersten Handelstagen des Jahres vor allem auf die Lage im Iran und die zeitweisen Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen acht europäische Staaten im Zusammenhang mit Grönland zurück.

Auch Silber ist an der Börse begehrt: Der Preis für eine Feinunze war in der vergangenen Woche erstmals über 100 US-Dollar gestiegen. Silber ist ein wichtiges Industriemetall, das für viele Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird.

Gold als "sicherer Hafen" gefragt

Edelmetalle - allen voran Gold - gelten bei vielen Investoren als "sichere Häfen" in Krisenzeiten. Daneben gibt es Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. Die wiederholten Angriffe von Trump auf Fed-Chef Jerome Powell schüren die Angst, dass die mächtige Notenbank künftig nicht mehr unabhängig agieren, sondern politisch gesteuert werden könnte.

Goldkäufe von Zentralbanken

Zentralbanken weltweit, insbesondere aus Schwellenländern wie China, haben ihre Goldreserven in den vergangenen Jahren deutlich aufgestockt. Diese Käufe sollen die nationalen Reserven unabhängiger vom US-Dollar machen und gelten als wichtiger Preistreiber. Auch sinkende Zinsen, wie zuletzt von der US-Notenbank Fed, spielen oft eine Rolle, wenn der Goldpreis steigt. Da Gold weder Zinsen noch Dividenden abwirft, verstärkt die Aussicht auf fallende Zinsen die Nachfrage nach dem Edelmetall. Bei niedrigeren Zinsen werden festverzinsliche Anlagen wie Staatsanleihen im Vergleich dazu weniger attraktiv. 

Gold wird als wertbeständig angesehen und hat über lange Zeiträume hinweg seinen Wert behalten. Das Edelmetall hat Kriege, Währungsreformen und Rezessionen überstanden, was es für viele als langfristige Anlage attraktiv macht. Trotz des Höhenflugs halten einige Banken noch höhere Goldpreise für möglich. So hob die US-Investmentbank Goldman Sachs jüngst ihre Prognose für Ende 2026 an von 4.900 auf 5.400 Dollar je Feinunze. Zugleich warnen manche Experten, der Gold-Rekordlauf sei übertrieben.

Deutschland hat riesige Goldreserven

Deutschland verfügt nach Angaben der Bundesbank über den weltweit zweitgrößten Goldbestand nach den USA. Der Goldbestand deckt einen großen Teil der deutschen Währungsreserven ab. Rund 37 Prozent des Goldbestands lagern in Tresoren der US-Notenbank Fed in New York. 

Ende 2024 hielt die Deutsche Bundesbank nach eigenen Angaben rund 3.352 Tonnen, was schon damals einem Wert von gut 270 Milliarden Euro entsprach. Den privaten Goldbesitz der Menschen in Deutschland bezifferte die Steinbeis-Hochschule Berlin 2024 auf gut 9.000 Tonnen in Form von Barren, Münzen oder Schmuck.

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